Logitech G9x: Betagte, aber kompetente Laser-basierte Gaming-Maus

von Craig Simms und Gerald Strömer am , 18:46 Uhr

Pro
  • austauschbare Griffschalen
  • gute Software
Con
  • Tastenplatzierung ist suboptimal
  • kniffliges System zur Gewichtsanpassung
Hersteller: Logitech Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Obwohl die Logitech G9x definitiv eine solide Gaming-Maus ist, gibt es aufgrund ihres betagten Grunddesigns unserer Meinung nach mittlerweile bessere Alternativen für Hardcore-Gamer.

Für ambitionierte Gamer können Genauigkeit, Handling und Feeling der Maus spielentscheidend sein. Denn schließlich soll die LAN-Party nicht aufgrund einer Sehnenscheidenentzündung beendet werden. Für die Profis noch wichtiger ist natürlich eine Präzision, die den Unterschied zwischen Siegen und Verlieren bei Strategiespielen oder First-Person-Shootern ausmacht. Und genau an dieser Stelle kommt die Logitech G9x zum Einsatz.

Die G9x ist eine moderate Weiterentwicklung der vor drei Jahren in den Markt eingeführten und bei Gamern bewährten Logitech G9. Die kabelgebundene Logitech G9x kam zwar schon vor einiger Zeit in den Handel, aber wir hatten erst jetzt Gelegenheit, uns die beliebte Laser-Maus einmal zur Brust zu nehmen.

Design

Der Unterschied der G9x zum ebenfalls von uns getesteten Vorgänger Logitech G9 [1]? Höhere DPI-Auflösung – und das war es auch schon. Der Rest der Änderung beschränkt sich auf kosmetische Updates in der mitgelieferten SetPoint-Software. Aber auch das ist eher durch die verstrichene Zeit als durch dringenden Bedarf oder grundsätzliche Unterschiede zwischen G9 und G9x bedingt.

Die Maus kommt immer noch mit je einer griffigen und einer glatten Schale. Und auch das anpassbare Gewichtssystem ist noch an Bord. Wie bei der G9 ist die Nutzung des Gewichtsverteilungssystems ein bisschen nervig: Erstens muss man die Außenhülle abnehmen, um überhaupt Anpassungen vornehmen zu können, und zweitens ist das Einfädeln der Gewichte selbst eine ziemlich knifflige Sache.

Logitechs SetPoint-Software kann der Konkurrenz in Sachen Funktionalität auf Augenhöhe begegnen. Gleichzeitig wäre mal eine dringende Überarbeitung nötig: Manche Elemente sucht man ewig - und aus irgendeinem bizarren Grund benötigt sie ein horizontale Auflösung von wenigstens 1200 Pixeln, damit keine Scrollleisten auftauchen. [2]
Logitechs SetPoint-Software kann der Konkurrenz in Sachen Funktionalität auf Augenhöhe begegnen. Gleichzeitig wäre mal eine dringende Überarbeitung nötig: Manche Elemente sucht man ewig – und aus irgendeinem bizarren Grund benötigt sie ein horizontale Auflösung von wenigstens 1200 Pixeln, damit keine Scrollleisten auftauchen.

Bis zu vier Gewichte können in der Maus untergebracht werden. Logitech liefert dazu je vier 7 und 4 Gramm schwere Gewichte mit, die der Spieler nach Belieben kombinieren kann. In dieser Hinsicht bietet die neuere und ebenfalls von Logitech stammende G500 ein im direkten Vergleich wesentlich eleganteres und flexibleres System an.

Ausstattung & Features

Auf der Oberseite finden sich die linke und rechte Maustaste sowie ein Scrollrad, dem Logitech eine Side-Scrolling-Funktion spendiert hat. Zwei Daumentasten auf der linken Seite und ein nicht ganz einfach zu erreichender – aber im Gegenzug auch nicht so leicht unabsichtlich zu betätigender – DPI-Schalter unter der linken Maustaste runden die Ausstattung in Sachen Tasten ab. Bis zu fünf verschiedene DPI-Einstellungen sind einstellbar. Die Empfindlichkeit in der X- und Y-Achse kann dabei jeweils separat konfiguriert werden.

Die Maus unterstützt eine von Logitech als Angle Snapping benannte Funktion, die sich an der Vorhersage versucht, ob man ein gerade Linie zu ziehen versucht. Wenn ja, glättet die Software die Eingabe entsprechend, um ein präziseres Resultat zu vermitteln. Das funktioniert in den meisten Fällen sogar gut. Wer sich aber lieber nicht von Fahrhilfen bevormunden lassen möchte, schaltet die Option einfach ab.

Man kann eine USB-Polling-Rate von bis zu 1.000 Hz einstellen, komplette Profile mit individuellen Tastenbelegungen und Makros direkt in der Maus ablegen (und ist damit nicht nur an den eigenen Rechner gebunden) und kann – wenn man Wert darauf legt – auch die Farbe der DPI-Anzeige anpassen. Man kann sogar in Abhängigkeit vom gestarteten Programm automatisch bestimmte Profile starten lassen.

Man kann bis zu fünf verschiedene DPI-Einstellungen vorprogrammieren und in der Maus ablegen, zwischen denen man dann schnell umschalten kann. [3]
Man kann bis zu fünf verschiedene DPI-Einstellungen vorprogrammieren und in der Maus ablegen, zwischen denen man dann schnell umschalten kann.

Zwei weitere Tasten sitzen auf der Unterseite der Maus. Mit der ersten schaltet der Anwender zwischen gespeicherten Profilen um und mit der zweiten zwischen Freilauf- (Free Spin) und Raster-Modi (Detent) für das Scrollrad. Der Free-Spin-Modus eignet sich grundsätzlich besser für das Durchblättern großer Textmengen, der zweite empfiehlt sich für Games. Logitech nennt diese Funktion übrigens Micro Gear. Mit der Einführung der G500 hat der Hersteller aber einen besseren Platz für diesen Umschalter gefunden: Direkt unterhalb des Scrollrads.

Software & Performance

Lediglich die linke Maustaste und das Nach-oben-/Nach unten-Blättern kann nicht angepasst werden. Alle anderen Tasten sind über die Logitech-Software nach Belieben konfigurierbar. Das Programm bietet sogar einen Makro-Editor, der auch Mausereignisse (Klicks, Bewegungen, …) aufzeichnet. Der Makro-Manager ist gut durchdacht und begegnet konkurrierenden Lösungen auf Augenhöhe.

Abgesehen von der linken Maustaste und der Bild-auf-/Bild-ab-Funktion des Mausrads kann man die Tasten beliebig belegen. [4]
Abgesehen von der linken Maustaste und der Bild-auf-/Bild-ab-Funktion des Mausrads kann man die Tasten beliebig belegen.

In ein paar Test-Sessions mit Serious Sam: HD und Left 4 Dead zeigte sich die Logitech G9x als kompetenter und präziser Spielpartner, gleitet aber nicht ganz so flüssig wie neuere Gaming-Mäuse à la SteelSeries Xai oder Roccat Kova.

Fazit

Obwohl der Listenpreis der Logitech G9x mit 79,99 Euro nach unserer Meinung für heutige Verhältnisse eindeutig zu hoch ist, bekommt man sie am Markt bereits zu angemessenen Preisen ab gut 50 Euro. Die Maus selbst ist ein solider, zuverlässiger und akkurater Vertreter der Gamin-Kategorie, kommt mit einer guten Software und krankt lediglich an einem etwas unausgegorenen Gewichtsanpassungssystem. Alles in allem ist das eine Maus, bei der man nicht viel falsch machen kann.

Spezifikationen

  • Peripherie-Typ - Maus
  • Kommunikation - Kabel

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41545790/logitech-g9x-betagte-aber-kompetente-laser-basierte-gaming-maus/

URLs in this post:

[1] Logitech G9: https://www.cnet.de/tests/peripherie/39185931/fuer_jede_hand_logitech_g9_lasermaus.htm

[2] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41545790/logitech_g9x_-_detail_1v3.jpg

[3] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41545790/logitech_g9x_-_detail_2v3.jpg

[4] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41545790/logitech_g9x_-_detail_3v3.jpg