Canon PowerShot G12: hervorragende Kompaktkamera für anspruchsvolle Fotografen

von Stefan Möllenhoff am , 20:16 Uhr

Pro
  • ausgezeichnete Bildqualität
  • solides und praktisches Design
  • dreh- und schwenkbares Display
  • effektiver Bildstabilisator
  • tolle Ausstattung
Con
  • schlechter optischer Sucher
  • Objektiv verzeichnet im Weitwinkel
  • nicht besonders schnell
  • teuer
Hersteller: Canon Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,3 von 10 Punkte
Fazit:

Die Canon PowerShot G12 ist ein sinnvolles, aber insgesamt etwas unspektakuläres Update der PowerShot G11. Das ändert allerdings nichts daran, dass es sich bei der Kompakten um eine ausgezeichnete Kamera für anspruchsvolle Fotografen handelt.

Canons Kompaktkameras der G-Serie blicken auf eine lange Tradition zurück: Die PowerShot G1 erschien bereits im Jahr 2000 – damals mit 3,3 Megapixeln. Seit eh und je zielten die Digicams auf anspruchsvolle Fotografen und brachten vergleichsweise lichtstarke Objektive, große Sensoren und zahlreiche manuelle Einstellungsmöglichkeiten mit. Seit der G1 sind elf Jahre und acht G-Modelle ins Land gegangen. Ob die Canon PowerShot G12 eine würdige Erbin ist, verrät der Testbericht.

Die Canon PowerShot G12 sieht sich so viel Konkurrenz gegenüber, wie wohl kaum eine Kamera der G-Serie. Nikon [1], Samsung [2], Olympus [3] und Panasonic [4] bauen Digicams, die ähnlich große Sensoren, lichtstarke Objektive und eine umfassende Ausstattung für Fotografie-Enthusiasten mitbringen. Und nicht zuletzt gibt es da auch noch die hauseigene Rivalin PowerShot S95 [5], die der G12 sicherlich den einen oder anderen potenziellen Käufer abtrünnig machen dürfte.

Design

Vom Äußeren her unterscheidet sich die Canon PowerShot G12 fast nicht von ihrer Vorgängerin, der G11 [6]. Die wohl größte Neuerung am Design ist das zweite Rändelrädchen, das sich oben am Handgriff befindet. Ansonsten wirkt das Gehäuse nach wie vor wie ein kleiner Panzer: Es ist kantig, verwindungssteif und macht einen sehr soliden Eindruck. Die Digicam ist größer und schwere als die meisten anderen Kompaktkameras, bietet dafür aber auch einen für diese Klasse außergewöhnlichen Funktionsumfang.

Auf das große Gehäuse passen sehr viele Bedienelemente, mit denen sich zahlreiche Aufnahmeparameter ohne Umwege durch Menüs erreichen lassen. Das ist für routinierte Fotografen praktisch, da so beim Konfigurieren keine wertvolle Zeit verlorengeht. Auf der Oberseite befindet sich ganz links ein Rädchen, mit dem sich die Belichtungskorrektur in Drittelblenden zwischen -2 und +2 regeln lässt. Weiter rechts folgt der Zubehörschuh, der auf einer leichten Erhebung sitzt. Rechts und links davon bringt Canon kleine Einlässe für die Stereo-Mikrofone unter.

Das doppelstöckige Modusrädchen ermöglicht ein Einstellen des Aufnahmeprogramms und der ISO-Empfindlichkeit.
Das doppelstöckige Modusrädchen ermöglicht ein Einstellen des Aufnahmeprogramms und der ISO-Empfindlichkeit.

Rechts auf der Oberseite gibt es ein „doppelstöckiger“ Drehschalter. Die obere Ebene dient zum Wechseln durch die Aufnahmemodi. Hier finden sich die üblichen Verdächtigen Programmautomatik (P), Blendenpriorität (Tv), Belichtungspriorität (Av) und manueller Modus (M) sowie eine Vollautomatik (Auto) und zwei Slots für benutzerspezifische Einstellungen (C1 und C2). Der Modus Sofortaufnahme deaktiviert das Live-View, reduziert dafür aber die Auslöseverzögerung. Wenig Licht reduziert die Auflösung auf 2,5 Megapixel und erlaubt Empfindlichkeiten von bis zu ISO 12.800. Zu guter Letzt hält das Modusrädchen noch einen Videomodus und – hinter dem Punkt SCN gebündelt – insgesamt 19 Szenenprogramme bereit.

Unter dem Wahlschalter für die Aufnahmemodi bringt Canon ein Drehelement unter, mit dem der Fotograf die ISO-Empfindlichkeit konfiguriert. Die Canon PowerShot G12 bietet hier einen Bereich von ISO 80 bis 3200 an – auswählbar in Drittelblenden-Stufen. Zwischen ISO 100 und 200 gibt es also beispielsweise noch die beiden Werte ISO 125 und ISO 160. Wer sich nicht mit der Empfindlichkeit herumschlagen möchte, stellt das Rädchen einfach auf Auto. Rechts daneben sitzen zu guter Letzt noch ein Auslöser mitsamt Zoomring und ein Ein/Aus-Schalter.

Auf der Rückseite der Canon PowerShot G12 fällt als erstes das 2,8 Zoll große Display auf, das dreh- und schwenkbar aufgehängt ist. Es lässt sich um bis zu 180 Grad zur Seite klappen und um maximal 270 Grad um die eigene Achse rotieren. Damit ist es bei Aufnahmen über Kopf, aus der Hüfte, um die Ecke oder bei Selbstportraits eine große Hilfe. Die Anzeige ist farbenfroh, ordentlich hell und lässt sich auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen noch halbwegs ablesen. Als Alternative gibt es über dem Bildschirm noch einen kleinen optischen Sucher. Das Guckloch zoomt erfreulicherweise mit, gewährt aber nur eine vage Vorschau darauf, was nach dem Drücken des Auslösers auf der Speicherkarte landet. Das tatsächliche Foto ist insbesondere links und unten deutlich größer, als das Bild, das man im Sucher sieht. Im Weitwinkel sieht man außerdem einen Teil des Objektivs durch das Guckloch – das irritiert. Der optische Sucher ist nur für Notfälle geeignet.

Links neben dem Sucher befindet sich die sogenannte Direktwahltaste. Sie lässt sich mit verschiedenen Funktionen belegen, beispielsweise Weißabgleich, Neutraldichtefilter oder Belichtungsreihen. Im Wiedergabemodus dient der Button zum direkten Senden von Bildern an PictBridge-kompatible Drucker. Rechts neben dem Guckloch sitzt ein Knopf zum Wechseln in den Wiedergabemodus.

Das dreh- und schwenkbare Display ist beispielsweise bei Selbstportraits sehr praktisch.
Das dreh- und schwenkbare Display ist beispielsweise bei Selbstportraits sehr praktisch.

Rechts oben auf der Rückseite bringt Canon eine mit einem Sternchen gekennzeichnete Taste unter, die zum Speichern der Belichtungseinstellungen dient. Darunter finden sich zwei Knöpfe zum Festlegen des Fokusmessfelds und der Belichtungsmessung. Im Wiedergabemodus dienen sie zum Löschen beziehungsweise Rotieren der Aufnahmen. Darunter folgt ein Vier-Wege-Pad mitsamt mittigem Func./Set-Button und umliegendem Einstellrädchen. Neben der Navigation durch die Menüs dient das Pad auch dem schnellen Zugriff auf Fokusart, Makromodus, Blitzeinstellungen und Selbstauslöser. Ganz unten sitzen schließlich noch zwei Knöpfe zum Ändern der auf dem Display dargestellten Informationen sowie zum Aufrufen des Hauptmenüs.

Auf der rechten Seite des Gehäuses befindet sich eine Kunststoffklappe, hinter der sich HDMI-Ausgang, Fernsteuerungsanschluss und kombinierter USB-A/V-Port verbergen. Unten an der G12 sitzen die Flächer für Stromspeicher und Speicherkarte. Mit einer Akkuladung schießt die Canon PowerShot G12 bis zzu 370 Aufnahmen. Wer das Display abschaltet, kommt sogar auf 1000 Bilder.

Ohne Umweg auf den Fernseher: Die Canon PowerShot G12 bringt einen HDMI-Ausgang mit.
Ohne Umweg auf den Fernseher: Die Canon PowerShot G12 bringt einen HDMI-Ausgang mit.

Die mechanischen Bedienelemente der G12 machen allesamt einen soliden, wertigen Eindruck und überzeugen mit klaren Druckpunkten. Die Kamera liegt auch beim einhändigen Fotografieren sicher in der Hand. Angesichts der zahlreichen Tasten rund um die Daumenablage auf der Rückseite grenzt es an ein Wunder, dass der Daumen einen sicheren Halt findet, ohne ständig versehentlich irgendwelche Knöpfe zu drücken. Aber es funktioniert.

Die Menüs sind klar und übersichtlich gegliedert. Ein Druck auf die Func./Set-Taste in der Mitte des Vier-Wege-Pads ruft ein Schnellmenü mit aufnahmespezifischen Parametern auf. Hier finden sich beispielsweise Einstellungen zu Weißabgleich, Farbstilen, Belichtungsreihen, Serienbildmodus, Blitzbelichtungskorrektur, Neutraldichtefilter, Bildseitenverhältnis, RAW-/JPEG-Aufnahme und JPEG-Kompression. Wenn einzelne Optionen aufgrund von Einstellungskonflikten nicht zur Verfügung stehen, graut die G12 diese allerdings leider aus, ohne eine Erklärung zu liefern. Hier muss man sich anfangs auf die eine oder andere lästige Schnitzeljagd gefasst machen.

Ein Druck auf die Menu-Taste bringt das Hauptmenü aufs Display. Es gliedert sich in drei verschiedene Kategorien: Aufnahmeeinstellungen, Kameraeinstellungen und Häufig verwendete Funktionen registrieren. In letzterem Punkt kann der Fotograf häufig benutzte Einstellungen dem Schnellmenü hinzufügen oder sie entfernen. Das Bedienkonzept geht auf – man muss sich nicht auf lange Suchorgien oder dergleichen gefasst machen.

Ausstattung

Die Canon PowerShot G12 bringt die gleiche Kombination aus Bildsensor und Objektiv mit wie ihre Vorgängerin. Der 1/1,7 Zoll große CCD-Sensor bietet rund 50 Prozent mehr Platz für einfallendes Licht als die bei Kompaktkameras üblichen 1/2,3-Zoll-Chips. Hinzu kommt, dass die Auflösung lediglich 10 Megapixel beträgt. Es teilen sich also vergleichsweise wenige Pixel die Fläche. Zum Vergleich: Viele der auf der CES vorgestellten Digicams [7] lösen 16 Megapixel auf. Je größer die Bildpunkte auf dem Sensor sind, mit desto niedrigeren Empfindlichkeiten lassen sie sich auslesen. Das wiederum sorgt für weniger Störungen und damit für eine bessere Bildqualität.

Das Objektiv bietet nach wie vor einen fünffachen optischen Zoom, dessen Brennweitenbereich von 28 bis 140 Millimeter reicht. Die größten Blendenöffnungen betragen F2,8 im Weitwinkel und F4,5 im Telebereich. Damit ist die G12 zwar vergleichsweise lichtstark, doch die Konkurrenten von Olympus, Panasonic und Samsung [8] schaffen hier mit F1,8 beziehungsweise F2,0 im Weitwinkel ein ganzes Eck mehr. Zwischen F2,0 und F2,8 liegt eine Blende und damit reicht bei F2,0 die halbe Belichtungszeit aus wie bei F2,8, um ein ebenso ausgeleuchtetes Foto zu schießen.

Für die Irisblende stehen im Weitwinkel insgesamt zehn Werte zwischen F2,8 und F8,0 zur Verfügung. Im Telebereich sind es immerhin noch sechs Optionen zwischen F4,5 und F8,0. Die Verschlusszeiten lassen sich zwischen 1/4000 und 15 Sekunden variieren. Für die Empfindlichkeit gibt es Werte zwischen ISO 80 und ISO 12.800 zur Auswahl. Wer auch bei Einsatz der ISO-Automatik von rauschenden Fotos verschont bleiben möchte, kann die Empfindlichkeit mit der ISO-Sperre auf einen Maximalwert von 400, 500, 640, 800, 1000, 1250 oder 1600 beschränken.

Die Canon G12 bietet jede Menge Features für anspruchsvolle Fotografen. Die halbautomatischen Aufnahmeprogramme Blenden- und Verschlusszeitpriorität gehören bei einer Kamera dieser Klasse ebenso zum Pflichtprogramm wie eine Belichtungsreihenfunktion: Es sind maximal drei Aufnahmen mit jeweils bis zu zwei Blenden Abstand möglich. HDR-Fans, die sich das Herumgefrickel mit Photomatix & Co. sparen möchten, können mit der G12 auch direkt HDR-Bilder aufnehmen. Allerdings gibt es hier weniger Kontrolle über das Endergebnis, und zudem funktioniert das Feature nur mit Stativ – die Kamera bestraft winzigste Verwacklungen sofort mit Geisterbildern.

Praktisch für den manuellen Fokus ist die Fokus-Aufnahmereihe. Ist das Feature aktiviert, nimmt die Kamera drei Bilder mit leicht versetzter Fokussierung auf. Lag der Fotograf beim händischen Scharfstellen etwas daneben, landet im Idealfall trotzdem eine korrekt fokussierte Aufnahme auf der Speicherkarte.

Der Selbstauslöser der G12 ist überdurchschnittlich umfangreich: Für das Zeitintervall stehen Werte zwischen 1 und 30 Sekunden zur Verfügung, die Zahl der Aufnahmen lässt sich zwischen einer und zehn variieren. Ein ebenfalls sehr willkommenes Feature ist die digitale Wasserwaage. Sie zeigt an, wie schief die Kamera steht und erspart es so dem Fotografen, im Nachhein die Fotos per Bildbearbeitung geraderücken zu müssen.

Außerdem bietet die Canon PowerShot G12 einen Neutraldichte-Filter. Dabei handelt es sich im wesentlichen um einen kleinen Filter, der bei Bedarf vor den Bildsensor klappt, und einen Teil des einfallenden Lichts schluckt. Dadurch ist es möglich, die Belichtungszeit der Kamera künstlich zu verlängern. Das ist beispielsweise praktisch, um bei Tageslicht fließendes Gewässer mit langen Verschlusszeiten und damit sehr weich auf den Fotos abzubilden. Der ND-Filter der G12 reduziert das einfallende Licht um drei Blendenstufen und damit die Belichtungszeit um den Faktor acht – beispielsweise von 1/40 auf 1/5 Sekunde.

Fortgeschrittene Fotografen dürften sich bei der G12 auch über die Möglichkeiten zur Individualisierung freuen. Neben den Punkten im Schnellmenü, den beiden C1- und C2-Slots auf dem Modusrädchen und der Funktion der Direktwahltaste, lassen sich auch die Funktionen der beiden Einstellrädchen auf der Vorder- und Rückseite konfigurieren – und zwar nicht nur zum Einstellen von Blende und Belichtungszeit, sondern beispielsweise auch von Weißabgleich und Bildseitenverhältnis.

Praktisch: Die "Direktwahltaste" links über dem Display lässt sich mit verschiedenen Funktionen belegen.
Praktisch: Die „Direktwahltaste“ links über dem Display lässt sich mit verschiedenen Funktionen belegen.

Êine vollständige Liste aller Funktionen gibt es im Handbuch auf der Webseite des Herstellers [9]. Die im Lieferumfang mit der Kamera enthaltene Anleitung ist übrigens alles andere als ausführlich. Immerhin: Auf der mitgelieferten CD befindet sich ein digitales Handbuch. Wer Papier lieber mag als Bits und Bytes, der kann sich die Bedienungsanleitung auch hier [10] für 13 Euro bestellen.

Leistung

Die Canon PowerShot G12 liefert bei der Geschwindigkeit eine durchschnittliche Leistung ab. Die Kamera braucht mit 2,9 Sekunden nach dem Betätigen des Einschalters recht lange, bis das erste Foto im Kasten ist. Im JPEG-Modus genehmigt sie sich zwischen jedem weiteren Bild eine Verschnaufpause von 1,1 Sekunden. Bei der RAW-Aufnahme verschlechtert sich dieser Wert auf 1,7 Sekunden. Mit auf voller Leistung eingestelltem Blitz verlängert sich die Zwangsunterbrechung auf 4,4 Sekunden. Bei einem Drittel der Maximalleistung liegt die Knipsunterbrechung im JPEG-Modus allerdings bei nur noch 1,5 Sekunden.

Bei guten Lichtverhältnissen braucht die G12 0,4 Sekunden, um auf das Motiv zu fokussieren und das Bild aufzunehmen. Bei Motiven mit niedrigen Kontrasten verschlechtert sich dieser Wert auf durchschnittlich 0,8 Sekunden. Der Serienbildmodus ist mit 2,1 Bildern pro Sekunde zwar recht flott, die G12 erreicht diesen Wert jedoch nur mit ab dem ersten Foto festlegten Aufnahmeparametern. Sprich: Blende, Belichtungszeit und Fokus werden hier nicht mehr nachgeregelt, und bei während des Dauerfeuers wechselnden Aufnahmebedingungen misslingt ein Teil der Bilder. Soll die Kamera konstant die Einstellungen nachregeln, sinkt die Serienbildgeschwindigkeit auf 0,8 Bilder pro Sekunde.

Alles in allem macht die Canon PowerShot G12 einen halbwegs flotten Eindruck. Die Menüs reagieren zügig, und die Auslöseverzögerungen bewegen sich auf einem vernünftigen, wenngleich nicht gerade rekordverdächtigen Niveau. Dennoch: Wie bei allen Kompaktkameras in dieser Klasse sind Schnappschüsse von schnell bewegten Objekten eher Glückssache – dafür ist der Fokus einfach zu langsam. Die G12 fühlt sich bei vergleichsweise statischen Motiven zu Hause, etwa bei Portrait- und Landschaftsfotos. Der Bildstabilisator leistet im übrigen gute Dienste. Uns gelingen im Weitwinkel auch Fotos mit einer Belichtungszeit von 1/8 Sekunde noch zuverlässig scharf.

Bildqualität

Die Canon PowerShot G12 bietet eine hervorragende Bildqualität. Bei ISO 80 bis 200 bringt sie Details gestochen scharf auf die Fotos und überzeugt mit lebendigen, ansprechenden Farben. Ab ISO 400 tritt eine minimal sichtbare Körnung auf. Ab ISO 800 gehen die ersten feinen Details verloren, und die Farben werden durch die einsetzende Rauschunterdrückung blasser. Wer nicht im JPEG-, sondern im RAW-Modus fotografiert, erhält mit ISO 800 jedoch noch sehr ordentliche Fotos mit schönen Farben.

Mit ISO 1600 und ISO 3200 geschossene Fotos rauschen ziemlich stark. Wer sich die Mühe macht, im RAW-Format zu fotografieren und die Bilder beispielsweise mit dem mitgelieferten Digital Photo Professional in JPEGs zu konvertieren, kann hier noch einiges herausholen. Dennoch eignen sich diese beiden Empfindlichkeiten eher für Notfälle – und die resultierenden Fotos in erster Linie für kleine Ausdrucke oder für Facebook & Co.

Bis einschließlich ISO 400 weisen die JPEG-Fotos der PowerShot G12 sehr schöne, lebendige und strahlende Farben auf. Auch die automatische Belichtung leistet zuverlässig sehr gute Dienste – mit über- oder unterbelichteten Bildern haben wir praktisch nicht zu kämpfen. Der Weißabgleich arbeitet ebenfalls sehr ordentlich.

Leider verzerrt das Objektiv im Weitwinkel deutlich tonnenförmig. Vergleicht man die RAW- und die JPEG-Dateien miteinander, sieht es so aus, als würde die G12 keinerlei Korrekturen in der kamerainternen Bildverarbeitung vornehmen. Digital Photo Professional bietet aber immerhin eine Möglichkeit, die Bilder recht effektiv zu entzerren. Wie jede digitale Bildbearbeitung geht das allerdings mit einem Verlust an Bildqualität einher.

Die Schärfe des Objektivs ist in der Mitte ausgezeichnet und lässt auch zu den Bildrändern und -ecken hin nicht merklich nach. Mit Farbsäumen hat die Optik eher selten zu kämpfen. Die Abbildungsfehler treten nur gelegentlich an Übergängen mit extrem hohen Kontrasten auf.

Die Qualität der 720p-Videos ist ausgezeichnet. Die Mikrofone nehmen den Ton sehr sauber und klar auf. Leider gibt es keinen Eingang, um ein externes Mikrofon anzuschließen.

Fazit

Evolution statt Revolution. Canon setzt mit der PowerShot G12 die G-Serie sinnvoll fort und bringt hier und dort kleine Verbesserungen ein. Wer die Vorgängerin G11 besitzt, findet in der G12 – abgesehen möglicherweise vom höher auflösenden Videomodus – kaum einen Grund, sofort upzugraden. Aber wer nach einer kompakten Ergänzung zur Spiegelreflexkamera oder nach einer anspruchsvollen Digicam mit zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten und einer hervorragenden Bildqualität sucht, ist hier goldrichtig.

Bei schlechten Lichtverhältnissen bieten allerdings die Samsung EX1 [2], die Panasonic Lumix DMC-LX5 [4], die Olympus XZ-1 [3] und nicht zuletzt auch die hauseigene PowerShot S95 [5] Vorteile durch ihre lichtstärkeren Objektive. Eine weitere aktuelle Konkurrentin ist Nikons P7000 [1], die von allen anspruchsvollen Kompaktkameras den derzeit stärksten Zoom mitbringt.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41545570/canon-powershot-g12-hervorragende-kompaktkamera-fuer-anspruchsvolle-fotografen/

URLs in this post:

[1] Nikon: https://www.cnet.de/tests/digicam/41543095/nikon_coolpix_p7000_im_test_kompaktkamera_mit_grossem_sensor_und_7_fach_zoom.htm

[2] Samsung: https://www.cnet.de/tests/digicam/41533800/samsung_ex1_im_test_high_end_kompaktkamera_mit_lichtstarker_optik.htm

[3] Olympus: https://www.cnet.de/blogs/alpha/kameras/41544282/ces_2011_erste_eindruecke_von_der_olympus_xz_1_mit_f1_8_zoomobjektiv.htm

[4] Panasonic: https://www.cnet.de/tests/digicam/41539174/panasonic_lumix_dmc_lx5_im_test_ausgezeichnete_kompaktkamera_fuer_anspruchsvolle.htm

[5] PowerShot S95: https://www.cnet.de/tests/digicam/41538456/canon_powershot_s95_im_test_lichtstarke_mini_kamera_mit_toller_bildqualitaet.htm

[6] G11: https://www.cnet.de/tests/digicam/41524937/canon_powershot_g11_kompaktkamera_fuer_anspruchsvolle.htm

[7] CES vorgestellten Digicams: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/trends-technik/41545011/trends_von_der_ces_das_koennen_kameras_und_camcorder_im_jahr_2011.htm

[8] Samsung: http://www.cnet.de/unternehmen/samsung/

[9] Webseite des Herstellers: http://de.software.canon-europe.com/products/0010976.asp

[10] hier: http://canon-bda.e-hippocampus.de/index.php?

[11] Beispielfotos: die Bildqualität der Canon PowerShot G12: https://www.cnet.de/41545569/beispielfotos-die-bildqualitaet-der-canon-powershot-g12/?pid=1#sid=41545570