Kaufberatung Kompaktkameras: Sensor, Objektiv und Ausstattung – darauf kommt es an

Manuelle Einstellungsmöglichkeiten

Zielen, abdrücken, fertig: Alle Kompaktkameras bieten einen Automatikmodus, in dem die Digicam sämtliche Aufnahmeparameter selbsttätig einstellt. In der Regel arbeiten diese Automatikprogramme zuverlässig und liefern ordentliche Ergebnisse. Und falls nicht, stehen oft dutzende Szenenprogramme zur händischen Auswahl zur Verfügung. Mit der Sicherheit, beim Druck auf den Auslöser ein halbwegs vernünftiges Bild zu erhalten, gibt der Fotograf jedoch auch Freiheiten auf.

Einer Kameraautomatik lässt sich beispielsweise nicht erklären, dass sie das Feuerwerk acht Sekunden lang belichten soll, damit die explodierenden Effekte mit leuchtenden Spuren abgebildet werden. Oder dass eine lange Verschlusszeit die Scheinwerfer vorbeifahrender Autos in leuchtende Spuren verwandeln soll. Der anrauschende Ferrari soll im nächsten Moment dann allerdings doch mit einer möglichst kurzen Belichtungszeit scharf eingefrohren werden – ohne Verwischungen und Scheinwerferspuren. Sicherlich gibt es für viele Szenarien wie Feuerwerk- und Actionaufnahmen eigene Szenenprogramme. Doch wirkliche Freiheit gibt es eben nur mit manuellen Einstellungsmöglichkeiten.

Autos zu Leuchtspuren: Mit manuellen Einstellungsmöglichkeiten lassen sich solche Bildeffekte gezielt erreichen, mit Szenenprogrammen oder Automatiken sind sie eher Glückssache.
Autos zu Leuchtspuren: Mit manuellen Einstellungsmöglichkeiten lassen sich solche Bildeffekte gezielt erreichen, mit Szenenprogrammen oder Automatiken sind sie eher Glückssache.

Bei teureren Kameras oberhalb der 300-Euro-Marke gehören die halbautomatischen Aufnahmeprogramme Blenden- und Belichtungspriorität sowie ein manueller Modus zum guten Ton. Bei günstigeren Digicams sollte man vor dem Kauf genau auf die vorhandenen Aufnahmemodi achten, wenn man sich einen kreativen Freiraum erhalten möchte. Weitere interessante Aufnahmemodi für kreative Köpfe sind beispielsweise ein Belichtungsreihenfeature für HDR-Aufnahmen oder eine Intervallfotofunktion für Zeitraffer-Videos. Wer gerne mit Photoshop & Co. an seinen Fotos herumbastelt, sollte außerdem auf die Möglichkeit zur RAW-Aufnahme achten. In diesem Format geschossene Aufnahmen bieten mehr Freiheiten bei der nachträglichen Bildbearbeitung.

Ein weiterer wichtiger Aspekt in diesem Zusammenhang ist die Bedienung. Manuelle Einstellungsmöglichkeiten nutzen beispielsweise herzlich wenig, wenn man drei Stunden braucht, um sich durch die Menüs zu hangeln und die Kamera auf die gewünschten Parameter einzustellen. Die meisten Digicams für anspruchsvollere Fotografen bringen daher Einstellrädchen zur schnelleren Konfiguration sowie Tasten zum direkten Anwählen der wichtigsten Aufnahmeparameter auf dem Gehäuse mit. Wer also viel an seinen Fotos feilen möchte, sollte auf eine entsprechend praktikable Bedienbarkeit achten – und die Kamera vor dem Kauf im Laden einmal probeknipsen.

Extra-Features

Sensor, Objektiv und die zum Motiv passenden Aufnahmeparameter – mehr braucht es nicht, um ein gelungenes Bild auf die Speicherkarte zu bringen. Darüber hinaus gibt es jedoch noch zahlreiche Extras, die dem Fotografen das Leben leichter machen. Unterschiede sind beispielsweise bei den Displays zu finden. Bei günstigen Digicams kommt üblicherweise eine Diagonale von 2,7 Zoll zum Einsatz, bessere Kameras bieten 3,0 Zoll. Bei Touchscreen-Modellen wie der Nikon Coolpix S70 messen die Anzeigen bis zu 3,5 Zoll. Die Auflösungen geben die Hersteller meistens in einer wenig hilfreichen Form wie „230.400 Pixel“ an. Diese Zahlen beziehungen sich auf die Gesamtmenge der roten, grünen und blauen Bildpunkte. 230.400 Pixel entsprichen also 320 mal 240 mal 3 Pixeln, 921.600 Pixel sind 640 mal 480 mal 3 Bildpunkte. Klingt komisch, ist aber so.

Bei einigen Kameras sind die Anzeigen dreh- und schwenkbar aufgehängt. Das ist beim Fotografieren über Kopf, aus der Hüfte oder um die Ecke eine große Hilfe. Zudem lässt sich das Display oft auch verkehrtherum zuklappen und ist so vor dem Schlüsselbund geschützt, der sich möglicherweise den Rucksack mit der Kamera teilt.

Bei sehr grellem Sonnenlicht muss auch das hochauflösendste und schwenkbarste Display der Welt kapitulieren – auf der Anzeige ist außer Spiegelungen nichts mehr zu sehen. Hier hilft ein Sucher weiter. Manche Kompaktkameras, etwa die Nikon P7000 oder die Canon PowerShot G12 bieten einen optischen Sucher, also ein kleines Guckloch, durch das der Fotograf auf das Motiv blickt. Bei den etwas sperrigeren Bridgekameras finden sich häufig elektronische Sucher – hinter dem Okular ist ein Mini-Display angebracht. Weder von den elektronischen noch von den optischen Mini-Suchern darf man Wunder erwarten. Bei grellem Sonnenlicht können sie aber durchaus das eine oder andere Foto retten.

Praktisch bei extrem intensiver Sonneneinstrahlung: Die Nikon P7000 bietet einen optischen Sucher.
Praktisch bei extrem intensiver Sonneneinstrahlung: Die Nikon P7000 bietet einen optischen Sucher.

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