Leistung

Alles in allem legt die Samsung ST80 bei der Geschwindigkeitsprüfung eine recht durchschnittliche Leistung hin. Die Auslöseverzögerungen von 0,4 Sekunden bei guten und 0,6 Sekunden bei schlechten Lichtverhältnissen sind recht ordentlich. Negativ dagegen fällt die recht lange Anlaufzeit von 2,6 Sekunden auf, die die Kamera benötigt, um nach dem Betätigen des Einschalters das erste Foto zu schießen.

Bei der Serienbildgeschwindigkeit gibt’s ebenfalls nichts aufregendes zu berichten. 1,2 Fotos pro Sekunde reichen für Actionfotos nicht aus, sind aber in dieser Kameraklasse üblich. Zwischen zwei Fotos genehmigt sich die ST80 eine Verschnaufpause von 2,1 Sekunden. Mit zugeschaltetem Blitz verschlechtert sich der Wert auf zähe 3,9 Sekunden.

Aufgrund der recht vernünftigen Auslöseverzögerung eignet sich die ST80 recht gut für Schnappschüsse – jedenfalls meistens. Denn gelegentlich surrt der Autofokus im Test planlos hin und her und findet sein Ziel nicht. Das passiert sowohl bei guten als auch bei schlechten Lichtverhältnissen.

Der digitale Bildstabilisator sorgt nicht gerade für Verbesserungen. Egal, ob der Verwacklungsschutz aktiviert ist oder nicht, gerät mit einer Belichtungszeit von 1/30 Sekunde und maximaler Brennweite jedes zweite Bild merklich unscharf. Optische oder mechanische Stabilisatoren, die unruhige Fotografenhände durch ein Verschieben von Linsenelementen oder des Bildsensors kompensieren, leisten deutlich bessere Dienste.

Bildqualität

Mit den Werkseinstellungen ist die Fotoauflösung interessanterweise auf 10 Megapixel eingestellt. Zudem speichert die Kamera die JPEG-Bilder nicht in der höchsten Qualitätsstufe. Wer das Maximum aus der Kamera herausholen möchte, sollte sich als allererstes auf das Kamera-Setup stürzen.

Die Bildqualität der Samsung ST80 ist typisch für eine Einsteiger-Kompaktkamera mit 1/2,3-Zoll-CCD-Sensor und 14 Megapixeln Auflösung. Auch bei minimalen ISO-Empfindlichkeiten sind Artefakte auf den Fotos zu sehen. Die Fotos sehen bis einschließlich ISO 200 aber sehr ordentlich aus.

Bereits bei ISO 400 lassen die Details merklich nach. Die kamerainterne Rauschunterdrückung zeichnet die Aufnahmen weich. Ab ISO 800 legt sich ein mit steigenden Empfindlichkeiten zunehmend stärkerer Grauschleier über die Fotos und die Qualität sinkt sichtbar – auch bei geringen Betrachtungsgrößen. Für Facebook & Co. oder kleine Abzüge eignen sich die Aufnahmen hier aber immer noch.

ISO 1600 und ISO 3200 eignen sich schließlich nur noch für Notfälle. Die Farben sind kaputt, und auf den Bildern ist ein sehr starkes Rauschen zu sehen. Mit ISO 1600 fotografierte Bilder weisen starke, vorwiegend blaue Störungen auf. Bei ISO 3200 dreht die Kamera schließlich die Bildsättigung herunter, um dem Farbrauschen entgegenzuwirken. Das Ergebnis sind Bilder, die schon fast schwarzweiß wirken. Immerhin: Die Automatikmodi trauen sich nicht über ISO 800 hinaus.

Bei Innenaufnahmen mit der intelligenten Automatik schießt die Samsung ST80 fast jedes Foto mit Blitz. Kein Wunder, denn ohne zusätzliche Beleuchtung ist für vernünftig ausgeleuchtete Bilder eine Empfindlichkeit von ISO 800 vonnöten. Und hier sehen die Aufnahmen schlicht und ergreifend etwas platt, öde und fad aus. Immerhin schafft die Digicam eine recht natürliche Ausbalancierung zwischen Blitzlicht und natürlichem Licht. Wenn es hell genug ist und die Kamera mit niedrigen Empfindlichkeiten fotografiert, weisen die Fotos kräftige und lebendige Farben auf. Rottöne wirken gelegentlich etwas zu stark gesättigt. Der automatische Weißabgleich leistet recht gute Dienste. Innenaufnahmen unter Kunstlicht geraten allerdings tendenziell einen Tick zu warm.

Das Objektiv der Samsung ST80 bringt im Weitwinkel eine merkliche Tonnenverzerrung auf die Fotos. Im Telebereich ist dagegen erfreulicherweise nur eine kaum merkliche kissenförmige Verzeichnung feststellbar. An Übergängen mit hohen Helligkeitsunterschieden treten zwar leichte Farbsäume auf, doch diese sind nur bei starken Vergrößerungen sichtbar.

Die Qualität der HD-Videos ist mäßig. Wenn nicht gerade sehr gute Lichtverhältnisse herrschen, treten deutliches Bildrauschen und sichtbare Artefakte auf. Aufgrund des fehlenden Bildstabilisators geraten die Clips zudem schnell stark verwackelt. Immerhin: Die Bewegungen wirken recht flüssig. Für YouTube & Co. eignen sich die Filmchen durchaus, für die Betrachtung auf HD-Fernsehern eher nicht. Erfreulicherweise funktioniert der automatische Zoom während des Filmens. Mit den Werkseinstellungen schaltet die Kamera den Ton stumm, wenn das Objektiv in Bewegung ist. Wer die Audioaufnahme auch während des Zoomens aktiviert, weiß, warum: Der Motor ist deutlich auf den Clips zu hören.

Fazit

Die Samsung ST80 macht Spaß: Der Touchscreen reagiert vernünftig, die Bedienung ist schlüssig, und die Kamera gehört zu den flotteren Modellen in dieser Klasse. Allerdings darf man von der 170 Euro teuren Schönwetter-Knipse keine Qualitätswunder erwarten, zumal ein nicht unerheblicher Teil der Anschaffungskosten für berührungsempfindliches Display und WLAN-Modul draufgehen. Wer sich mit Schnappschuss-Bildqualität zufriedengibt und die Aufnahmen von (fast) jedem Ort der Welt aus direkt auf Facebook & Co. hochladen möchte, ist hier genau richtig. Soll die Digicam jedoch möglichst viel Bildqualität fürs Geld bieten, muss man sich nach einem anderen Modell umsehen.

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