Ausstattung

Unter der Haube des WeTab arbeitet ein vollwertiger PC – beziehungsweise eigentlich ein Netbook. Der Prozessor ist ein 1,66 GHz schneller Intel Atom (N450), dazu gesellen sich 1 GByte RAM und 16 beziehungsweise 32 GByte Flash-Speicher. Wenn das nicht reicht, lässt sich die Kapazität per SD-Speicherkarte um weitere 32 GByte erweitern.

Zur Kommunikation mit der Außenwelt steht WLAN nach dem flotten 802.11n-Standard zur Verfügung, außerdem gibt es Bluetooth 2.1 +EDR. Das UMTS-Modell funkt darüber hinaus im Handynetz und bringt den Datenturbo HSDPA mit einer maximalen Downloadgeschwindigkeit von 7,2 MBit/s mit, außerdem GPS zur Positionsbestimmung. Bei dieser Gerätegröße wird man das Tablet zwar unterwegs kaum zur Navigation nutzen, aber beschweren über dieses Feature werden wir uns nicht.

Mit Vollausstattung bringt das Gerät übrigens gut ein Kilogramm auf die Waage – und damit deutlich mehr als die Konkurrenten (iPad: 0,73 kg mit UMTS und GPS, Galaxy Tab: 0,38 kg). In Anbetracht der größeren Display-Diagonale wirkt das WeTab aber nicht übertrieben schwer – wenn man es zum ersten Mal in die Hand nimmt, wundert man sich nicht über das Gewicht. In der Praxis schränkt das den ultramobilen Einsatz zwar ein: Man wird es wohl kaum auf der Straße aus der Tasche ziehen und das nächste Restaurant ermitteln. Aber zum Surfen im Wohnzimmer oder im Hotel, zum Arbeiten im Restaurant oder zum Videos ansehen im Bett taugt es dennoch. Zumindest weitgehend – wer ganze Spielfilme sieht und das Tablet in der Hand hält, ohne es aufzustützen, bekommt dann doch einen lahmen Arm. Der Verzicht auf UMTS und GPS bringt übrigens nur eine Gewichtsersparnis von 35 Gramm.

Zur weiteren Ausstattung gehört noch ein Beschleunigungssensor, der auf Bewegung reagiert und den Displayinhalt mitdreht. Im Lieferumfang sind neben dem Tablet eine gedruckte Kurzanleitung, das zugehörige Netzteil sowie eine Schutzhülle und ein Reinigungstuch enthalten.

Software

Als Betriebssystem kommt MeeGo zum Einsatz. Es basiert auf Linux und wurde federführend von Nokia (Maemo) und Intel (Moblin) entwickelt. Künftig soll es verstärkt auf Mobilgeräten und Smartphones installiert sein. Das WeTab gehört mit zu den ersten Geräten, die MeeGo mitbringen. Technisch ist die Software stärker an Desktop-Betriebssysteme angelehnt als an Mobilbetriebssysteme – mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen.

Beim ersten Start muss man sich registrieren. Danach lädt das WeTab zunächst ein Software-Update aus dem Internet – der Vorgang dauert inklusive Installation etwa eine halbe Stunde.

Der eigentliche Homescreen nennt sich Pinnwand. Er wirkt etwas wie eine Mischung aus iPad und Android: Hier finden Widgets und Verknüpfungen zu Programmen und Webseiten ihren Platz. Es gibt aber kein zusätzliches Menü, in dem alle installierten Anwendungen auf einen Blick auftauchen – wer soetwas sucht, kann aber das Programm Applauncher aus dem WeTab Market installieren. Grafisch aufwendig ist das Tool zwar nicht – es erinnert eher an ein nicht sonderlich hübsches Windows-Programm – aber es zeigt alle installierten Apps übersichtlich und nach Kategorien geordnet an.

Die Position der einzelnen Icons auf der Pinnwand lässt sich frei wählen und per Drag & Drop ändern. Rechts im Bild ist eine Leiste, die sich nur bei Vollbild-Applikationen wie dem Videoplayer oder der Diashow in den Hintergrund legt. Von unten nach oben gibt es einen Button namens Anpassen, der das Anordnen der Elemente auf der Pinnwand erlaubt, ein Info-Feld, das eine Art Pop-Up-Fenster mit Ladezustand, Lautstärkeregler, Helligkeitsregler, Internet-Verbindung und so weiter in den Vordergrund holt, und eine Internet-Schaltfläche, die den Browser startet. Darunter nimmt ein großer Slider Platz, der eine Miniaturversion der Pinnwand inklusive aller Elemente darstellt. Sie ist vertikal scrollbar. Befindet sich eine Anwendung im Vordergrund, holt ein Tipp in diesen Bereich den Homescreen nach vorne. Andere Programme bleiben aktiv, das Gerät unterstützt uneingeschränktes Multitasking. Ein Druck auf die Schaltfläche Vorheriges Fenster bringt den Anwender zurück zur letzten genutzten App – auch dann, wenn die Pinnwand nicht im Vordergrund ist. Darunter befindet sich der Button Geöffnete Fenster. In einer kleinen Blase steht die Anzahl der offenen Programme, ein Tipp auf den Knopf zeigt alle Fenster in verkleinerter Ansicht nebeneinander. Das erinnert an eine ähnliche Funktion bei Mac OS X und funktioniert hervorragend. Die letzten zwei Elemente in der rechten Leiste öffnen eine hübsch gemachte, aber nicht sonderlich ausführliche Hilfe-Funktion, der unterste Button holt die virtuelle Tastatur in den Vordergrund.

Neueste Kommentare 

6 Kommentare zu WeTab mit neuer Software im Test: mehr Netbook- als iPad-Killer

  • Am 31. Dezember 2010 um 00:07 von elias

    Wetab
    Ich hab selber ein Wetab auch die 3G Variante und ich muss sagen ich finde deinen Bericht echt lobenswert! Endlich mal jemand der das Wetab objektiv betrachtet. Und die Videos in HD anzukuken wir bald durch den neuen Treiber von Adobe funktionieren (Hardwareunterstütung)

  • Am 31. Dezember 2010 um 00:45 von Eggi

    guter Journalismus
    WOW!!!

    Da hat sich jemand sehr viel Mühe gemacht. Bravo!

    Sehr ehrlich und sehr fair. MIt allen Vor- und Nachteilen.

    Was mir besonders gefiel, war dieser Satz:
    "Zum Marktstart des WeTabs muss wohl kein Wort mehr verloren werden. Wir wenden uns dem Tablet nun so unvoreingenommen zu, wie es nur irgendwie geht."

    Danke für diesen objektiven Test

  • Am 3. Januar 2011 um 15:45 von Horst

    Akku hält 5h ???
    Netter Test, das Wetab ist in der Tat nur ein Netbook ohne Tastatur und dafür eben mit Touchscreen.
    Allerdings tut man dem Wetab mit diesem Vergleich (ebenso wie mit dem iPad) wohl auch keinen Gefallen, Netbooks gibts mit gleicher Hardwarebasis für unter 300.- und sie sind technisch wesentlich mehr gereift als das doppelt so teure Wetab.

    Was mich aber wirklich verstört hat, sind die angeblichen "über5h" Akkulaufzeit.
    In _keinem einzigen_ Test von renomierter Stelle hat das Wetab über 4h Stunden bei realistischen Messbedingungen durchgehalten, im Mittel sinds wohl mehr so 3,0 – 3,5h, wenn man dem Tab alles abverlangt, was es an Features bietet, d.h. Flashgames, HD, Multitasking, und den ohnehin leuchtschwachen Bildschirm auf max. Helligkait lässt, werdens auch mal schnell unter 2h.

    • Am 13. Januar 2011 um 23:33 von rudolf gottfried

      AW: Akku hält 5h ???
      Ich nutze seit einiger Zeit ein wetab 3g. Bei der Akkulaufzeit komme ich auch nur auf 3-4 h.
      Beim Netbook wiederspreche ich Ihnen aber. Zum einenn wollte ich ein Netbook in tabletform und kein normales Netbook. Zum anderen konnte ich kein Netbook finden, welches die gleiche Ausstattung bietet für den Preis des Wetab. Bei den Netbooks unter 300 Euro fehlen immer bestimmte Ausstattungen wie Umts, Bluetooth, Gps usw.

  • Am 19. Februar 2011 um 09:31 von W.

    hat meine Entscheidung zumindest "vertagt"
    Guter Bericht der sich nicht mit Unnötigem aufhält. Nach dem Bericht kann ich sagen dass es für mich für ein Tablett, welchen Herstellers auch immer, noch zu früh ist.

    Mein eeePC mit UBUNTU reicht mir im Moment für moiles Arbeiten aus. In 2 Jahren mag das anders aussehen.

  • Am 2. März 2011 um 09:31 von veratichnich

    We tab
    Süper teil, hab mir eins gekauft, 3G, hat sich in Frankreich im Urlaub sehr Bewehrt.
    Hab gleich XP drauf Gespielt auch mal LAN mit CS 1.6 (Half Life) gemacht, lief super (Mit Gamingmouse). Auch Akku OK. Werd Schauen Ob ich den Akku mit Kram aus dem Modellbau Aufrüste … n Neuen Prozessor Rein Haue… Na ja ist also sehr zu Empfehlen!!!

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