Leistung

Die Nikon Coolpix P7000 macht bei der Geschwindigkeit eine für diese Klasse eher unterdurchschnittliche Figur. Das Starten geht noch recht flott – bis nach Betätigung des Einschalters das erste Bild im Kasten ist, dauert es 1,4 Sekunden. Die Speicherzeiten sind allerdings recht zäh. Zwischen zwei JPEG-Fotos mit höchster Qualität genehmigt sich die Digicam eine Verschnaufpause von 2,4 Sekunden, zwischen zwei RAW-Bildern sind es 3,6 Sekunden. An dieser Stelle ist anzumerken, dass wir mit dem Firmware-Update getestet haben, das Nikon vor kurzem veröffentlicht hat, das die Geschwindigkeit im RAW-Modus erhöht. Wirklich schnell ist die P7000 aber leider immer noch nicht. Mit zugeschaltetem Blitz vergehen zwischen zwei Bildern 4,3 Sekunden. Alles in allem eignet sich die Kamera so nicht für Schnappschussorgien, sondern eher für Bilder von ruhigen Motiven.

Dazu passen auch die durchschnittlichen Auslöseverzögerungen. Bei kontrastreichen Motiven vergehen durchschnittlich 0,4 Sekunden, bis nach dem Betätigen des Einschalters das Objektiv scharfgestellt hat und das Bild aufgenommen ist. Unter schwierigen Lichtverhältnissen verschlechtert sich der Wert auf 0,7 Sekunden. Der Serienbildmodus ist mit 1,3 Aufnahmen pro Sekunde vernünftig schnell, bricht jedoch auch keine Rekorde. Bei JPEG-Fotos mit höchster Qualität verlangsamt sich das Dauerfeuer erst nach 25 Bildern. Dann braucht die Kamera allerdings auch etwa für jedes Foto eine Sekunde Zeit zum Abspeichern.

Wie bereits erwähnt, reagieren die Menüs der Nikon P7000 recht langsam. Das sorgt gelegentlich für etwas Frust bei der Bedienung. Zudem „merkt“ sich die Kamera manchmal zu viele Eingaben. Drückt man beispielsweise mehrmals auf den Auslöser, weil die Knipse doch endlich wieder fotografieren soll, dann macht sie anschließend gleich zwei Bilder am Stück. Und auch beim Einstellen von Aufnahmeparametern schießen wir gelegentlich auf diese Art und Weise am Ziel vorbei.

Bildqualität

Die Nikon Coolpix P7000 bietet eine ausgezeichnete Bildqualität. Die Fotos sehen bei guten Lichtverhältnissen sehr klar und ansprechend aus. Bis einschließlich ISO 400 weisen die Aufnahmen lebendige und realistische Farben auf, ab ISO 800 wirken die Aufnahmen jedoch zunehmend platter. Das bedeutet für die Praxis, dass Aufnahmen in hell beleuchteten Räumen noch hervorragend aussehen, bei etwas schummrigem Licht leiden jedoch die Farben. Das fällt in erster Linie bei Gesichtern auf, die im Zwielicht einfach etwas zu fahl abgebildet werden. Ab ISO 800 lassen nicht nur die Farben nach, sondern bei vergrößerter Betrachtung macht sich auch erstmals eine leichte Körnigkeit bemerkbar.

Bis einschließlich ISO 1600 eignen sich die JPEG-Aufnahmen durchaus noch für kleine Abzüge oder für Facebook & Co. Mit ISO 3200 und 6400 geschossene Fotos weisen ein deutlich verstärktes Bildrauschen auf und verlieren zudem deutlich an Farben. Wer sich die Mühe macht, mit RAW anstelle von JPEG zu fotografieren, kann jedoch durchaus aus ISO-3200-Bildern noch recht brauchbare Ergebnisse herauskitzeln.

Das Objektiv verfügt über eine ausgezeichnete Abbildungsleistung. Die Schärfe ist in der Mitte hervorragend, lässt zu den Bildecken hin allerdings etwas nach. Mit violetten Farbsäumen hat die Linse erfreulich wenig zu kämpfen – nur an Übergängen mit extremen Kontrasten sind hin und wieder ein paar Farbschimmer sichtbar. Die Optik bringt im Weitwinkel zwar eine leichte Tonnenverzerrung aufs Bild, doch diese wird per kamerainterner Bildbearbeitung sehr gut korrigiert. Angesichts des für diese Klasse starken 7,1-fachen optischen Zooms ist das durchaus beeindruckend.

Die Automatik liefert zuverlässige Ergebnisse. Und auch in den halbautomatischen Programmen bannt die Coolpix P7000 schön ausgeleuchtete Aufnahmen auf die Speicherkarte. Was die Bildqualität angeht, hat Nikon seine Hausaufgaben definitiv gemacht.

Die Videoqualität der Nikon Coolpix P7000 bewegt sich auf dem Niveau der meiten Pocket Camcorder mit HD-Auflösung. Der aufgezeichnete Ton ist klar, ordentlich laut und erstaunlich voluminös. Windgeräusche sind auf den Aufnahmen allerdings recht deutlich zu hören – ebenso wie der Objektivmotor beim Zoomen.

Fazit

Die Nikon P7000 quetscht sich in die immer enger werdende und immer dichter besiedelte Lücke zwischen den kompakten Systemkameras mit Wechselobjektiven und den „normalen“, kleinsensorigen Kompaktkameras. Der kompakte Bolide überzeugt uns im Test mit guter Bildqualität, einer schlüssigen Bedienoberfläche und einem für diese Kameraklasse vergrößerungsstarken Objektiv. Allerdings schafft es die Digicam nicht, aus dem Feld der inzwischen recht zahlreichen Konkurrenten herauszustechen. Die S95 bietet eine ähnliche Leistung im deutlich kompakteren Gehäuse, Samsungs EX1 und Panasonics LX5 verfügen über um mindestens eine Blende lichtstärkere Objektive, und die Canon PowerShot G12 hat der Nikon das sehr praktische Schwenkdisplay voraus.

In einem Punkt ist die P7000 allerdings ungeschlagen, und das ist der 7,1-fache optische Zoom. Wer sich den flexiblen Brennweitenbereich zwischen 28 und 200 Millimetern wünscht, erhält mit der P7000 definitiv eine sehr gute Kamera. Wer gerade zwischen Samsung, Panasonic, Canon und Nikon schwankt, sollte sich möglicherweise noch etwas gedulden. Denn wir vermuten, dass Olympus in Kürze ein ebenfalls sehr interessantes Modell in dieser Digicamklasse offiziell vorstellen wird.

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