Leistung

Eine der größten und positivsten Überraschungen, die uns Olympus mit der E-PL2 beschert hat, betrifft die Geschwindigkeit. Wirklich blitzschnell ist die Kamera zwar immer noch nicht, aber immerhin ist die Geschwindigkeit des Autofokus inzwischen auf dem Niveau der Konkurrenz angekommen. Die Bildverarbeitungszeiten sind jedoch nach wie vor etwas lahm.

In konkreten Zahlen ausgedrückt bedeutet das: Bis die Kamera bei guten Lichtverhältnissen auf das Motiv scharfgestellt und das Foto geschossen hat, vergehen 0,4 Sekunden. Im Zwielicht verlängert sich die Auslöseverzögerung auf 0,7 Sekunden. Bis nach dem Betätigen des Einschalters das erste Foto im Kasten ist, vergehen 0,8 Sekunden.

Zwischen zwei JPEG-Bildern genehmigt sich die Kamera jedoch eine etwas zähe Verschnaufspause von 1,3 Sekunden. Im RAW-Modus steigt der Wert auf 1,4 Sekunden, mit zugeschaltetem Blitz auf 1,7 Sekunden. Der Serienbildmodus stemmt 3,1 Fotos pro Sekunde, allerdings ist der Autofokus immer noch nicht schnell genug, um mit bewegten Motiven mitzuhalten.

Bildqualität

Wie bei praktisch allen Kameras im Consumer-Bereich liefert die Empfindlichkeit ISO 6400 kaum mehr brauchbare Ergebnisse. Allerdings handelt es sich beim Spitzenwert zumeist eher um ein Marketing-Werkzeug als um eine ernsthaft brauchbare Einstellung – vergleiche Canons und Nikons Rennen um die sechsstelligen Empfindlichkeiten bei der 1D Mark IV und der D3s. Alles in allem weist die E-PL2 jedoch ein sehr gutes Rauschverhalten auf. Es kommt zwar nicht an den derzeitigen Klassenprimus Sony NEX-5 heran, doch die aktuellen Panasonic-Modelle lässt Olympus hinter sich.

Bis einschließlich ISO 800 haben wir nichts an den Fotos auszusetzen. Bei ISO 1600 gehen die ersten Details verloren und die Bilder verlieren an Schärfe. Bei ISO 3200 wird ein erstes Farbrauschen sichtbar. Erfreulicherweise erhält die E-PL2 bei höheren ISO-Empfindlichkeiten noch erstaunlich viele Details in dunklen Bildbereichen.

Alles in allem liefert die E-PL2 eine sehr gute Bildqualität und übertrifft ihre Vorgängerin E-PL1 in diesem Punkt deutlich. Die Rauschunterdrückungsalgorithmen scheinen die Aufnahmen etwas weniger nachzuschärfen und sorgen so für natürlicher wirkende Fotos. Solange das Motiv nicht von extrem feinen Details lebt, liefert sogar ISO 3200 noch recht brauchbare Ergebnisse. Die Farbwiedergabe bleibt ausgezeichnet. Im Vergleich zur E-PL1 sorgt die automatische Belichtungsmessung der E-PL2 für etwas hellere Fotos unter gleichen Lichtbedingungen.

Die Videoqualität ist zufriedenstellend, aber nicht großartig. Immerhin stehen ein paar manuelle Einstellungsmöglichkeiten und die Art Filter im Videomodus zur Verfügung. Allerdings machen sich bei sämtlichen bewegten Motiven deutliche Rolling-Shutter-Effekte bemerkbar. Das neue 14-bis-42-Millimeter-Objektiv arbeitet aufgrund einer innen im Objektiv untergebrachten Fokussierung leiser als die alte Kitoptik. Dennoch: Der kontinuierliche Autofokus ist leider immer noch weder besonders zuverlässig noch schnell. Vorne am Objektiv gibt es ein Gewinde, um Filter und anderes Zubehör aufzuschrauben.

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