Leistung

Die Canon EOS 60D ist schnell – in mancherlei Hinsicht aber leider langsamer als ihre Vorgängerin. Bis nach dem Betätigen des Einschalters das erste Foto im Kasten ist, dauert es gerade einmal 0,2 Sekunden. Bei guten Lichtverhältnissen benötigt die Kamera 0,3 Sekunden um zu fokussieren und das Bild einzufangen. Im Zwielicht verschlechtert sich die Auslöseverzögerung auf 0,5 Sekunden. In diesen Punkten legt die 60D eine deutlich flottere Performance an den Tag als die 50D. Das verbesserte Autofokussystem macht sich bemerkbar.

Zwischen zwei aufeinanderfolgenden Aufnahmen vergehen im JPEG- beziehungsweise RAW-Modus 0,5 respektive 0,6 Sekunden. Damit hinkt die 60D hinter der 50D hinterher. Verantwortlich dafür ist wohl die höhere Auflösung, die vom gleichen Bildprozessor verarbeitet wird.

Die Serienbildgeschwindigkeit von 5 fps langsam zu nennen, wäre Jammern auf hohem Niveau. Aber dennoch: Die 50D ist rund 1 fps schneller unterwegs, und auch die Nikon D7000 kauft der 60D in dieser Disziplin den Schneid ab. Dennoch: Wer nicht gerade professioneller Sportfotograf werden oder Haken-schlagende Wildtiere ablichten möchte, dürfte mit der Geschwindigkeit völlig auskommen. Das gleiche gilt auch für das Autofokussystem: Es ist schnell und für die allermeisten Zwecke ausreichend präzise.

Bildqualität

Die Fotoqualität der Canon EOS 60D ist im Großen und Ganzen ausgezeichnet. Die Kamera liefert bis einschließlich ISO 800 relativ saubere JPEG-Bilder. In dunklen Bildbereichen tritt hier zwar bereits erstmals ein leichtes Rauschen auf, doch die Detailwiedergabe ist nach wie vor hervorragend. Bei ISO 1600 machen sich allerdings bereits deutliche Störungen bemerkbar – höhere ISO-Werte würden wir für JPEG-Fotos nicht empfehlen. Das liegt vor allem daran, dass ab ISO 3200 immer mehr Hotpixel im Bildrauschen auftauchen. Bei ISO 6400 schließlich werden sie zum ernsthaften Problem.

Wer RAW-Fotos schießt, kann die Bildstörungen zwar recht gut beseitigen. Aber dafür wird das Tonwertspektrum beeinträchtigt: In dunklen Bildbereichen gehen Details verloren, die die JPEG-Bildverarbeitung recht gut erhält. Die Belichtungsmessung leistet gute Dienste. Canons 14-Bit-Bildverarbeitung liefert zudem schöne Farben. Die EOS 60D überzeugt mit einer guten Dynamik. Wir schießen die meisten Fotos mit dem Bildstil Neutral. Allerdings regeln wir die Schärfe einen Tick nach oben.

Was das Bildrauschen angeht, liefern sich Canon EOS 60D und Nikon D7000 bei den JPEG-Bildern ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Das Bildrauschen sieht sehr ähnlich aus. Der größte Unterschied liegt hier wohl im Weißabgleich. Die Nikon D7000 schlägt sich dabei besser.

Die größte Verbesserung gegenüber der 50D ist der Videomodus. Und hier schlägt sich die EOS 60D hervorragend. Bewegungen sehen weich aus. Außerdem schaffen wir es gerade einmal mit grober Gewalt, ein paar Rolling-Shutter-Effekte aufs Bild zu bringen. Allerdings beobachten wir hin und wieder Moire-Effekte – das liegt daran, dass die DSLR die hohe Auflösung herunterrechnet. Bei höchster Qualitätseinstellung liegt bei Bitrate bei ungefähr 44 MBit pro Sekunde.

Außerdem bietet die EOS 60D die von Canons Video-DSLRs bekannten manuellen Einstellungsmöglichkeiten, die dafür gesorgt haben, das sich die EOS-Reihe bei Indie-Filmern und anspruchsvollen Amateurvideographen etabliert hat. Das integrierte Mikrofon nimmt den Ton zwar nur in Mono auf, klingt aber erfreulich gut. Der Windfilter bietet insgesamt 64 verschiedene Level. Neu hinzugekommen im Videomodus ist eine Option für die Tonwertpriorität. Das dreh- und schwenkbare Display hat uns insbesondere im Videomodus begeistert – in direktem Sonnenlicht hatten wir allerdings gelegentlich Probleme mit der Lesbarkeit.

Neueste Kommentare 

6 Kommentare zu Canon EOS 60D im Test: sehr gute Video-DSLR mit umständlicher Bedienung

  • Am 15. September 2011 um 23:37 von Alexander Schmidt

    Schnell, Schick, Scharf
    Also ich muss schon sagen,
    dass ich sehr sehr skeptisch war bezüglich des Objektives. Alle meine Vorredner ließen nicht viel gutes an dem 17-85mm. Ich dachte auch über das 15-85mm nach, doch der Preis war einfach zu hoch.

    Kamera für guten Preis in einem "geilen" Laden gekauft, dann musste ich noch eine Woche warten, bis ich sie endlich einschalten konnte (Geburtstagsgeschenk. Ich war vollkommen platt. Es mag zwar meine erste DSLR sein, doch ich habe schon mit vielen Fototgrafiert und die Fotos auch bearbeitet. Also erst mal pro:
    + 1a Verarbeitung, Tolles Profidesign
    + Sehr stabiles Gehäuse
    + Trotz des höheren Gewichts top handling
    + Rasend schnelle, scharfe Fotos (Sport/Programmautomatik Reihenaufnahme High)
    + 3 Axis-Display, gestochen scharf und brilliant, entspiegelt
    + Schnelle, komfortable Bedienung durch Zweitdisplay auf der Kamera, zwei Drehräder (oben/ rückseitig) und zahlreiche, gut beschriftete Tasten
    + IR-Fernauslöserschnittstelle
    + Drahtlos-Blitzsteuerung
    + Interner RAW-Konverter mit Schnellbearbeitung
    + SDXC-Unterstüzung, super schnelle Schreibraten (SanDisk Extreme III/Extreme Pro wird auch wirklich ausgelastet)
    + Gute Full HD-Movies, Mikroanschluss (3,5mm Stereo Klinke)
    + Akku hält ewig (1500 Fotos)
    + Schneller, treffsicherer Autofokus
    + Bildstabilisiert, Ultrasonic mit sofortiger manueller Fokusierung (Echter USM), Leise
    + Objektiv stabil und gut zu bedienen
    + Großer Weitwinkel

    Es gibt sehr wenig Leute, denen diese Kamera nicht reichen würde. Vom Gehäuse gesehen. Das Objektive ist ein guter Deal, wenn auch mit einigen Mankos. Doch dass scheint bei EF-S allgemein der Fall zu sein und das könnte man vermutlich ohnehin nur mit einem L-Objektiv umgehen. Aber das Preis-/Leistungsverhältnis ist bei Kamera top und beim Obejktiv gut. Auch das EF-S 18-135mm (getestet an 550D) ist empfehlenswert, hat aber weniger Weitwinkel und Makroeignung, dafür mehr Tele und geht schon in den Breich mittleres Tele. Es hat auch keinen USM. Die Verzeichnung ist bei beiden heftig, dass Bild lässt sich mit der mitgelieferten Software ohne weiteres durch die Verzeichnungskorrektur und mit ein wenig Nachschärfen aufarbeiten. Auch dei Vignettierung ist akzeptabel.
    Jetzt kommen wir zu den wenigen, aber dennoch nicht unwichtigen Nachteilen:
    – Kein Ring-USM (aber in der Preisklasse recht unwesentlich)
    – Kein Movie-AF
    – Mäßige bis starke Verzeichnung
    – Mäßige Vignettierung
    – Intigriertes Mikrofon mangelhaft
    – Gegenlichtblende fehlt
    – Schneckengang des Objektive recht leichtgängig, zu leichgängig

    Trotzdem klare Kaufempfehlung. Voralledingen der geringe Presiunterschied zur 550D macht Hunger auf diesen Leckerbissen. Ein Blitz ist dazu noch zu empfehlen, ich habe gleich einen Canon Speedlite 580EX II dazu gekauft. Von Lichtleistung, Verarbeitung, Funktionen und Bedienung erste Wahl…aber das ist eine andere Rezesion. Und wer mit dem Ding filmen möchte, was trotzt des fehlenden AFs kein Fehler wäre, sollte sich ein Mikrofon dazu kaufen ob stereo oder Mono, muss man selber entscheiden. Zwischen 80 und 300€ kann sowas kosten. Und die tote Katze nicht vergessen…

    Wenn Sie dieses Fernsehgerät kaufen wird, schlage ich zum Bestpreis bei: http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B0040X44W8/osc-angebot-21

    • Am 3. Januar 2013 um 12:39 von Christian Peter

      Für alle, die mit der Canon 60D filmen möchten : Hände weg von dieser Kamera ! Da der Autofocus im Videomodus nicht funktioniert, muss manuell scharf gestellt werden, was in der Praxis (zumindest bei sich bewegenden
      Motiven) zu unbrauchbaren Ergebnissen führt.

    • Am 29. Juli 2013 um 16:33 von Glubberer123

      Vielen Dank für die ausführliche Bewertung… 🙂 Aber Ihr Kommentar mit dem fehlenden Autofukus im Moviemodus ist leider kompletter Schwachsinn! Es ist grundsätzlich NIE zu empfehlen den Autofukus einer DSLR zum Filmen zu verwenden. Dafür gibt es Camcorder… Schöne Grüße! 🙂

  • Am 12. Oktober 2011 um 01:42 von miller

    @ Alexander
    Den Metz Mecablitz 50 AF-1C kann ich auch empfehlen. Preis/Leistung ist da sagenhaft!

  • Am 3. Januar 2013 um 12:37 von Christian Peter

    Für alle, die mit der Canon 60D filmen möchten : Hände weg von dieser Kamera !
    Da der Autofocus im Videomodus nicht funktioniert, muss manuell scharf gestellt
    werden, was bei sich bewegenden Objekten zu unbrauchbaren Ergebnissen
    führt.

    • Am 29. Juli 2013 um 16:34 von Glubberer

      Keine DSLR hat einen brauchbaren AF im Moviemode!!! Man muss das manuell scharfziehen einfach nur lernen!!!

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