Canon PowerShot SX230 HS im Test: sehr guter Superzoomer mit GPS und BSI-Sensor

von Joshua Goldman und Stefan Möllenhoff am , 18:01 Uhr

Pro
  • vergleichsweise gute Bildqualität bei wenig Licht
  • hervorragende Farbwiedergabe
  • flexible Aufnahmemodi
  • ausgezeichnete Videoqualität
Con
  • etwas langsamer als die Konkurrenz
  • kurze Akkulaufzeit
  • teils umständliches Design
Hersteller: Canon Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,5 von 10 Punkte
Fazit:

Wer auf der Suche nach einer kompakten Superzoom-Kamera ist, die zahlreiche manuelle Einstellungsmöglichkeiten, einen GPS-Receiver sowie eine ausgezeichnete Bildqualität bietet, ist bei der Canon PowerShot SX230 HS an der richtigen Adresse. Allerdings leistet sich die Digicam bei der Akkulaufzeit und bei der Geschwindigkeit Schwächen.

Die PowerShot SX230 HS ist Canons erste Digicam, die über einen integrierten GPS-Receiver verfügt. Aber auch die übrigen Eckdaten machen die Kamera zu einem potenziell urlaubstauglichen Modell: 14-fach-Zoom, 28-Millimeter-Weitwinkel, Full-HD-Videomodus und schneller, rückseitig belichteter 12-Megapixel-CMOS-Sensor. Wie sich die SX230 HS in der Praxis schlägt, verrät der Testbericht.

Immer mehr Zoom in immer kompakteren Digicams: Die winzigen Bildsensoren von aktuellen Digicams ermöglichen die Konstruktion von kleinen und gleichzeitig vergrößerungsstarken Objektiven, wie sie vor zehn Jahren noch praktisch undenkbar waren. Was auf dem Papier spektakulär klingt, ist in der Praxis aber nicht immer sinnvoll. Denn häufig erweisen sich die auf Teufel komm raus auf möglichst viel Zoom gemünzten Optiken als unscharf oder bringen zahlreiche Abbildungsfehler auf die Bilder. Canon geht mit der SX230 HS, die „nur“ einen 14-fachen Zoom in ihrem 3,3-Zentimeter-Gehäuse unterbringt, noch einen vergleichsweise konventionellen Weg – wie die Bilder zeigen, eine gute Entscheidung.

Design

In puncto Design hat sich die SX230 HS im Vergleich zu ihrer Vorgängerin PowerShot SX210 IS [1] praktisch nicht verändert – und sieht damit immer noch etwas unspektakulär aus. Das Objektiv steht auch im abgeschalteten Zustand ein kleines Stück aus der Vorderseite der Kamera heraus. An dieser Stelle ist die Digicam 3,3 Zentimeter dick. Damit passt sie nur noch mit Gewalt in enge Hosentaschen. In der Jacke findet die SX230 HS aber mühelos einen Platz. Wer das lackierte Metallgehäuse nicht verkratzen möchte, sollte in eine Kameratasche investieren.

Wie bei der älteren Schwester schießt auch bei der SX230 HS beim Einschalten jedes Mal der Blitz nach oben, ganz gleich, welcher Modus gewählt ist. Finger draufhalten hilft hier zwar, aber wir würden kein Gift darauf nehmen, dass die Ausklappmechanik auf Dauer nicht darunter leidet. Mit ausgeklapptem Blitz liegt die Kamera etwas komisch in der Hand – denn irgendwie gibt es kaum mehr Platz am Gehäuse, wo man seine linke Hand unterbringen könnte.

Nervig: Der Ausklapp-Blitz schießt jedes Mal beim Einschalten der Kamera nach oben - egal, ob die Sonne scheint oder nicht. [2]
Nervig: Der Ausklapp-Blitz schießt jedes Mal beim Einschalten der Kamera nach oben – egal, ob die Sonne scheint oder nicht.

Das 3,0 Zoll große LC-Display auf der Rückseite ist zwar recht hell, in direktem Sonnenlicht aber nicht besonders gut abzulesen. Mit einer Auflösung von 461.000 Subpixeln bewegt es sich im Mittelfeld dessen, was bei Digicams derzeit üblich ist. Die 461.000 Subpixel entsprechen übrigens 480 mal 320 Pixel. 480 mal 320 ist gleich 461.000? Falsch. Die Rechnung geht daher nicht auf, weil Canon – wie im übrigen alle anderen Kamerahersteller – die roten, grünen und blauen Pixel einzeln zählt. Wir würden es begrüßen, wenn sich die Angabe der Displayauflösung von Digicams an die Form anpassen würde, die auch bei Smartphones, Monitoren, Fernsehern & Co. üblich ist. Nachdem das Display im 16:9-Format ausgeführt ist, werden bei voller 12-Megepixel-Auflösung im 4:3-Format nur 2,5 Zoll des Bildschirms fürs Sucherbild genutzt.

Von den Bedienelementen der Kamera gibt es Gutes und Schlechtes zu berichten. Für große Hände fallen die Tasten recht klein und zusammengequetscht aus. Auf der Oberseite des Gehäuses befindet sich der Auslöser mitsamt Zoomring. Direkt dahinter und etwas nach unten versetzt befindet sich der Ein/Aus-Schalter. Unter dem Daumen findet schließlich das Modusrädchen seinen Platz, mit dem der Anwender durch die verschiedenen Aufnahmeprogramme wechselt. Das Drehelement lässt sich mit dem Daumen bequem erreichen und rastet bei jedem Modus satt ein – das Risiko, versehentlich die Kamera zu verstellen, ist dadurch gering.

Unmittelbar unter dem Moduswahlschalter befinden sich eine dedizierte Video-Aufnahmetaste sowie ein Knopf zum Wechseln in den Wiedergabemodus. Darunter folgt ein Vier-Wege-Pad mit Einstellring und mittiger Func./Set-Taste. Sobald man es berührt, taucht auf dem Display eine Legende auf. Sie erklärt in welche Richtung man auf dem Pad drücken muss, um auf die Konfiguration für Blitz, Belichtung, Selbstauslöser und Fokusmodus zuzugreifen. Das Einstellrädchen ermöglicht ein schnelles Anpassen von Blende und Belichtungszeit in den manuellen und halbautomatischen Fotomodus. Es kann recht frei gedreht werden, rastet aber dennoch merklich ein und lässt sich präzise bedienen. Die Func./Set-Taste in der Mitte des Vier-Wege-Pads holt ein Menü mit den für das gewählte Aufnahmeprogramm relevanten Parametern aufs Display.

Wer kurze Finger hat, kommt mit dem Daumen nicht an den Ein/Aus-Schalter heran. [3]
Wer kurze Finger hat, kommt mit dem Daumen nicht an den Ein/Aus-Schalter heran.

Ganz unten befinden sich schließlich noch zwei mit Disp und Menu bezeichnete Tasten. Erstere dient dazu, die auf dem Bildschirm angezeigten Informationen anzupassen. Zweitere ruft das Hauptmenü auf, in dem sich die tiefgreifenderen Einstellungen verstecken. Die Bedienung ist alles in allem schlüssig. Ein Blick ins Handbuch, das im PDF-Format auf der mitgelieferten CD liegt, kann allerdings nicht schaden, um auch wirklich alle Funktionen der Kamera zu entdecken.

Für die Verbindung zu Computern, Monitoren und HD-Fernsehern verpasst Canon der PowerShot SX230 HS einen Mini-USB- und einen Mini-HDMI-Anschluss auf der rechten Gehäuseseite. Die Fächer für Akku und Speicherkarte befinden sich auf der Unterseite der Kamera. Der Stromspeicher lässt sich nicht in der Digicam selbst aufladen und erweist sich im Test als relativ schwachbrüstig. Angesichts von riesigem Zoom, GPS-Receiver und schnellem Bildsensor ist es aber keine große Überraschung, dass der Kamera bereits nach 210 Fotos die Puste ausgeht. Wer einen knipsfreudigen Zeigefinger hat, sollte sich einen zweiten Akku kaufen.

Ausstattung

Die Aufnahmeoptionen der Canon PowerShot SX230 HS bewegen sich zwischen einfachen Automatiken und komplett manuellem Modus, in dem der Kameramann die volle Kontrolle über Blende und Belichtungszeit übernimmt. Dazwischen liegen die halbautomatischen Programme Blenden- und Belichtungspriorität. Einen manuellen Fokus mit Feintuning-Möglichkeit gibt es ebenfalls. Für die Blende stehen im Weitwinkel neun Werte zwischen F3,1 und F8,0 zur Verfügung. Im Telebereich gibt es nur noch drei Möglichkeiten zwischen F5,9 und F8,0. Die Verschlusszeit bewegt sich zwischen 1/3200 und 15 Sekunden – bei maximalem Zoom ist die kürzeste Belichtungszeit allerdings auf 1/2500 Sekunde begrenzt.

Wer die resultierenden Fotos an seinen Geschmack anpassen möchte, ohne sich mit Photoshop herumzuschlagen, findet Einstellungsmöglichkeiten zu Farbsättigung, Schärfe und Kontrast. Erfreulicherweise gibt es auch eine einfach zu erreichende Blitzbelichtungskorrektur und die Möglichkeit, die Blitzintensität auf das anfokussierte Objekt einzustellen.

Möchte man sich nicht mit Blende, Belichtungszeit & Co. herumschlagen, ist Canons Smart-Auto-Feature die erste Wahl. Die intelligente Automatik versucht, das aktuelle Motiv einem bestimmten Typ zuzuordnen und stellt die Aufnahmeparameter dementsprechend ein. Der Easy-Modus arbeitet sehr ähnlich, reduziert aber die angebotenen Einstellungsmöglichkeiten noch weiter. Wenn es nach uns geht, hätte Canon auf die Easy-Funktion verzichten können, Smart Auto ist schon „easy“ genug.

Auf dem Modusrädchen befinden sich außerdem drei verschiedene Szenenprogramme: Portrait, Landschaft sowie Kinder und Haustiere. Alle weiteren Szenenmodi verbergen sich hinter dem Auswahlpunkt SCN. Hier wären beispielsweise Nachtaufnahme ohne Stativ, Strand, Schnee, Feuerwerk und Panorama-Assistent zu nennen. Wer die SX230 HS zum Tauchen mitnehmen möchte, kann sich über ein optional erhältliches Unterwassergehäuse sowie ein entsprechendes Szenenprogramm freuen.

Außerdem mit an Bord ist Canons Smart Shutter, der sich ebenfalls unter dem Punkt SCN versteckt. Er betätigt beispielsweise den Auslöser, wenn jemand vor der Linse der Kamera zuzwinkert. Alternativ wartet die Digicam, bis eine neue Person auf dem Foto auftaucht und schießt erst dann das Foto. Beide Möglichkeiten funktionieren zuverlässig.

Auf der rechten Seite der Kamera finden sich HDMI-, USB- und AV-Anschluss sowie eine Öse für die mitgelieferte Trageschlaufe. [4]
Auf der rechten Seite der Kamera befinden sich der HDMI-, der USB- und der AV-Anschluss sowie eine Öse für die mitgelieferte Trageschlaufe.

Canons Kreativmodi sammeln sich alle unter einem Punkt auf dem Moduswahlschalter. Diese Filter beinhalten Canons Farbakzent- und Farbwechsel-Feature. Wie diese beiden Funktionen arbeiten, haben wir uns bereits bei der Canon PowerShot SX30 IS genauer angesehen. Außerdem gibt es noch die Effekte Fischauge, Miniatur, Spielzeugkamera, Monochrom, Super Vivid und Poster. Ob solche Spielereien in der Kamera selbst sinnvoll sind oder ob man die Bilder nicht besser per Photoshop nachbearbeitet, darüber lässt sich streiten. Fest steht jedoch, dass die Modi ansonsten langweilige Aufnahmen in durchaus spannende Fotos verwandeln können – und zwar auch ohne PC. Insbesondere der Spielzeugkamera-Effekt, für dessen Bildwirkung die Parameter Warm, Kalt und Standard zur Auswahl stehen, hat es uns angetan. Mit Ausnahme des Spielzeugkamera- und des Fischaugeneffekts stehen übrigens alle Filter auch im Videomodus zur Verfügung.

Die Canon PowerShot SX230 HS bringt außerdem ein neues Feature namens Filmtagebuch mit. Dabei fängt die Kamera vor jedem Foto einen bis zu vier Sekunden langen VGA-Videoclip ein. Anschließend schustert sie die ganzen Schnipsel automatisch zu einem einzigen Video zusammen, das dann quasi im Zeitraffer auf einen Tag zurückblickt. Leider lässt sich das Feature nicht für alle Modi aktivieren. Stattdessen muss der Fotograf auf dem Moduswahlschalter das mit einer Kamera und einem Filmstreifen gekennzeichnete Aufnahmeprogramm auswählen. Das Filmtagebuch liefert coolere Ergebnisse, als wir es für möglich gehalten hätten. Allerdings muss man sich zwingen, die Digicam vor dem Schießen des Fotos nicht irgendwie durch die Gegend zu wackeln, sondern möglichst doch auf das Motiv zu richten. Denn später gibt es keine Möglichkeit, unerwünschte Szenen aus dem VGA-Film herauszulöschen – jedenfalls nicht in der Kamera selbst sondern erst am PC per Videoschnitt.

Kaum zu glauben, aber die PowerShot SX230 HS ist Canons erste Kompaktkamera mit integriertem GPS-Receiver – bei Sony [5], Panasonic, Samsung [6], Nikon und Konsorten gibt’s die integrierte Orientierungshilfe schon seit langem. Leider ist die GPS-Funktionalität bei Canon recht eingeschränkt. Zwar schreibt die Digicam Höhe über dem Meeresspiegel sowie Längen- und Breitengrad in die EXIF-Daten der Kamera und bringt außerdem die interne Uhr beim Wechseln von Zeitzonen auf den aktuellen Stand.

Auf Wunsch zeichnet die Kamera auch die zurückgelegte Wegstrecke des Fotografen auf. Dafür muss der GPS-Receiver allerdings ständig eingeschaltet und die Sicht auf den Himmel immer gegeben sein. Wenn man sich in geschlossenen Räumen aufhält und vergisst, das Orientierungsfeature zu deaktivieren, nagt die GPS-Funktion kontinuierlich am Akku. Dass Canon den Menüpunkt tief in den Einstellungen vergräbt, hilft hier nicht unbedingt. Etwas mehr Benutzerfreundlichkeit wäre hier sehr schön gewesen. Einen integrierten Kompass, mit dessen Hilfe sich die Aufnahmerichtung ermitteln lässt und schließlich in den EXIF-Daten der Bilder landet, vermissen wir ebenfalls.

Die folgende Tabelle zeigt die technischen Daten der Canon PowerShot SX230 HS und ihrer kleinen Schwester PowerShot SX220 HS auf einen Blick. Die beiden Kameras unterscheiden sich lediglich in den Punkten GPS-Receiver, Größe und Gewicht.

Hersteller Canon Canon
Modell PowerShot SX220 HS PowerShot SX230 HS
Preis (UVP) 299 Euro 329 Euro
Bildsensor 1/2,3-Zoll-BSI-CMOS 1/2,3-Zoll-BSI-CMOS
Auflösung 12 Megapixel 12 Megapixel
Optischer Zoom 14-fach 14-fach
Brennweitenbereich 28 – 392 mm 28 – 392 mm
Lichtstärke F3,1 – F5,9 F3,1 – F5,9
Bildstabilisator optisch optisch
Empfindlichkeiten ISO 100 – 3200 ISO 100 – 3200
Max. Fotoauflösung 4000 x 3000 Pixel 4000 x 3000 Pixel
Max. Videoauflösung 1920 x 1080 Pixel @ 24 fps 1920 x 1080 Pixel @ 24 fps
Dateiformate JPEG (Foto), H.264 (Video) JPEG (Foto), H.264 (Video)
Manuelle Einstellungen P, A, S, M P, A, S, M
GPS nein ja
Display 3,0 Zoll, 461.000 Pixel 3,0 Zoll, 461.000 Pixel
Sucher nein nein
Zubehörschuh nein nein
Speichermedien SD, SDHC, SDXC SD, SDHC, SDXC
Anschlüsse USB, AV, HDMI USB, AV, HDMI
Abmessungen 10,6 x 5,9 x 3,3 cm 10,6 x 6,2 x 3,3 cm
Gewicht 215 g 223 g

Zwar verfügen die meisten Superzoom-Kameras über geringere Naheinstellgrenzen, doch alles in allem liefert die SX230 HS recht schöne Makro-Aufnahmen. Die Digicam traut sich bis auf fünf Zentimeter an das Motiv heran und bildet auch feine Details gut ab. Jedenfalls, solange man mit Empfindlichkeiten unterhalb von ISO 200 fotografiert.

Geschwindigkeit

Einer der größten Vorteile, die CMOS-Sensoren gegenüber den bislang bei Kompaktkameras verwendeten CCD-Chips bieten, ist ihre Geschwindigkeit. Und auch die SX230 HS macht gegenüber ihrer CCD-basierten Vorgängerin SX210 IS einen deutlichen Sprung nach vorne. Den CMOS-Highspeed-Profis von Sony, Nikon & Co. muss sie sich allerdings geschlagen geben.

Bis nach dem Betätigen des Einschalters das erste Foto im Kasten ist, dauert es etwa 1,6 Sekunden. Zwischen jedem weiteren Bild genehmigt sich die Digicam eine Verschnaufpause von 1,6 Sekunden ohne und 2,4 Sekunden mit Blitz. Um auf das Motiv scharfzustellen und das Foto einzufangen, benötigt die SX230 HS bei guten Lichtverhältnissen 0,4 Sekunden. Im Zwielicht steigt die Auslöseverzögerung auf 0,8 Sekunden an.

Der Serienbildmodus stemmt 2,2 Fotos mit voller Auflösung pro Sekunde. Allerdings passt die Digicam die Aufnahmeparameter nach dem ersten Bild nicht mehr an. Ändern sich beispielsweise Entfernung zwischen Fotograf und Motiv oder die Lichtverhältnisse, so misslingt zumindest ein Teil der Fotos. Es gibt etliche aktuelle Kameras mit rückseitig belichteten Bildsensoren, die deutlich schneller sind als die 2,2 fps der PowerShot SX230 HS – zehn und mehr Aufnahmen pro Sekunde sind keine Seltenheit. Aber immerhin behält die Canon dieses Tempo bei, bis die Speicherkarte voll ist. Bei der Konkurrenz muss man nach einem Serienbildhagel üblicherweise ein paar Sekunden warten, bis die Kamera die Fotos auf die SD-Karte geschrieben hat und wieder einsatzbereit ist. Wer auf Biegen und Brechen mehr Tempo braucht, kann mit auf 3 Megapixel reduzierter Auflösung immerhin 8,1 Bilder pro Sekunde knipsen. Verglichen mit anderen Digicams sind die Ergebnisse hier noch recht gut und eignen sich definitiv für Mini-Abzüge oder für Facebook & Co.

Bildqualität

Die Canon PowerShot SX230 HS bietet mit die beste Bildqualität, die wir jemals von einer kompakten Superzoom-Kamera gesehen haben – insbesondere bei höheren ISO-Empfindlichkeiten. Wie bei allen Kompakt-Digicams werden natürlich auch hier oberhalb von ISO 200 die Bilder zunehmend weicher und verrauschter, doch mit ISO 400 und 800 liefert die PowerShot noch sehr brauchbare Ergebnisse. Canon hat eine sehr gute Balance zwischen Rauschen und Rauschunterdrückung gefunden.

Bei ISO 1600 und 3200 geht schließlich Farbsättigung verloren, und die Aufnahmen wirken sehr weich. Aber obwohl sehr viele Details verloren gehen, sind die Bilder immer noch für kleine Mini-Abzüge oder für Facebook & Co. brauchbar. Für Aufnahmen bei wenig Licht oder Fotos mit kurzen Belichtungszeiten ist die PowerShot SX230 HS sicherlich eine der besten Kameras in ihrer Klasse.

Im Weitwinkel bringt das Objektiv eine linkslastige asymmetrische Tonnenverzerrung auf die Fotos. Bei maximaler Brennweite stellen wir eine minimale kissenförmige Verzeichnung fest. Die Schärfe der Optik ist hervorragend und von Bildecke zu Bildecke konsistent – für eine Megazoom-Kamera ist das außergewöhnlich. Die SX230 HS bringt an Übergängen mit hohen Helligkeitsunterschieden deutliche Farbsäume auf die Aufnahmen. Das ist zwar keine Besonderheit für Kompaktkameras und ihre Objektive, aber die Canon-Digicam hat überdurchschnittlich stark mit diesen Abbildungsfehlern zu kämpfen.

Die Farbwiedergabe ist eine der Paradedisziplinen der SX230 HS. Die Aufnahmen sind lebendig, ordentlich gesättigt und erfreulich akkurat. Auch die Belichtung trifft grundsätzlich ins Schwarze. Allerdings hat die Kamera etwas mit überbelichteten Bildbereichen zu kämpfen. Der Weißabgleich ist im Großen und Ganzen recht zuverlässig, liefert bei Innenaufnahmen jedoch etwas zu warme Ergebnisse. Unter Kunstlicht wählt man am besten eine der dafür geeigneten Weißabgleich-Voreinstellungen aus.

Die Videoqualität ist exzellent. Canons PowerShot SX230 HS nimmt in Full-HD-Auflösung auf, aber leider nur mit 24 Bildern pro Sekunde. Bei schnell bewegten Motiven oder schnellen Kameraschwenks macht sich so leider ein recht deutliches Ruckeln bemerkbar. Bei ruhigen Szenen ist die Videoqualität beeindruckend, selbst bei den niedrigeren Auflösungen. Der optische Zoom funktioniert während der Aufnahme. Allerdings ist der Objektivmotor bei niedrigem Geräuschpegel auf den Clips zu hören. Das linke der beiden Stereo-Mikrofone verdeckt man übrigens leicht mit den Fingern, wenn man nicht aufpasst.

Wer auf Auflösung verzichtet, wird mit höheren Bildraten belohnt. Bei 640 mal 480 Pixeln fängt die SX230 HS 120 Bilder pro Sekunde ein. Mit auf 320 mal 240 Pixel gedrosselter Auflösung stemmt die Kamera gar 240 fps. Auf einem Full-HD-Fernseher wirken diese Zeitlupen-Clips natürlich nicht besonders ansehnlich – für das eine oder andere lustige oder faszinierende YouTube-Video eignen sich die Highspeed-Aufnahmen aber einwandfrei.

Fazit

Die PowerShot SX230 HS ist weder die schnellste noch die zoomstärkste Kompaktkamera aller Zeiten. Außerdem merkt man, dass Canon bei der Digicam seine erste GPS-Gehversuche unternimmt. Dennoch ist die Fotoqualität für diese Klasse herausragend. Zusammen mit den vielfältigen automatischen und manuellen Aufnahmeoptionen sorgt dies dafür, dass die SX230 HS eine hervorragende Wahl für diejenigen ist, denen die Bildqualität bei einer Superzoom-Digicam am wichtigsten ist.

Aufnahmegeschwindigkeit (in Sekunden)
(kürzere Balken bedeuten bessere Leistung)

Zeit bis zur ersten Aufnahme   
Zeit zwischen zwei Aufnahmen   
Auslöse- verzögerung (Zwielicht)   
Auslöse- verzögerung (Tageslicht)   
Panasonic Lumix DMC-TZ22 [8]

1.9 
1.1 
0.7 
0.4 
Nikon Coolpix S8100 [9]

1.1 
1.5 
0.7 
0.4 
Sony Cyber-shot DSC-HX5V [10]

1.8 
1.5 
0.8 
0.4 
Canon PowerShot SX230 HS

1.6 
2.4 
0.8 
0.4 
Canon PowerShot SX210 IS [1]

2 
3.5 
0.8 
0.6 

Serienbildgeschwindigkeit (in Fotos pro Sekunde)
(längere Balken bedeuten bessere Leistung)
Canon PowerShot SX230 HS

2.2 

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] PowerShot SX210 IS: https://www.cnet.de/tests/digicam/41530125/canon_powershot_sx210_is_14_megapixel_superzoomer_im_test.htm

[2] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41551277/canon_powershot_sx230_hs_oben.jpg

[3] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41551277/canon_powershot_sx230_hs_hinten.jpg

[4] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41551277/canon_powershot_sx230_hs_seite.jpg

[5] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[6] Samsung: http://www.cnet.de/unternehmen/samsung/

[7] Beispielfotos: die Bildqualität der Canon PowerShot SX230 HS: https://www.cnet.de/41551280/beispielfotos-die-bildqualitaet-der-canon-powershot-sx230-hs/?pid=1#sid=41551277

[8] Panasonic Lumix DMC-TZ22: https://www.cnet.de/tests/digicam/41549955/panasonic_lumix_dmc_tz22_im_test_schneller_16_fach_superzoomer_mit_gps_und_touchscreen.htm

[9] Nikon Coolpix S8100: https://www.cnet.de/tests/digicam/41546392/nikon_coolpix_s8100_im_test_guenstiger_highspeed_superzoomer_mit_bsi_cmos_sensor.htm

[10] Sony Cyber-shot DSC-HX5V: https://www.cnet.de/tests/digicam/41530823/sony_cyber_shot_dsc_hx5v_im_test_umwerfende_ausstattung__maessige_bildqualitaet.htm