Ausstattung

Die Canon PowerShot G12 bringt die gleiche Kombination aus Bildsensor und Objektiv mit wie ihre Vorgängerin. Der 1/1,7 Zoll große CCD-Sensor bietet rund 50 Prozent mehr Platz für einfallendes Licht als die bei Kompaktkameras üblichen 1/2,3-Zoll-Chips. Hinzu kommt, dass die Auflösung lediglich 10 Megapixel beträgt. Es teilen sich also vergleichsweise wenige Pixel die Fläche. Zum Vergleich: Viele der auf der CES vorgestellten Digicams lösen 16 Megapixel auf. Je größer die Bildpunkte auf dem Sensor sind, mit desto niedrigeren Empfindlichkeiten lassen sie sich auslesen. Das wiederum sorgt für weniger Störungen und damit für eine bessere Bildqualität.

Das Objektiv bietet nach wie vor einen fünffachen optischen Zoom, dessen Brennweitenbereich von 28 bis 140 Millimeter reicht. Die größten Blendenöffnungen betragen F2,8 im Weitwinkel und F4,5 im Telebereich. Damit ist die G12 zwar vergleichsweise lichtstark, doch die Konkurrenten von Olympus, Panasonic und Samsung schaffen hier mit F1,8 beziehungsweise F2,0 im Weitwinkel ein ganzes Eck mehr. Zwischen F2,0 und F2,8 liegt eine Blende und damit reicht bei F2,0 die halbe Belichtungszeit aus wie bei F2,8, um ein ebenso ausgeleuchtetes Foto zu schießen.

Für die Irisblende stehen im Weitwinkel insgesamt zehn Werte zwischen F2,8 und F8,0 zur Verfügung. Im Telebereich sind es immerhin noch sechs Optionen zwischen F4,5 und F8,0. Die Verschlusszeiten lassen sich zwischen 1/4000 und 15 Sekunden variieren. Für die Empfindlichkeit gibt es Werte zwischen ISO 80 und ISO 12.800 zur Auswahl. Wer auch bei Einsatz der ISO-Automatik von rauschenden Fotos verschont bleiben möchte, kann die Empfindlichkeit mit der ISO-Sperre auf einen Maximalwert von 400, 500, 640, 800, 1000, 1250 oder 1600 beschränken.

Die Canon G12 bietet jede Menge Features für anspruchsvolle Fotografen. Die halbautomatischen Aufnahmeprogramme Blenden- und Verschlusszeitpriorität gehören bei einer Kamera dieser Klasse ebenso zum Pflichtprogramm wie eine Belichtungsreihenfunktion: Es sind maximal drei Aufnahmen mit jeweils bis zu zwei Blenden Abstand möglich. HDR-Fans, die sich das Herumgefrickel mit Photomatix & Co. sparen möchten, können mit der G12 auch direkt HDR-Bilder aufnehmen. Allerdings gibt es hier weniger Kontrolle über das Endergebnis, und zudem funktioniert das Feature nur mit Stativ – die Kamera bestraft winzigste Verwacklungen sofort mit Geisterbildern.

Praktisch für den manuellen Fokus ist die Fokus-Aufnahmereihe. Ist das Feature aktiviert, nimmt die Kamera drei Bilder mit leicht versetzter Fokussierung auf. Lag der Fotograf beim händischen Scharfstellen etwas daneben, landet im Idealfall trotzdem eine korrekt fokussierte Aufnahme auf der Speicherkarte.

Der Selbstauslöser der G12 ist überdurchschnittlich umfangreich: Für das Zeitintervall stehen Werte zwischen 1 und 30 Sekunden zur Verfügung, die Zahl der Aufnahmen lässt sich zwischen einer und zehn variieren. Ein ebenfalls sehr willkommenes Feature ist die digitale Wasserwaage. Sie zeigt an, wie schief die Kamera steht und erspart es so dem Fotografen, im Nachhein die Fotos per Bildbearbeitung geraderücken zu müssen.

Außerdem bietet die Canon PowerShot G12 einen Neutraldichte-Filter. Dabei handelt es sich im wesentlichen um einen kleinen Filter, der bei Bedarf vor den Bildsensor klappt, und einen Teil des einfallenden Lichts schluckt. Dadurch ist es möglich, die Belichtungszeit der Kamera künstlich zu verlängern. Das ist beispielsweise praktisch, um bei Tageslicht fließendes Gewässer mit langen Verschlusszeiten und damit sehr weich auf den Fotos abzubilden. Der ND-Filter der G12 reduziert das einfallende Licht um drei Blendenstufen und damit die Belichtungszeit um den Faktor acht – beispielsweise von 1/40 auf 1/5 Sekunde.

Fortgeschrittene Fotografen dürften sich bei der G12 auch über die Möglichkeiten zur Individualisierung freuen. Neben den Punkten im Schnellmenü, den beiden C1- und C2-Slots auf dem Modusrädchen und der Funktion der Direktwahltaste, lassen sich auch die Funktionen der beiden Einstellrädchen auf der Vorder- und Rückseite konfigurieren – und zwar nicht nur zum Einstellen von Blende und Belichtungszeit, sondern beispielsweise auch von Weißabgleich und Bildseitenverhältnis.

Praktisch: Die "Direktwahltaste" links über dem Display lässt sich mit verschiedenen Funktionen belegen.
Praktisch: Die „Direktwahltaste“ links über dem Display lässt sich mit verschiedenen Funktionen belegen.

Êine vollständige Liste aller Funktionen gibt es im Handbuch auf der Webseite des Herstellers. Die im Lieferumfang mit der Kamera enthaltene Anleitung ist übrigens alles andere als ausführlich. Immerhin: Auf der mitgelieferten CD befindet sich ein digitales Handbuch. Wer Papier lieber mag als Bits und Bytes, der kann sich die Bedienungsanleitung auch hier für 13 Euro bestellen.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Canon PowerShot G12: hervorragende Kompaktkamera für anspruchsvolle Fotografen

  • Am 5. Juli 2012 um 22:30 von Rast Franz

    Seitenverhältnis nachträglich ändern
    hallo
    ich habe mit meiner Canon G12 irrtümlicherweise eine Vielzahl von Bildern im Verhältnis 16:9 geschossen.

    1. sind die Bilder verzerrt –> in der Höhe gestaucht –> wieso ? und wie kann man die Bilder entzerren?

    2. möchte ich die Bilder ins Verhältnis 4:3 setzen, ist das nachträglich möglich?

    Vielen Dank für für Eure Mithilfe
    Gruss Franz

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