Was machen A, S, M & Co.?: So funktionieren die Aufnahmemodi von digitalen Kameras

Portrait

Beschreibung: Bei Portraitfotos versucht die Kamera, die Person scharf und den Hintergrund unscharf abzubilden. Dazu kommen üblicherweise große Blendenöffnungen zum Einsatz. Bei kompakten Digicams werden diese teilweise simuliert, das heißt, die Kamera zeichnet den Hintergrund künstlich weich, um die Augen des Betrachtes auf die Person auf dem Foto zu lenken. Außerdem wird in der Regel die Gesichtserkennung aktiviert. Vorsicht ist bei diversen Beauty-Effekten geboten – hier zeichnet die Kamera häufig auch die Gesichter weich, um Hautunreinheiten verschwinden zu lassen. Das sorgt jedoch häufig für etwas matschig oder sehr künstlich wirkende Bilder.

Anwendungsgebiete: Der Portrait-Modus eignet sich für Fotos von weitgehend unbewegten Personen bei guten Lichtverhältnissen – also bei Tageslicht oder starker künstlicher Beleuchtung.

Sport

Beschreibung: In diesem Modus sollen schnell bewegte Objekte scharf abgebildet werden – dafür wählt die Digicam kurze Belichtungszeiten und schraubt – falls nicht genug Licht vorhanden ist – die ISO-Empfindlichkeit nach oben. Daher kommt es leider häufig zu einem mehr oder weniger starken Bildrauschen. Manche Modelle aktivieren im Sport-Szenenprogramm den Serienbildmodus für viele Aufnahmen in kurzer Zeit.

Anwendungsgebiete: Das Szenenprogramm Sport ist für das Ablichten von schnell bewegten Objekten bei möglichst viel Licht konzipiert – etwa von Sportlern, tobenden Kindern oder herumspringenden Haustieren.

Landschaft

Beschreibung: Das Szenenprogramm Landschaft schließt die Blende und versucht, möglichst viel von der Natur scharf einzufangen. Manche Kameras verstärken außerdem die Sättigung von Grün- und Blautönen. Manche Digicams bieten auch einen Modus namens Herbst oder Herbstlaub – hier werden Rottöne stark gesättigt abgebildet.

Anwendungsgebiete: Wie der Name schon verrät, soll dieser Modus bei weitläufigen Landschaften die besten Resultate liefern. Aber auch bei Skylines von Städten lassen sich hier in der Regel gute Ergebnisse erzielen.

Makro, Nahaufnahme

Beschreibung: Makro ist der Portrait-Modus für kleine Objekte. Die Kamera fährt das Objektiv in die Position, in der es möglichst nah vor der Linse befindliche Objekte noch scharf abbilden kann. Im Idealfall setzt die Digicam den Blitz sehr behutsam ein, so dass er auf die kurze Distanz nicht für Überbelichtungen sorgt.

Anwendungsgebiete: Der Makro-Modus eignet sich für Nahaufnahmen.

Nacht, Nachtlandschaft

Beschreibung: Der Nacht-Modus verspricht bei eine gute Bildqualität auch bei schlechten Lichtverhältnissen. Die Kamera versucht, dies mit einer möglichst günstigen Kombination aus mittleren ISO-Empfindlichkeiten und halbwegs langen Belichtungszeiten zu erreichen. Der Blitz ist deaktiviert. Manche Kameras gehen in diesem Szenenprogramm davon aus, dass die Digicam auf einem Stativ steht. Dann gelingen aufgrund sehr langer Belichtungszeiten die Aufnahmen freihändig nicht. Moderne Digicams mit rückseitig belichteten Bildsensoren schießen anstelle einer lange belichteten Aufnahme viele kurz und zwar zu dunkel belichtete, aber dafür scharfe Aufnahmen und kombinieren diese miteinander.

Anwendungsgebiete: Nachtaufnahmen, bei denen sich kein wichtiger Motivteil – etwa eine Person – sehr nah an der Kamera befindet.

Nachtportrait

Beschreibung: Im Gegensatz zum Szenenprogramm Nacht versucht Nachtportrait, eine der Kamera nahe Person mit dem Blitz korrekt zu belichten, während der Hintergrund durch die bereits erwähnte Kombination aus langer Belichtungszeit und angehobener ISO-Empfindlichkeit hell eingefangen wird. Wie beim Nacht-Modus setzen auch hier einige moderne Digicams auf Mehrfachbelichtungen.

Anwendungsgebiete: Portraitfotos bei schlechten Lichtverhältnissen

Soweit die am häufigsten genutzten und bei praktisch allen aktuellen Digitalkameras vertretenen Szenenprogramme. Üblicherweise handelt es sich bei diesem Aufnahmemodi auch um jene, auf die die intelligente Automatik zurückgreift. Je nach Kamera funktioniert das mehr oder weniger zuverlässig. Die meisten Digicams zeigen dem Fotografen aber im Display an, für welches Szenenprogramm sie sich entschieden haben. Wenn man die Freundin vor dem nächtlichen Eiffelturm ablichten möchte und die Knipse im Display den Makromodus anzeigt, wählt man das passende Szenenprogramm lieber gleich händisch aus. Im Folgenden wollen wir uns noch ein paar eher selteneren Szenenprogrammen widmen und deren Funktion beschreiben.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Was machen A, S, M & Co.?: So funktionieren die Aufnahmemodi von digitalen Kameras

  • Am 11. Mai 2011 um 07:54 von D. Eichhorn

    Szenenprogramme
    Was sind denn "Szenenprogramme"? Der (Fach-)Terminus für das was da beschrieben wird heißt doch korrekt und zutreffend "Motivprogramme". Mit einer Fotokamera (Stehbildkamera) nimmt man bekanntlich "Motive" auf und keine "Szenen". Zu schade dass in die recht anschaulichen Erklärungen falsche Begriffe aus grottenschlechten Übersetzungen übernommen wurden. Mit einem Blick in GUTE – zugegeben rare – Fachliteratur hätte sich das vermeiden lassen.

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