Leistung

Jetzt kommen wir von den kleinen Nicklichkeiten zum Lächerlichen: Egal von welchem Standpunkt aus man es betrachtet, egal welche Disziplin man wählt – die X100 ist langsam, geradezu lahm. Insbesondere angesichts der Anschaffungskosten und insbesondere, wenn man den Autofokus verwendet. Sie spielt zumindest annähernd in einer Liga mit weitaus günstigeren Kameras wie der Canon PowerShot G12 und ist signifikant langsamer als diverse Mitstreiter mit Wechselobjektiven. Mit den Standardeinstellungen dauert es nach dem Betätigen des Einschalters 2,6 Sekunden, bis das erste Foto im Kasten ist. Beim Knipsen auf der Straße bedeutet das mindestens ein verpasstes Foto. Man kann zwar einen Schnellstart-Modus aktivieren, um der X100 hier etwas in den Allerwertesten zu treten, doch der nagt fleißig an der mit 300 Fotos ohnehin schon sehr kurzen Akkulaufzeit.

Unter optimalen Bedingungen braucht die Fujifilm FinePix X100 0,5 Sekunden, um auf das Motiv scharfzustellen und das Foto einzufangen. Im Zwielicht verschlechtert sich die Auslöseverzögerung auf 0,9 Sekunden. Als ob das noch nicht lahm genug wäre, ist der Autofokus auch noch unzuverlässig – insbesondere im Makromodus. Die Kamera zeigt häufig fälschlicherweise an, dass sie auf das Motiv scharfgestellt hat. Immerhin liegt sie aber wenigstens so weit daneben, dass man es auch auf dem mäßigen Display klar erkennen und dem Autofokus noch eine Chance geben kann.

Auf der linken Seite der Kamera befindet sich ein Schieber zum Wechseln zwischen manuellem Fokus sowie Einzelbild-Autofokus und kontinuierlichem Autofokus.
Auf der linken Seite der Kamera befindet sich ein Schieber zum Wechseln zwischen manuellem Fokus sowie Einzelbild-Autofokus und kontinuierlichem Autofokus.

Der Makromodus hat bei der X100 übrigens eine größere Bedeutung, als man es annehmen möchte. Die Naheinstellgrenze im „normalen Fokusmodus“ beträgt nämlich ungefähr 80 Zentimeter. Und damit braucht man den Nahaufnahmebetrieb dann eben nicht nur, wenn man Insekten ablichten möchte. Die Naheinstellgrenze beträgt im Makromodus übrigens zehn Zentimeter. Zwischen zwei JPEG-Fotos genehmigt sich die Kamera eine Auszeit von 1,5 Sekunden. Im RAW-Modus steigt der Wert auf 1,7 Sekunden. Mit zugeschaltetem Blitz beträgt die Verschnaufpause durchschnittlich 2,1 Sekunden.

Die schwache Leistung lässt sich teilweise durch die Verwendung des manuellen Fokus oder kontinuierlichen Autofokus abmildern. Leider ist weder das eine noch das andere eine optimale Lösung. Der manuelle Fokusring fühlt sich nicht so präzise an, wie wir es uns wünschen würden. Und auch mit aktivierter Lupe tun wir uns beim Fokussieren etwas schwer. Hier wäre eine Peaking-Funktion eine gewaltige Hilfe. Der kontinuierliche Autofokus löst das Geschwindigkeitsproblem, zehrt aber gewaltig am Akku.

Im Serienbildmodus schafft die Kamera sehr ordentliche 5,2 Fotos pro Sekunde. Aber leider ist bereits nach zwei Sekunden Schluss – dann heißt es erst einmal warten, bis die Digicam diese rund zehn Aufnahmen auf die Speicherkarte geschrieben hat.

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