Leistung

Die Casio Exilim EX-ZR10 gehört in Sachen Auslöseverzögerung zu den schnellsten Kompaktkameras, die wir bislang gesehen haben. Bei guten Lichtverhältnissen braucht die Kamera gerade einmal knapp 0,3 Sekunden, um auf das Motiv zu fokussieren und das Bild einzufangen. Im Zwielicht verschlechtert sich die Auslöseverzögerung nur unmerklich auf gut 0,4 Sekunden.

Auch die Verschnaufpausen, die die Kamera zwischen der Aufnahme von zwei JPEG-Bildern einlegt, sind mit 0,5 bis 0,6 Sekunden erfreulich kurz. Mit zugeschaltetem Blitz muss sich der Fotograf jedoch durchschnittliche 1,8 Sekunden gedulden, bis die ZR10 wieder einsatzbereit ist.

Im Serienbildmodus kommt die Kamera exakt auf die von Casio versprochenen 40 Bilder pro Sekunde, allerdings ist die Auflösung auf 10 Megapixel begrenzt nach genau 0,75 Sekunden – also 30 Bildern Schluss. Der Fotograf hat hier die Möglichkeit, die Dauerfeuerserie um den Auslösezeitpunkt herum zu verschieben. So nimmt die Digicam beispielsweise 10 Fotos vor und 30 Fotos nach dem Drücken des Auslösers auf. Wer sich mit 10 fps zufriedengibt, fotografiert mit vollen 12 Megapixeln. Leider funktioniert der Autofokus in keinem der Dauerfeuer-Modi – verändert sich also die Distanz zwischen Fotograf und Motiv während der Bildlawine deutlich, misslingt ein Teil der Aufnahmen.

Praktisch: Bildserien lassen sich zeitlich um den Auslösezeitpunkt herum positionieren. So landet auch der richtige Schnappschuss auf der Speicherkarte, wenn der Fotograf einen Sekundenbruchteil zu spät auf den Auslöser gedrückt hat.
Praktisch: Bildserien lassen sich zeitlich um den Auslösezeitpunkt herum positionieren. So landet auch der richtige Schnappschuss auf der Speicherkarte, wenn der Fotograf einen Sekundenbruchteil zu spät auf den Auslöser gedrückt hat.

Bildqualität

In Sachen Bildqualität schlägt sich die Casio Exilim EX-ZR10 ähnlich wie die meisten aktuellen Kompaktkameras mit rückseitig belichteten CMOS-Bildsensoren. Auch bei niedrigen ISO-Empfindlichkeiten sind Bildrauschen und Artefakte auf den Fotos zu sehen. Im direkten Vergleich zu vielen Digicams mit CCD-Chips sehen die Fotos bei höheren ISO-Werten dafür noch recht ordentlich aus.

Konkret bleibt bei der ZR10 die Bildqualität bis ISO 400 sehr ordentlich. Ab ISO 800 greift die Rauschunterdrückung stark ein und vernichtet die allermeisten feinen Details auf den Bildern. Aber immerhin: Bis einschließlich ISO 800 bleiben die Farben konsistent, und so sehen die Fotos zumindest in kleinen Formaten noch sehr schön aus.

Die Bilder wirken farbenfroh und lebendig, sind allerdings nicht immer ganz realistisch. Insbesondere bei Einsatz des Blitzes geraten die Farben häufig deutlich zu knallig. Die automatische Belichtung gelingt meist recht ordentlich, liefert gelegentlich aber etwas inkonsistente Ergebnisse. Ein und dasselbe Motiv gerät bei zwei unmittelbar hintereinander fotografierten Bildern unterschiedlich hell – selbst vom Stativ. Die Belichtungsschwankungen bewegen sich aber im Rahmen.

Im Weitwinkel bringt das Objektiv eine nur sehr schwache kissenförmige Verzerrung auf die Fotos. Die kissenförmige Verzeichnung bei voller Ausnutzung des optischen Zooms hält sich ebenfalls erfreulich in Grenzen. Auf den Fotos tauchen an Übergängen mit hohen Helligkeitsunterschieden gelegentlich violette Farbsäume auf. Im Vergleich zum Klassendurchschnitt treten die Abbildungsfehler allerdings eher schwach auf.

Die Qualität der Full-HD-Videos bewegt sich auf dem Niveau der meisten aktuellen HD-Pocket-Camcorder. Für das gelegentliche Betrachten auf dem HDTV im Wohnzimmer oder für YouTube reichen sie aus, das Hochzeitsvideo dreht man aber dann doch besser mit einem richtigen Camcorder. Erfreulicherweise funktioniert der optische Zoom auch während der Aufnahme. Das Objektiv ist sowohl beim Zoomen als auch beim kontinuierlichen Fokussieren nur sehr leise und lediglich in stillen Umgebungen auf den Aufnahmen zu hören. Die Zeitlupen-Videos sind eine nette Spielerei, allerdings leidet die Qualität hier doch stark unter der schlappen Auflösung.

Fazit

Das Fotografieren mit der Casio Exilim EX-ZR10 macht richtig Spaß. Die Kamera reagiert extrem flott und nervt uns nie mit Wartezeiten. Zudem bietet sie zahlreiche Highspeed-Fotomodi, die Bilder auf die Speicherkarte zaubern, die mit ohne den schnellen BSI-CMOS-Sensor nicht möglich wären. Wir sind beeindruckt.

Leider hat die Casio Exilim EX-ZR10 keinerlei manuelle Einstellungsmöglichkeiten zu bieten. Und bei der Betrachtung der Aufnahmen am Rechner sind wir etwas enttäuscht – die Bildqualität ist leider nur durchschnittlich. Dennoch: Wer über das eine oder andere Bildrauschen hinwegsehen kann und seine Fotos in erster Linie für Facebook und kleine Abzüge verwenden möchte, findet in der Casio Exilim EX-ZR10 eine hervorragende Schnappschusskamera – die mit Anschaffungskosten von derzeit rund 225 Euro auch noch erfreulich günstig ist.

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