Bildqualität

Die Casio Exilim EX-H20G bietet eine recht ordentliche Bildqualität, kann sich aber nicht von der Konkurrenz absetzen. Bei den niedrigsten Empfindlichkeiten ISO 80 und 100 gelingen die Fotos recht detailreich und schön. Mit ISO 200 geschossene Aufnahmen wirken bereits ein ganzes Stück weicher, mit ISO 400 geknipste Bilder verlieren deutlich an Schärfe. Bei ISO 800 sind feine Details sehr vermatscht, und es wird ein zunehmendes Rauschen sichtbar. Außerdem lässt die Farbwiedergabe hier deutlich nach.

ISO 1600 und 3200 sind nicht mehr für viel zu gebrauchen. Wer unbedingt bei sehr wenig Licht ohne Blitz fotografieren möchte, erhält hier zwar immerhin noch ein Foto, auf dem etwas zu erkennen ist. Aber nachdem die Farben sehr matschig aussehen, konvertiert man die Bilder dann am besten in Schwarzweiß, bevor man sie irgendwem zeigt. Bei starken Ausschnittsvergrößerungen sind bei allen ISO-Empfindlichkeiten Artefakte zu sehen. Allzu genau sollte man sich die Fotos also am besten überhaupt nicht ansehen. Wer die Aufnahmen lediglich auf Facebook & Co. hochlädt oder in Postkartengröße ausdruckt, wird dem Bildrauschen aber vermutlich nur bei Nachtaufnahmen begegnen.

Allerdings gibt es ein Problem, das auch bei kleinen Bildgrößen auffällt: Die Fotos der Casio Exilim EX-H20G wirken stets etwas lasch und bleich. Hier hilft es, Kontrast und Farbsättigung in der Kamera ein Stück nach oben zu drehen oder nachträglich per Bildbearbeitung nachzuhelfen. Im Großen und Ganzen liefert die H20G ordentlich belichtete Fotos. Allerdings übertreibt es die Automatik bei Portraitfotos gerne einmal mit dem Beauty Effect und sorgt für arg weichgezeichnete Gesichter. Der automatische Weißabgleich liefert bei Innenaufnahmen zu kalte Ergebnisse – hier helfen das entsprechende Preset oder der manuelle Weißabgleich weiter.

Das zehnfach vergrößernde Objektiv bringt im Weitwinkel eine sichtbare Tonnenverzerrung auf die Fotos. Im Weitwinkel stellen wir eine leichte kissenförmige Verzeichnung fest. Für Kompaktkameras mit derart zoomstarken Optiken ist das nicht außergewöhnlich. Erfreulicherweise bringt die Casio Exilim EX-H20G an Übergängen mit hohen Helligkeitsunterschieden nur recht schwache Farbsäume auf die Fotos.

Der Schwenkpanorama-Modus klingt auf dem Papier zwar recht nett, liefert in der Praxis aber ebenfalls nur durchschnittliche Ergebnisse. Qualitativ sehen die Aufnahmen eher nach Standbild aus einem Video denn nach einem Foto aus. Und leider sorgen bewegte Motive für deutliche Artefakte – wer während dem Schwenk durchs Bild läuft, verliert unter Umständen die eine oder andere Extremität oder ist gleich eineinhalbfach abgebildet.

Die Qualität der Videos geht durchaus in Ordnung und bewegt sich auf einem Niveau mit der von aktuellen HD-Pocket-Camcordern. Der optische Zoom funktioniert während dem Filmen leider nicht – die H20G zoomt lediglich digital. Das ist dann leider mit einer deutlichen Abnahme der Bildqualität verbunden.

Fazit

Die Casio Exilim EX-H20G ist kompakt, bietet viel Zoom sowie einen starken Akku und verfügt über zahlreiche Szenenprogramme für Automatik-Fans. Bei guten Lichtverhältnissen schießt die Digicam schöne Fotos, im Zwielicht gelangt der kleine CCD-Bildsensor allerdings schnell merklich an seine Grenzen. Wer eine flexible Reisekamera sucht, üblicherweise bei Tageslicht fotografiert und sich nicht mit manuellen Einstellungsmöglichkeiten herumschlagen möchte, findet in der 235 Euro teuren H20G ein stimmiges Paket. Was wir allerdings inzwischen deutlich vermissen, ist die Geschwindigkeit, die viele aktuelle mit CMOS-Sensoren ausgestattete Digicams bieten.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Casio Exilim EX-H20G: akkustarke GPS-Reisekamera mit schwacher Bildqualität

  • Am 14. September 2011 um 09:50 von pixelmonsta

    Unglaublich schlecht
    Danke Cnet für diesen Testbericht.
    Ich konnte es erst nicht glauben… und bin doch super schockiert über die dermaßen unterirdische Qualität der Bilder. Soetwas habe ich bisher von Casio noch nicht erlebt!
    Selbst beit Top Ausleuchtung der Scene die man fotografiert, kann man nicht nur in der 1:1 Ansicht sondern auch schon in der 1:3 Anicht die Artefakte sehen auf den Bildern. Wenn man sich die Bilder auf dem Kamera Display ansieht scheint alles super zu sein wenn man jedoch in das aufgenommenende Bild hineinzoomt oder es sich auf dem Monitor seines PC anschaut packt mich das kalte grausen! Die ganzen Spielereien sind ja ok und auch die Qualität bei den Videos ist gut aber wer sich die Bilder nicht nur auf der Kamera anschauen will sollte sich lieber nach einem anderen Modell umsehen.
    In diesem Sinne gutes Licht!

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