Dann bleibt nur noch WLAN übrig, und das unterstützt das One nach den verbreiteten b- und g-Standards. Die flotte Variante nach 802.11n versteht es nicht, aber das ist bei einem Handy in der Praxis auch kaum nötig. Zur Übertragung von Dateien an andere Handys oder fürs Freisprechen im Auto ist Bluetooth mit an Bord. Und dank des integrierten GPS-Empfängers findet es problemlos seine Position in Google Maps. Wer über eine mobile Internet-Flatrate verfügt, kann auch Googles kostenlosen Navigationsdienst verwenden. Dazu passt die vereinfachte Auto-Ansicht, die nur die wichtigsten Icons groß auf dem Display darstellt, wenn das Handy in einer Halterung im Fahrzeug steckt.

Der integrierte Speicher ist mit 150 MByte für Apps durchschnittlich bemessen. Da Android 2.2 installiert ist, lassen sich speicherhungrige Anwendungen auch auf die SD-Karte auslagern – in der Praxis sollte man mit dieser Ausstattung als Durchschnittsnutzer problemlos auskommen. Für Fotos, Videos, Dokumente, Musik & Co. stehen darüber hinaus 2 GByte Speicher auf der mitgelieferten microSD-Karte zur Verfügung. Wer damit nicht zurechtkommt, kann die Karte auch austauschen und so bis zu 32 GByte Kapazität erhalten.

Das Display ist mit 3,2 Zoll ein Stück kleiner als das des iPhone (3,5 Zoll). Mit einer Auflösung von 320 mal 480 Bildpunkten wirken Inhalte schön scharf. Noch dazu gefällt uns die kräftige Darstellung von Farben. Auch die maximale Helligkeit kann sich sehen lassen, allerdings regelt das Optimus One die Display-Beleuchtung mangels Sensor für die Umgebungshelligkeit nicht automatisch. Auf den wichtigen Näherungssensor, der den Touchscreen beim Telefonieren abschaltet, hat der Hersteller aber glücklicherweise nicht verzichtet – denn mit der Wange löst man ansonsten schnell mal unbeabsichtigte Funktionen aus. Auch an den Beschleunigungssensor hat LG gedacht.

Die Kamera auf der Rückseite nimmt Bilder mit 3 Megapixeln auf. Eine Foto-LED gibt es ebensowenig wie eine zweite Kamera auf der Vorderseite.

Softwareseitig kann sich das LG durchaus sehen lassen. Mit Android 2.2 ist die (fast) aktuellste Version des Google-Handybetriebssystems vorinstalliert. Die Anpassungen der Oberfläche beschränken sich auf wenige Details wie Tastatur und Startassistent, aber im Groben und Ganzen kommt hier ein ziemlich unverändertes Android zum Einsatz. Glücklicherweise, könnte man fast meinen. Denn viele der LG-Anpassungen sind nett gemeint, aber leider nicht so perfekt, wie sie sein sollten. Die Tastatur beispielsweise wirkt im Hochformat schon arg gequetscht. Wohl dem, der mit der Texteingabehilfe T9 zurechtkommt – denn der kann einfach auf die Handytastatur mit deutlich größeren Zifferntasten umschalten. Auch das Wetter-Widget ist nicht so perfekt, wie es sein sollte. Es funktioniert und sieht gut aus, aber schon beim ersten Start des Handys läuft hier Text ins Bild: Man soll eine Stadt auswählen. Das sieht einfach unprofessionell aus. Wir wollen also eine Stadt auswählen, und stolpern direkt über den nächsten kleinen Bug: „München“ oder „Munich“ findet das Handy nicht. Man muss schon „Munchen“ eingeben, um zum Ziel zu kommen. Und eben dieses falsch geschriebene „Munchen“ steht nun auch prominent auf unserem Homescreen.

Aber das sind Kleinigkeiten. Denn sowohl die Wetter-App als auch die Tastatur lassen sich dank des offenen Android-Betriebssystems ja einfach austauschen. Über den Market können Käufer des Optimus One über 200.000 verschiedene Apps und Spiele aus allen Bereichen herunterladen und ihr Handy bis ins Detail an ihre Bedürfnisse anpassen. Vorinstalliert sind die klassischen Google-Apps wie Mail, Market, Maps und Kalender, dazu kommt ein guter Webbrowser mit Flash-Unterstützung. Außerdem hat LG ein eigenes Programm zum Empfehlen von Apps, eine Office-Software sowie Clients für Xing und die VZ-Netzwerke dazugepackt. Und die Tatsache, dass es eine Update-Benachrichtigungs-App gibt, lässt hoffen, dass die Koreaner künftige Android-Updates auch brav nachliefern.

Leistung

Im Inneren werkelt ein 600-MHz-Prozessor, dem 512 MByte RAM zur Verfügung stehen. Während die Arbeitsspeicherausstattung überdurchschnittlich ist, zieht die Prozessorleistung kaum noch einen Hund hinterm Ofen hervor. Wobei das zumindest derzeit eher ein theoretisches Problem ist, denn in der Praxis reagiert das Gerät angenehm flott. Große Wartezeiten gibt es nicht, und auch die üblichen Android-Kultspiele wie Angry Birds laufen problemlos. Allerdings gehen wir davon aus, dass der Leistungsbedarf der Android-Plattform und ihrer Apps im Laufe des Jahres steigen wird – denn im nächsten Monat wird es auf dem Mobile World Congress in Barcelona einige spannende Smartphones mit Dual-Core-CPU zu sehen geben. Im Quadrant-Benchmark erreicht das Gerät mit 418 Punkten dementsprechend auch nur ein mäßiges Ergebnis. Selbst das inzwischen schon über ein Jahr alte Google Nexus One hat hier mit der gleichen Android-Version fast die dreifache Punktzahl.

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