AKG Q 701 im Test: offener Kopfhörer mit exzellentem Klang, aber leichter Bassschwäche

von Andrew Hoyle und Gerald Strömer am , 11:44 Uhr

Pro
  • hervorragender Klang
  • komfortabel
  • abnehmbares Kabel
  • zusätzliches Ersatzkabel im Lieferumfang
Con
  • etwas schwache Bass-Performance
Hersteller: AKG Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Der Kopfhörer AKG Q 701 bietet einen hervorragenden Klang mit einer High-End-Klarheit, die man selten findet. Der Bass-Bereich ist allerdings etwas unterrepräsentiert.

Niemand, der noch klar bei Verstand ist, würde von Kopfhörern mit Justin Biebers Gesicht auf der Verpackung überragende Leistung erwarten. Bei Musik-Legende Quincy Jones, der unter anderem auch Michael Jacksons Thriller-Album produzierte, sieht das Ganze schon anders aus. Wenn jemand wie er AKGs Highend-Kopfhörer Q 701 bewirbt, gehen wir automatisch davon aus, dass der hervorragend klingt. Ob sich das bewahrheitet, verrät der Testbericht.

Den AKG Q 701 gibt es in drei Farben – Schwarz [1], Weiß [2] und ein giftiges Grün, das auf den Namen Lime [3] hört – zur unverbindlichen Preisempfehlung von 499 Euro. Am Markt bekommt man den offenen Highend-Kopfhörer aber derzeit schon ab 370 Euro.

Design

Der AKG Q 701 ähnelt vom Design her dem zwei Jahre alten AKG K 702. Die großen Ohrmuscheln sind vielleicht nicht ganz so komfortabel wie die des Audio Technica ATH-W1000s, aber nichtsdestotrotz kann man den Q 701 problemlos stundenlang tragen. Das aus Metall und Leder gefertigte Kopfband trägt ebenfalls zum Komfort bei: Es passt sich auch den größten Quadratschädeln problemlos an.

Der AKG Q 701 ist in drei verschiedenen Farben - Black, White und Lime - erhältlich. [4]
Der AKG Q 701 ist in drei verschiedenen Farben – Black, White und Lime – erhältlich.

Der Q 701 ist in offener Bauweise konstruiert: Die Außenseite der Ohrmuscheln besteht aus einem Kunststoffgitter, das dem Sound keinen Widerstand entgegensetzt. Wenn man es sich also nicht mit den Kollegen oder mit Fremden verscherzen will, sollte man den Kopfhörer auf Arbeit oder inmitten von Menschenmassen nur mit Bedacht einsetzen. Übrigens: Obwohl sich das Kunststoffgitter ziemlich robust anfühlt, hinterlässt es trotzdem einen enttäuschend billigen Eindruck.

Sehr viel praktischer ist dagegen, dass der AKG-Kopfhörer mit einem abnehmbaren Kabel bestückt ist. Außerdem legt AKG dem Q 701 eine zusätzliche Strippe bei, was sehr vorteilhaft ist. Denn das Kopfhörerkabel ist in der Regel deutlich schneller im Eimer als der Kopfhörer selbst.

Performance

Da der Q 701 ein Premium-Kopfhörer der Referenzklasse sein will, erwarten wir einen echten Audio-Leckerbissen – und werden nicht enttäuscht. Vanessa Carltons wunderschönes Home wurde mit exzellenter Klarheit reproduziert. Wir waren gleichermaßen von den Details beeindruckt, die in Starálfur von Sigur Rós zu hören waren. Wenn man die Augen schließt, hat man insbesondere bei den Streichern den Eindruck, gerade live in einer Konzerthalle zu sitzen. Zudem sind selbst bei hohen Lautstärken nur minimale Verzerrungen zu verzeichnen.

Dank offener Konstruktion bekommt die Umwelt zumindest bei höherer Lautstärke auf jeden Fall mit, was man gerade hört. Schade übrigens, dass AKG zwar robuste, aber billig wirkende Kunststoffgitter verbaut hat. [5]
Dank offener Konstruktion bekommt die Umwelt zumindest bei höherer Lautstärke auf jeden Fall mit, was man gerade hört. Schade übrigens, dass AKG zwar robuste, aber billig wirkende Kunststoffgitter verbaut hat.

Mit basslastiger Musik kommt der Q 701 allerdings nicht ganz so gut klar. Die tiefen Frequenzen in Prodigys Take Me to the Hospital bringen unsere Schädel nicht gar so zum klingeln wie der Sennheiser HD 650. Obwohl der Q 701 im Tieftonbereich durchaus knackig und klar arbeitet, würden wir ihn dennoch keinem Fan hämmernder Bässe empfehlen. Der AKG-Kopfhörer ist stattdessen wie geschaffen für die Wiedergabe klassischer oder akustischer Musik, denn Mitten oder Höhen handhabt er mit absoluter Souveränität.

Feine Sache: Das Kabel kann abgenommen werden. Für den Fall der Fälle legt AKG eine zweite Strippe in den Karton. [6]
Feine Sache: Das Kabel kann abgenommen werden. Für den Fall der Fälle legt AKG eine zweite Strippe in den Karton.

Man sollte auch beachten, dass dieser Kopfhörer wenig Sinn ergibt, wenn man primär MP3s niedriger Bitrate in der Medienbibliothek hat. Der Q 701 sollte mit hochqualitativen MP3s mit Bitraten von mindestens 320 KBit/s oder am besten mit verlustfreien Formaten gefüttert werden – alles darunter ist eine reine Verschwendung seiner Möglichkeiten.

Fazit

Der AKG Q 701 ist ein sehr guter Kopfhörer – und Quincy Jones muss wegen seiner Beteiligung nicht um seinen Ruf fürchten. Bei abgrundtiefen Bässen fühlt sich der Kopfhörer zwar nicht besonders wohl, aber dank kristallklaren Mitten und Höhen sind die meisten Songs die reinste Wonne. Zudem ist der Q 701 durchaus komfortabel, so dass man nicht jede halbe Stunde eine druckstellenbedingte Pause einlegen muss.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] Schwarz: http://de.akg.com/akg-produkte-detail-de/q701blk.html

[2] Weiß: http://de.akg.com/akg-produkte-detail-de/q-701.html

[3] Lime: http://de.akg.com/akg-produkte-detail-de/q701grn.html

[4] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41552305/akg_q_701_detail_1v3.jpg

[5] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41552305/akg_q_701_detail_2v3.jpg

[6] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41552305/akg_q_701_detail_3v3.jpg