Die besten Kinder-Handys und der passende Vertrag: einfach, sicher, robust, günstig!

von Yvonne Göpfert am , 19:10 Uhr

Spätestens ab der fünften Klasse heißt es: „Papa! Ich brauche ein Handy.“ Aber muss es denn wirklich ein iPhone sein? Wir verraten, welche Handys nachwuchstauglich sind – und wie man sein Kind und letztendlich sich selbst vor bösen Kostenfallen schützt.

Das Fußball-Spiel ist mal wieder in Rugby ausgeartet. Und selbst der plötzlich einsetzende Regen konnte die Kids nicht vom Bolzplatz vertreiben. Wenn die Kleinen spielen, rutscht ein Handy schon mal aus der Tasche in den Sandkasten oder eine Pfütze. Und purzelt abends regelmäßig aus der Hosentasche, wenn der Nachwuchs die Jeans auszieht. Da braucht es also ein Handy, das etwas aushält. Oder das günstig zu ersetzen ist, falls es Stürzen und Wasser doch nicht standgehalten hat. Bei der Wahl des Kinder-Handys sollten daher vor allem zwei Dinge eine Rolle spielen: der Preis und die Strapazierfähigkeit.

Für Grundschüler

Nun gibt es spezielle Kinderhandys mit wenig Funktionen. Wer bei Amazon das Stichwort Kinderhandy eingibt, erhält eine ganze Liste mit Modellen. Das Doro Handle Plus 334gsm ist
beispielsweise ein Modell einfachster Machart: Es hat nur vier Tasten, die schön beschriftet jeweils eine Nummer anwählen können. Eine Anruferliste zeigt es auch an. Und schließlich – für besorgte Eltern – der Notfallknopf. Eine Betätigung schickt eine SMS mit einem Hilferuf ab. Das Handy, das kaum Funktionen bietet, kostet stolze 115 Euro.

Etwas mehr Komfort verspricht das Kinderhandy von Kandy Mobile für 80 Euro. Der Hersteller preist das große TFT-Farbdisplay, den MP3-Player und eine clevere, kinderleichte Bedienung an. Das Handy ist mit 80 Gramm recht leicht und soll trotzdem sehr robust sein. Zudem bietet es Sicherheitsfunktionen. Entsprechend empfiehlt sich dieses Gerät vor allem für Kinder unter zehn Jahren, so sie denn unbedingt schon ein Handy haben müssen.

80er Jahre treffen auf Fisher Price: Das Kandy Mobile richtet sich an sehr junge Mobiltelefonierer. [1]
80er Jahre treffen auf Fisher Price: Das Kandy Mobile richtet sich an sehr junge Mobiltelefonierer.

Dem Mobiltelefon von Kandy Mobile fehlt beispielsweise Bluetooth, so dass Ihre Kinder keine Bilder und Videos auf dem Schulhof tauschen können. Außerdem sind teure Hotlines, Klingelton-Abos und ähnliche Dienste gesperrt. Und ins Internet kommt der Nachwuchs mit dem Handy auch nicht. Doch ob Kids von heute tatsächlich ein Modell wollen, das schon einige Jahre auf dem Buckel hat und ein Design wie aus den 80ern zeigt, ist zu bezweifeln. Im Prinzip eignen sich die beiden oben genannten Modelle vor allem für sehr junge Handybesitzer bis zehn Jahre.

Ab der 5. Klasse

Ab der fünften Klasse darf es auch ein Handy aus dem allgemeinen Sortiment der Hersteller sein. Denn irgendwie bedeutet das erste „richtige“ Handy ja auch ein Stück Erwachsenwerden. Warum also nicht ein Handy für die Großen? Am besten sollten Sie das Handy gemeinsam mit Ihrem Kind auswählen.

Ideal ist ein Outdoor-Handy wie zum Beispiel das Samsung [2] B2710 Xtreme. Es ist mit einem dicken Gummimantel umhüllt, so dass es auch mal ein Bad in der Pfütze aushält. Mit der 2-Megapixel-Kamera können die Kids außerdem fleißig durch die Gegend knipsen. Außerdem bietet das Xtreme einen MP3-Player, GPS, ein 2-Zoll-Display und eine Taschenlampe. Allerdings ist es auch internetfähig. Doch Sie können bei Ihrem Netzbetreiber den Zugang zum Internet komplett sperren lassen. Ein Anruf bei der Hotline genügt. Nachteil: Das B2710 Xtreme kostet gut 100 Euro im Netz. Wenn es etwas günstiger sein soll, empfiehlt sich das Vorgängermodell Samsung B2100, das bereits ab 50 Euro zu haben ist.

Wasserdicht, stoßfest und nur 50 Euro teuer: Das Samsung B2100 nimmt schlechte Behandlung nicht so schnell übel. [3]
Wasserdicht, stoßfest und nur 50 Euro teuer: Das Samsung B2100 nimmt schlechte Behandlung nicht so schnell übel.

Ebenfalls hart im Nehmen ist das Space-Handy für Kinder von der russischen Firma just 5 [4]. Es kommt in knalligen Farben und mit drei coolen Tasten: Rechts am Gehäuse befindet sich ein Schieberegler, der die Taschenlampe einschaltet. Links am Rand lässt sich das UKW-Radio aktiveren. Und auf der Rückseite prangt ein auffälliger orangefarbener, daumendicker Schiebeknopf. Zieht man ihn nach unten, wird sofort ein Sirenenton laut und zugleich eine Notruf-SMS an eine vorher festgelegte Nummer gesandt. Das Handy bietet nur sieben Menüpunkte und ist einfach zu handhaben. Leider gibt es das Modell derzeit ab 80 Euro nur via Internet und nur in einer englischen Version.

Wirklich günstig fährt man mit Nokia. Dort gibt es gute Handys für wenig Geld. Robust sowie ohne Bluetooth und Internetzugang ist das Nokia 1616, das es für günstige 28 Euro gibt. Das Dualband-Handy bietet zwar keinen MP3-Player und keine Kamera, dafür ein UKW-Radio.

Nicht schlimm, wenns weg ist: Das Nokia 1616 kostet nur 28 Euro. [5]
Nicht schlimm, wenns weg ist: Das Nokia 1616 kostet nur 28 Euro.

Ab der 7. Klasse

Ab 60 Euro gibt es das LG [6] Cookie lite. LGs kleinstes Touchscreen-Handy kommt mit einem berührungsempfindlichen 2,4-Zoll-Display und einem nutzerfreundlichen Menü, in dem sich Kinder schnell zurechtfinden. Mit seinem Jackentaschenformat und den Social-Network-Funktionen wie Twitter und Facebook sowie dem UKW-Radio und dem MP3-Player ist es allerdings eher für eine etwas ältere Zielgruppe ab circa 13 Jahren geeignet.

Günstig, aber hip: Das 60 Euro teure LG Cookie lite bietet Zugriff auf Twitter & Facebook. [7]
Günstig, aber hip: Das 60 Euro teure LG Cookie lite bietet Zugriff auf Twitter & Facebook.

Vor allem für Mädchen eignet sich das Samsung C3300 Hello-Kitty-Edition, das ab 65 Euro im Internet zu finden ist. Es ist schon fast ein Handy wie für die Großen – mit 2,4-Zoll-Touchscreen, MP3-Player und UKW-Radio. Internet und Soziale Netzwerke sind ebenfalls zugänglich. Es ist jedoch möglich, den Internetzugang über den Provider zu sperren. Die Kamera ist mit 1,3 Megapixel etwas armselig ausgerüstet. Für schnelle Fotos auf dem Pausenhof reicht das aber allemal.

Kindertarife: Kandy mobile und Toggo mobile

Doch das Handy ist nur die halbe Miete. Es gibt im Netz Spezialanbieter wie Kandy Mobile [8] oder Toggo Mobile [9], die volle Kostenkontrolle für das Kinderhandy versprechen. Sie sorgen dafür, dass Sonderrufnummern und Mehrwertdienste (beispielsweise 0180er-Nummern und Klingelton-Abos) oder Telefonate ins Ausland gesperrt sind. Und auch der Internetzugang ist geblockt. Auf das Handy wird ein monatliches Guthaben gebucht. Ist es verbraucht, muss das Kind bis zum Monatsende warten, bis es wieder mit Freunden telefonieren kann. Die Telefonnummer der Eltern bleibt in dieser Zeit weiterhin erreichbar.

Das Hello-Kitty-Handy von Samsung ist zum Schreien niedlich. [10]
Das Hello-Kitty-Handy von Samsung ist zum Schreien niedlich.

Besonders besorgte Eltern können auch einen Ortungsdienst buchen. Dann lässt sich der Nachwuchs auch aufstöbern, wenn er sich nicht meldet. Kandy Mobile beispielsweise bietet ein
Rundum-Sorglos-Paket mit Ortung, Notruf-Funktion und einem Kindertarif mit 15 Euro Guthaben pro Monat an.

Track your Kid [11] ist ein weiterer Anbieter dieser Dienste. Man bezahlt eine einmalige Anmeldegebühr von 20 Euro und gibt bis zu fünf zu verfolgende Handynummern an. Nach Anmeldung gibt es drei Anfragen gratis, jede weitere schlägt mit einem Euro pro Suchabfrage zu Buche. Die Position kommt dann per SMS aufs eigene Handy oder lässt sich im Internet auf einer Karte einsehen.

Die Genauigkeit der Anfrage variiert allerdings. In Städten ist die Auskunft im Schnitt bis auf 80 Meter genau. Auf dem Land kann die Präzision auch mal nur bei einem Kilometer liegen. Der Grund dafür ist, dass der Suchdienst nur aufspüren kann, in welcher Funkzelle sich das Handy gerade befindet. Da die Zellen auf dem Land nicht so dicht gestreut sind wie in den Städten, ist hier die Ortungsgenauigkeit eben deutlich geringer.

Track your Kid kann übrigens zu jedem normalen Mobilfunk-Tarif zugebucht werden. Grundsätzlich ist ein Prepaid-Vertrag für Ihr Kind ratsam, da so keine unerwarteten Unsummen an
Zusatzkosten entstehen können. Wenn das Guthaben vertelefoniert ist, ist Schluss. Internetseiten oder 0180er-Nummern lassen sich beim Provider via Hotline sperren.

Die Telekom bietet sogar einen speziellen Jugendschutztarif an, die CombiCard Teens [12]. In diesem Tarif können Eltern das monatliche Guthaben bestimmen, teure Sonderrufnummern sind standardmäßig gesperrt. Zusätzlich können in diesem Tarif noch Datendienste deaktiviert werden.

Fazit

Die Angebote an speziellen Kinderhandys von Kandy mobile & Co. sind gut gemeint und für sehr junge Handybesitzer eine feine Sache. Doch wenn das Kind ein zweistelliges Alter erreicht hat, darf es auch ein günstiges Handy aus der Erwachsenen-Welt sein – die Bedienung ist nicht zu komplex. Wichtig ist nur, dass man gemeinsam beschließt, welches Handy gekauft werden soll und der Racker anschließend ausführlich erklärt bekommt, wie er das Handy bedienen soll und wo es Fallstricke gibt. Und geht das Handy mal verloren, war es hoffentlich ein billiges Modell, das sich schmerzfrei ersetzen lässt.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41552082/kandy_mobile.jpg

[2] Samsung: http://www.cnet.de/unternehmen/samsung/

[3] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41552082/samsung_b2100.jpg

[4] just 5: http://www.just5.eu/

[5] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41552082/nokia_1616.jpg

[6] LG: http://www.cnet.de/unternehmen/lg/

[7] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41552082/lg_cookie_lite.jpg

[8] Kandy Mobile: http://www.kandymobile.de

[9] Toggo Mobile: http://www.toggo-mobile.de

[10] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41552082/samsung_hello_kitty.jpg

[11] Track your Kid: http://www.trackyourkid.de

[12] CombiCard Teens: http://www.t-mobile.de/combicard/teens/0,10849,15658-_,00.html