Geschwindigkeit

Auch wenn die Canon EOS 600D im Vergleich zu ihrer Vorgängerin in manchen Fällen sogar etwas langsamer geworden ist, so macht sie, wenn man sie mit ihrer direkten Konkurrenz gegenüberstellt, dennoch eine recht gute Figur. Bis nach dem Betätigen des Einschalters das erste Bild im Kasten ist, vergehen 0,3 Sekunden. Um auf das Motiv scharfzustellen und das Foto einzufangen, braucht die Kamera bei guten Lichtverhältnissen ebenfalls 0,3 Sekunden. Im Zwielicht steigt die Auslöseverzögerung auf 0,6 Sekunden an.

Zwischen zwei JPEG-Bildern genehmigt sich die EOS 600D eine Verschnaufpause von 0,4 Sekunden. Bei RAW-Aufnahmen liegt die Auszeit bei 0,5 Sekunden. Mit zugeschaltetem Blitz geht der Wert gen eine Sekunde. Der Serienbildmodus ist mit 3,6 Fotos pro Sekunde praktisch genauso schnell wie der der Vorgängerin. Im Vergleich mit der direkten und sogar günstigeren Konkurrenz steht Canon hier als lahme Ente da.

Bildqualität

Bei der Fotoqualität geht Canon keine Kompromisse ein. Das Rauschprofil der EOS 600D ist ausgezeichnet und dem der größeren Schwester 60D sehr ähnlich. Nachdem beide Kameras den gleichen Sensor nutzen, ist das jedoch keine große Überraschung. Bis einschließlich ISO 400 sehen JPEG-Fotos sehr sauber aus. Und selbst bei ISO 800 muss man schon sehr genau hinsehen, um erste Detailverluste zu sehen. Bei ISO 1600 ist das Rauschen schließlich deutlich wahrnehmbar, bewegt sich aber ebenfalls noch in akzeptablen Grenzen.

Die JPEG-Bildverarbeitung ist hervorragend. Selbst bei ISO 1600 können wir mit der RAW-Entwicklung nicht signifikant mehr aus den Aufnahmen herausholen als die EOS 600D. Canon scheint auf die korrekte Belichtung der Fotos mehr Wert zu legen als auf die Bildschärfe. Wenn wir im RAW-Converter an der Schärfeschraube drehen und gleichzeitig das Rauschen reduzieren, verlieren wir Details in dunklen Bereichen. Ab ISO 3200 lohnt es sich schließlich wirklich, sich mit dem Rohdatenformat herumzuschlagen. Wir erzielen deutlich rauschärmere Ergebnisse als sie die EOS 600D im JPEG-Modus liefert.

Mit den Standardeinstellungen sehen die Fotos bereits gut aus. Wir fotografieren mit Canon-DSLRs am liebsten mit dem Picture Style „Neutral“ und heben die Schärfe leicht an. So sehen die Farben sowohl realitätsnah als auch angenehm aus. Die Belichtungsmessung liefert zuverlässige und konsistente Ergebnisse. Der Dynamikbereich ist groß genug, um bei kontrastreichen Fotos noch einiges an händischen Rettungsaktionen von Details in sehr hellen und dunklen Bildbereichen zu erlauben.

Wie wir es von Canons Video-DSLRs gewohnt sind, sehen die Bewegtbildaufnahmen ausgezeichnet aus. Es gibt ein paar leichte Moiré-Artefakte und nur sehr wenig Rolling-Shutter-Effekte. Selbst bewegte und kontrastreiche Objekte wirken erstaunlich scharf. Mit maximaler Aufnahmequalität schaufelt die Kamera etwa 45 MBit pro Sekunde im H.264-Codec auf die Speicherkarte. Was die Videooptionen angeht, steht die EOS 600D ihrer Schwester 60D in Nichts nach. Es gibt volle manuelle Einstellungsmöglichkeiten zu Blende und Belichtungszeit sowie einen Tonwert-Priorität-Funktion, die die Detailwiedergabe in hellen Bildbereichen verbessern soll.

Das integrierte Mikrofon nimmt zwar nur Mono-Ton auf, bietet aber eine erfreulich gute Qualität. Außerdem gibt es einen Windfilter und die Möglichkeit, den Mikrofonpegel in 64 Stufen zu regeln. Außerdem bringt Canon in der 600D das bei den Legria-Camcordern eingeführte Videoschnappschuss-Feature unter, das die Aufnahme von zwei-, vier- und achtsekündigen Clips ermöglicht – sogenannten Videoschnappschüssen eben, die einen kleinen Augenblick einfangen, ohne den Kameramann zu minutenlangem Gefilme zu verleiten. Ein paar Effekt-Filter für die Clips gibt’s ebenfalls.

Von der neuen Kitlinse 18-55mm IS II sind wir nicht ganz so überzeugt wie von dem alten Standardobjektiv. Leider stand uns im Test die alte Optik nicht zur Verfügung, so dass wir keinen direkten Vergleich anstellen konnten. Aber das neue Objektiv scheint mehr Probleme mit Farbsäumen zu haben. Von dem angeblich verbesserten Bildstabilisator haben wir leider auch nicht viel gemerkt – aber vielleicht sind wir auch einfach nur im selben Maße älter und zittriger geworden. Im Weitwinkel bringt das Objektiv eine asymmetrische Tonnenverzerrung auf die Fotos.

Neueste Kommentare 

8 Kommentare zu Canon EOS 600D im Test: hervorragende Mittelklasse-DSLR für Video-Begeisterte

  • Am 25. März 2011 um 11:32 von MMRKS

    Serienbildgeschwindigkeit
    (kürzere Balken bedeuten bessere Leistung)
    Ich glaube da hat sich ein Fehler eingeschlichen.

    • Am 25. März 2011 um 11:43 von Stefan Möllenhoff

      AW: Serienbildgeschwindigkeit
      Hallo,

      vielen Dank für den Hinweis. Jetzt ist schneller wieder besser 🙂

      Beste Grüße,
      Stefan Möllenhoff, CNET.de

  • Am 28. März 2011 um 13:59 von Matti

    Naja, geht so
    Also, alle neuen Funktionen sind keine echten Bringer. Zusätzliche Automatikfunktionen bevormunden nur den Fotografen. Ist eher was für Menschen, die keine Ahnung haben. Live-View braucht eigentlich auch kein Fotograf. Nur ein Kompaktkamera-Nutzer muss das haben. Aufgrund der langsamen Scharfstellzeit auch völlig uninteressant. Deshalb ist mir auch der Schwenkmonitor völlig egal. Video? Kein Bedarf. Lustig auch die Schwachsinns-Kreative-Filter-Darstellungen (übernommen von der 60D): Spielzeugkamera, Miniatureffekt usw. Wer das braucht, ist schon echt arm dran. Erstmal macht man ein gescheites Foto und wenn man einen Effekt braucht, nimmt man ein Bildbearbeitungsprogramm. Ich kenne Leute, die haben sich eine EOS 450 oder 500D gekauft und haben das Modusrad immer auf Vollautomatik stehen. Hier wird jede Kreativität im Keim erstickt. Die Spiegelreflexkameras verkommen immer mehr zu Kompaktkameras mit wechselbaren Objektiven. Und das Schlimme daran, viele von den Käufern haben noch nie ein anderes Objektiv ausprobiert. Wer eine 500 oder 550 D hat, für den ist die 600D kein Kaufgrund.

    • Am 23. August 2011 um 15:29 von Jürgen

      AW: Naja, geht so
      Zitat: Die Spiegelreflexkameras verkommen immer mehr zu Kompaktkameras mit wechselbaren Objektiven.

      Na und? Es bleiben für den "Fotografen" ja noch genug Vollformat SLRS übrig! Warum sollen sich "Aufsteiger", die nur eine bessere Bildqualität und sich nicht erst mit allen Möglichen Einstellungen herumquälen wollen um schnell ein Foto machen zu können, sich nicht daran erfreuen können?
      Die Marketingabteilungen aller Hersteller haben den Trend gemacht um auch noch den letzten Hobbyknipser eine – natürlich viel teurere – SLR verpassen zu können.

    • Am 18. Dezember 2011 um 21:35 von Wilfried Pötz

      AW: Naja, geht so
      Alles schön und gut, wenn man eine Kompaktkamera hat und sich verändern will? Welche dann? Früher vor ca 40 Jahren mit Spiegelreflexkamera fotografiert. Und heute? Alternativen?

      • Am 28. September 2016 um 18:42 von Fritz Grasedieck

        Eine persönliche – nicht ganz zum Thema dieses Diskussionsforums passende – Frage: Sie sind nicht zufällig mit meinem alten Jugend- und Schulfreund aus der Guldeinschule, wohnhaft in der „Schedelstraße 1“ („Victoria“-Wohnblocks) in München identisch? Wenn ja, dann würde mich das – verständlicher Weise – riesig freuen.
        Meine e-Mail-Adresse: siehe unten; Meine Post-Adresse: Fritz Grasedieck, Wimberg 119, A-5421 Adnet. Über Ihre – hoffentlich „deine“! – positive Nachricht wäre ich sehr erfreut! MfG, Fritz Grasedieck

    • Am 16. Mai 2012 um 12:25 von Höng C.

      AW: Naja, geht so
      Ich finde das sie vollkommen recht haben,die sollten den ganzen Firlefanz weglassen und den optischen Sucher besser ausbauen, der ja eh mickrig ausfällt.
      Und wer Vollautamatiken liebt oder filmen möchte sollte sich Kompaktkameras kaufen oder eine Filmkamera.
      Wer sich eine Spiegelreflex kaufen möchte sollte auch mit ihr umgehen können.

  • Am 4. Juni 2012 um 10:31 von patrik

    AW-Naja, geht so
    Demnach ist die 600D nicht geeignet als Einsteiger Spiegelreflex ? Mir raucht bald mal der Kopf jeder schreibt,erzählt was anderes angefangen von Top-Flop Einsteiger SLR.

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