Nikon Coolpix P7000 im Test: Kompaktkamera mit großem Sensor und 7-fach-Zoom

von Stefan Möllenhoff am , 16:12 Uhr

Pro
  • ausgezeichnete Verarbeitungsqualität
  • vergleichsweise starker Zoom
  • gute Bildqualität
  • schlüssige Bedienung
  • viele Funktionen für anspruchsvolle Fotografen
Con
  • langsam
  • platte Farben bei hohen Empfindlichkeiten
  • kürzeste und längste Verschlusszeiten sind nicht immer verfügbar
Hersteller: Nikon Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Mit der Coolpix P7000 feiert Nikon ein gelungenes Comeback in der Klasse der anspruchsvollen Kompaktkameras. Die Kamera überzeugt mit toller Ausstattung, Verarbeitung auf höchstem Niveau und ausgezeichneter Bildqualität. Aufgrund der langsamen Reaktionen eignet sich die Digicam jedoch eher für unbewegte Motive als für Actionaufnahmen.

Nikon-Fans mussten sich zwei Jahre gedulden, bis ein Update der anspruchsvollen Kompaktkamera P6000 auf den Markt kam. Jetzt ist es soweit: Die Nikon P7000 steht in den Regalen – und ist bei uns in der Redaktion eingetroffen. Ob die kleine Digicam den großen Ansprüchen gerecht wird, die der vergleichsweise große Bildsensor, das zoomstarke Objektiv und die Vorgängerin wecken, zeigt der Testbericht.

Die P7000 steht einer ganzen Reihe von scharfen Konkurrenten gegenüber. Sowohl Canons PowerShot G12 und PowerShot S95 [1] als auch Samsungs EX1 [2] und Panasonics LX5 [3] nutzen einen für Kompaktkameras vergleichsweise großen Sensor und sollen so den Ansprüchen von Fotografen gerecht werden, die eine handliche Digicam mit hoher Leistung suchen.

Design

Die P7000 sieht ihrer wohl größten Rivalin, der PowerShot G12, zum Verwechseln ähnlich. Mit 11,4 mal 7,7 mal 4,5 Zentimetern ist die Nikon-Kamera etwas länger und höher, dafür aber einen Tick schlanker als das Modell von Canon. In der Praxis fällt der Unterschied kaum auf. Auf der Vorderseite der Kamera findet sich ein kleiner, gummierter Handgriff. Rechts darunter sitzt eine Funktionstaste (Fn), die sich mit verschiedenen Features belegen lässt, beispielsweise ISO-Empfindlichkeit, Weißabgleich, RAW-Aufnahme und Belichtungsmessung. Anstelle den Fotografen den entsprechenden Parameter bei gedrücktem Fn-Knopf frei konfigurieren zu lassen, schaltet die Kamera allerdings den Parameter nur auf einen bestimmten Wert um. Ist also etwa ISO-Empfindlichkeit ausgewählt, dann schaltet die Kamera bei einem Druck auf den Funktionsbutton immer auf die ISO-Automatik, erlaubt aber nicht die Auswahl einer bestimmten Empfindlichkeit. Weiterhin sitzen auf der Vorderseite das 7,1-fach vergrößernde Objektiv, das Guckloch für den optischen Sucher sowie ein Autofokus-Hilfslicht.

Auf der Oberseite der P7000 befinden sich Auslöser mitsamt Zoomring, Ein/Aus-Schalter, Zubehörschuh, drei verschiedene Drehelemente und eine mit Av/Tv beschriftete Taste, die wahlweise zum Ändern der Einstellmethode von Blende und Belichtungszeit oder zum Aktivieren der elektronischen Wasserwaage beziehungsweise des integrierten ND-Filters dient. Das Rädchen ganz links hält sechs verschiedene Optionen bereit: Automatische Belichtungsreihe, Weißabgleich, ISO-Empfindlichkeit, Bildqualität, Tonwertverteilung und Benutzerdefiniertes Menü. Der Fotograf wählt den gewünschten Punkt aus und bestätigt mit der kleinen Taste auf der Oberseite. Anschließend taucht ein Menüdialog auf, in dem sich die Parameter anpassen lassen und der weitere Informationen zu den Auswirkungen der Einstellungen bereithält.

Das Drehelement auf der rechten Oberseite der Kamera erlaubt den schnellen Zugriff auf diverse Einstellungen.
Das Drehelement auf der rechten Oberseite der Kamera erlaubt den schnellen Zugriff auf diverse Einstellungen.

Das Rädchen in der Mitte hält neben den obligatorischen manuellen und halbautomatischen PASM-Modi auch Szenenprogramme, Videomodus, Low-Light-Funktion, Automatik und drei Slots für benutzerspezifische Einstellungen bereit. Außergewöhnlich, aber willkommen ist das Drehelement zum Anpassen der Belichtungskorrektur auf der rechten äußeren Seite der Kamera. Es ermöglicht die Korrektur der Bildhelligkeit um bis zu drei Blendenstufen nach oben und unten.

Hinten an der Kamera befindet sich das 3 Zoll große LC-Display mit 640 mal 480 Pixeln (921.000 Bildpunkte). Bei der Auflösung hat die P7000 ihren Konkurrenten mit 1/1,7-Zoll-Sensor etwas voraus – sie schaffen maximal 480 mal 320 Pixel (461.000 Bildpunkte). Oberhalb des Bildschirms befindet sich ein winziger optischer Sucher, der mit dem Objektiv mitzoomt. Allerdings ist das Guckloch wirklich winzig, und das Vorschaubild entspricht nur sehr grob dem Foto, das die Kamera später auf die Speicherkarte schreibt: Rechts und unten kommen etwa 10 bis 15 Prozent mehr Motiv aufs Bild, als im Sucher zu sehen sind. Damit eignet er sich nur für Notfälle, wenn auf dem Display wirklich gar nichts mehr zu erkennen ist. Im Sucher werden übrigens keine Aufnahmeparameter oder dergleichen angezeigt. Immerhin: Es gibt eine Dioptrieneinstellung.

Die Nikon P7000 bietet zwei Einstellrädchen zum schnellen Konfigurieren der Aufnahmeparameter.
Die Nikon P7000 bietet zwei Einstellrädchen zum schnellen Konfigurieren der Aufnahmeparameter.

Links neben dem Sucher befindet sich ein Knopf, der den Aufklappblitz aus der Kamera hervorschnappen lässt. Die erhöhte Position ist gegenüber im Gehäuse eingelassenen Blitzen von Vorteil, denn so ist der Abstand zum Objektiv größer und damit die Gefahr geringer, durch Reflexion des Lichts Augen auf den Fotos rot erscheinen zu lassen. Rechts auf der Rückseite gibt es eine rauhe Ablage für den Daumen, die zusammen mit dem Griff auf der Vorderseite für eine recht sicheren Sitz in der Hand sorgt. Links darüber findet sich ein Einstellrädchen, das neben der Navigation durch die Menüs auch zum Festlegen der Verschlusszeit dient.

Weiter unten folgen schließlich Tasten zum Anpassen der auf dem Display dargestellten Infos, zum Wechseln in den Wiedergabemodus, zum Öffnen des Menüs und zum Löschen von Aufnahmen. Sehr praktisch: Wer das Feature in den Tiefen der Menüs aktiviert hat, kann mit der Display-Taste eine Wasserwaage aktivieren. Damit gehören schiefe Fotos der Vergangenheit an. Unterhalb der Daumenablage gibt es ein Vier-Wege-Pad mit mittigem Ok-Button und umliegendem Einstellrädchen. Es hält ebenfalls zur Navigation durch die Dialoge her und verstellt in den Modi „Manuell“ und „Blendenpriorität“ die Blendenöffnung. Ein Druck in eine der vier Richtungen auf dem Pad bringt zudem die Einstellungen für Selbstauslöser, Blitz, Autofokus und Makromodus aufs Display. Ganz rechts oben bringt der Hersteller noch eine AE-L/AF-L-Taste zum Speichern der Einstellungen für Fokus und Belichtung unter.

Auf der rechten Seite des Gehäuses befindet sich eine kleine Klappe, hinter der sich ein HDMI-Ausgang sowie ein kombinierter – und leider proprietärer – USB- und AV-Anschluss verbergen. Unten an der Kamera befinden sich die Fächer für Akku und Speicherkarten. Die Nikon P7000 unterstützt übrigens bereits den neuen SDXC-Standard, der bis zu 2 TByte große Speichermedien spezifiziert. Auf der linken Seite gibt es noch einen Klinken-Eingang zum Anschließen externer Mikrofone. Das ist ebenso selten wie erfreulich für Videofans. Der Pegel lässt sich jedoch nicht regeln.

Ungewöhnlich für eine Kompaktkamera: Die Nikon P7000 bietet einen Mikrofoneingang.
Ungewöhnlich für eine Kompaktkamera: Die Nikon P7000 bietet einen Mikrofoneingang.

Die Coolpix P7000 verfügt über eine außergewöhnlich flache Menüstruktur. Anstatt wie bei den meisten Konkurrenten über eine Funktionstaste zu den wichtigsten Aufnahmeparametern zu gelangen, bietet Nikon stattdessen ein mechanisches Drehelement zur Auswahl der Einstellungen an. Das verkürzt die Wege, die die Fotografen durch die Menüs zurücklegen müssen. Erfreulich ist auch, dass sich einer der sechs Punkte auf dem Rädchen mit beliebigen Einstellungen füttern lässt. Hier kommt beispielsweise der Serienbildmodus unter, der ansonsten von Nikon vernachlässigt wurde.

Leider reagiert die Digicam jedoch nicht immer so schnell und flott, wie wir es uns wünschen würden. Beim Aufrufen oder Schließen eines Menüdialogs nimmt sie sich gerne die eine oder andere Gedenksekunde.

Ausstattung

Die beiden interessantesten Ausstattungsmerkmale an einer Kompaktkamera in dieser Klasse sind sicherlich der Sensor und das Objektiv. Der lichtempfindliche CCD-Chip der Nikon P7000 bietet mit einer Diagonale von 1/1,7 Zoll rund 52 Prozent mehr Fläche für einfallendes Licht als die 1/2,3-Zoll-Bildsensoren der allermeisten Digicams. Die Auflösung scheint mit 10 Megapixeln zwar dem Gros der Schnappschussknipsen unterlegen, doch in der Praxis ist das eher ein Vor- als ein Nachteil. Denn durch die geringere Fläche sind die einzelnen Pixel auf dem Chip größer und können daher mit geringerer Empfindlichkeit ausgelesen werden. Das wiederum sorgt für weniger Bildstörungen – insbesondere Rauschen – und damit für eine bessere Fotoqualität.

Das Objektiv der Coolpix P7000 deckt einen für diese Klasse sehr großen Brennweitenbereich ab: 28 bis 200 Millimeter beziehungsweise einen 7,1-fachen optischen Zoom bietet derzeit keine andere Digicam mit 1/1,7-Zoll-Sensor (je größer die Sensoren, desto sperriger werden die Objektive). Allerdings hinkt die Nikon in einem Punkt hinter zahlreichen Konkurrenten hinterher. Die maximale Lichtstärke des Objektivs beträgt im Weitwinkel „nur“ F2,8. Das ist zwar für eine Kompaktkamera grundsätzlich recht gut, doch die schärfsten Konkurrenten Samsung [4] EX1, Panasonic Lumix DMC-LX5 und Canon PowerShot S95 bieten F1,8 beziehungsweise F2,0. Der Unterschied zwischen F2,0 und F2,8 beträgt genau eine Blende. Sprich: Die Nikon P7000 muss doppelt so lange belichten wie die genannten Konkurrenten. Dadurch steigt die Verwacklungsgefahr oder – wenn die mangelnde Lichtstärke mit der ISO-Empfindlichkeit kompensiert wird – das Bildrauschen. Die Canon PowerShot G12 bewegt sich übrigens auf demselben Niveau wie die Nikon.

Die Leistung des Aufklappblitzes lässt sich manuell regeln. Auf Wunsch blitzt die Nikon P7000 auch auf den zweiten Verschlussvorhang.
Die Leistung des Aufklappblitzes lässt sich manuell regeln. Auf Wunsch blitzt die Nikon P7000 auch auf den zweiten Verschlussvorhang [5].

Für extralange Verschlusszeiten hat die P7000 dafür einen Trick auf Lager: Sie verfügt über einen integrierten Neutraldichtefilter, der die Menge des einfallenden Lichts um den Faktor acht beziehungsweise um drei Blenden reduziert. Statt einer Belichtungszeit von 1/50 Sekunde kann die Kamera also beispielsweise mit 1/6 Sekunde fotografieren. Dadurch ist es möglich, bewegte Motive weicher erscheinen zu lassen – etwa einen vorbeifließenden Fluss.

Im Weitwinkel stehen insgesamt zehn verschiedene Blendeneinstellungen zwischen F2,8 und F8,0 zur Verfügung. Im Telebereich reduziert sich das Portfolie auf vier Werte zwischen F5,6 und F8,0. Die kürzeste Belichtungszeit beträgt 1/4000 Sekunde – allerdings erreicht die P7000 diesen Wert nur, wenn bei 28 Millimetern und einer Blende von F8,0. Ansonsten liegt das Minimum bei 1/2000 Sekunde. Die längste Belichtungszeit liegt bei 60 Sekunden, ist jedoch auch an Sonderkonditionen gebunden: maximal ISO 400 und Aufnahmemodus „M“. Leider wird der Fotograf wie bei so vielen Kameras auch bei der Nikon P7000 nicht darüber informiert, welche Einstellung dafür verantwortlich ist, dass der gewünschte Parameter jetzt gerade ausgegraut ist. Da hilft dann nur ein Blick ins Handbuch, Kapitel „Funktionen, die nicht gleichzeitig angewendet werden können“. Nikon packt übrigens keine Bedienungsanleitung in den Karton. Die gibt’s ausschließlich digital und auf der Herstellerwebseite zum Download – nach Registrierung der Kamera mittels Seriennummer.

Verwirrspiel mit der Belichtung: Je nach gewähltem ISO-Wert erlaubt die P7000 unterschiedliche maximale Verschlusszeiten.
Verwirrspiel mit der Belichtung: Je nach gewähltem ISO-Wert erlaubt die P7000 unterschiedliche maximale Verschlusszeiten.

Die maximale Auflösung im Videomodus beträgt 1280 mal 720 Pixel. Manuelle Einstellungsmöglichkeiten zu Blende, Belichtungszeit oder ISO-Empfindlichkeit gibt es leider nicht. Allerdings wäre der Effekt einer veränderten Blende auch nicht sonderlich groß. Der im Vergleich zu DSLR-Sensoren immer noch recht kleine 1/1,7-Zoll-Chip bietet keine besonders selektive Tiefenschärfe und ermöglicht so auch keine dramatische Freistellung von Motiv gegenüber Hintergrund. Viel wichtiger: Während der Aufnahme funktioniert der optische Zoom. Bei niedrigem Geräuschpegel ist der Objektivmotor dann allerdings auf den Videos zu hören.

Neben dem nativen 4:3-Bildseitenverhältnis des Sensors schießt die Digicam auch Fotos mit den Verhältnissen 3:2, 16:9 und 1:1 – wenn auch mit verringerter Auflösung. Wer unbedingt Platz auf der Speicherkarte sparen möchte, kann die Auflösung außerdem auch wahlweise auf 8, 5, 3, 2, 1, 0,8 oder 0,3 Megapixel reduzieren. Die P7000 bietet für JPEG-Fotos drei verschiedene Qualitätsstufen an, auf Wunsch lassen sich die Bilder jeweils noch zusätzlich als RAW oder als RAW ohne JPEG speichern.

Leistung

Die Nikon Coolpix P7000 macht bei der Geschwindigkeit eine für diese Klasse eher unterdurchschnittliche Figur. Das Starten geht noch recht flott – bis nach Betätigung des Einschalters das erste Bild im Kasten ist, dauert es 1,4 Sekunden. Die Speicherzeiten sind allerdings recht zäh. Zwischen zwei JPEG-Fotos mit höchster Qualität genehmigt sich die Digicam eine Verschnaufpause von 2,4 Sekunden, zwischen zwei RAW-Bildern sind es 3,6 Sekunden. An dieser Stelle ist anzumerken, dass wir mit dem Firmware-Update [6] getestet haben, das Nikon vor kurzem veröffentlicht hat, das die Geschwindigkeit im RAW-Modus erhöht. Wirklich schnell ist die P7000 aber leider immer noch nicht. Mit zugeschaltetem Blitz vergehen zwischen zwei Bildern 4,3 Sekunden. Alles in allem eignet sich die Kamera so nicht für Schnappschussorgien, sondern eher für Bilder von ruhigen Motiven.

Dazu passen auch die durchschnittlichen Auslöseverzögerungen. Bei kontrastreichen Motiven vergehen durchschnittlich 0,4 Sekunden, bis nach dem Betätigen des Einschalters das Objektiv scharfgestellt hat und das Bild aufgenommen ist. Unter schwierigen Lichtverhältnissen verschlechtert sich der Wert auf 0,7 Sekunden. Der Serienbildmodus ist mit 1,3 Aufnahmen pro Sekunde vernünftig schnell, bricht jedoch auch keine Rekorde. Bei JPEG-Fotos mit höchster Qualität verlangsamt sich das Dauerfeuer erst nach 25 Bildern. Dann braucht die Kamera allerdings auch etwa für jedes Foto eine Sekunde Zeit zum Abspeichern.

Wie bereits erwähnt, reagieren die Menüs der Nikon P7000 recht langsam. Das sorgt gelegentlich für etwas Frust bei der Bedienung. Zudem „merkt“ sich die Kamera manchmal zu viele Eingaben. Drückt man beispielsweise mehrmals auf den Auslöser, weil die Knipse doch endlich wieder fotografieren soll, dann macht sie anschließend gleich zwei Bilder am Stück. Und auch beim Einstellen von Aufnahmeparametern schießen wir gelegentlich auf diese Art und Weise am Ziel vorbei.

Bildqualität

Die Nikon Coolpix P7000 bietet eine ausgezeichnete Bildqualität. Die Fotos sehen bei guten Lichtverhältnissen sehr klar und ansprechend aus. Bis einschließlich ISO 400 weisen die Aufnahmen lebendige und realistische Farben auf, ab ISO 800 wirken die Aufnahmen jedoch zunehmend platter. Das bedeutet für die Praxis, dass Aufnahmen in hell beleuchteten Räumen noch hervorragend aussehen, bei etwas schummrigem Licht leiden jedoch die Farben. Das fällt in erster Linie bei Gesichtern auf, die im Zwielicht einfach etwas zu fahl abgebildet werden. Ab ISO 800 lassen nicht nur die Farben nach, sondern bei vergrößerter Betrachtung macht sich auch erstmals eine leichte Körnigkeit bemerkbar.

Bis einschließlich ISO 1600 eignen sich die JPEG-Aufnahmen durchaus noch für kleine Abzüge oder für Facebook & Co. Mit ISO 3200 und 6400 geschossene Fotos weisen ein deutlich verstärktes Bildrauschen auf und verlieren zudem deutlich an Farben. Wer sich die Mühe macht, mit RAW anstelle von JPEG zu fotografieren, kann jedoch durchaus aus ISO-3200-Bildern noch recht brauchbare Ergebnisse herauskitzeln.

Das Objektiv verfügt über eine ausgezeichnete Abbildungsleistung. Die Schärfe ist in der Mitte hervorragend, lässt zu den Bildecken hin allerdings etwas nach. Mit violetten Farbsäumen hat die Linse erfreulich wenig zu kämpfen – nur an Übergängen mit extremen Kontrasten sind hin und wieder ein paar Farbschimmer sichtbar. Die Optik bringt im Weitwinkel zwar eine leichte Tonnenverzerrung aufs Bild, doch diese wird per kamerainterner Bildbearbeitung sehr gut korrigiert. Angesichts des für diese Klasse starken 7,1-fachen optischen Zooms ist das durchaus beeindruckend.

Die Automatik liefert zuverlässige Ergebnisse. Und auch in den halbautomatischen Programmen bannt die Coolpix P7000 schön ausgeleuchtete Aufnahmen auf die Speicherkarte. Was die Bildqualität angeht, hat Nikon seine Hausaufgaben definitiv gemacht.

Die Videoqualität der Nikon Coolpix P7000 bewegt sich auf dem Niveau der meiten Pocket Camcorder mit HD-Auflösung. Der aufgezeichnete Ton ist klar, ordentlich laut und erstaunlich voluminös. Windgeräusche sind auf den Aufnahmen allerdings recht deutlich zu hören – ebenso wie der Objektivmotor beim Zoomen.

Fazit

Die Nikon P7000 quetscht sich in die immer enger werdende und immer dichter besiedelte Lücke zwischen den kompakten Systemkameras mit Wechselobjektiven und den „normalen“, kleinsensorigen Kompaktkameras. Der kompakte Bolide überzeugt uns im Test mit guter Bildqualität, einer schlüssigen Bedienoberfläche und einem für diese Kameraklasse vergrößerungsstarken Objektiv. Allerdings schafft es die Digicam nicht, aus dem Feld der inzwischen recht zahlreichen Konkurrenten herauszustechen. Die S95 bietet eine ähnliche Leistung im deutlich kompakteren Gehäuse, Samsungs EX1 und Panasonics LX5 verfügen über um mindestens eine Blende lichtstärkere Objektive, und die Canon PowerShot G12 hat der Nikon das sehr praktische Schwenkdisplay voraus.

In einem Punkt ist die P7000 allerdings ungeschlagen, und das ist der 7,1-fache optische Zoom. Wer sich den flexiblen Brennweitenbereich zwischen 28 und 200 Millimetern wünscht, erhält mit der P7000 definitiv eine sehr gute Kamera. Wer gerade zwischen Samsung, Panasonic, Canon und Nikon schwankt, sollte sich möglicherweise noch etwas gedulden. Denn wir vermuten, dass Olympus in Kürze ein ebenfalls sehr interessantes Modell in dieser Digicamklasse offiziell vorstellen wird.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41543095/nikon-coolpix-p7000-im-test-kompaktkamera-mit-grossem-sensor-und-7-fach-zoom/

URLs in this post:

[1] PowerShot S95: https://www.cnet.de/tests/digicam/41538456/canon_powershot_s95_im_test_lichtstarke_mini_kamera_mit_toller_bildqualitaet.htm

[2] Samsungs EX1: https://www.cnet.de/videos/tests/41533824/samsung_ex1_im_test_lichtstaerke_statt_superzoom_und_megapixeln.htm

[3] Panasonics LX5: https://www.cnet.de/tests/digicam/41539174/panasonic_lumix_dmc_lx5_im_test_ausgezeichnete_kompaktkamera_fuer_anspruchsvolle.htm

[4] Samsung: http://www.cnet.de/unternehmen/samsung/

[5] zweiten Verschlussvorhang: http://de.wikipedia.org/wiki/Blitzmethoden#Blitz_auf_den_2._Verschlussvorhang_.28Rear-Sync.29

[6] Firmware-Update: http://nikoneurope-en.custhelp.com/app/answers/detail/a_id/48110

[7] Beispielfotos: die Bildqualität der Nikon Coolpix P7000: https://www.cnet.de/41543103/beispielfotos-die-bildqualitaet-der-nikon-coolpix-p7000/?pid=1#sid=41543095