Die innovativsten Produkte 2010: Tablets, blitzschnelle Kameras und intelligente Fernseher

von Daniel Schraeder und Stefan Möllenhoff am , 13:11 Uhr

Das Jahr ist fast vorbei, und wir haben jede Menge innovativer Produkte zu Gesicht bekommen. In den nächsten sieben Tagen rechnen wir nicht mit großen Neuerungen, und darum blicken wir an dieser Stelle zurück auf die letzten zwölf Monate und küren in den Bereichen Handys, Tablets, Fernseher, Kameras, Camcorder, MP3-Player, Note- und Netbooks sowie Home Entertainment die innovativsten Produkte.

Heutzutage werden neue Technologien so schnell verfügbar, dass man kaum mehr die Zeit hat, sich an die Neuerungen zu gewöhnen. Das Google [1]-Betriebssystem Android [2] ist beispielsweise keine zwei Jahre alt – hat also noch nicht einmal einen üblichen Handy-Zyklus überdauert – und ist inzwischen kaum mehr wegzudenken aus der Smartphone [3]-Sparte. Das gleiche gilt für kompakte Digicams mit Wechselobjektiven, die sogenannten EVIL-Kameras. Es gibt sie gerade einmal zwei Jahre, da haben sie beispielsweise in Japan bereits einen Marktanteil von über 30 Prozent erreicht. Die ersten 3D-Fernseher kamen Anfang des Jahres auf den Markt, inzwischen gehört die dreidimensionale Darstellung bei besseren Geräten schon zum guten Ton. Und ganz absurd: Die große Tablet-Welle, die gerade über den Globus rollt, war vor zwölf Monaten noch gar nicht in Sicht – das iPad stand hierzulande erst Ende Mai in den Regalen.

Tablets und Pads

Allein das Auftauchen dieser Kategorie ist schon eine Innovation, denn vor dem Verkaufsstart des iPad im Sommer gab es sie eigentlich gar nicht. Alle bisherigen Versuche von Windows-Notebooks mit Touch- oder Stiftbedienung sind uncool, geeignet vielleicht für den trockenen Business-Einsatz in Architekturbüros, Werkstätten oder Krankenhäusern – aber nichts, was man in der U-Bahn mit einem guten Gefühl aus der Tasche zieht, was gleichermaßen neugierige Blicke der Mitreisenden provoziert und einfach Spaß bei der Bedienung macht.


Die UMTS-Version des iPad ist an dem schwarzen Akzent an der Rückseite des Gehäuses zu erkennen.

Ganz klar: Das iPad ist ein Revoluzzer, und für uns eines der innovativsten Produkte 2010. Apple [4]-typisch überzeugt es optisch, qualitativ und vor allem softwareseitig – mit einer gigantischen Auswahl an Apps, mit Apps, die speziell an die im Vergleich zum Handy große Displaydiagonale angepasst sind, mit der flotten Bedienung und so weiter. Klar, auch hier bleibt Kritik – an Apples Strategie der Geschlossenheit, an der fehlenden Unterstützung von Flash und so weiter. Aber das iPad macht Spaß, öffnet wieder neue Märkte, wird zum Hoffnungsträger von Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen, und löst vielleicht auf Dauer das gedruckte Buch ab.

Ansonsten kam 2010 eigentlich nur ein weiteres, erwähnenswertes Tablet auf den Markt: Das Galaxy Tab von Samsung [5]. Ein gutes Stück kleiner, dafür aber noch tauglich für die Westentasche, und statt des Apple-eigenen iOS-Betriebssystems läuft hier Googles Handy-Betriebssystem Android. Mit Zugang zu den zigtausenden Apps aus dem Market, mit ein paar eigenen Programmen wie dem E-Book-Reader, mit toller Hardware-Ausstattung und einem soliden Gehäuse. Aber es ist eben „nur“ Nummer zwei, etwas anders und vor allem nicht durchgehend auf die größere Display-Diagonale optimiert. Das soll dann mit der nächsten Android-Version 3.0 der Fall sein – und erste Produkte werden wir wohl Anfang Januar auf der CES [6] in Las Vegas sehen.

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Spielekonsolen

Spiele, bei denen der Gamer wild durchs Wohnzimmer zappelt, sind ein alter Hut. Das gibt’s bei Nintendo schon seit vier Jahren – und bei Sony [7] seit rund zwei Monaten. Microsoft [8] geht einen Sieben-Meilen-Schritt weiter und lässt die Spieler nicht nur durch die Gegend hüpfen, sondern nimmt ihnen auch noch die Controller weg. Zur Steuerung dient ausschließlich der eigene Körper. Für die Bewegungserkennung ist Kinect zuständig. In der unscheinbaren Sensorleiste stecken diverse Kameras und Richtmikrofone, mit deren Hilfe die angeschlossene Xbox 360 die Spieler und deren Bewegungen mitverfolgt.

In dieser Leiste stecken die Sensoren, die es Kinect ermöglichen, die Positionen und Bewegungen mehrerer Spieler im Raum gleichzeitig zu erfassen.
In dieser Leiste stecken die Sensoren, die es Kinect ermöglichen, die Positionen und Bewegungen mehrerer Spieler im Raum gleichzeitig zu erfassen.

Wahnwitzige Ego-Shooter, extrem schnelle Strategiespiele und dergleichen lassen sich mit der Gestensteuerung nicht spielen – jedenfalls im Moment noch nicht. Der Fokus liegt in erster Linie auf einfachen Sport- und Bewegungsspielen. Bei Dance Central beispielsweise müssen die Gamer diverse Tänze nachzappeln. Die Kinect-Kameras beobachten ihn dabei ganz genau und bestrafen jeden falschen Schritt mit Punktabzügen. Nicht nur bei den Spielen, sondern auch bei der Bedienung sorgt Kinect für eine Revolution. In bester Minority-Report-Manier fuchtelt man sich mit den Armen durch die Menüs zu den gewünschten Punkten.

Neben Spielern entdecken auch findige Bastler rund um den Globus die Möglichkeiten des mit rund 135 Euro recht günstigen Systems. So gibt es bereits die ersten Open-Source-Treiber für den Rechner, die ersten Freaks, die Live-3D-Videos aus der Sensorleiste extrahieren und ein Browser-Addon, das eine Steuerung der Surf-Software mit Handgesten erlaubt.

Die bisher eindrucksvollste Bastelei, die wir gesehen haben, stammt aus Japan. Wer über die nervige Musik und die kitschigen Manga-Animationen hinwegsehen kann, erhält in diesem Video eine beeindruckende Vorschau, was Kinect zusammen mit einer Videobrille ermöglichen kann. Vorsicht: Ab 4:32 droht selbst in dem kleinen YouTube-Videofenster Schwindelgefahr. Um nicht ständig im Wohnzimmer gegen die Wände zu rennen, braucht man dann allerdings noch einen entsprechenden Fußboden. Hallo Holodeck – fehlt nur noch das haptische Feedback.

Handys & Smartphones

Das Jahr ist geprägt von Smartphone-Neuerungen und Revolutionen im kleinen und im großen Stil. Im Rückblick stolpern wir über das Google-Referenz-Smartphone Nexus One, das zunächst mit Android 2.1 ausgeliefert wurde und dann ein Update auf 2.2 erhalten hat, mit OLED-Display und kapazitivem Touchscreen. Sein nahezu baugleicher Bruder HTC [10] Desire hat ein paar Monate später einen Verkaufsrekord nach dem anderen aufgestellt.

Das Nexus One brachte als erstes Smartphone das Google-Betriebssystem Android in der Version 2.1 mit.
Das Nexus One brachte als erstes Smartphone das Google-Betriebssystem Android in der Version 2.1 mit.

Im Herbst kam Windows Phone 7 in die Läden – und damit ein neuer Versuch von Microsoft, im schnelllebigen Markt der Smartphones wieder Fuß zu fassen. Kurz und knapp: Gar nicht schlecht. Die neue, einfache Oberfläche findet ihre Fans, die insgesamt fünf verfügbaren Smartphones hinterlassen durchweg einen überdurchschnittlichen Eindruck, und die großen Schwächen der Vorgängerversion Windows Mobile sind beseitigt. Das innovativste Produkt des Jahres aus diesem Segment ist dennoch kein WP7-Handy – denn die wirklichen Neuerungen bleiben aus, und es mangelt einfach noch an vielen Kleinig- und Großigkeiten vom fehlenden Copy & Paste bis zu einer annehmbaren App-Auswahl im Marketplace.

Auch das iPhone 4 hat für ordentlichen Trubel im Handy-Markt gesorgt. Es ist begehrenswert wie eh und je und hat ein ordentliches Redesign erhalten. Die Ober- und Unterseite besteht nun aus Glas, der Rahmen aus Metall. Die wirkliche Revolution blieb aber aus – zumindest wir finden die Videotelefonie Facetime & Co. zwar nett, aber nicht gigantomanisch. Außerdem bleiben mäßige Erinnerungen in puncto Antennatgate-Skandal und die Probleme bei der Einführung des weißen Modells.

Ähnlich interessant, wenn auch in einer ganz anderen Preisklasse, ist das Samsung Wave – das erste Handy mit Bada-Betriebssystem und der tollen Super-AMOLED-Anzeige. Während die Hardware fast vollständig überzeugt, trüben Fehler bei der Software, vor allem aber die geringe Auswahl an Apps, den Blick aufs Wave. Da überzeugt uns das etwas später vorgestellte Samsung Galaxy S deutlich mehr – mit dem tollen Android-Betriebssystem, riesiger App-Auswahl und ebenfalls der revolutionären Super-AMOLED-Displaytechnik. Und obwohl es auch Kritik am Galaxy S gibt, darunter die üblichen Software-Problemchen und der fehlende Blitz, ist dieses Smartphone für uns das innovativste Handy 2010 – primär aufgrund der tollen Kombination von Android und Super-AMOLED. Der Gigahertz-Prozessor unter der Haube, die ordentliche Speicherausstattung sowie die flotten Funkmodule für WLAN nach 802.11n und Bluetooth 3.0 runden das Paket ab.

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Kameras

Unser innovativstes Produkt im Jahr 2010 aus dem Bereich der Kameras ist eine Spiegelreflexkamera – fast, jedenfalls. Die Sony Alpha SLT-A55V besitzt zwar einen Spiegel vor dem Bildsensor, doch dieser klappt weder bei der Aufnahme nach oben, noch reflektiert er das Licht in einen optischen Sucher. Stattdessen ist er teildurchlässig und lässt also immer einen Großteil Teil des Lichts zum Sensor durch. Eine kleine Portion allerdings wird nach oben reflektiert, dort sitzt wie bei einer waschechten DSLR dann auch ein schneller Phasenvergleichs-Autofokussensor. Dieser arbeitet deutlich flotter als der Kontrast-Autofokus, wie ihn spiegellose Kameras nutzen.

Aufgrund des teildurchlässigen Spiegels erreicht die Sony Alpha SLT-A55V Serienbildgeschwindigkeiten von bis zu zehn Fotos pro Sekunde - mit kontinuierlichem Autofokus, wohlgemerkt.
Aufgrund des teildurchlässigen Spiegels erreicht die Sony Alpha SLT-A55V Serienbildgeschwindigkeiten von bis zu zehn Fotos pro Sekunde – mit kontinuierlichem Autofokus, wohlgemerkt.

In der Praxis ermöglichen diese technischen Verrenkungen ein paar interessante Tricks: Nachdem die komplexe Spiegelmechanik wegfällt, ermöglicht die SLT-A55V Serienbildgeschwindigkeiten von bis zu zehn Fotos pro Sekunde. Nachdem der Autofokussensor das Motiv ständig im Blick hat, passt die Kamera die Schärfe auch während des Dauerfeuers ständig an, falls sich die Entfernung zwischen Kamera und Motiv ändert – bei Canon und Nikon kosten DSLRs mit dieser Geschwindigkeit ohne Objektiv bereits knapp 4000 Euro, die Sony wechselt mit Kitobjektiv für 730 Euro den Besitzer. Durch diese Spiegel-Konstruktion ist es zudem erstmals bei einer Kamera möglich, auch bei der Videoaufnahme den Phasenvergleichs-Autofokus zu nutzen.

Die hohe Geschwindigkeit nutzt die Sony Alpha SLT-A55V auch für ein paar weitere interessante Modi. Es gibt beispielsweise eine Nachtaufnahme-Funktion, die eine Reihe von schnell hintereinander geschossenen Fotos miteinander kombiniert, um das Bildrauschen bei hohen ISO-Empfindlichkeiten zu reduzieren. Im Schwenkpanorama-Modus reicht es aus, wenn der Fotograf die Kamera einmal über das Motiv schwenkt, und schon ist ein Ultra-Breitbild im Kasten – auf Wunsch sogar in 3D.

Außerdem gibt es noch eine Reihe kleinerer Pluspunkte, etwa den integrierten GPS-Receiver oder das beweglich aufgehängte Display. Die A55V besitzt außerdem eine kleine Schwester, die A33. Und in den nächsten Wochen wird es wohl zur größeren Schwester, von der auf der Photokina bereits ein Mockup gezeigt wurde, mehr Details geben.

Auch wenn die ersten Kompaktkameras mit rückseitig belichteten Bildsensoren bereits Ende letzten Jahres in den Handel kamen, so haben sie an dieser Stelle dennoch eine Erwähnung verdient. Die sogenannten BSI-CMOS-Chips lassen sich deutlich schneller auslesen als die ansonsten bei kompakten Digicams üblichen CCD-Sensoren und ermöglichen damit die Aufnahme von Zeitlupenfilmchen mit bis zu 1000 fps, erreichen Serienbildraten von bis zu zehn Bildern pro Sekunde bei 12 Megapixeln und schaufeln Full-HD-Videos mit 1920 mal 1080 Pixeln auf die Speicherkarte. Aus den zwei Digicams des letzten Jahres sind inzwischen 18 Modelle geworden – fast jeder namhafte Kamerahersteller hat mindestens ein Gerät auf dem Markt, und wir rechnen mit einer weiteren Verbreitung.

Fernseher

Ein ganz heißer Tipp für das innovativste Produkt 2010 aus dem TV-Bereich ist der 31 Zoll große OLED-Fernseher, den LG [13] auf der IFA in Berlin gezeigt hat. Mit einem ultraflachen Display, endlich einer annehmbaren Größe, hoffentlich zu einem gerade noch bezahlbaren Kurs, mit den OLED-typischen perfekten Blickwinkeln und der beeindruckenden Farbwiedergabe. Aber mit dem Innovationspreis ist nichts, denn nicht nur das Gerät ist noch nicht auf dem Markt – selbst die Fabrik, in der der OLED-HDTV gefertigt werden soll, ist noch nicht fertig. Vielleicht wird’s ja im nächsten Jahr etwas damit – bis dahin sehen wir uns mal bei der Konkurrenz um.

Dieser 31-Zoll-OLED-Fernseher von ist lediglich 2,9 Millimeter dick.
Dieser 31-Zoll-OLED-Fernseher von ist lediglich 2,9 Millimeter dick.

Zum Beispiel bei Samsung. Die Koreaner haben ihre LED-TV-9090-Serie vorgestellt – mit 8 Millimeter flachen Bildschirmen, Online-Funktionalitäten, Aluminiumgehäuse und vor allem einer revolutionären Fernbedienung mit Touchscreen-Display, das nicht nur der Steuerung des HD-TVs dient, sondern bei einer Toilettenpause beim Fußballspiel auch gleich als tragbarer Mini-Fernseher, damit man als Zuschauer auch möglichst nichts verpasst.

Spannend könnte auch Google TV werden – vorausgesetzt, es gibt die passenden Inhalte. In Deutschland gibt’s derzeit noch gar nichts in diese Richtung, und die amerikanischen Sendeanstalten sind überhaupt nicht begeistert von der Idee, dem Suchmaschinenbetreiber auch in diesem Punkt ein Stück vom Werbekuchen abzutreten. Hier heißt’s also: abwarten.

Bis dahin geht der Preis für den innovativsten Fernseher an Philips. Nicht wegen dem nun 3D-fähigen Cinema-21:9-Fernseher, nicht wegen Neuauflagen von Ambilight oder Aurea. Sondern wegen einer kleinen Revolution im Hintergrund, von der man kaum etwas mitbekommt: Der Econova hat sich der Nachhaltigkeit verschrieben. Sitzt man vor dem HD-Fernseher, bemerkt man nichts davon. Groß, flach, Aluminiumgehäuse, tolles Bild – etwas heller könnte es vielleicht sein. Dass das Gehäuse aus recyceltem Alu hergestellt ist, dass der Fernseher weniger Energie benötigt als seine Marktbegleiter, dass er sich komplett ausschalten lässt und dann gar keinen Strom benötigt und sogar die Fernbedienung mittels Solarzellen wieder auflädt, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Noch dazu, wenn das gute Öko-Gewissen nicht auf Kosten von Qualität und Leistung geht.

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Notebooks und Netbooks

Obwohl die tragbaren Computer im Grunde genommen seit mindestens zehn Jahren fast unverändert aussehen, hat sich auch 2010 wieder viel getan – das meiste davon unter der Haube. Etwa mit den Dual-Core-Atom-Prozessoren von Intel, die in Kombination mit dem Ion-2-Chipsatz von Nvidia nun auch bei den kleinen Netbooks für eine angemessene Leistung sorgen. Highend-Gaming ist damit zwar immer noch nicht möglich, aber zumindest für die eine oder andere Runde World of Warcraft ist gesorgt.

Auch die Touchscreens haben 2010 wieder für Furore gesorgt. Zumindest etwas, denn sie wandern langsam ab in Richtung Tablet. Notebooks mit berührungsempfindlichem Display müssen sich schon etwas besonderes einfallen lassen, um großartig Beachtung zu finden. Dell hat das erkannt – und baut sein Inspiron Duo mit einem abgefahrenen Schwenk-Mechanismus. Das Gerät lässt sich sowohl mit dem Display nach oben als auch nach unten zusammenklappen, und im „Tablet-Modus“ erscheint eine touchfreundliche Bedienoberfläche, die sich über Windows 7 legt. Aber nach Deutschland kommt das Inspiron Duo erst im Januar – und damit hat es vielleicht eine Chance auf das innovativste Notebook [14] 2011, aber nicht für 2010.

Durchblick: Beim Dell Inspiron Duo rotiert das Display in der Einfassung um die eigene Achse.
Durchblick: Beim Dell Inspiron Duo rotiert das Display in der Einfassung um die eigene Achse.

Für Furore gesorgt hat vor allem Apple mit der Neuauflage seines MacBook Air. Wer es noch nicht live gesehen hat, sollte beim nächsten Besuch eines Elektro-Marktes unbedingt mal einen Blick drauf werfen. So klein und leicht kann also ein Notebook sein? Mit dafür verantwortlich sind etliche Punkte, die jeweils für sich genommen innovativ erscheinen – auch, wenn sie nicht mehr brandneu sind, ist die Konkurrenz immer noch nicht auf die Unibody-Alugehäuse gekommen, die aus einem massiven Stück Alu gefräst werden. Das ist leicht, sexy und stabil. Dazu kommen ein Display mit LED-Beleuchtung, SSD-Speicher, On-Board-RAM und so weiter. Natürlich mit diversen Nachteilen wie dem nicht austauschbaren Akku oder der Tatsache, dass eine Aufrüstung schwer oder gar unmöglich ist. Dennoch ist das neue MacBook Air ein absoluter Blickfänger – und das innovativste Notebook 2010.

Camcorder

Nicht nur im Bereich der Fotokameras, sondern auch bei den Camcordern hat Sony für mächtig Furore gesorgt. Mit der NEX-VG10 kam dieses Jahr der erste Consumer-Camcorder mit Wechselobjektiven und großem Bildsensor auf den Markt. Mit 1800 Euro ist die Videokamera zwar alles andere als günstig, doch im Vergleich zu den Profi-Modellen, die austauschbare Optiken und große lichtempfindliche Chips bieten, ist der Camcorder ein echtes Schnäppchen. Auf der günstigeren Seite stehen statt Videokameras wohl eher Video-DSLRs – doch hier lässt die Bedienung zu wünschen übrig, und es gibt in den allermeisten Fällen keinen Autofokus.

Das mit der Sony NEX-VG10 mitgelieferte Kitobjektiv ist fast so groß wie der Camcorder selbst.
Das mit der Sony NEX-VG10 mitgelieferte Kitobjektiv ist fast so groß wie der Camcorder selbst.

Im Praxistest konnte uns die Sony NEX-VG10 dann leider nicht mehr völlig begeistern. Dafür ist die Bedienung einfach zu umständlich, und es fehlen Funktionen, die wir in dieser Preisklasse durchaus erwartet hätten. Auf jeden Fall ist die VG10 sicherlich nicht das letzte Modell dieser Art – und wir sind jetzt schon auf die Nachfolgerinnen gespannt, die wir wohl nächstes Jahr zu Gesicht bekommen werden. Und auch Panasonic und Canon sagt man nach, sie würden ähnliche Camcorder entwickeln.

Mit Avatar wurden 3D-Filme im Jahr 2009 auf einen Schlag zum letzten Schrei – und die 3D-Fernseher begannen, sich in Media Markt & Co. zu stapeln. Im Herbst dieses Jahres hat Panasonic den ersten Full-HD-Camcorder auf den Markt gebracht, der Videos mit drei Dimensionen aufnimmt. Im Lieferumfang des HDC-SDT750 ist eine Aufsatzlinse enthalten, die das Motiv aus zwei leicht versetzten Blickwinkeln nebeneinander auf den Bildsensor projiziert. Dank integriertem HDMI-1.4-Ausgang lassen sich die Ergebnisse anschließend gleich in drei Dimensionen auf jedem kompatiblen Fernseher bewundern. Damit räumt die kompakte Videokamera den Preis für den innovativsten Camcorder im Jahr 2010 ab.

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Tragbare MP3- und Videoplayer

Die MP3-Player sind tot, jedenfalls hört man das immer wieder. Ganz stimmt das wohl nicht, aber die Verkaufszahlen sind laut einer Pressemitteilung der BITKOM seit fünf Jahren rückläufig. Aber Apple schafft es immer wieder, mit seinen iPods für die eine oder andere Überraschung zu sorgen. Der Anfang September vorgestellte iPod Nano bringt im Gegensatz zu seinem Vorgänger keine Kamera, kein Radio und keine Videowiedergabefunktion mit.

Dafür ist das Gehäuse auf etwa die Hälfte zusammengeschrumpft, und das 1,54 Zoll große Display ist berührungsempfindlich. Mit Multitouch-Gesten in bester Apple-Manier wischt sich der Nano-Besitzer durch seine Musiksammlung. Auf dem Winzling läuft allerdings kein iOS, sprich: Es gibt keine Apps für das Gadget. Dafür aber einen Clip, mit dem sich der MP3-Player an der Kleidung festhält.

Steve Jobs hat auf der Vorstellung noch Späße darüber gemacht, inzwischen sind einige Dritthersteller fleißig dabei, den Nano 6G in eine Armbanduhr zu verwandeln. Der Designer der Konzepte TikTok und LunaTik hat auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter.com fast eine Million Dollar für sein Projekt zusammengesammelt.

So sollen die ersten beiden Multitouch-Uhren der Welt aussehen.
So sollen die ersten beiden Multitouch-Uhren der Welt aussehen.

Fazit

Ob Microsofts Zappel-Steuerung Kinect oder Apples Über-Tablet namens iPad, ob 3D-Fernseher mit beeindruckender Tiefe oder hauchdünne OLED-TVs – in diesem Jahr gab es in allen Bereichen beeindruckende Innovationen, die Lust auf mehr machen. Und dieser Lust auf mehr, der werden wir bald wieder fröhnen. Denn in nicht einmal zwei Wochen beginnt mit der Consumer Electronics Show die weltgrößte Messe für Unterhaltungselektronik. Wir sind auf der CES in Las Vegas vor Ort und werden ausführlich berichten.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] Google: http://www.cnet.de/unternehmen/google-inc/

[2] Android: http://www.cnet.de/themen/android/

[3] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/

[4] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/

[5] Samsung: http://www.cnet.de/unternehmen/samsung/

[6] CES: http://www.cnet.de/themen/ces-2014/

[7] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[8] Microsoft: http://www.cnet.de/unternehmen/microsoft/

[9] Sechs Spiele für Microsoft Kinect im Test: Rennen, Springen, Tanzen: https://www.cnet.de/41540237/sechs-spiele-fuer-microsoft-kinect-im-test-rennen-springen-tanzen/?pid=1#sid=41543195

[10] HTC: http://www.cnet.de/unternehmen/htc/

[11] Alle Handys mit Windows Phone 7: zehn Stück rund um die Welt: https://www.cnet.de/41539137/alle-handys-mit-windows-phone-7-zehn-stueck-rund-um-die-welt/?pid=1#sid=41543195

[12] Sony zeigt High-End-SLT-Prototyp auf der Photokina: https://www.cnet.de/41538193/sony-zeigt-high-end-slt-prototyp-auf-der-photokina/?pid=1#sid=41543195

[13] LG: http://www.cnet.de/unternehmen/lg/

[14] Notebook: http://www.cnet.de/themen/notebook/

[15] Hands-on: Blick auf das neue Apple MacBook Air mit 11,6- oder 13,3-Zoll-Display: https://www.cnet.de/41539663/hands-on-blick-auf-das-neue-apple-macbook-air-mit-11-6-oder-13-3-zoll-display/?pid=1#sid=41543195

[16] Apples neue iPods: Touch 4G, Nano 6G und Shuffle 4G: https://www.cnet.de/41537150/apples-neue-ipods-touch-4g-nano-6g-und-shuffle-4g/?pid=1#sid=41543195