Alternativ lassen sich die Aufnahmen auch direkt auf diverse Online-Portale hochladen, etwa auf Facebook, Picasa oder YouTube. Das funktioniert in der Praxis zuverlässig, ist aber etwas nervenaufreibend, weil sehr langsam. Bei Facebook beispielsweise sieht beim Durchblättern der Galerie immer nur zwei Alben pro Seite und muss bei jedem Weiterblättern etwa 10 Sekunden warten. Bis ein Album geöffnet und geladen ist, vergehen auch gerne einmal 20 Sekunden. Das Verschicken der Fotos per E-Mail klappt ebenfalls einwandfrei und recht schnell. Erfreulich ist dabei, dass man kein E-Mail-Konto auf der Kamera einrichten muss, sondern einfach einen oder mehrere Empfänger sowie einen beliebigen Absender eintippen kann.

Ganz so komfortabel wie auf aktuellen Smartphones tippt es sich auf der Onscreen-Tastatur der SH100 nicht. Aber man muss ja auch nur gelegentlich mal ein WLAN-Passwort oder eine Bildunterschrift tippen und keine Romane.
Ganz so komfortabel wie auf aktuellen Smartphones tippt es sich auf der Onscreen-Tastatur der SH100 nicht. Aber man muss ja auch nur gelegentlich mal ein WLAN-Passwort oder eine Bildunterschrift tippen und keine Romane.

Die Allshare-Funktion ermöglicht es, die Medien auf der microSD-Karte freizugeben, sodass kompatible Fernseher, Set-Top-Boxen und andere Mediengeräte per DLNA-Streaming darauf zugreifen können. Auch das Übertragen von Bildern auf andere Kameras ist möglich, sofern diese dazu kompatibel sind.

Wer nicht nur seine Kamera, sondern auch sein Smartphone bei Samsung kauft, kann das Handy via WLAN als Fernsteuerung für die Digicam nutzen. Jedenfalls, wenn es sich beim Mobiltelefon um ein Galaxy S, Galaxy S2 oder das ebenfalls von den Koreanern gebaute Google Nexus S handelt. Der Anwender lädt die App Remote Viewfinder aus dem App Store herunter, startet die Software und versetzt die SH100 in den gleichnamigen Betriebsmodus. Das Verbinden funktioniert auf Anhieb problemlos, wenige Sekunden später sehen wir das Live-Bild der Kamera auf dem Handy-Display.

Doch die Freude weicht schnell der Ernüchterung. Das Live-Bild ist zeitlich deutlich verzögert, und nach einem Druck auf den Kamera-Auslöser auf dem Smartphone dauert es gut und gerne fünf Sekunden, bis die Digicam reagiert und ein Foto einfängt. Der optische Zoom lässt sich zwar steuern, reagiert aber ebenfalls quälend langsam. Schade ist außerdem, dass man weder Zugriff auf Aufnahmeparameter noch auf den Videomodus hat. Alles in allem macht das Feature durchaus Lust auf mehr, müsste aber einfach deutlich schneller sein, um in der Praxis Spaß zu machen. Bei unserem Test hat sich diese Funktion insbesondere für schwierige Aufnahmepositionen bewährt und um die SH100 vorübergehend als „Überwachungskamera light“ einzusetzen. Übrigens kam es im Verlauf des Tests zu einem merkwürdigen Bug: Die Digicam forderte bei der Verbindung auf einmal ständig ein Passwort – das wir am Smartphone aber leider nicht festlegen können. Und damit war es nicht mehr möglich, Kamera und Smartphone miteinander zu verbinden. Ob der Fehler in der Kamera-Firmware oder in der Android-App liegt, konnten wir nicht feststellen.

Wer unterwegs Fotos und Videos auf Facebook hochladen möchte, kann mit der Kamera das Smartphone auch als mobilen WLAN-Hotspot nutzen. Außerdem unterstützt die Samsung SH100 Boingo, einen kostenpflichtigen WLAN-Hotspot-Service, der weltweit über 325.000 drahtlose Zugangspunkte aufgestellt hat.

Was die Aufnahmeprogramme angeht, hat die Samsung SH100 kaum Überraschungen zu bieten. Wie bei den meisten Einsteiger-Digicams gibt es keine manuellen oder halbautomatischen Programme, in denen der Fotograf Zugriff auf die Einstellungen von Blende und Belichtungszeit hätte. Die meisten Freiheiten bietet der Programmmodus. Hier hat der Fotograf Kontrolle über Belichtungskorrektur, Weißabgleich, ISO-Empfindlichkeit, Blitz, Fokus, Fokusbereich, Gesichtserkennung, Fotogröße, Qualität und ACB. Bei letzterem handelt es sich um eine Funktion zum Ausgleichen von Gegenlicht.

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