Cyborg R.A.T. 9: extrem anpassbare Gaming-Maus für Anspruchsvolle

von Gerald Strömer und Rich Brown am , 15:03 Uhr

Pro
  • anpassbarste Gaming-Maus am Markt
  • zwei Akku-Packs und Ladegerät im Lieferumfang
  • einzigartige Optik
  • tolle Fertigungsqualität
Con
  • hoher Preis
  • seitliches Scroll-Rad seltsam positioniert
Hersteller: Mad Catz Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: EXZELLENT 9,0 von 10 Punkte
Fazit:

Die Cyborg R.A.T. 9 ist die teuerste aller uns bekannten Gaming-Mäuse. Aber ihre enorme Anpassbarkeit, ihre einzigartigen Features und die starke Performance machen die derzeit rund 100 Euro zu einer lohnenden Investition für anspruchsvolle PC-Gamer.

Die Cyborg R.A.T. 9 von Mad Catz hat ein einzigartiges Design und richtet sich an anspruchsvolle Zocker. Die Gaming-Maus bietet die größte Personalisierbarkeit aller uns bekannten Eingabegeräte, verlangt aber auch einen hohen Preis für dieses Alleinstellungsmerkmal. Ob sich die hohen Anschaffungskosten lohnen, zeigt der Testbericht.

100 Euro für eine Computermaus? Der hohe Preis dürfte wohl die meisten Otto-Normal-Verbraucher zurückschrecken. Aber für Otto-Normal-Verbraucher ist die Cyborg R.A.T. 9 auch nicht konzipiert. Sie richtet sich an Hardcore-PC-Gamer, die sich absolute Kontrolle wünschen.

Ungewöhnlicher Spielgefährte

Selbst in einem Büro voller erfahrener Technik-Journalisten sorgt die Cyborg R.A.T. 9 von Mad Catz [1] für verblüffte Gesichter. „Wow – was ist denn das?“, „Abgefahren!“ und „Verrückt, muss ich haben!“ waren die häufigsten Reaktionen. Trotz der furios-zerklüfteten Optik bietet das Mad-Catz-Ungetüm zahlreiche Funktionen, die wir bereits von anderen Highend-Gaming-Mäusen kennen. Dazu gehören beispielsweise ein anpassbarer 5600-dpi-Laser-Sensor, ein Gewichts-Kit, eine Taste für schnelle dpi-Anpassungen und ein Paar Daumentasten für zusätzliche Steuerungsmöglichkeiten.

Mad Catz bietet übrigens eine ganze Reihe von Gaming-Mäusen der Cyborg-R.A.T.-Familie an, von denen die kabellose R.A.T. 9 die teuerste ist. Wer aber Kabelmäuse vorzieht, kann zur ansonsten identischen R.A.T. 7 [2] greifen, die bereits für weniger als 70 Euro im Handel erhältlich ist.

Kabelgewirr? Fehlanzeige!

Die R.A.T. 9 verbindet sich über einen am USB-Port angeschlossenen RF-Receiver mit dem Rechner. Das Funkmodul dient gleichzeitig auch als Ladestation und als Parkplatz für den Behälter des Gewichte-Kits.

Der Wireless-Empfänger fungiert gleichzeitig als Akku-Ladestation und Aufbewahrungsstelle für ungenutzte Gewichte. [3]
Der Wireless-Empfänger fungiert gleichzeitig als Akku-Ladestation und Aufbewahrungsstelle für ungenutzte Gewichte.

Einige Gamer – vor allem Wettkampf-Spieler im Bereich der FPS-Games – haben Vorbehalte bezüglich der Reaktionszeiten und der durchgehenden Energieversorgung kabelloser Mäuse in kritischen Momenten. Mit der R.A.T. 9 können sich Zocker aber immerhin sicher sein, dass sie keine Niederlage wegen Stromausfall hinnehmen müssen: Mad Catz liefert die Maus mit zwei Akku-Packs aus, von denen jeweils eines ausgeladen werden kann, während das andere in Benutzung ist. Eine LED an der Ladestation wechselt von Rot zu Grün, sobald der Ladevorgang abgeschlossen ist. Die Lichter an der Maus selbst wiederum blinken, sobald sich der derzeit genutzte Akku leert und ein Wechsel empfehlenswert ist.

Software-Tuning

Die Software der R.A.T. 9 ermöglicht feinste dpi-Einstellungen des Laser-Sensors. Mit dem unterhalb des Scroll-Rads positionierten dpi-Umschalter kann man dagegen zwischen drei vorab definierten Empfindlichkeitsstufen hin und her schalten. Über die Software lassen sich außerdem verschiedene Profile anlegen, die die Tastenbelegung („Mappings“) und dpi-Einstellungen automatisch anpassen, wenn sich der Spielmodus oder das Spiel selbst wechseln.

Die Maus bietet zudem einen dezidierten Button, mit dem man zwischen dreien dieser Profile wechseln kann. Das ist ein Feature, das wir bisher noch nicht gesehen haben, aber für äußerst nützlich halten. So kann man in einem Spiel mit verschiedenen Spielmodi – beispielsweise Just Cause 2 oder das kommende Battlefield 3 – abhängig davon auf eine andere Belegung schalten, ob der Charakter gerade zu Fuß durch die Gegend flitzt oder selbige mit einem Fahrzeug durchfährt.

Hardware-Verwandlungskünstler

Neben den Sensoreinstellungen und Softwareanpassungen bietet die R.A.T. 9 aber auch enorm viele Möglichkeiten zur Hardware-Personalisierung. Sie kommt mit einem Gewichts-Kit, was bei Highend-Gaming-Mäusen nicht so ungewöhnlich ist. Das man aber praktisch jede Fläche (abgesehen von den beiden primären Maustasten), die mit der Hand berührt werden, an selbige anpassen kann, ist definitiv außergewöhnlich.

Mit den runden, jeweils sechs Gramm schweren Gewichten kann man die Masse der R.A.T. 9 an den persönlichen Geschmack anpassen. [4]
Mit den runden, jeweils sechs Gramm schweren Gewichten kann man die Masse der R.A.T. 9 an den persönlichen Geschmack anpassen.

Eine Stange unterhalb der Handgelenksauflage kann mit den Sechs-Gramm-Gewichten bestückt werden, die sich im Lieferumfang finden. Zum Abnehmen der Gewichte muss man einen Metallknopf vom Ende der Stange abschrauben. Dieser Knopf ist aber gleichzeitig ein Inbusschlüssel, mit dem man über die verschiedenen Schraubwinden die Anpassung der Maus vornehmen kann. Ungenutzte Gewichte werden in einem kleinen Behälter verstaut, der im RF-Empfänger/Ladegerät untergebracht ist. Die aktiv genutzten Gewichte auf der zentralen Stange werden durch eine Feder an Ort und Stelle gehalten, wenn nicht alle Gewichte in Gebrauch sind.

Links neben dieser Stange finden sich zwei Stellschrauben, mit denen sich Länge und Abwinklung der Daumenauflage einstellen lassen. Die korrekte Einstellung dieses Stücks der Außenhaut ist wichtig, entscheidet sie doch über den Komfort bei der Benutzung der drei Daumentasten. Zwei dieser Tasten befinden sich in der klassischen Position von Daumentasten und erlauben eine bequeme Navigation im Web. Sie sind übrigens die einzigen Tasten, die umprogrammiert werden können.

Die dritte Taste, die so genannte Präzisionszieltaste, sitzt weiter vorn und ermöglicht die temporäre Absenkung des dpi-Werts, womit man den Cursor kurzfristig verlangsamen kann. Praktisch, wenn man gerade in einem FPS-Game auf den Gegner zielt. Man drückt den Knopf beim Anvisieren und lässt ihn los, sobald man abgedrückt hat. An sich ist das eine tolle Idee, aber in ein paar Multiplayer-Runden mit Modern Warfare 2 mussten wir uns jedes Mal aktiv daran erinnern, dass es diesen Knopf überhaupt gibt – und da war der Gegner schon weg. Mit zunehmender Gewöhnung dürfte sich die Nutzung aber verselbstständigen.

Auf der gegenüberliegenden Seite kann man zwischen drei Seitenschalen für den kleinen Finger wählen. Die größte hat eine Art flügelförmige Erweiterung, dank der sich der kleine Finger beim Spielen ausruhen kann. Die beiden kleineren Schalen unterscheiden sich nur in der Oberflächenstruktur: Einmal Soft-Touch (wie das R.A.T.-Gehäuse) und einmal Gummi für besseren Grip.

Die Gaming-Maus von Mads Catz wird mit einer Menge Zubehör ausgeliefert. [5]
Die Gaming-Maus von Mads Catz wird mit einer Menge Zubehör ausgeliefert.

Außerdem liefert Mad Catz die R.A.T. 9 mit drei verschiedenen Handflächenauflagen aus. Zwei davon unterscheiden sich wie schon beim Seitenteil nur durch die Oberflächenstruktur, auch hier gibt es Soft-Touch und Gummi als mögliche Optionen. Das dritte Element ist dagegen vier Millimeter höher als die beiden anderen, so dass man die Maus etwas nach oben wachsen lassen kann. Zusätzlich ist es auch möglich, die Handflächenauflage nach hinten zu verschieben, um die Maus länger und angenehmer für große Hände zu machen.

Die R.A.T. 9 verfügt zudem über ein seitliches Scroll-Rad, das in der linken unteren Ecke positioniert ist und mit dem Daumen bedient wird. Ein solches Scroll-Rad ist an sich nichts Neues, aber seine Lage macht es zu etwas Besonderem. Wir ziehen zwar eigentlich Lösungen wie die von Logitech vor (hier wir das normale Scroll-Rad einfach zum seitlichen Scrollen nach links oder rechts gekippt), aber ein ungewöhnlich positioniertes seitliches Scroll-Rad ist immer noch besser als gar kein seitliches Scroll-Rad.

Fazit

Die ungewöhnliche Platzierung des zweiten Scroll-Rads ist der einzige Hardware-Fehltritt, den man der R.A.T. 9 vorwerfen könnte – und selbst das ist kein echtes Problem, bestenfalls eine Umgewöhnung. In allen anderen Belangen wird die Maus dem geforderten Preis mehr als gerecht und setzt einen neuen Standard für ihr Marktsegment.

Spezifikationen

  • Peripherie-Typ - Maus
  • Kommunikation - Funk

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41551683/cyborg-r-a-t-9-extrem-anpassbare-gaming-maus-fuer-anspruchsvolle/

URLs in this post:

[1] Cyborg R.A.T. 9 von Mad Catz: http://www.cyborggaming.com/de/prod/rat9.htm

[2] R.A.T. 7: http://www.cyborggaming.com/de/prod/rat7.htm

[3] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41551683/cyborg_r.a.t._9_2v5.jpg

[4] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41551683/cyborg_r.a.t._9_4v5.jpg

[5] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41551683/cyborg_r.a.t._9_5v5.jpg