Was machen A, S, M & Co.?: So funktionieren die Aufnahmemodi von digitalen Kameras

Kerzenlicht

Beschreibung: Der Modus Kerzenlicht zielt ebenfalls auf schlechte Lichtverhältnisse ab, verzichtet aber auf den Blitz, um die Stimmung nicht zu zerstören. Hier versucht die Kamera, Vorder- und Hintergrund durch höhere ISO-Werte und mittellange Belichtungszeiten scharf einzufangen. Durch die hohen Empfindlichkeiten kommt es meist zu einem mehr oder weniger stark ausgeprägten Bildrauschen.

Anwendungsgebiete: Geschlossene Räume, die nur schwach beleuchtet sind

Sonnenuntergang

Beschreibung: Das Szenenprogramm Sonnenuntergang sorgt mit erhöhter Sättigung bei Rot- und Gelbtönen für spektakulärere Farben und damit ansehnlichere Sonnenuntergänge auf den Urlaubsfotos.

Anwendungsgebiete: Nicht nur Sonnenunter- sondern auch Sonnenaufgänge

Essen

Beschreibung: Hier kombinieren die meisten Kamera Makro mit Kerzenlicht, um das Steak auch in eher schwach beleuchteten Restaurants scharf abzubilden. Eine leicht angehobene Farbsättigung lässt die Speisen attraktiver wirken.

Anwendungsgebiete: Dieses Szenenprogramm ist nicht nur bei Essen, sondern auch bei anderen Makrofotos bei wenig Licht einen Versucht wert.

Text, Dokumente

Beschreibung: Üblicherweise fotografiert die Digicam im Text-Modus in Schwarzweiß und erhöht für eine bessere Lesbarkeit den Kontrast. Manche Kameras entzerren auch von der Seite abfotografierte Präsentationen, Visitenkarten und dergleichen automatisch.

Anwendungsgebiete: Fahrpläne, Präsentationen, Visitenkarten, Speisekarten & Co.

Panorama

Beschreibung: Einfache Digicams helfen dem Fotografen im Panorama-Modus beim Ausrichten von Einzelbildern, die er später am Rechner zu einem Breitbild zusammenfügen kann. Außerdem wird die Helligkeit bei den einzelnen Aufnahmen konstant gehalten. Viele fortschrittlichere Kameras mit BSI-Sensoren verfügen über eine Schwenkpanorama-Funktion, bei der die Digicam aus einem Kameraschwenk über das Motiv ein Panoramafoto zusammenbastelt.

Anwendungsgebiete: Motive, die mehr Weitwinkel erfordern, als die Kamera bietet

Feuerwerk

Beschreibung: Im Feuerwerk-Betrieb setzt die Kamera sehr lange Belichtungszeiten ein, um die Spuren der am Himmel explodierenden Effekte auf den digitalen Film zu bringen. Im Idealfall kombiniert man diesen Modus mit einem Stativ oder stellt die Kamera zumindest auf einer stabilen Unterlage ab.

Anwendungsgebiete: Dieser Modus eignet sich nicht nur für Feuerwerk, sondern beispielsweise auch, um die Scheinwerfer vorbeifahrender Autos als lange Lichtspuren abzubilden.

Strand, Schnee

Beschreibung: In der Regel orientieren sich die Automatiken von Kameras an der Durchschnittshelligkeit des Motivs, um die korrekte Belichtung herauszufinden. Am weißen Sandstrand oder auf der Skipiste sorgt das allerdings für zu dunkle Fotos, die grau und kontrastarm wirken. Manchmal sind Strand und Schnee separat aufgeführt, manchmal zusammen. Gibt es einen einzelnen Schnee-Modus, so wird hier häufig auch der Blaustich im Schnee etwas herausgenommen.

Anwendungsgebiete: Jedes Motiv, dass in erster Linie aus sehr hellen Farbtönen besteht.

Gegenlicht

Beschreibung: Dieses Szenenprogramm kämpft ebenfalls gegen das Problem, dass sich Automatiken an der Durchschnitthelligkeit der Szene orientieren und Personen vor sehr hellem Hintergrund unterbelichten. Häufig setzt der Modus Gegenlicht den Blitz ein, um die Motivteile im Vordergrund aufzuhellen.

Anwendungsgebiete: Szenarien, bei denen sich ein wichtiger Teil des Motivs im Schatten befindet, das restliche Bild aber sehr hell ist.

Museum

Beschreibung: Um andere Museumsbesucher nicht zu stören, reduziert die Kamera die Betriebsgeräusche auf ein Minimum und deaktiviert den Blitz. Dadurch sind jedoch häufig höhere ISO-Empfindlichkeiten und längere Verschlusszeiten erforderlich, was das Bildrauschen und die Verwacklungsgefahr steigert.

Anwendungsgebiete: Museen oder andere Umgebungen, in denen sich der Fotograf möglichst unauffällig verhalten möchte beziehungsweise muss.

Fazit

Mit zunehmend intelligenteren Automatiken machen moderne Digitalkameras unbedarften Fotografen das Leben immer leichter. Doch auch die klügste Kamera der Welt kommt bei komplizierten Aufnahmesituationen ins Straucheln. Mit den diversen Szenenprogrammen und der Belichtungskorrektur lässt sich die Digicam zumindest schon einmal in die richtige Richtung schieben. Wer die Aufnahmen jedoch haargenau an seine eigenen Vorstellen anpassen möchte, kommt um die manuellen PASM-Modi nicht herum.

Wir haben bereits eine Vielzahl von Stories zum Thema Digicams veröffentlicht. Hier findet sich eine Übersicht über unsere Fotokurse und Kamera-Bastelprojekte.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Was machen A, S, M & Co.?: So funktionieren die Aufnahmemodi von digitalen Kameras

  • Am 11. Mai 2011 um 07:54 von D. Eichhorn

    Szenenprogramme
    Was sind denn "Szenenprogramme"? Der (Fach-)Terminus für das was da beschrieben wird heißt doch korrekt und zutreffend "Motivprogramme". Mit einer Fotokamera (Stehbildkamera) nimmt man bekanntlich "Motive" auf und keine "Szenen". Zu schade dass in die recht anschaulichen Erklärungen falsche Begriffe aus grottenschlechten Übersetzungen übernommen wurden. Mit einem Blick in GUTE – zugegeben rare – Fachliteratur hätte sich das vermeiden lassen.

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