Geschwindigkeit

Einer der größten Vorteile, die CMOS-Sensoren gegenüber den bislang bei Kompaktkameras verwendeten CCD-Chips bieten, ist ihre Geschwindigkeit. Und auch die SX230 HS macht gegenüber ihrer CCD-basierten Vorgängerin SX210 IS einen deutlichen Sprung nach vorne. Den CMOS-Highspeed-Profis von Sony, Nikon & Co. muss sie sich allerdings geschlagen geben.

Bis nach dem Betätigen des Einschalters das erste Foto im Kasten ist, dauert es etwa 1,6 Sekunden. Zwischen jedem weiteren Bild genehmigt sich die Digicam eine Verschnaufpause von 1,6 Sekunden ohne und 2,4 Sekunden mit Blitz. Um auf das Motiv scharfzustellen und das Foto einzufangen, benötigt die SX230 HS bei guten Lichtverhältnissen 0,4 Sekunden. Im Zwielicht steigt die Auslöseverzögerung auf 0,8 Sekunden an.

Der Serienbildmodus stemmt 2,2 Fotos mit voller Auflösung pro Sekunde. Allerdings passt die Digicam die Aufnahmeparameter nach dem ersten Bild nicht mehr an. Ändern sich beispielsweise Entfernung zwischen Fotograf und Motiv oder die Lichtverhältnisse, so misslingt zumindest ein Teil der Fotos. Es gibt etliche aktuelle Kameras mit rückseitig belichteten Bildsensoren, die deutlich schneller sind als die 2,2 fps der PowerShot SX230 HS – zehn und mehr Aufnahmen pro Sekunde sind keine Seltenheit. Aber immerhin behält die Canon dieses Tempo bei, bis die Speicherkarte voll ist. Bei der Konkurrenz muss man nach einem Serienbildhagel üblicherweise ein paar Sekunden warten, bis die Kamera die Fotos auf die SD-Karte geschrieben hat und wieder einsatzbereit ist. Wer auf Biegen und Brechen mehr Tempo braucht, kann mit auf 3 Megapixel reduzierter Auflösung immerhin 8,1 Bilder pro Sekunde knipsen. Verglichen mit anderen Digicams sind die Ergebnisse hier noch recht gut und eignen sich definitiv für Mini-Abzüge oder für Facebook & Co.

Bildqualität

Die Canon PowerShot SX230 HS bietet mit die beste Bildqualität, die wir jemals von einer kompakten Superzoom-Kamera gesehen haben – insbesondere bei höheren ISO-Empfindlichkeiten. Wie bei allen Kompakt-Digicams werden natürlich auch hier oberhalb von ISO 200 die Bilder zunehmend weicher und verrauschter, doch mit ISO 400 und 800 liefert die PowerShot noch sehr brauchbare Ergebnisse. Canon hat eine sehr gute Balance zwischen Rauschen und Rauschunterdrückung gefunden.

Bei ISO 1600 und 3200 geht schließlich Farbsättigung verloren, und die Aufnahmen wirken sehr weich. Aber obwohl sehr viele Details verloren gehen, sind die Bilder immer noch für kleine Mini-Abzüge oder für Facebook & Co. brauchbar. Für Aufnahmen bei wenig Licht oder Fotos mit kurzen Belichtungszeiten ist die PowerShot SX230 HS sicherlich eine der besten Kameras in ihrer Klasse.

Im Weitwinkel bringt das Objektiv eine linkslastige asymmetrische Tonnenverzerrung auf die Fotos. Bei maximaler Brennweite stellen wir eine minimale kissenförmige Verzeichnung fest. Die Schärfe der Optik ist hervorragend und von Bildecke zu Bildecke konsistent – für eine Megazoom-Kamera ist das außergewöhnlich. Die SX230 HS bringt an Übergängen mit hohen Helligkeitsunterschieden deutliche Farbsäume auf die Aufnahmen. Das ist zwar keine Besonderheit für Kompaktkameras und ihre Objektive, aber die Canon-Digicam hat überdurchschnittlich stark mit diesen Abbildungsfehlern zu kämpfen.

Die Farbwiedergabe ist eine der Paradedisziplinen der SX230 HS. Die Aufnahmen sind lebendig, ordentlich gesättigt und erfreulich akkurat. Auch die Belichtung trifft grundsätzlich ins Schwarze. Allerdings hat die Kamera etwas mit überbelichteten Bildbereichen zu kämpfen. Der Weißabgleich ist im Großen und Ganzen recht zuverlässig, liefert bei Innenaufnahmen jedoch etwas zu warme Ergebnisse. Unter Kunstlicht wählt man am besten eine der dafür geeigneten Weißabgleich-Voreinstellungen aus.

Die Videoqualität ist exzellent. Canons PowerShot SX230 HS nimmt in Full-HD-Auflösung auf, aber leider nur mit 24 Bildern pro Sekunde. Bei schnell bewegten Motiven oder schnellen Kameraschwenks macht sich so leider ein recht deutliches Ruckeln bemerkbar. Bei ruhigen Szenen ist die Videoqualität beeindruckend, selbst bei den niedrigeren Auflösungen. Der optische Zoom funktioniert während der Aufnahme. Allerdings ist der Objektivmotor bei niedrigem Geräuschpegel auf den Clips zu hören. Das linke der beiden Stereo-Mikrofone verdeckt man übrigens leicht mit den Fingern, wenn man nicht aufpasst.

Wer auf Auflösung verzichtet, wird mit höheren Bildraten belohnt. Bei 640 mal 480 Pixeln fängt die SX230 HS 120 Bilder pro Sekunde ein. Mit auf 320 mal 240 Pixel gedrosselter Auflösung stemmt die Kamera gar 240 fps. Auf einem Full-HD-Fernseher wirken diese Zeitlupen-Clips natürlich nicht besonders ansehnlich – für das eine oder andere lustige oder faszinierende YouTube-Video eignen sich die Highspeed-Aufnahmen aber einwandfrei.

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