Nach dem Log-in werden Einstellungen wie Bookmarks mit dem Chromebook synchronisiert. So hat man sofort sein persönliches Arbeitsumfeld. Öffnet man einen neuen Tab, erscheinen dort unter der Überschrift Apps relativ große Icons, die aber letztlich nur Verknüpfungen zu Internetseiten sind. Schließlich bezieht das Chromebook alles Ressourcen aus dem Netz. Die so genannten Apps können normale Websites sein, etwa Google Mail oder Google Calendar. Einige Partner wie USA Today bieten optimierte Sites an, die beispielsweise ein etwas anderes Layout aufweisen.

In der Apps-Kategorie lassen sich nur Dienste aus dem Web Store verknüpfen. Dort präsentieren sich Partner mit umfangreichen Beschreibungen ihrer Services. Ein Download von Ressourcen auf das Chomebook findet nicht statt. Zwar ist die Funktion den meisten nicht bekannt, die Verknüpfung von Apps ist aber mit jedem Chrome-Browser möglich.

Die Installation lokaler Anwendungen ist unter Chrome OS nicht möglich. So kann man Software zwar auf den internen Speicher herunterladen, der Doppelklick wird aber mit der Fehlermeldung unbekannter Dateityp quittiert. Für die Verwaltung des internen Speichers gibt es den File Manager, wobei dieser Bezeichnung angesichts des äußerst spartanischen Funktionsumfangs eigentlich nicht gerechtfertigt ist. Man erhält Zugriff auf die beiden Ordner Dateiablage (lokal) sowie Externer Speicher und kann sich die Dateien ansehen, sie umbenennen und löschen. Das Kopieren von Dateien ist dagegen nicht möglich. Das heißt beispielsweise, dass Bilder auf der SD-Karte einer Kamera auch auf dieser bleiben. Alternativ erhält man die Möglichkeit, sie gleich zu Google Picasa hochzuladen, wobei eine Statusanzeige fehlt. Selbst mit gezippten Dateien kann das OS derzeit nicht umgehen. Man muss sie über einen Webdienst entpacken. Fazit: Lokale Daten spielen in Chrome OS eine untergeordnete bis gar keine Rolle.

Auf wenig Interesse bei den Entwicklern stößt auch das Drucken. So zeigt sich beim Anschluss eines Druckers an einen der beiden USB-Ports keine Regung. Der Grund: Mit Chrome OS kann man nur mit dem noch in Beta befindlichen Dienst Google Cloud Print drucken. Er leitet einen Druckauftrag an einen Windows-PC mit Chrome-Browser weiter, der den Auftrag dann ausführt. Insgesamt ist das relativ aufwändig. Drucker, die zu Cloud Print kompatibel sind, findet man auf dem Markt noch kaum. Das könnte sich aber in Zukunft ändern. Anders als ein Drucker werden Maus und Tastatur von Chrome OS ohne Probleme erkannt lassen sich sofort nutzen.

Das getestete Modell des Chromebook ist mit einem UMTS-Modul ausgerüstet. Die Inbetriebnahme einer SIM-Karte von O2 klappt im Test problemlos. Nachdem man sie in den Slot auf der rechten Seite eingelegt hat, fordert Chrome OS eine PIN und zeigt wenig später das O2-Netz an. Über ein Drop-Down-Menü kann man schnell und transparent auswählen, ob WLAN, 3G oder beides aktiv sein sollen – vorbildlich. Eine spezielle Provider-Software lässt sich allerdings nichts installieren.

Dass die Einrichtung des Internetzugang per WLAN so einfach funktioniert ist äußert erfreulich, letztlich aber auch notwendig. Denn ohne Internetzugang geht beim Chromebook fast nichts. Nachdem Google Gears (wird von der installierten Version Chrome 13 ohnehin nicht mehr unterstützt) ausrangiert hat, bietet das Unternehmen für Anwendungen wie Mail, Docs und Kalender keine Offline-Funktionen mehr. Sie soll zwar auf HTML5-Basis im Sommer 2011 wieder zur Verfügung stehen, noch handelt es sich dabei aber lediglich um eine Ankündigung.

Verliert man während der Bearbeitung eines Dokuments in Docs die Internetverbindung, ist das nicht tragisch: Dank ständiger Synchronisierung sind alle Inhalte ohnehin auf den Google-Servern gespeichert, es geht normal also nichts verloren. Bis die Verbindung wiederhergestellt ist, kann man allerdings nicht mehr tippen.

Fazit

Samsung ist einer der ersten Hersteller mit einem Chrome-OS-basierten Subnotebook auf dem Markt. Die Hardware des 450 Euro teuren Geräts hinterlässt einen positiven Eindruck: Dazu tragen der hochauflösende Screen, die komfortable Tastatur und die lange Akkulaufzeit bei.

Chrome OS mit seiner kompromisslosen Ausrichtung auf die Cloud ist allerdings mehr etwas für den besonderen Geschmack: Es handelt sich letztlich um einen Browser, mehr nicht. Das bringt zwar eine große Vereinfachung beim Betrieb eines Chomesbooks, gleichzeitig aber eben zahlreiche Einschränkungen, die heute wohl die meisten Nutzer nicht akzeptieren. So ist weder die Installation kleinerer Programme noch die Offline-Nutzung möglich. Mit einem klassischen Windows-Netbook ist man als normaler Anwender auf jeden Fall besser bedient. Mit dem Chrome-Browser hat man dieselben Möglichkeiten, ergänzt um die beim Chrombook fehlenden Features.

Das Konzept Chromebook sollte man aber noch lange nicht abschreiben: Google ist bekannt dafür, seine Dienste und Anwendungen in relativ kurzen Zeitabständen zu verbessern. Wenn im Sommer die Offline-Funktion nachgeliefert wird, ist eine Schwachstelle schonmal beseitigt. Zudem arbeitet das Unternehmen mit Hochdruck daran, aus dem Web eine immer leistungsfähigere Computing-Plattform zu machen. Schon im nächsten Jahr könnten die Karten also wieder neu gemischt werden.

Neueste Kommentare 

6 Kommentare zu Samsung Chromebook Serie 5 mit Chrome OS im Test: in der Wolke, aber kein Überflieger

  • Am 15. Juni 2011 um 06:28 von Gottwald

    Samsung Chromebook
    Sie sollten bei den technischen Daten das Betriebssystem berichtigen

    • Am 20. Juni 2011 um 12:04 von Stefan Möllenhoff

      AW: Samsung Chromebook
      Hallo,

      vielen Dank für den Hinweis 🙂 Ich habe das Betriebssystem korrigiert.

      Beste Grüße,
      Stefan Möllenhoff, CNET.de

  • Am 16. Juni 2011 um 08:07 von Thomas Storck

    brauchbarer Test
    der Test hat mir einen guten Einblick in die neue Gerätegeneration gegeben, danke dafür.
    Der Autor hat aber zuviel persönliche Situationen als Testkriterien bemüht.
    Was mich an dem Chromebook stört ist das eigene Tastaturdesign, damit lässt sich z.B. kein anderes, nachträglich aufgespieltes OS bedienen.
    Ich besitze das Toshiba Netbook AC100 mit Android,
    ein unmögliches Gerät ohne jeglichen Gebrauchswert,
    hat aber Features wie geringes Gewicht, lange Laufzeit, UMTS und HDMI.
    Das Samsung ist als PC bestimmt viel besser zu nutzen.

    Das Internet mit seinen Inhalten scheint eigentlich schon verteilt zu sein, durch Chrome Netbooks könnten sich aber neue Anbieter etablieren, da man ja wieder auf die Suche nach Services gehen muss (z.B. ZIP). Es sollte auch Terminals bzw. Tastatur-PCs mit ChromeOS geben, das könnte die PC-Landschaft an den Firmen-Arbeitsplätzen verändern.

    Gruß
    Thomas Storck, Freiburg

  • Am 1. September 2011 um 23:12 von marten wiersma

    Cromebook ohne Deutsche Tastatur?
    Bilder vom Cromebook zeigen ein engl. Tastatur?

    Kein Ö,Ä und ß Taste vorhanden
    verschobene y – z Taste? –

    Gibt es kein Deutsche Tastatur?

    Bringt Acer demnächst ein normale Tastatur heraus?

    Freundlich grüßt aus Köln

    Marten Wiersma

  • Am 8. September 2011 um 11:52 von Christian Huber

    Hallo
    Hallo

    Dein Testbericht gefällt mir sehr gut.
    Das Chromebook ist ein Cloudbook aber ein paar Daten bzw. Spiele sind trotzdem noch lokal gespeichert.
    Ist eine zurücksetzen auf Werkseinstellungen zurzeit beim Chromebook möglich?

    Wenn es einmal sehr gute Internetverbindungen gibt könnte es dann sein das dann alle Daten in die Cloud verlargerd werden und danach gar nichts mehr lokal gespeichert ist? Nicht mal das Betriebsystem? Oder muss immer etwas lokal gespeichert bleiben?
    Wird dann wenn wirklich alles im Internet gespeichert ist, ein zurücksetzen auf Werkseinstellungen noch nötig sein? Meiner Meinung nach schon denn was ist wenn man es wieder verkaufen will usw.

    Wäre dir für eine Antwort sehr sehr dankbar.
    Danke
    glg

  • Am 17. November 2011 um 18:50 von Hans Walter

    Hi
    Hallo

    Wenn man sein Chromebook auf die Werkseinstellungen zurücksetzt und sich danach wieder mit seinem alten Google Account anmeldet werden dann einiger meiner alten Daten wieder AUTOMATISCH eingespielt oder wird man gefragt ob man ein Backup einspielen will?

    Danke
    glg

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