Leistung

Wie gesagt: Was die Rechenpower des Optimus Pad angeht, können wir uns nicht beschweren – zumindest laut Datenblatt. In Benchmark-Ergebnissen gesprochen, fällt das Ergebnis nicht ganz so überzeugend aus. Im Quadrant Professional erreicht das Tablet mäßige 1950 Punkte – allerdings ist dieses Testprogramm zugegebenermaßen nicht auf die Nutzung mit Dual-Core-Prozessoren ausgelegt. Dass es dennoch anders geht, zeigt beispielsweise Samsung mit seinem Smartphone Galaxy S2: Es erreicht im Test über 3200 Punkte.

Der Browser hingegen muss sich nicht verstecken. Knapp 90.000 Punkte im Browsermark sind mehr, als das iPad 2 erreicht (knapp 70.000) und auf dem gleichen Niveau wie beispielsweise das Motorola Xoom. Vor allem letzteres ist kein Wunder, denn unter der Haube des Motorola-Honeycomb-Tablets arbeitet nahezu die identische Hardware.

Im Betrieb ist uns das LG-Tablet keinesfalls lahm vorgekommen. Ganz im Gegenteil, Bewegungen laufen flüssig und ruckelfrei ab ,und das Browsen und Scrollen macht Spaß. Nur Flash-Videoplayer bringen das Tab an seine Grenzen, aber das ist bei der Konkurrenz nicht anders. Und im Vergleich zum iPad sind wir lieber ganz still und freuen uns, dass Flash überhaupt funktioniert. Beim Zoomen mit zwei Fingern ist uns gelegentlich ein etwas merkwürdiges, fast ruckeliges Verhalten aufgefallen – allerdings können wir das nicht rekonstruieren und auch keinen Schuldigen nennen.

Das Display ist höher auflösend als das von Apple. Das V900 bringt es auf stattliche 1280 mal 768 Bildpunkte – das ist mehr als das iPad 2 (1024 mal 768) mit größerer Bilddiagonale. Das Ergebnis ist eine gestochen scharfe Darstellung. Vor allem bei der Ansicht von Webseiten im Querformat muss man allerdings aufgrund des Breitbildformats hier mehr scrollen als bei Apple. Glücklicherweise geht das dank der hohen Rechenpower so flott vonstatten, dass wir uns daran nicht weiter stören. Im direkten Vergleich zum iPad scheinen die Schwarzwerte bei Apple etwas besser zu sein. In der Praxis fällt das allerdings kaum auf. Spiegelung und Display-Helligkeit der beiden Panels sind ebenfalls auf einem Niveau, was eine ordentliche Ablesbarkeit gewährt – solange die Sonne nicht zu sehr von hinten in die Anzeige strahlt. Übrigens: Die maximalen Blickwinkel sind wirklich hervorragend.

Die Kamera schießt für ein Tablet erfreulich hübsche Fotos. Na klar, es rauscht und mangelt an Details – und wehe, man nutzt den Digitalzoom. Aber die testweise geschossenen Bilder hinterlassen einen erfreulichen Eindruck, und wie schon in früheren Tests von Tablets mit Kameras erwähnt: Es wird wohl ohnehin niemand mit dem Optimus Pad statt mit einer Spiegelreflex durch die Innenstadt laufen und seine Urlaubsfotos schießen.

LG Optimus Pad Testfoto LG Optimus Pad Testfoto

Für die Nutzung der 3D-Videofunktion hat LG zwei explizite Apps vorinstalliert – einen Camcorder und einen Videoplayer. Mangels 3D-Display erfolgt die Wiedergabe auf dem Tablet allerdings nur im Rot-Grün-Verfahren. Eine passende Brille ist im Lieferumfang auch nicht enthalten, und damit ist das Feature auf Anhieb erst mal wenig nützlich. Bei der Aufnahme hat der Anwender die Wahl, ob er seine 3D-Videos gleich im Rot-Grün-Verfahren abspeichern möchte oder auf das universelle Side-by-Side-Verfahren zurückgreift. Das Side-by-Side-Verfahren ist vor allem dann praktisch, wenn man den Clip veröffentlichen möchte. Der Youtube-3D-Player bietet nämlich die Möglichkeit, das gewünschte 3D-Verfahren auszuwählen. Und so kann der Zuschauer selbst entscheiden, was das für ihn richtige Format ist. In der Praxis ist die 3D-Aufnahmefunktion ein nettes Gimmick, aber auch nicht viel mehr. Wirklich interessant ist das wohl nur, wenn auch ein autostereoskopisches Display zum Einsatz kommt – wie beim LG-Smartphone Optimus 3D.


Nett: Mit dem Optimus Pad lassen sich 3D-Aufnahmen anfertigen. Ist das entsprechende Tag bei Youtube gesetzt, bietet der Player die Möglichkeit, das gewünschte 3D-Verfahren einzustellen.

Zum Akku gibt es Erfreuliches zu berichten: In der Praxis hat er sich wacker geschlagen – und länger durchgehalten, als wir es erwartet hätten. Im Alltagseinsatz sind wir zwei Tage mit einer Akkuladung ausgekommen. Um ihn kräftig auszulaugen, haben wir zwei Stunden lang Flash-Videos im Browser laufen lassen und über WLAN gestreamt. Danach lag der Akkustand immer noch bei knapp 50 Prozent.

Fazit

Ob einem der außergewöhnliche Formfaktor des Optimus Pad zusagt, ist sicherlich Geschmackssache. Unbestritten ist, dass es gut ausgestattet ist, sich wertig anfühlt und mit der Stereo-Kamera für 3D-Aufnahmen für ein Unikat darstellt. Leider ist es aber extrem teuer, und wer das 3D-Feature nicht nutzt, bekommt für deutlich weniger Geld ein ähnlich gutes Tablet mit Android 3.0.

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