Sony Alpha SLT-A35 angetestet: unspektakuläres Update mit teildurchlässigem Spiegel

von Lori Grunin und Stefan Möllenhoff am , 17:06 Uhr

Im August letzten Jahres sorgte Sonys Kamera-Duo A33 und A55 für Furore. Beide Modelle gehören fast zu den Spiegelreflexkameras – doch anstatt den Spiegel beim Auslösen beiseite zu klappen, setzt der Hersteller auf einen teildurchlässigen Spiegel. Mit der SLT-A35 hat Sony jetzt die Nachfolgerin angekündigt, die mit 16-Megapixel-Sensor, 7 fps mit Autofokus und kontinuierlichem Phasenvergleichs-Autofokus Lust auf mehr macht. Erste Eindrücke gibt es in diesem Preview.

Sony [1] wird die Alpha SLT-A33 im August in drei verschiedenen Paketen in den Handel bringen. Das Gehäuse alleine soll zur unverbindlichen Preisempfehlung von 599 Euro erhältlich sein. Für das Kit mit 18-bis-55-Millimeter-Optik veranschlagt der Hersteller 699 Euro. Soll zusätzlich noch ein 55-bis-200-Millimeter-Teleobjektiv im Karton liegen, werden 899 Euro fällig. Im gleichen Monat kommt übrigens auch die zeitgleich angekündigte Sony NEX-C3 [2] in den Handel.

Design & Ausstattung

Die Sony Alpha SLT-A35 bewegt sich nicht nur namenstechnisch, sondern auch in puncto Ausstattung zwischen der A33 und der A55. Die Auflösung beträgt jetzt wie bei der A55 16 Megapixel, den integrierten GPS-Receiver hat sie aber nicht geerbt. Der Serienbildmodus liegt, was die Geschwindigkeit angeht, nun zwischen A33 und A55. Schade: Das Display ist jetzt nicht mehr beweglich aufgehängt.

Ansonsten unterscheidet sich die SLT-A35 nicht besonders von ihren Vorgängerinnen: Sie sieht aus wie eine waschechte DSLR, verzichtet aber auf den Klappspiegel und damit auf den optischen Sucher. Für ihre Größe ist sie relativ leicht, sieht aber etwas langweilig und uninspiriert aus – das trifft im übrigen auf die meisten Sony-DSLRs zu.

Picture-Control-Effekte mit. Bei der A35 lassen sich die Effekte allerdings nicht miteinander kombinieren. Schade.“>Die Sony Alpha SLT-A35 bringt wie ihre Schwester NEX-C3 die neuen <i>Picture-Control</i>-Effekte mit. Bei der A35 lassen sich die Effekte allerdings nicht miteinander kombinieren. Schade.“ title=“Die Sony Alpha SLT-A35 bringt wie ihre Schwester NEX-C3 die neuen <i>Picture-Control</i>-Effekte mit. Bei der A35 lassen sich die Effekte allerdings nicht miteinander kombinieren. Schade.“ ></a> <sup>[3]</sup><br /><i>Die Sony Alpha SLT-A35 bringt wie ihre Schwester NEX-C3 die neuen <i>Picture-Control</i>-Effekte mit. Bei der A35 lassen sich die Effekte allerdings nicht miteinander kombinieren. Schade.</i></p>

<p style=Wie die Schwester NEX-C3 hat auch die Alpha SLT-A35 die neuen Picture Effects bekommen. Hier findet sich – wie der Name schon verrät – eine Reihe von Bildeffekten wie Teilfarbfilter, Spielzeugkamera-Effekt oder Pop Color. Im Wesentlichen gibt es hier nichts, das wir nicht bei anderen Kameras schon einmal gesehen hätten. Und im Gegensatz zur Schwester Sony NEX-C3 [2] lassen sich die verschiedenen Effekte nicht miteinander kombinieren. Und auch eine Einstellung der Intensität, wie bei Olympus Micro-Four-Thirds-Modellen etwa, ist nicht möglich.

Leider hat Sony bei der A35 eine Neuerung der NEX-C3 nicht übernommen: Wenn aufgrund von Konflikten zwischen diversen Optionen manche Einstellungen nicht zur Verfügung stehen, dann gibt die C3 an der entsprechenden Stelle einen Hinweis, wieso der jeweilige Parameter jetzt ausgegraut ist. Die A35 verweigert hier nach wie vor die Aussage. Diese Benutzerunfreundlichkeit leisten sich übrigens die allermeisten Hersteller und Kameras. Pfui.

Leistung & Bildqualität

Den Videomodus hat Sony nicht angetastet: Die SLT-A35 nimmt nach wie vor nur in 1080/60i auf und keine Vollbilder. Dafür gibt es ein paar neue Mehrfachaufnahme-Modi. Der Handheld-Dämmerungsmodus etwa kombiniert jetzt sechs Aufnahmen miteinander, um rauscharme und unverwackelte Fotos bei schlechten Lichtverhältnissen auszuspucken – und wirkt dabei nicht viel langsamer als bei der Vorgängerin.

Ansonsten gibt’s, wie von der Vorgängerin bekannt, Schwenkpanoramafunktion mit und ohne 3D, HDR-Automatik & Co. Neu hinzugekommen ist noch eine High-Speed-Serienaufnahmefunktion mit Telezoom. Hier reduziert die Kamera die Auflösung auf 8 Megapixel und liest den mittleren Bereich des Sensors aus. Dadurch wird der Bildausschnitt verkleinert. Effektiv kommt das einem 1,4-fachen digitalen Zoom gleich. Nachdem die A35 dann weniger Pixel verarbeiten muss, kann die Bildrate von 5,5 fps bei voller Auflösung auf 7,0 fps bei gedrosselter Auflösung gesteigert werden. Erfreulicherweise steht ein kontinuierlicher Autofokus zur Verfügung, der die Bilder auch dann noch scharf gelingen lässt, wenn sich die Entfernung zwischen Motiv und Kamera ändert.

In Sachen Geschwindigkeit bewegt sich die Alpha SLT-A35 auf einem Niveau mit ihrer älteren Schwester A55. Damit ist sie alles in allem ordentlich schnell, hinkt aber hinter einigen Konkurrenten in der Klasse bis 1000 Euro etwas hinterher. Die Akkulaufzeit hat sich gegenüber den älteren SLT-Modellen deutlich verbessert. Die A35 schafft 420 Bilder am Stück, während den Schwestern A33 und A55 schon nach 270 beziehungsweise 330 Aufnahmen die Puste ausging.

Der Bildsensor der A35 ist laut Sony der gleiche, der auch in der NEX-C3 zum Einsatz kommt. Laut Hersteller soll dieser zusammen mit der verbesserten Bildverarbeitung für weniger Bildrauschen sorgen. In puncto Bildqualität schlägt sich die A35 insbesondere bei mittleren Empfindlichkeiten wie ISO 1600 besser als die A55. Zwar wirken viele Aufnahmen etwas zu arg nachgeschärft, alles in allem sehen sie aber sehr gut aus. Farbwiedergabe und Dynamikbereich machen einen guten Eindruck. Mit einer entgültigen Bewertung warten wir allerdings noch, bis wir die RAW-Fotos verarbeiten können. JPEG-Knipser dürften aber auf jeden Fall schon einmal zufrieden sein.

Ausblick

Die Sony Alpha SLT-A35 ist für August angekündigt. Und es sieht bislang nicht so aus, als gäbe es revolutionäre Features, die es rechtfertigen würden, noch so lange mit dem Kauf zu warten. Insbesondere, nachdem die Vorgängerin A55V mit schnellerem Serienbildmodus und integriertem GPS-Receiver inklusive Kitobjektiv derzeit ab gut 700 Euro den Besitzer wechselt – und genau hier bewegt sich auch die unverbindliche Preisempfehlung der A35. Zudem kommen einige der neuen Funktionen ab 20. Juni per Firmware-Update [5] auf die Vorgängerinnen A33 und A55, darunter die Bildeffekte, der frei belegbare D-Range-Knopf, Highspeed-Blitzsynchronisierung (nur A55) und ein paar Verbesserungen bei der Benutzerfreundlichkeit und Menüführung.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41554127/sony-alpha-slt-a35-angetestet-unspektakulaeres-update-mit-teildurchlaessigem-spiegel/

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[1] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[2] Sony NEX-C3: https://www.cnet.de/tests/digicam/41554045/preview/sony_nex_c3_im_vorab_test_mini_kamera_mit_grossem_sensor_und_wechselobjektiven.htm

[3] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41554127/sony_alpha_slt-a35_picture_effect.jpg

[4] Sony Alpha SLT-A35: erste Testfotos und neue Funktionen: https://www.cnet.de/41554120/sony-alpha-slt-a35-erste-testfotos-und-neue-funktionen/?pid=1#sid=41554127

[5] Firmware-Update: http://www.sony.de/service