Beim Einschalten sind wir zunächst überrascht: Der Optoma geht flüsterleise in den Betrieb über. Nur das leise Sirren des Farbrads ist zu vernehmen – bis sich kurze Zeit später der Lüfter dazuschaltet. Für diese Preisklasse ist der Lärmpegel aber immer noch mehr als zufriedenstellend. Das Datenblatt gibt 29 db(A) an – und damit den Geräuschpegels eines ruhigen Zimmers. In der Praxis ist der Lüfter zwar durchaus zu vernehmen, das Geräusch ist aber nicht penetrant und verschwindet beim Betrachten eines Filmes oder beim Spielen mit der Konsole schnell im Hintergrund.

Der Optoma hat verschiedene Voreinstellungen für die Bild- und Farbwiedergabe, darunter Kino, Hell, Bezug und Foto. Wie erwartet erzielen wir das beste Ergebnis beim Spielen und beim Betrachten von Filmen im Modus Kino, wobei wir speziell mit den Einstellungen der Farbwiedergabe noch ein bisschen herumprobieren, bis sie uns wirklich gut gefällt. Im Vergleich zu früheren DLP-Projektoren ist die Farbbrillanz und -realität deutlich besser geworden. Mit dafür verantwortlich zeigt sich die BrilliantColor-Technik vom DLP-Entwickler Texas Instrument und das im Falle des HD600x mit sechs Segmenten ausgestattete Farbrad, das eine größere Farbpalette zum Zusammenmischen der Farben zur Verfügung stellt. Noch dazu dreht sich das Farbrad mit den zusätzlichen Segmenten schneller und reduziert so den Regenbogeneffekt. Bei diesem Beamer bemerken wir den Effekt in der Praxis eigentlich nur, wenn wir von Reflektionen der Projektion angestrahlte Objekte bewegen – wie eine Wasserflasche. Beim Blick über die Leinwand ist das Farbflimmern so gut wie gar nicht wahrnehmbar, wobei es in diesem Punkt Menschen gibt, die empfindlicher auf den Effekt reagieren als andere.

Erfreunlich ist das relativ geringe Streulicht, das an den Lüftungsschlitzen aus dem Projektor dringt. Noch dazu treffen keine Lichtstrahlen auf die Projektionsfläche, was bei Einsteigerprojektoren immer noch nicht selbstverständlich ist. Typisch für DLP-Projektoren ist der gute Kontrast. Die Schwarzwerte könnten allerdings noch etwas besser sein. Insgesamt ist das Bild durchaus zufriedenstellend – und vor allem in Anbetracht des günstigen Preises wirklich gut. Die Helligkeit gibt der Hersteller mit 1600 Lumen an. Speziell bei düsteren Filmen tendieren wir dazu, die Helligkeit sogar noch etwas herunterzuregeln, damit uns Explosionen oder Bildwechsel von sehr dunklen zu sehr hellen Umgebungen nicht blenden.

Was uns in der Praxis etwas gefehlt hat, ist eine Funktion auf der Fernbedienung, die das Bild vorübergehend schwarz schaltet. Das ist nicht nur bei Präsentationsbeamern sinnvoll, sondern beispielsweise immer dann, wenn jemand vorübergehend vor der Leinwand steht. Außerdem dürfte so ein Feature die Lampenlebensdauer steigern, da das Gerät nicht für wenige Minuten ausgeschaltet werden muss. Apropos, die Leuchte soll laut Herstellerangaben eine durchschnittliche Lebensdauer von 4000 Stunden erreichen. Ersatz kostet derzeit knapp 190 Euro – bei diesen Angaben schlägt eine Betriebsstunde mit knapp 5 Cent plus Stromkosten zu Buche. Erfreulich in Anbetracht des fehlenden mechanischen Netztrenners ist die geringe Stromaufnahme im Standby: Der HD600x kommt mit unter einem Watt aus. Im laufenden Betrieb zieht der Beamer im Kinomodus knapp 200 Watt, die maximale Energieaufnahme laut Hersteller sind 225 Watt.

Eingangsseitig kommt der Projektor übrigens problemlos mit nahezu allen Videoformaten klar. Analoge NTCS-, PAL- und SECAM-Quellen funktionieren im Test ebenso problemlos wie unterschiedlichste Auflösungen, die wir vom Notebook zuspielen, als auch digitale Bilder in 720p, 1080i und 1080p. Kinofans werden sich besonders über die native Unterstützung von 1080p/24 freuen – damit gibt das Gerät Filme von Blu-ray ruckelfrei wieder. Zur HDCP-Verschlüsselung ist der Beamer ebenfalls kompatibel.

Fazit

Der Optoma HD600x ist ein perfekter Einstieg in das eigene Heimkino. Der Projektor wirft ein ansehnliches Bild ohne die typischen Schwächen günstiger Modelle an die Wand. Auch die Lautstärke des Lüfters ist absolut im Rahmen. Käufer sollten allerdings aufgrund des etwas eingeschränkten optischen Zooms vorher ermitteln, ob sie das Gerät in der idealen Entfernung von etwa 3,5 bis 5 Metern zur Leinwand aufstellen können. Zu den weiteren Schwächen gehört der nicht hundertprozentige Schwarzwert sowie die geringe Anzahl an Eingängen – doch in Anbetracht des Preises sind diese Punkte durchaus zu verschmerzen.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Günstiger HD-ready-Heimkinoprojektor im Test: Optoma HD600x

  • Am 25. März 2012 um 10:56 von Andreas Grill

    Suche nach geeignetem Beamer
    Ich suche einen geeigneten Beamer für die Vorführung von Berg-, Landschafts- u. Naturfotos, also ganz wichtig beste Farbwiedergabe. Geeignet sowohl für Wohnzimmer als auch für größere Vorführräume, ausgestattet
    mit Fernbedienung und USB-Anschluß, damit ohne
    Laptop direkt mit Stick vorgeführt werden kann.
    Preislage ca. um etwa 500 €. Was empfehlen Sie?

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