Klipsch Image One: preiswerter Kopfhörer mit tollem Sound und starkem Bass

von Gerald Strömer und Steve Guttenberg am , 18:28 Uhr

Pro
  • leichtes On-Ear-Design
  • Ohrmuscheln lassen sich für Transport und Aufbewahrung einklappen
  • gute Isolierung von Umgebungsgeräuschen
  • harmoniert großartig mit iPods
  • 2 Jahre Garantie
Con
  • kann bei langer Nutzung unbequem werden
Hersteller: Klipsch Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,7 von 10 Punkte
Fazit:

Der Bass des Klipsch Image One übertrifft die Konkurrenz, und die dichten Ohrmuscheln schirmen den Träger vor Umgebungsgeräuschen ab. Mit geschlossenem Design, soliden zwei Jahren Garantie und natürlicherem Klang als viele doppelt so teure Konkurrenzmodelle ist der preiswerte Kopfhörer Klipsch Image One allemal eine Empfehlung wert.

Der ab 115 Euro erhältliche Image One ist Klipschs erster On-Ear-Kopfhörer im Full-Size-Format. Bislang hatte sich der Hersteller in erster Linie mit In-Ear-Stöpseln einen Namen gemacht. Ob sich der Hersteller beim Betreten von Neuland die Finger verbrennt oder die Konkurrenz aus den Socken pustet? Wir waren schwer gespannt, als der Image One in der Redaktion eintrudelte.

Und tatsächlich: Klipschs Erfahrung im Bereich der High-Fidelity-Klangkomponenten macht sich beim ersten Kopfhörer bemerkbar. Der Image One klingt so gut, dass selbst etliche doppelt so teure Konkurrenten vor Neid erblassen. Aber leider besteht ein Kopfhörer nicht nur aus Klang – bei der Ergonomie wird klar, dass der Hersteller hier bislang nur wenige Erfahrungen gesammelt hat.

Design und Features

Herzstück des 138,3 Gramm schweren Kopfhörers sind die schwenkbaren Ohrmuscheln, die mit Lederverkleidung, Hochglanz-Schwarz und Chrom-Akzenten optisch keine schlechte Figur machen. Die Ohrenpolster sind mit ungewöhnlich weichem Memory-Schaum gefüllt, der sich den Ohren sehr gut anpasst, die Isolation zur Außenwelt verbessert und die Basswiedergabe verstärkt.

Laut Klipsch ist der Image One einer der ersten On-Ear-Kopfhörer, der ein iOS-kompatibles Mikrofon und eine mit drei Buttons bestückte Kabelfernsteuerung zum Annehmen von Anrufen und zur Steuerung von Apple [1]-Geräten bietet. Das Mikro hat einen 360-Grad-Aufnahmebereich und verfügt über eine Echounterdrückung zur Verbesserung der Aufnahmeklarheit. Die in den Ohrmuscheln integrieren Treiber sind 40 Millimeter groß und haben eine Impedanz von 32 Ohm.

Praktisch: Dank schwenkbarer Ohrmuscheln kann der Klipsch Image One platzsparend verstaut und aufbewahrt werden. Eine stabile Tasche wird bereits mitgeliefert. [2]
Praktisch: Dank schwenkbarer Ohrmuscheln kann der Klipsch Image One platzsparend verstaut und aufbewahrt werden. Eine stabile Tasche wird bereits mitgeliefert.

Die Ohrmuscheln lassen sich schwenken, so dass der Kopfhörer unkompliziert in der mitgelieferten Transporttasche verstaut werden kann. Das rund 135 Zentimeter lange gummierte Kabel scheint nur durchschnittlich belastbar zu sein, aber immerhin wird die schwächste Stelle – der Anschluss – durch ein spezielles Entlastungsdesign geschützt. Und da der Hersteller dem Image One zwei Jahre Garantie mit auf den Weg gibt, scheint sich Klipsch bezüglich der Haltbarkeit keine großen Sorgen zu machen. Im Lieferumfang finden sich übrigens noch ein 6,35-Millimeter-Klinke- und ein Flugzeug-Adapter.

Performance

Wir testeten den Image One zusammen mit dem Kopfhörerverstärker Schiit Audio Asgard und einem Apple iPod Classic. Der Image One hat einen ausgewogeneren Klang als der in Deutschland zu Preisen ab 255 Euro erhältliche Grado SR225i und ist auch spürbar lauter. Der Grado ist als offener Kopfhörer konzipiert und zentriert den Sound weniger „mitten im Kopf“ als der geschlossene Klipsch. Bei der Wiedergabe des Band-of-Joy-Albums von Robert Plant ist der Bass des Image One fast etwas zu dominant und dröhnend. Der kontrolliertere Bass des Grado SR225i ist doch eher unser Geschmack.

Obwohl der Grado an einem iPod oder einem anderen portablen Audio-Player genutzt werden kann, ist er doch daheim besser aufgehoben. Ein besserer Sparring-Partner für den Image One ist der hierzulande ab 278 Euro erhältliche On-Ear-Kopfhörer P5 von Bowers & Wilkins, der speziell für portable Audio-Player entwickelt wurde.

Wir hören uns die beiden abwechselnd mit CDs der Brooklyner Soul-Truppe Sharon Jones and the Dap-Kings an. Der Image One und der P5 weisen einen sehr ähnlichen Klang auf. Der P5 hat einen besser definierten Bass und spielt etwas breiter auf, aber der Image One ist dynamischer und bietet bessere Details in den Höhen, sodass Schlagzeuge und Blechinstrumente natürlicher klingen.

Da der Image One zudem externe Geräusche noch besser ausblendet als der P5 und hierzulande deutlich weniger als die Hälfte des P5 kostet, würden wir in diesem Vergleich jederzeit den Klipsch Image One vorziehen.

Der Klipsch Image One hat einen erstaunlich ausgewogenen Klang mit starkem Bass, warmen Mitten und detaillierten Höhen. [3]
Der Klipsch Image One hat einen erstaunlich ausgewogenen Klang mit starkem Bass, warmen Mitten und detaillierten Höhen.

Der Sennheiser HD 555 (ab 125 Euro) klingt noch etwas offener als der P5 und ist zudem der komfortabelste aller hier erwähnten Kopfhörer. Beim Vergleich des Sennheiser-Kopfhörers mit dem Klipsch Image One anhand der DVDs der TV-Serie Lost: Season 2 fiel uns auf, dass der Image One die Inselgeräusche mehr inmitten des Kopfs platziert, während der HD 555 die Klänge etwas weiter außen abbildet, was letztlich etwas natürlicher klingt. Sennheisers neues Modell HD 598 (ab 160 Euro) ist in dieser Hinsicht noch besser.

Der Bass des Image One übertrifft alles in allem den von Kopfhörern, die einen mehr als doppelt so hohen Listen- und Marktpreis haben. Er könnte für einige Nutzer bereits zu viel des Guten sein, während ihn andere gerade deswegen lieben werden. Der Image One bietet aber nicht nur Bass: Sein Sound ist ausgewogen, die Mitten – wichtig für Stimmen und viele Instrumente – klingen größer und wäremer als bei vielen anderen Kopfhörern.

Fazit

Der Klipsch Image One ist für kürzere Zeiträume durchaus komfortabel, aber wenn man ihn über längere Zeit trägt, wird er unbequem. Dafür punktet er mit einem für diesen Preis sehr ausgewogenen Klang und einer Drei-Tasten-Kabelfernbedienung für iOS-Geräte. Zusammen mit der zweijährigen Garantie macht das den Klipsch Image One zu einem wirklich guten, preiswerten On-Ear-Kopfhörer und zu einem ernsthaften Konkurrenten für etliche zwei- bis dreimal so teure Modelle.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/

[2] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41549067/klipsch_image_one_-_detail_2v2.jpg

[3] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41549067/klipsch_image_one_-_detail_1v2.jpg