Eines der großen Verkaufsargumente für die Exilim EX-H20G ist natürlich der integrierte GPS-Receiver, dem Kompass, Bewegungssensoren und Schrittzähler zur Seite stehen. Unter freiem Himmel dauert die erste Positionsbestimmung etwa eineinhalb Minuten. Anschließend checkt die Kamera immer wieder den aktuellen Ort und aktualisiert ihre Position. So muss man nicht vor jedem Foto warten, bis die Digicam endlich die Orientierung gefunden hat.

Solange man sich draußen bewegt, funktioniert die Ortung der Kamera erfreulich genau – Abweichungen von mehr als zehn Metern sind im Test selten. Selbst wenn wir im Auto fahren und durch die Gegend knipsen, schreibt die H20G immer eine recht genaue Position in die Exif-Daten der JPEG-Bilder. Weniger genau funktioniert es dann allerdings in geschlossenen Räumen. Wir sind testweise durch die Tiefgarage in unser Büro gelaufen und haben hier fröhlich durch die Gegend fotografiert. Der Schrittzähler hat leider nicht wie versprochen funktioniert, und die Knipse bleibt – was die Orientierung angeht – beim Eingang zur Tiefgarage stehen. Die rund 200 Meter Luftlinie zwischen dem hintersten Eck von unserem Büro werden ignoriert. In der Praxis dürfte das die wenigsten Käufer stören. Aber Casio hat hier mit der Kombination aus Schrittzähler, Kompass und Lagesensor viel versprochen, und so sind wir doch etwas enttäuscht.

Die geschossenen Fotos kann man mit Flickr, Picasa & Co. später auf einer Landkarte bewundern.
Die geschossenen Fotos kann man mit Flickr, Picasa & Co. später auf einer Landkarte bewundern.

Die Casio Exilim EX-H20G verpasst nicht nur den Fotos, die sie schießt, eine Orientierung. Sie hilft auch ihrem Besitzer dabei, sich an fremden Orten zurechtzufinden. Die Digicam hat circa 10.000 Fotos von Sehenswürdigkeiten in insgesamt 162 Städte rund um den Globus gespeichert. Dazu gibt es jeweils auch Landkarten und Stadtpläne. Je nachdem, ob man sich gerade in der Münchner Innenstadt oder irgendwo im Gebirge befindet, bietet die H20G unterschiedlich genaue Karten an.

Leistung

Die Casio Exilim EX-H20G legt eine für Digicams in diesem Preissegment recht typische Performance an den Tag. Bis nach dem Betätigen des Einschalters das erste Foto im Kasten ist, vergehen rund 2,9 Sekunden. Zwischen jedem weiteren Bild genehmigt sich die Kamera eine recht deftige Verschnaufpause von 2,6 Sekunden. Mit zugeschaltetem Blitz verschlechtert sich dieser Wert auf 3,5 Sekunden. Auffällig ist hier, dass die Auslöseverzögerung ohne Fokussieren bei aktiviertem Blitz deutlich länger ausfällt. Beim Durchdrücken des vorher schon angetippten Auslösers dauert es circa 0,4 Sekunden, bis die H20G tatsächlich das Bild schießt.

Bei guten Lichtverhältnissen braucht die Exilim 0,4 Sekunden, um auf das Motiv zu fokussieren und das Foto einzufangen. Im Zwielicht steigt die Auslöseverzögerung auf 0,6 Sekunden an. Damit bewegt sich die H20G im oberen Mittelfeld, was die Geschwindigkeit angeht. Eine Serienbildfunktion bietet die Casio Exilim EX-H20G leider nicht. Wer Actionfotos schießen möchte, braucht entweder hellseherische Fähigkeiten, viel Geduld oder Glück.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Casio Exilim EX-H20G: akkustarke GPS-Reisekamera mit schwacher Bildqualität

  • Am 14. September 2011 um 09:50 von pixelmonsta

    Unglaublich schlecht
    Danke Cnet für diesen Testbericht.
    Ich konnte es erst nicht glauben… und bin doch super schockiert über die dermaßen unterirdische Qualität der Bilder. Soetwas habe ich bisher von Casio noch nicht erlebt!
    Selbst beit Top Ausleuchtung der Scene die man fotografiert, kann man nicht nur in der 1:1 Ansicht sondern auch schon in der 1:3 Anicht die Artefakte sehen auf den Bildern. Wenn man sich die Bilder auf dem Kamera Display ansieht scheint alles super zu sein wenn man jedoch in das aufgenommenende Bild hineinzoomt oder es sich auf dem Monitor seines PC anschaut packt mich das kalte grausen! Die ganzen Spielereien sind ja ok und auch die Qualität bei den Videos ist gut aber wer sich die Bilder nicht nur auf der Kamera anschauen will sollte sich lieber nach einem anderen Modell umsehen.
    In diesem Sinne gutes Licht!

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