Im Videomodus ist der Stabilisator übrigens deaktiviert. Hier versucht Olympus, Verwacklungen digital zu vermeiden und schiebt anstelle des Bildsensors den auf dem Chip ausgelesenen Bereich hin und her. Das funktioniert in der Praxis erfreulich gut. Der Verwacklungsschutz lässt sich wahlweise abschalten, ausschließlich in horizontaler oder in vertikaler oder in beiden Richtungen aktivieren. Wer beispielsweise ein vorbeiflitzendes Rennauto im Querformat fotografieren und die Kamera dazu mitziehen möchte, sollte den horizontalen Stabilisator deaktivieren, um Verzögerungen zu vermeiden.

Die Olympus E-5 bietet eine recht flexible Belichtungsreihenfunktion. Sie schießt wahlweise zwei, drei, fünf oder sieben Bilder mit Helligkeitsabständen von maximal 1,0 (zwei, drei und fünf Fotos) beziehungsweise 0,7 Blenden (sieben Fotos). Schade: größere Abstände sind nicht möglich. Dafür gibt es neben den Helligkeits-Belichtungsreihen auch ISO-Reihen, Blitzbelichtungsreihen und Weißabgleichreihen.

Wer häufig schnell zwischen verschiedenen Einstellungen wechseln muss, freut sich über die vier MySet-Slots. Hier lassen sich verschiedene Blöcke an Einstellungen ablegen und jederzeit nach einem Druck auf Mode mit dem Daumen auf dem rückseitigen Rändelrädchen auswählen.

Die Olympus E-5 bietet eine ganze Reihe von verschiedenen Bildstilen. Es gibt die recht gewöhnlichen Profile Vivid, Natural, Muted und Portrait, einen Slot für benuterspezifische Farbeinstellungen, eine Schwarzweißfunktion und i-Enhance. Letztere Einstellung sorgt für kräftigere Farben. Außerdem bietet die DSLR noch zehn verschiedene Art Filter, die allesamt für nette Effekte sorgen. Neu hinzugekommen ist der Filter Dramatischer Effekt – die Ergebnisse erinnern an etwas überdrehte HDR-Fotos, sehen aber recht interessant aus. Daneben gibt es noch die Filter Pop Art, Soft Focus, Blasse Farben, Weiches Licht, Monochrom Film, Lochkamera, Diorama, Crossentwicklung und Zartes Sepia.

Ob dieser Bildbearbeitungsschnickschnack in einer Kamera in dieser Preisklasse etwas verloren hat, darüber lässt sich trefflich streiten. Aber eines steht fest: Uns hat’s im Test Spaß gemacht, mit den verschiedenen Filtern herumzuspielen. Zumal die Effekte für wirklich sehr schöne Ergebnisse sorgen. Natürlich kann man die Fotos auch später am Rechner mit Photoshop & Co. bearbeiten. Aber gerade bei Schnappschüssen macht man’s in der Praxis dann eben doch nicht. Leider ist es nicht möglich, die Intensität der einzelnen Programme einzustellen. Und gerade bei den aufwändigeren Effekten muss man durchaus ein paar Sekunden Verarbeitungszeit pro Foto einkalkulieren. Die Filter funktionieren übrigens auch im Videomodus, sorgen allerdings teilweise für ein recht starkes Flimmern. Wer sich an den Effekten stört, kann sie in den Tiefen des Hauptmenüs übrigens auch komplett abschalten – dann tauchen sie nicht zusammen mit den Bildstilen auf.

Wer sich im Flugzeug langweilt, kann sich auch bei nicht vorhandenen Fotomotiven mit der E-5 die Zeit vertreiben. Nein – Spiele gibt’s leider nicht. Aber dafür einen recht fortgeschrittenen Bildbearbeitungsmodus. Bei den JPEG-Fotos lassen sich beispielsweise Gegenlicht, Hautunreinheiten oder rote Augen korrigieren, das Seitenhältnis und die Sättigung ändern. Auf Wunsch kann man die Bilder auch in Schwarzweiß oder Sepia konvertieren und zurechtstutzen. Nett ist auch die Möglichkeit, bis zu vier Aufnahmen zu überlagern. Zwar gibt’s insgesamt recht viele verschiedene Möglichkeiten, doch diese bieten nicht allzu feinfühlige Einstellungsmöglichkeiten.

Leistung

Sieht man einmal vom Serienbildmodus ab, ist die E-5 schnell. Sehr schnell. Laut Olympus soll sie das derzeit schnellste Autofokus-Modul der Welt besitzen. Wir machen die Probe aufs Exempel. Bei guten Lichtverhältnissen braucht die Digicam gerade einmal knapp 0,2 Sekunden, um auf das Motiv zu fokussieren und es abzulichten. Im Zwielicht verschlechtert sich die Auslöseverzögerung auf immer noch vergleichsweise sehr flotte 0,4 Sekunden. Damit zeigt sie den Konkurrenten Canon EOS 7D und Nikon D300s die Rücklichter.

Bis nach dem Betätigen des Einschalters das erste Foto im Kasten ist, vergehen durchschnittliche 0,9 Sekunden – das kann die Konkurrenz von Canon und Nikon wiederum etwas besser. Zwischen zwei JPEG-Fotos vergehen 0,3 Sekunden, zwischen zwei RAW-Fotos genemigt sich die E-5 eine Verschnaufpause von 0,4 Sekunden. Das ist flott und auf dem Niveau der Marktbegleiter.

Der Serienbildmodus hinkt mit 4,8 gemessenen Aufnahmen pro Sekunde allerdings ein Stück hinterher. Die Nikon D300s schafft im Test 6,8, die Canon EOS 7D sogar 7,3 Fotos pro Sekunde. Wer nicht gerade professionelle Sportfotos schießen möchte, dürfte in den meisten Fällen allerdings auch mit den 4,8 fps gut klarkommen.

Der Kontrast-Autofokus im Live-View-Modus ist sehr langsam. Er trifft bei kontrastreichen Motiven zwar recht gut ins Ziel, lässt sich hier aber auch viel Zeit. Das ist allerdings bei den meisten Spiegelreflexkameras nicht anders. Lediglich Sony hat hier mit diversen Hybrid-Autofokus-Modi die Nase etwas vorne.

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu Olympus E-5 im Test: blitzschnelle Profi-DSLR mit toller Bedienung und kleinem Sensor

  • Am 5. Februar 2011 um 11:27 von Georg May

    Plympus E-5
    Es ist schon ertaunlich wenn die Tester hier die E-5 für 1800 Euro kaufen und dann über den hohen Preis mäkeln….

    • Am 12. März 2011 um 19:11 von Alexander

      AW: Plympus E-5
      Sie denken wohl nicht im ernst, dass die Tester die Kameras kaufen, um diese anschließend zu begutachten?
      Die Industrie liefert Testgeräte umsonst (für 2 Wochen oder so).
      Beste Grüße

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