Die innovativsten Produkte 2010: Tablets, blitzschnelle Kameras und intelligente Fernseher

Handys & Smartphones

Das Jahr ist geprägt von Smartphone-Neuerungen und Revolutionen im kleinen und im großen Stil. Im Rückblick stolpern wir über das Google-Referenz-Smartphone Nexus One, das zunächst mit Android 2.1 ausgeliefert wurde und dann ein Update auf 2.2 erhalten hat, mit OLED-Display und kapazitivem Touchscreen. Sein nahezu baugleicher Bruder HTC Desire hat ein paar Monate später einen Verkaufsrekord nach dem anderen aufgestellt.

Das Nexus One brachte als erstes Smartphone das Google-Betriebssystem Android in der Version 2.1 mit.
Das Nexus One brachte als erstes Smartphone das Google-Betriebssystem Android in der Version 2.1 mit.

Im Herbst kam Windows Phone 7 in die Läden – und damit ein neuer Versuch von Microsoft, im schnelllebigen Markt der Smartphones wieder Fuß zu fassen. Kurz und knapp: Gar nicht schlecht. Die neue, einfache Oberfläche findet ihre Fans, die insgesamt fünf verfügbaren Smartphones hinterlassen durchweg einen überdurchschnittlichen Eindruck, und die großen Schwächen der Vorgängerversion Windows Mobile sind beseitigt. Das innovativste Produkt des Jahres aus diesem Segment ist dennoch kein WP7-Handy – denn die wirklichen Neuerungen bleiben aus, und es mangelt einfach noch an vielen Kleinig- und Großigkeiten vom fehlenden Copy & Paste bis zu einer annehmbaren App-Auswahl im Marketplace.

Auch das iPhone 4 hat für ordentlichen Trubel im Handy-Markt gesorgt. Es ist begehrenswert wie eh und je und hat ein ordentliches Redesign erhalten. Die Ober- und Unterseite besteht nun aus Glas, der Rahmen aus Metall. Die wirkliche Revolution blieb aber aus – zumindest wir finden die Videotelefonie Facetime & Co. zwar nett, aber nicht gigantomanisch. Außerdem bleiben mäßige Erinnerungen in puncto Antennatgate-Skandal und die Probleme bei der Einführung des weißen Modells.

Ähnlich interessant, wenn auch in einer ganz anderen Preisklasse, ist das Samsung Wave – das erste Handy mit Bada-Betriebssystem und der tollen Super-AMOLED-Anzeige. Während die Hardware fast vollständig überzeugt, trüben Fehler bei der Software, vor allem aber die geringe Auswahl an Apps, den Blick aufs Wave. Da überzeugt uns das etwas später vorgestellte Samsung Galaxy S deutlich mehr – mit dem tollen Android-Betriebssystem, riesiger App-Auswahl und ebenfalls der revolutionären Super-AMOLED-Displaytechnik. Und obwohl es auch Kritik am Galaxy S gibt, darunter die üblichen Software-Problemchen und der fehlende Blitz, ist dieses Smartphone für uns das innovativste Handy 2010 – primär aufgrund der tollen Kombination von Android und Super-AMOLED. Der Gigahertz-Prozessor unter der Haube, die ordentliche Speicherausstattung sowie die flotten Funkmodule für WLAN nach 802.11n und Bluetooth 3.0 runden das Paket ab.

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Kameras

Unser innovativstes Produkt im Jahr 2010 aus dem Bereich der Kameras ist eine Spiegelreflexkamera – fast, jedenfalls. Die Sony Alpha SLT-A55V besitzt zwar einen Spiegel vor dem Bildsensor, doch dieser klappt weder bei der Aufnahme nach oben, noch reflektiert er das Licht in einen optischen Sucher. Stattdessen ist er teildurchlässig und lässt also immer einen Großteil Teil des Lichts zum Sensor durch. Eine kleine Portion allerdings wird nach oben reflektiert, dort sitzt wie bei einer waschechten DSLR dann auch ein schneller Phasenvergleichs-Autofokussensor. Dieser arbeitet deutlich flotter als der Kontrast-Autofokus, wie ihn spiegellose Kameras nutzen.

Aufgrund des teildurchlässigen Spiegels erreicht die Sony Alpha SLT-A55V Serienbildgeschwindigkeiten von bis zu zehn Fotos pro Sekunde - mit kontinuierlichem Autofokus, wohlgemerkt.
Aufgrund des teildurchlässigen Spiegels erreicht die Sony Alpha SLT-A55V Serienbildgeschwindigkeiten von bis zu zehn Fotos pro Sekunde – mit kontinuierlichem Autofokus, wohlgemerkt.

In der Praxis ermöglichen diese technischen Verrenkungen ein paar interessante Tricks: Nachdem die komplexe Spiegelmechanik wegfällt, ermöglicht die SLT-A55V Serienbildgeschwindigkeiten von bis zu zehn Fotos pro Sekunde. Nachdem der Autofokussensor das Motiv ständig im Blick hat, passt die Kamera die Schärfe auch während des Dauerfeuers ständig an, falls sich die Entfernung zwischen Kamera und Motiv ändert – bei Canon und Nikon kosten DSLRs mit dieser Geschwindigkeit ohne Objektiv bereits knapp 4000 Euro, die Sony wechselt mit Kitobjektiv für 730 Euro den Besitzer. Durch diese Spiegel-Konstruktion ist es zudem erstmals bei einer Kamera möglich, auch bei der Videoaufnahme den Phasenvergleichs-Autofokus zu nutzen.

Die hohe Geschwindigkeit nutzt die Sony Alpha SLT-A55V auch für ein paar weitere interessante Modi. Es gibt beispielsweise eine Nachtaufnahme-Funktion, die eine Reihe von schnell hintereinander geschossenen Fotos miteinander kombiniert, um das Bildrauschen bei hohen ISO-Empfindlichkeiten zu reduzieren. Im Schwenkpanorama-Modus reicht es aus, wenn der Fotograf die Kamera einmal über das Motiv schwenkt, und schon ist ein Ultra-Breitbild im Kasten – auf Wunsch sogar in 3D.

Außerdem gibt es noch eine Reihe kleinerer Pluspunkte, etwa den integrierten GPS-Receiver oder das beweglich aufgehängte Display. Die A55V besitzt außerdem eine kleine Schwester, die A33. Und in den nächsten Wochen wird es wohl zur größeren Schwester, von der auf der Photokina bereits ein Mockup gezeigt wurde, mehr Details geben.

Auch wenn die ersten Kompaktkameras mit rückseitig belichteten Bildsensoren bereits Ende letzten Jahres in den Handel kamen, so haben sie an dieser Stelle dennoch eine Erwähnung verdient. Die sogenannten BSI-CMOS-Chips lassen sich deutlich schneller auslesen als die ansonsten bei kompakten Digicams üblichen CCD-Sensoren und ermöglichen damit die Aufnahme von Zeitlupenfilmchen mit bis zu 1000 fps, erreichen Serienbildraten von bis zu zehn Bildern pro Sekunde bei 12 Megapixeln und schaufeln Full-HD-Videos mit 1920 mal 1080 Pixeln auf die Speicherkarte. Aus den zwei Digicams des letzten Jahres sind inzwischen 18 Modelle geworden – fast jeder namhafte Kamerahersteller hat mindestens ein Gerät auf dem Markt, und wir rechnen mit einer weiteren Verbreitung.

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