Samsung SH100 im Test: Digicam mit Fernsteuerung per Android-Smartphone

von Stefan Möllenhoff am , 18:37 Uhr

Pro
  • innovative WLAN-Funktionen
  • einfache Benutzung & schickes Interface
Con
  • durchwachsene Bildqualität
  • langsam
  • arbeitet nur mit wenigen Samsung-Handys zusammen
Hersteller: Samsung Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,3 von 10 Punkte
Fazit:

Die Samsung SH100 nutzt das integrierte WLAN-Funkmodul für eine ganze Reihe innovativer und spannender Funktionen. Wer auf diese Features verzichten kann, bekommt jedoch anderswo deutlich bessere Kameras für das gleiche Geld.

Auf den ersten Blick sieht die Samsung SH100 nach einer ganz gewöhnlichen Kompaktkamera aus. Bei näherer Betrachtung fallen Icons und Sticker auf dem Gehäuse auf, die sich sonst auf Fernsehern, Smartphones und anderen Multimedia-Alleskönnern finden: WLAN, YouTube, DLNA, Picasa und so weiter. Was es mit der 160 Euro teuren Kamera auf sich hat, verrät der Testbericht.

Eigentlich ist das Fotografieren mit den digitalen Knipsen so viel einfacher geworden. Wo der analoge Film mit meist 36 Bildern in den Begrenzer gelaufen ist, gibt es heute für wenig Geld schon Platz für mehr als 1000 Aufnahmen. Außerdem muss man die Werke nicht erst aufwändig und teuer entwickeln lassen, sondern stöpselt einfach die Digicam an den Rechner an und kopiert die Bilder und Videos auf die Festplatte. Und von dort aus auf Picasa, Facebook, YouTube & Co.

Wem das jetzt immer noch zu kompliziert ist, der sollte einen Blick auf die mit WLAN ausgestattete Samsung [1] SH100 werfen. Wenn ein Router oder Hotspot in Reichweite ist, lassen sich die Aufnahmen direkt von der Kamera per E-Mail versenden oder auf diverse Social Networks und Bilderportale hochladen. Auch das drahtlose Übertragen von Fotos ist möglich. Und wer ein Highend-Android [2]-Smartphone [3] von Samsung besitzt, kann die kleine Digicam sogar mit dem Handy fernsteuern.

Design

Die Samsung SH100 ist mit 9,3 mal 5,4 Zentimetern und einer Dicke von 18,9 Millimetern sehr klein und passt problemlos in die Hosentasche – Smartphone links, Kamera rechts. Das Gewicht bewegt sich mit 132 Gramm inklusive Akku und Speicherkarte auf dem Niveau aktueller Highend-Smartphones. Das geringe Gewicht und der angesichts der Ausstattung recht niedrige Preis bedeuten leider auch einen Verzicht auf edle Materialien. Statt Metall kommt beim Gehäuse Kunststoff zum Einsatz, was leider nicht für einen sonderlich hochwertigen Eindruck sorgt.

Auch rein optisch wirkt die wahlweise mit roter, schwarzer oder silberner Frontplatte erhältliche Kamera nicht besonders edel. Das Material sieht einfach etwas billig aus. Dennoch fühlt sich das Gehäuse sehr solide verarbeitet an und bietet wenig Raum für Kritik. Wer die Kamera häufig aufs Stativ schraubt – was sich angesichts der Fernbedienungsmöglichkeit per Smartphone ja anbietet – hätte sich sicherlich über ein Stativgewinde aus Metall statt aus Kunststoff gefreut. Einmal die Schraube zu überschwänglich angezogen, und der Stativanschluss sagt „servus“.

Ein/Aus-Schalter und Zoomring - mehr gibt es auf der Oberseite der SH100 nicht zu sehen. Leicht nach hinten versetzt findet sich ganz rechts noch eine Taste zum Aktivieren des Wiedergabemodus. [4]
Ein/Aus-Schalter und Zoomring – mehr gibt es auf der Oberseite der SH100 nicht zu sehen. Leicht nach hinten versetzt findet sich ganz rechts noch eine Taste zum Aktivieren des Wiedergabemodus.

Apropos Stativ – beziehungsweise nicht Stativ: Wer kein Dreibein zur Hand hat und die Kamera stattdessen für ein Selbstportrait auf eine feste Unterlage stellt, dürfte sich über die leicht abgeschrägte Unterseite freuen. Die Digicam schaut dann nicht geradeaus, sondern ist um ein paar Grad nach oben geneigt. Das sorgt hoffentlich dafür, dass auf dem Urlaubsbild dann nicht nur das neue T-Shirt, sondern auch das sonnenverbrannte Gesicht zu sehen ist.

Die Samsung SH100 überfordert ihren Besitzer nicht gerade mit mechanischen Bedienelementen. Oben auf dem Gehäuse finden sich Ein/Aus-Schalter und Auslöser mitsamt Zoomring. Nach hinten fällt die Oberseite im 45-Grad-Winkel ab, um dann schließlich in die Rückseite überzugehen. Auf dieser kleinen Schräge sitzt ganz rechts eine Taste zum Wechseln in den Wiedergabemodus.

Fingerfreundlich, aber nicht unbedingt übersichtlich: Das Hauptmenü zeigt immer nur acht Icons auf einmal an. [5]
Fingerfreundlich, aber nicht unbedingt übersichtlich: Das Hauptmenü zeigt immer nur acht Icons auf einmal an.

Der 3,0 Zoll große und mit 320 mal 240 Pixeln recht niedrig auflösende Touchscreen dominiert die Rückseite. Leider ist das Display unter direkter Sonneneinstrahlung nicht gut ablesbar. Bei schönem Wetter muss man also häufiger mal blind knipsen und schneidet dann möglicherweise versehentlich der ganzen Urlaubs-Truppe die Köpfe ab. Mit verantwortlich für die schlechte Ablesbarkeit ist wohl auch die resistive Touchscreen-Folie, die über dem Display liegt und mit ihrer wabbeligen Haptik den Qualitätseindruck nicht gerade steigert.

Aber genau dafür gibt’s ja dann Samsungs mit AMOLED-Displays ausstaffierte Handys Galaxy S [6] und Galaxy S2 [7], deren Bildschirme sich auch gegen die Mittagssonne am Äquator noch recht wacker schlagen dürften. Zu den Handys aber später mehr. Immerhin: Bei wenig Umgebungslicht gefällt der Bildschirm der SH100 mit schönen Farben. Rechts unten neben dem Display befindet sich eine mit einem Häuschen markierte Taste, die das fingerfreundliche Hauptmenü auf den Schirm bringt.

Auf der rechten Seite des Gehäuses sitzt eine kleine Plastikabdeckung, hinter der sich der kombinierte USB-AV-Anschluss versteckt, über den sich die Kamera auch aufladen lässt. Ein USB-Kabel inklusive Netzadapter ist im Lieferumfang enthalten, eine Strippe zur Nutzung des Videoausgangs fehlt leider. Auf der Unterseite des Gehäuses bringt Samsung eine Klappe unter, die das Akkufach und den microSD-Speicherkartenleser beherbergt. Richtig gelesen, microSD. Samsung setzt wohl aus Platzgründen auf die winzigen Speicherkarten, die leider nur allzu leicht verloren gehen. Unser Tipp: Möglichst große Karte kaufen und niemals wechseln. Ein Speichermedium ist im Lieferumfang leider ebensowenig enthalten wie ein Ladegerät, mit dem sich der Stromspeicher außerhalb der Kamera betanken ließe. Dafür gibt’s immerhin einen Stylus für den resistiven Touchscreen.

Ausstattung

Bei der fotografischen Ausstattung hat die Samsung SH100 keine Überraschungen zu bieten. Das Objektiv bietet einen fünffachen optischen Zoom, der mit einem Brennweitenbereich von 26 bis 130 Millimeter im Kleinbildäquivalent für diese Preisklasse erfreulich panoramatauglich daherkommt. Die maximalen Lichtstärken von F3,3 im Weitwinkel und F5,9 im Telebereich sind durchschnittlich. Hinter dem Objektiv sitzt ein 1/2,3-Zoll-CCD-Sensor mit einer Auflösung von 14 Megapixeln. Negativ fällt auf, dass weder Optik noch Sensor über einen Bildstabilisator verfügen. Die Kamera wirkt Verwacklungen ausschließlich digital entgegen – und das funktioniert leider deutlich weniger effektiv als die mechanischen oder optischen Lösungen. Bei einer unverbindlichen Preisempfehlung von 200 Euro hätten wir etwas mehr erwartet. Aber gut, es geht ja etliches an Geld für die WLAN-Spielereien drauf.

Hersteller Samsung
Modell SH100
Preis 190 Euro
Bildsensor 1/2,3-Zoll-CCD
Auflösung 14 Megapixel
Optischer Zoom 5-fach
Brennweitenbereich 26 – 130 mm
Lichtstärke F3,3 – F5,9
Belichtungszeiten 1/2000 – 8 s
Bildstabilisator nur digital
Empfindlichkeiten ISO 80 – 3200
Max. Fotoauflösung 4320 x 3240 Pixel
Max. Videoauflösung 1280 x 720 Pixel @ 30 fps
Dateiformate JPEG (Foto), H.264 (Video)
Manuelle Einstellungen P
Display 3,0 Zoll, 230.000 Pixel (320 x 240)
Sucher nein
Zubehörschuh nein
Speichermedien microSD, microSDHC, microSDXC
Stromversorgung Lithium-Ionen-Akku
Akkulaufzeit (CIPA) k. A.
Anschlüsse USB, AV
Mikrofon Mono
Abmessungen 9,3 x 5,4 x 1,9 cm
Gewicht (mit Akku und SD-Karte) 110 g
Besonderheiten WLAN, DLNA, Handy-Steuerung

Wobei diese „Spielereien“ ganz schön interessant sind. Die Funktion Auto-Backup überträgt Aufnahmen drahtlos auf den Computer. Wobei der Teil „Auto“ in „Auto-Backup“ etwas irreführend ist, denn die Kamera sichert die Daten nämlich nicht selbsttätig, sondern erst, wenn der Nutzer auf der Digicam den Vorgang startet. Der Ziel-PC muss natürlich über das WLAN, in das sich die Kamera verbindet, erreichbar sein und außerdem die entsprechende Software installiert haben. Verbindet man die Kamera mit dem Rechner, startet sich Samsungs Intelli-Studio-Programm und fragt, ob man die Backup-Lösung installieren möchte. Ein Mausklick auf „Ja“ öffnet den Download-Link im Browser. Die Installation und die Einrichtung geht binnen zwei Minuten vonstatten. Anschließend trennen wir die Digicam vom PC, sind binnen 30 Sekunden mit dem WLAN verbunden, und drei Klicks später trudeln die Fotos in den am Computer vorher konfigurierten Ordnern ein. Auf Wunsch fährt das PC-Auto-Backup-Programm den Computer nach erfolgter Datenübertragung herunter – mehr Optionen gibt es leider nicht. Die Eye-Fi-SD-Speicherkarten mit integriertem WLAN-Modul beziehungsweise deren Software bietet hier mehr Möglichkeiten.

Startet man den Kopier-Vorgang auf der Kamera (links), öffnet sich auf dem Rechner ebenfalls ein Fenster, das den Fortschritt anzeigt (rechts). [8]
Startet man den Kopier-Vorgang auf der Kamera (links), öffnet sich auf dem Rechner ebenfalls ein Fenster, das den Fortschritt anzeigt (rechts).

Alternativ lassen sich die Aufnahmen auch direkt auf diverse Online-Portale hochladen, etwa auf Facebook, Picasa oder YouTube. Das funktioniert in der Praxis zuverlässig, ist aber etwas nervenaufreibend, weil sehr langsam. Bei Facebook beispielsweise sieht beim Durchblättern der Galerie immer nur zwei Alben pro Seite und muss bei jedem Weiterblättern etwa 10 Sekunden warten. Bis ein Album geöffnet und geladen ist, vergehen auch gerne einmal 20 Sekunden. Das Verschicken der Fotos per E-Mail klappt ebenfalls einwandfrei und recht schnell. Erfreulich ist dabei, dass man kein E-Mail-Konto auf der Kamera einrichten muss, sondern einfach einen oder mehrere Empfänger sowie einen beliebigen Absender eintippen kann.

Ganz so komfortabel wie auf aktuellen Smartphones tippt es sich auf der Onscreen-Tastatur der SH100 nicht. Aber man muss ja auch nur gelegentlich mal ein WLAN-Passwort oder eine Bildunterschrift tippen und keine Romane. [9]
Ganz so komfortabel wie auf aktuellen Smartphones tippt es sich auf der Onscreen-Tastatur der SH100 nicht. Aber man muss ja auch nur gelegentlich mal ein WLAN-Passwort oder eine Bildunterschrift tippen und keine Romane.

Die Allshare-Funktion ermöglicht es, die Medien auf der microSD-Karte freizugeben, sodass kompatible Fernseher, Set-Top-Boxen und andere Mediengeräte per DLNA-Streaming darauf zugreifen können. Auch das Übertragen von Bildern auf andere Kameras ist möglich, sofern diese dazu kompatibel sind.

Wer nicht nur seine Kamera, sondern auch sein Smartphone bei Samsung kauft, kann das Handy via WLAN als Fernsteuerung für die Digicam nutzen. Jedenfalls, wenn es sich beim Mobiltelefon um ein Galaxy S, Galaxy S2 oder das ebenfalls von den Koreanern gebaute Google [10] Nexus S handelt. Der Anwender lädt die App Remote Viewfinder aus dem App Store herunter, startet die Software und versetzt die SH100 in den gleichnamigen Betriebsmodus. Das Verbinden funktioniert auf Anhieb problemlos, wenige Sekunden später sehen wir das Live-Bild der Kamera auf dem Handy-Display.

Doch die Freude weicht schnell der Ernüchterung. Das Live-Bild ist zeitlich deutlich verzögert, und nach einem Druck auf den Kamera-Auslöser auf dem Smartphone dauert es gut und gerne fünf Sekunden, bis die Digicam reagiert und ein Foto einfängt. Der optische Zoom lässt sich zwar steuern, reagiert aber ebenfalls quälend langsam. Schade ist außerdem, dass man weder Zugriff auf Aufnahmeparameter noch auf den Videomodus hat. Alles in allem macht das Feature durchaus Lust auf mehr, müsste aber einfach deutlich schneller sein, um in der Praxis Spaß zu machen. Bei unserem Test hat sich diese Funktion insbesondere für schwierige Aufnahmepositionen bewährt und um die SH100 vorübergehend als „Überwachungskamera light“ einzusetzen. Übrigens kam es im Verlauf des Tests zu einem merkwürdigen Bug: Die Digicam forderte bei der Verbindung auf einmal ständig ein Passwort – das wir am Smartphone aber leider nicht festlegen können. Und damit war es nicht mehr möglich, Kamera und Smartphone miteinander zu verbinden. Ob der Fehler in der Kamera-Firmware oder in der Android-App liegt, konnten wir nicht feststellen.

Wer unterwegs Fotos und Videos auf Facebook hochladen möchte, kann mit der Kamera das Smartphone auch als mobilen WLAN-Hotspot nutzen. Außerdem unterstützt die Samsung SH100 Boingo [11], einen kostenpflichtigen WLAN-Hotspot-Service, der weltweit über 325.000 drahtlose Zugangspunkte aufgestellt hat.

Was die Aufnahmeprogramme angeht, hat die Samsung SH100 kaum Überraschungen zu bieten. Wie bei den meisten Einsteiger-Digicams gibt es keine manuellen oder halbautomatischen Programme, in denen der Fotograf Zugriff auf die Einstellungen von Blende und Belichtungszeit hätte. Die meisten Freiheiten bietet der Programmmodus. Hier hat der Fotograf Kontrolle über Belichtungskorrektur, Weißabgleich, ISO-Empfindlichkeit, Blitz, Fokus, Fokusbereich, Gesichtserkennung, Fotogröße, Qualität und ACB. Bei letzterem handelt es sich um eine Funktion zum Ausgleichen von Gegenlicht.

Weiterhin gibt es eine Szenenautomatik, die das zum Motiv passendste Szenenprogramm selbsttätig auswählt. Alternativ kann der Anwender auch selbst eines von sechs Szenenprogrammen händisch auswählen – darunter findet sich übrigens ein weiterer Anti-Gegenlicht-Modus. Außerdem gibt es Programme für Beauty Shot, Vignettierung, Nachtaufnahme, Nahaufnahme sowie diverse Foto- und Filmeffekte. Weiterhin bietet die SH100 eine Diktiergerätfunktion und einen Bildeditor. Drei verschiedene Bildbetrachter, die allesamt wenig Sinn ergeben, sind ebenfalls mit von der Partie.

Sämtliche Funktionen teilen sich auf vier „Homescreens“ auf, durch die sich der Anwender mit dem Finger durchwischt. Die Anordnung der Symbole wirkt etwas chaotisch und planlos – so finden sich fast auf jeder Seite sowohl Aufnahmeoptionen für Stand- und Bewegtbilder als auch Sharing-Features und Wiedergabemodi. Mit lediglich vier mal zwei Icons pro Homescreen ist das Menü sehr fingerfreundlich aufgebaut. Hier fallen die drei Bildbetrachtungsmodi 3D-Album, Diashow und Magazin übrigens positiv auf: Sie trollen sich allesamt brav auf die vierte und letzte Seite.

Leistung

Die Samsung SH100 schlägt sich bei unseren Geschwindigkeitstests ähnlich wie die meisten Kameras in dieser Klasse. Bis nach dem Betätigen des Einschalters das erste Foto im Kasten ist, vergehen im Schnitt 2,1 Sekunden. Zwischen jedem weiteren Foto vergehen bei maximalen Qualitätseinstellungen 1,7 Sekunden. Mit zugeschaltetem Blitz genehmigt sich die Kamera Verschnaufpausen von durchschnittlich 3,0 Sekunden.

Um auf das Motiv zu fokussieren und das Foto aufzunehmen, benötigt die SH100 bei guten Lichtverhältnissen 0,4 Sekunden. Im Zwielicht verschlechtert sich die Auslöseverzögerung auf 0,8 Sekunden. Der Serienbildmodus gehört mit 0,75 Fotos pro Sekunde nicht gerade zu den schnellsten seiner Art – und passt nach dem ersten geschossenen Foto weder die Belichtung noch den Fokus an. Verändern sich also während dem Foto-Dauerfeuer die Aufnahmebedingungen, misslingt ein Teil der Bilder.

Bei der Bedienung reagiert die Kamera größtenteils recht flott und nervt selten mit überlangen Wartezeiten. Der resistive Touchscreen hingegen dürfte ruhig flotter ansprechen – so sanft und weich wie bei aktuellen Android-Smartphones oder beim iPhone 4 wischt man sich hier nicht durch die Gegend. Gerade beim Betrachten von Fotos hätten wir uns etwas mehr Luxus gewünscht. Aber gut, irgendwo muss der Hersteller ja an der Preisschraube drehen.

Die drei am häufigsten gebrauchten Aufnahmeeinstellungen lassen sich hier auswählen und prominent auf dem Sucherbild platzieren. [12]
Die drei am häufigsten gebrauchten Aufnahmeeinstellungen lassen sich hier auswählen und prominent auf dem Sucherbild platzieren.

Bildqualität

Die Samsung SH100 gehört zwar mit Anschaffungskosten von derzeit rund 160 Euro nicht mehr zu den absoluten Einsteiger-Modellen, doch der Touchscreen und die verschiedenen WLAN-Funktionen dürften einen nicht unergeblichen Teil des Kaufpreises für sich beanspruchen. Unsere Erwartungen an die Fotoqualität sind nicht gerade hoch.

Wie die meisten Einsteiger-Digicams liefert die Samsung SH100 bei Empfindlichkeiten bis einschließlich ISO 200 größtenteils sehr schöne Fotos. Wer die Bilder auf dem Monitor bis zum Gehtnichtmehr vergrößert und sich die Wimpern am Panel plattdrückt, kann hier zwar auch ein Bildrauschen erkennen. Aber im Großen und Ganzen sehen die Aufnahmen hier durchaus ansprechend aus.

Beim Sprung auf ISO 400 ist erstmals ein deutliches Bildrauschen zu sehen. Zudem verblassen die Farben etwas. Mit dem Schritt auf ISO 800 schließlich treten in dunklen Bildbereichen zahlreiche blaue Farbflecken auf, die auch bei niedrigen Betrachtungsgrößen deutlich sichtbar sind. Außerdem wirken die Farben hier bereits signifikant schlapper. Das ist schade, denn wer in geschlossenen Räumen ohne Blitz fotografiert, bräuchte genau diesen Wert häufig. Die größte Blendenöffnung des Objektivs von F3,3 ist hier nicht unbedingt eine Hilfe. Während ISO 800 noch für anspruchslose Knipsereien zu gebrauchen ist, geraten die Fotos bei ISO 1600 und ISO 3200 zu matschig und unansehnlich, um noch für irgendeinen ernsthaften Verwendungszweck gut zu sein.

Die Belichtungsautomatik liefert konsistent recht gute Ergebnisse. Der integrierte Blitz agiert jedoch ab und zu – insbesondere bei Tageslicht und auf kurze Entfernung – mal etwas übereifrig und sorgt für stark überstrahlte Gesichter auf den Bildern. Der Hintergrund wird in dunklen Umgebungen vernachlässigt. Hier dürfte die Kamera ruhig etwas mehr von der Stimmung einfangen.

Mit Farbsäumen an Übergängen mit hohen Kontrasten hat die Samsung SH100 erfreulicherweise fast nicht zu kämpfen. Doch dafür geraten in bestimmten Lichtsituationen selbst bei an sich optimalen Bedingungen die Fotos sehr flau. Dafür dürfte wohl das Objektiv verantwortlich zeichnen. Die Abbildungsleistung der Optik ist in der Mitte sehr gut und lässt zum Rand hin kaum nach. Im Weitwinkel bringt das Objektiv eine minimale Tonnenverzerrung auf die Fotos. Bei maximaler Brennweite ist eine ganz minimale kissenförmige Verzeichnung auszumachen. Hier korrigiert Samsung offensichtlich per Software nach, denn im Videomodus ist im Weitwinkel eine deutlichere Kissenverzerrung sichtbar.

Die Videos können nicht überzeugen und enttäuschen mit sehr niedriger Dynamik. Das bedeutet, dass helle Bildbereiche sehr schnell überbelichtet, also schlicht komplett weiß, und dunkle Bildbereiche schwarz ausfallen. Bei wenig Licht rauschen die Aufnahmen zudem sehr stark. Die SH100 bleibt bei den Bewegtbildern deutlich hinter den Erwartungen zurück, die die HD-Auflösung 720p weckt, und eignet sich bestenfalls, um das eine oder andere YouTube-Video einzufangen. Immerhin: Der optische Zoom funktioniert während der Aufnahme. Der Objektivmotor ist zwar auf den Aufnahmen zu hören, fällt aber nur bei leisem Geräuschpegel wirklich unangenehm auf. Der Klang, den das Mono-Mikrofon einfängt, geht in Ordnung.

Fazit

Die Samsung SH100 hat einige nette Tricks zu bieten, mit denen vor ihr bislang keine Digitalkamera aufwarten konnte. So ganz ausgereift und flott, wie wir es uns wünschen würden, arbeiten die WLAN-Funktionen zwar noch nicht, aber sie gehen in eine sehr interessante Richtung – bitte mehr davon! Bei den fotografischen Fähigkeiten hat die Digicam zwar ein paar nette Spielereien zu bieten, doch in puncto Bild- und Videoqualität sowie Geschwindigkeit kann uns die SH100 nicht so ganz überzeugen. Wer auf die WLAN-Features verzichten kann, bekommt fürs gleiche Geld deutlich mehr Kamera. Aber muss eben wie seit eh und je mit der Strippe unter den Schreibtisch kriechen, um die Fotos und Videos auf den Rechner zu übertragen.

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[2] Android: http://www.cnet.de/themen/android/

[3] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/

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[5] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41552588/samsung_sh100_hinten2.jpg

[6] Galaxy S: https://www.cnet.de/tests/handy/41533897/ausfuehrlicher_testbericht_samsung_galaxy_s_i9000_mit_super_amoled_und_android.htm

[7] Galaxy S2: https://www.cnet.de/tests/handy/41552389/prototyp_im_test_samsung_galaxy_s2_i9200_mit_super_amoled_plus_display_und_dual_core_cpu.htm

[8] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41552588/samsung_sh100_auto-backup.jpg

[9] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41552588/samsung_sh100_netzwerk2.jpg

[10] Google: http://www.cnet.de/unternehmen/google-inc/

[11] Boingo: http://www.boingo.com/

[12] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41552588/samsung_sh100_menu_config.jpg

[13] Beispielfotos: die Bildqualität der Samsung SH100: https://www.cnet.de/41552592/beispielfotos-die-bildqualitaet-der-samsung-sh100/?pid=1#sid=41552588