Leistung

Grundsätzlich ist das WeTab angenehm flott. Selbst wenn neun Programme gleichzeitig laufen, zoomt der Browser noch relativ flüssig bei Multitouchbewegungen. Ganz so sauber wie beim iPad geht es hier nie vonstatten. Und manchmal ruckelt und hakelt sich das Programm beim Vergrößern einen ab, selbst wenn keine anderen Apps im Hintergrund laufen. Auch die Programme starten angenehm schnell – in den meisten Fällen können wir uns über Reaktion und Geschwindigkeit nicht beschweren.

Im Vergleich zu Galaxy Tab & Co. hat das WeTab ja auch viel mehr Power. Nur die will leider auch gekühlt werden – und dafür gibt es einen Lüfter. Ja. Genau. Einen Lüfter. In einem Tablet. Der durchaus hörbar ist, vor allem, wenn man das WeTab länger im Einsatz hat. Und wenn es dann noch auf einem weichen Untergrund liegt, Sofakissen beispielsweise, ist es permanent zu hören. Es ist nicht wirklich laut, aber iPad & Co. arbeiten eben vollständig geräuschlos. Und da fällt wieder auf: Das hier ist mehr ein PC als ein Tablet – mit allen Vor- und Nachteilen.

Flash scheint übrigens recht viel Leistung zu benötigen. Wir sind zwar happy, dass Flash überhaupt funktioniert (hallo, iPad) – aber ein Youtube-HD-Video in 720p läuft auf dem WeTab nicht mehr flüssig.

Auch beim Display sollte der Hersteller besser noch einmal Hand anlegen. Es kommt ein TN-Panel zum Einsatz, eben wie typischerweise bei Netbooks. Die Technik ist günstiger als die alternativen IPS-Panels, die beispielsweise im iPad zum Einsatz kommen – und hat vor allem deutlich schlechtere Blickwinkel. Das Bild kann sich sehen lassen, wenn man frontal auf die Anzeige schaut, aber die Farben verfälschen extrem schnell. Dieser Effekt tritt vor allem bei vertikalen Winkeln ein, und damit findet man beispielsweise kaum eine Position, wie man das Tablet beim Videoschauen im Liegen halten kann, ohne mit Farbveränderungen oder gar Negativierung im oberen oder unteren Bildbereich leben zu müssen. Schade.

Der Akku soll laut Hersteller etwa 6 Stunden durchhalten. In unseren Tests haben wir den Wert zwar nicht ganz erreicht, aber über 5 Stunden sind realistisch und können sich auch noch sehen lassen.

Der integrierte Lautsprecher ist sicherlich nicht in der Lage, einen Konzertsaal zu beschallen – aber um das eine oder andere Youtube-Video in einer Gruppe zu zeigen, reicht er allemal aus.

Fazit

Wer ein WeTab kauft und ein iPad erwartet, ist garantiert enttäuscht. Das WeTab ist kein iPad-Konkurrent und erst recht kein iPad-Killer. Es ist ein schlankes, attraktives Netbook ohne Tastatur, mit hübschem Betriebssystem und vielen Innovationen – aber auch noch vielen Haken. Wer Software-Installationen am liebsten über einen App Store durchführt und sich über bunte Animationen freut, ist hier falsch. Schlecht ist das Gerät deswegen aber nicht, sondern anders. Computer-Fans bekommen hier einen Allrounder mit tollem Touchscreen und Ecken und Kanten, der unterwegs einen kompletten PC ersetzen kann. Und wer in der Linux-Shell zuhause ist, wird hier garantiert glücklich.

Neueste Kommentare 

6 Kommentare zu WeTab mit neuer Software im Test: mehr Netbook- als iPad-Killer

  • Am 31. Dezember 2010 um 00:07 von elias

    Wetab
    Ich hab selber ein Wetab auch die 3G Variante und ich muss sagen ich finde deinen Bericht echt lobenswert! Endlich mal jemand der das Wetab objektiv betrachtet. Und die Videos in HD anzukuken wir bald durch den neuen Treiber von Adobe funktionieren (Hardwareunterstütung)

  • Am 31. Dezember 2010 um 00:45 von Eggi

    guter Journalismus
    WOW!!!

    Da hat sich jemand sehr viel Mühe gemacht. Bravo!

    Sehr ehrlich und sehr fair. MIt allen Vor- und Nachteilen.

    Was mir besonders gefiel, war dieser Satz:
    "Zum Marktstart des WeTabs muss wohl kein Wort mehr verloren werden. Wir wenden uns dem Tablet nun so unvoreingenommen zu, wie es nur irgendwie geht."

    Danke für diesen objektiven Test

  • Am 3. Januar 2011 um 15:45 von Horst

    Akku hält 5h ???
    Netter Test, das Wetab ist in der Tat nur ein Netbook ohne Tastatur und dafür eben mit Touchscreen.
    Allerdings tut man dem Wetab mit diesem Vergleich (ebenso wie mit dem iPad) wohl auch keinen Gefallen, Netbooks gibts mit gleicher Hardwarebasis für unter 300.- und sie sind technisch wesentlich mehr gereift als das doppelt so teure Wetab.

    Was mich aber wirklich verstört hat, sind die angeblichen "über5h" Akkulaufzeit.
    In _keinem einzigen_ Test von renomierter Stelle hat das Wetab über 4h Stunden bei realistischen Messbedingungen durchgehalten, im Mittel sinds wohl mehr so 3,0 – 3,5h, wenn man dem Tab alles abverlangt, was es an Features bietet, d.h. Flashgames, HD, Multitasking, und den ohnehin leuchtschwachen Bildschirm auf max. Helligkait lässt, werdens auch mal schnell unter 2h.

    • Am 13. Januar 2011 um 23:33 von rudolf gottfried

      AW: Akku hält 5h ???
      Ich nutze seit einiger Zeit ein wetab 3g. Bei der Akkulaufzeit komme ich auch nur auf 3-4 h.
      Beim Netbook wiederspreche ich Ihnen aber. Zum einenn wollte ich ein Netbook in tabletform und kein normales Netbook. Zum anderen konnte ich kein Netbook finden, welches die gleiche Ausstattung bietet für den Preis des Wetab. Bei den Netbooks unter 300 Euro fehlen immer bestimmte Ausstattungen wie Umts, Bluetooth, Gps usw.

  • Am 19. Februar 2011 um 09:31 von W.

    hat meine Entscheidung zumindest "vertagt"
    Guter Bericht der sich nicht mit Unnötigem aufhält. Nach dem Bericht kann ich sagen dass es für mich für ein Tablett, welchen Herstellers auch immer, noch zu früh ist.

    Mein eeePC mit UBUNTU reicht mir im Moment für moiles Arbeiten aus. In 2 Jahren mag das anders aussehen.

  • Am 2. März 2011 um 09:31 von veratichnich

    We tab
    Süper teil, hab mir eins gekauft, 3G, hat sich in Frankreich im Urlaub sehr Bewehrt.
    Hab gleich XP drauf Gespielt auch mal LAN mit CS 1.6 (Half Life) gemacht, lief super (Mit Gamingmouse). Auch Akku OK. Werd Schauen Ob ich den Akku mit Kram aus dem Modellbau Aufrüste … n Neuen Prozessor Rein Haue… Na ja ist also sehr zu Empfehlen!!!

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