Das Objektiv der Coolpix P7000 deckt einen für diese Klasse sehr großen Brennweitenbereich ab: 28 bis 200 Millimeter beziehungsweise einen 7,1-fachen optischen Zoom bietet derzeit keine andere Digicam mit 1/1,7-Zoll-Sensor (je größer die Sensoren, desto sperriger werden die Objektive). Allerdings hinkt die Nikon in einem Punkt hinter zahlreichen Konkurrenten hinterher. Die maximale Lichtstärke des Objektivs beträgt im Weitwinkel „nur“ F2,8. Das ist zwar für eine Kompaktkamera grundsätzlich recht gut, doch die schärfsten Konkurrenten Samsung EX1, Panasonic Lumix DMC-LX5 und Canon PowerShot S95 bieten F1,8 beziehungsweise F2,0. Der Unterschied zwischen F2,0 und F2,8 beträgt genau eine Blende. Sprich: Die Nikon P7000 muss doppelt so lange belichten wie die genannten Konkurrenten. Dadurch steigt die Verwacklungsgefahr oder – wenn die mangelnde Lichtstärke mit der ISO-Empfindlichkeit kompensiert wird – das Bildrauschen. Die Canon PowerShot G12 bewegt sich übrigens auf demselben Niveau wie die Nikon.

Die Leistung des Aufklappblitzes lässt sich manuell regeln. Auf Wunsch blitzt die Nikon P7000 auch auf den zweiten Verschlussvorhang.
Die Leistung des Aufklappblitzes lässt sich manuell regeln. Auf Wunsch blitzt die Nikon P7000 auch auf den zweiten Verschlussvorhang.

Für extralange Verschlusszeiten hat die P7000 dafür einen Trick auf Lager: Sie verfügt über einen integrierten Neutraldichtefilter, der die Menge des einfallenden Lichts um den Faktor acht beziehungsweise um drei Blenden reduziert. Statt einer Belichtungszeit von 1/50 Sekunde kann die Kamera also beispielsweise mit 1/6 Sekunde fotografieren. Dadurch ist es möglich, bewegte Motive weicher erscheinen zu lassen – etwa einen vorbeifließenden Fluss.

Im Weitwinkel stehen insgesamt zehn verschiedene Blendeneinstellungen zwischen F2,8 und F8,0 zur Verfügung. Im Telebereich reduziert sich das Portfolie auf vier Werte zwischen F5,6 und F8,0. Die kürzeste Belichtungszeit beträgt 1/4000 Sekunde – allerdings erreicht die P7000 diesen Wert nur, wenn bei 28 Millimetern und einer Blende von F8,0. Ansonsten liegt das Minimum bei 1/2000 Sekunde. Die längste Belichtungszeit liegt bei 60 Sekunden, ist jedoch auch an Sonderkonditionen gebunden: maximal ISO 400 und Aufnahmemodus „M“. Leider wird der Fotograf wie bei so vielen Kameras auch bei der Nikon P7000 nicht darüber informiert, welche Einstellung dafür verantwortlich ist, dass der gewünschte Parameter jetzt gerade ausgegraut ist. Da hilft dann nur ein Blick ins Handbuch, Kapitel „Funktionen, die nicht gleichzeitig angewendet werden können“. Nikon packt übrigens keine Bedienungsanleitung in den Karton. Die gibt’s ausschließlich digital und auf der Herstellerwebseite zum Download – nach Registrierung der Kamera mittels Seriennummer.

Verwirrspiel mit der Belichtung: Je nach gewähltem ISO-Wert erlaubt die P7000 unterschiedliche maximale Verschlusszeiten.
Verwirrspiel mit der Belichtung: Je nach gewähltem ISO-Wert erlaubt die P7000 unterschiedliche maximale Verschlusszeiten.

Die maximale Auflösung im Videomodus beträgt 1280 mal 720 Pixel. Manuelle Einstellungsmöglichkeiten zu Blende, Belichtungszeit oder ISO-Empfindlichkeit gibt es leider nicht. Allerdings wäre der Effekt einer veränderten Blende auch nicht sonderlich groß. Der im Vergleich zu DSLR-Sensoren immer noch recht kleine 1/1,7-Zoll-Chip bietet keine besonders selektive Tiefenschärfe und ermöglicht so auch keine dramatische Freistellung von Motiv gegenüber Hintergrund. Viel wichtiger: Während der Aufnahme funktioniert der optische Zoom. Bei niedrigem Geräuschpegel ist der Objektivmotor dann allerdings auf den Videos zu hören.

Neben dem nativen 4:3-Bildseitenverhältnis des Sensors schießt die Digicam auch Fotos mit den Verhältnissen 3:2, 16:9 und 1:1 – wenn auch mit verringerter Auflösung. Wer unbedingt Platz auf der Speicherkarte sparen möchte, kann die Auflösung außerdem auch wahlweise auf 8, 5, 3, 2, 1, 0,8 oder 0,3 Megapixel reduzieren. Die P7000 bietet für JPEG-Fotos drei verschiedene Qualitätsstufen an, auf Wunsch lassen sich die Bilder jeweils noch zusätzlich als RAW oder als RAW ohne JPEG speichern.

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