Leistung

Die Canon PowerShot G12 liefert bei der Geschwindigkeit eine durchschnittliche Leistung ab. Die Kamera braucht mit 2,9 Sekunden nach dem Betätigen des Einschalters recht lange, bis das erste Foto im Kasten ist. Im JPEG-Modus genehmigt sie sich zwischen jedem weiteren Bild eine Verschnaufpause von 1,1 Sekunden. Bei der RAW-Aufnahme verschlechtert sich dieser Wert auf 1,7 Sekunden. Mit auf voller Leistung eingestelltem Blitz verlängert sich die Zwangsunterbrechung auf 4,4 Sekunden. Bei einem Drittel der Maximalleistung liegt die Knipsunterbrechung im JPEG-Modus allerdings bei nur noch 1,5 Sekunden.

Bei guten Lichtverhältnissen braucht die G12 0,4 Sekunden, um auf das Motiv zu fokussieren und das Bild aufzunehmen. Bei Motiven mit niedrigen Kontrasten verschlechtert sich dieser Wert auf durchschnittlich 0,8 Sekunden. Der Serienbildmodus ist mit 2,1 Bildern pro Sekunde zwar recht flott, die G12 erreicht diesen Wert jedoch nur mit ab dem ersten Foto festlegten Aufnahmeparametern. Sprich: Blende, Belichtungszeit und Fokus werden hier nicht mehr nachgeregelt, und bei während des Dauerfeuers wechselnden Aufnahmebedingungen misslingt ein Teil der Bilder. Soll die Kamera konstant die Einstellungen nachregeln, sinkt die Serienbildgeschwindigkeit auf 0,8 Bilder pro Sekunde.

Alles in allem macht die Canon PowerShot G12 einen halbwegs flotten Eindruck. Die Menüs reagieren zügig, und die Auslöseverzögerungen bewegen sich auf einem vernünftigen, wenngleich nicht gerade rekordverdächtigen Niveau. Dennoch: Wie bei allen Kompaktkameras in dieser Klasse sind Schnappschüsse von schnell bewegten Objekten eher Glückssache – dafür ist der Fokus einfach zu langsam. Die G12 fühlt sich bei vergleichsweise statischen Motiven zu Hause, etwa bei Portrait- und Landschaftsfotos. Der Bildstabilisator leistet im übrigen gute Dienste. Uns gelingen im Weitwinkel auch Fotos mit einer Belichtungszeit von 1/8 Sekunde noch zuverlässig scharf.

Bildqualität

Die Canon PowerShot G12 bietet eine hervorragende Bildqualität. Bei ISO 80 bis 200 bringt sie Details gestochen scharf auf die Fotos und überzeugt mit lebendigen, ansprechenden Farben. Ab ISO 400 tritt eine minimal sichtbare Körnung auf. Ab ISO 800 gehen die ersten feinen Details verloren, und die Farben werden durch die einsetzende Rauschunterdrückung blasser. Wer nicht im JPEG-, sondern im RAW-Modus fotografiert, erhält mit ISO 800 jedoch noch sehr ordentliche Fotos mit schönen Farben.

Mit ISO 1600 und ISO 3200 geschossene Fotos rauschen ziemlich stark. Wer sich die Mühe macht, im RAW-Format zu fotografieren und die Bilder beispielsweise mit dem mitgelieferten Digital Photo Professional in JPEGs zu konvertieren, kann hier noch einiges herausholen. Dennoch eignen sich diese beiden Empfindlichkeiten eher für Notfälle – und die resultierenden Fotos in erster Linie für kleine Ausdrucke oder für Facebook & Co.

Bis einschließlich ISO 400 weisen die JPEG-Fotos der PowerShot G12 sehr schöne, lebendige und strahlende Farben auf. Auch die automatische Belichtung leistet zuverlässig sehr gute Dienste – mit über- oder unterbelichteten Bildern haben wir praktisch nicht zu kämpfen. Der Weißabgleich arbeitet ebenfalls sehr ordentlich.

Leider verzerrt das Objektiv im Weitwinkel deutlich tonnenförmig. Vergleicht man die RAW- und die JPEG-Dateien miteinander, sieht es so aus, als würde die G12 keinerlei Korrekturen in der kamerainternen Bildverarbeitung vornehmen. Digital Photo Professional bietet aber immerhin eine Möglichkeit, die Bilder recht effektiv zu entzerren. Wie jede digitale Bildbearbeitung geht das allerdings mit einem Verlust an Bildqualität einher.

Die Schärfe des Objektivs ist in der Mitte ausgezeichnet und lässt auch zu den Bildrändern und -ecken hin nicht merklich nach. Mit Farbsäumen hat die Optik eher selten zu kämpfen. Die Abbildungsfehler treten nur gelegentlich an Übergängen mit extrem hohen Kontrasten auf.

Die Qualität der 720p-Videos ist ausgezeichnet. Die Mikrofone nehmen den Ton sehr sauber und klar auf. Leider gibt es keinen Eingang, um ein externes Mikrofon anzuschließen.

Fazit

Evolution statt Revolution. Canon setzt mit der PowerShot G12 die G-Serie sinnvoll fort und bringt hier und dort kleine Verbesserungen ein. Wer die Vorgängerin G11 besitzt, findet in der G12 – abgesehen möglicherweise vom höher auflösenden Videomodus – kaum einen Grund, sofort upzugraden. Aber wer nach einer kompakten Ergänzung zur Spiegelreflexkamera oder nach einer anspruchsvollen Digicam mit zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten und einer hervorragenden Bildqualität sucht, ist hier goldrichtig.

Bei schlechten Lichtverhältnissen bieten allerdings die Samsung EX1, die Panasonic Lumix DMC-LX5, die Olympus XZ-1 und nicht zuletzt auch die hauseigene PowerShot S95 Vorteile durch ihre lichtstärkeren Objektive. Eine weitere aktuelle Konkurrentin ist Nikons P7000, die von allen anspruchsvollen Kompaktkameras den derzeit stärksten Zoom mitbringt.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Canon PowerShot G12: hervorragende Kompaktkamera für anspruchsvolle Fotografen

  • Am 5. Juli 2012 um 22:30 von Rast Franz

    Seitenverhältnis nachträglich ändern
    hallo
    ich habe mit meiner Canon G12 irrtümlicherweise eine Vielzahl von Bildern im Verhältnis 16:9 geschossen.

    1. sind die Bilder verzerrt –> in der Höhe gestaucht –> wieso ? und wie kann man die Bilder entzerren?

    2. möchte ich die Bilder ins Verhältnis 4:3 setzen, ist das nachträglich möglich?

    Vielen Dank für für Eure Mithilfe
    Gruss Franz

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