Sony Cyber-shot DSC-HX9V im Test: 16-fach-Superzoomer mit Mega-Ausstattung

von Joshua Goldman und Stefan Möllenhoff am , 18:27 Uhr

Pro
  • gigantische Ausstattung
  • exzellente Foto- und Videoqualität
  • schnell
Con
  • teilweise umständliches Design
  • aufgrund der vielen Features stellenweise überfordernd
  • proprietärer USB-Anschluss
Hersteller: Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,2 von 10 Punkte
Fazit:

Wer sich eine vor Features geradezu platzende Megazoom-Digicam wünscht, ist bei der Sony Cyber-shot DSC-HX9V goldrichtig. Allerdings sollte man auch dazu bereit sein, 330 Euro für die Kompaktkamera auf den Tisch zu legen.

Das Datenblatt der Sony Cyber-shot DSC-HX9V liest sich wie ein Bewerbungsschreiben fürs Guinessbuch der Kamera-Rekorde: 16-fach-Zoom, zehn 16-Megapixel-Fotos pro Sekunde, GPS-Receiver, 40-Megapixel-Schwenkpanoramen und Full-HD-Video mit 50 Vollbildern pro Sekunde – und das auch noch im hosentaschenfreundlichen Format. Ob nicht nur das Datenblatt, sondern auch die 330 Euro teure Super-Kamera selbst beeindrucken kann, verrät der Test.

Ein tieferer Blick in die Ausstattungsmerkmale verwirrt zunächst. Hier finden sich Features wie Hochauflösendes Schwenkpanorama, Schwenkbare Mehrfach-Winkel, 3D-Standbild, Unschärfe-Effekte im Hintergrund und so weiter. Und wir verstehen erstmal nur Bahnhof. Scheinbar haben wir eine Art fotografierendes Schweizer Taschenmesser vor uns, vollgestopft mit kryptischen Werkzeugen. Auf geht’s ans Ausprobieren.

Design

Angesichts der gigantischen Ausstattung sieht die Kamera auf den ersten Blick bemerkenswert schlicht und einfach aus. Das Gehäuse ist mit einer Dicke von 3,4 Zentimetern etwas sperrig, aber irgendwo muss der 16-fache optische Zoom ja seinen Platz finden. Wir bringen die Kamera mit etwas Nachdruck trotzdem noch in unserer Jeanstasche unter. Das 3,0-Zoll-Display ist groß, hell und auch bei intensiver Sonneneinstrahlung noch gut zu erkennen. Wenn die pralle Sonne direkt aufs Display strahlt, wirds aber auch hier schwierig.

Auf der Vorderseite der Kamera gibt es einen bequemen, mit Gummi überzogenen Griff, der den Fingern der rechten Hand ordentlich Halt bietet. Gegenüber auf der Rückseite befindet sich die mit demselben Material beschichtete Daumenablage. Auf der Oberseite des Gehäuses bringt Sony [1] Ein/Aus-Schalter, Auslöser mitsamt Zoomring, Moduswahlschalter und eine Custom-Taste unter, die sich frei belegen lässt. Zur Auswahl stehen direkter Zugriff auf ISO-Empfindlichkeit, Weißabgleich, Belichtungsmessung, Lächelerkennung und ein durch Lächeln aktivierter Auslöser. Weiterhin gibt es auf der Oberseite einen Aufklappblitz sowie ein Stereo-Mikrofon.

Der Aufklappblitz auf der linken Oberseite lässt den Fingern der linken Hand leider nicht besonders viel Platz. [2]
Der Aufklappblitz auf der linken Oberseite lässt den Fingern der linken Hand leider nicht besonders viel Platz.

Hinten auf der HX9V dominiert das 3,0 Zoll große Display mit einer Auflösung von 640 mal 480 Pixeln (921.600 Subpixel). Rechts oben daneben befindet sich eine dedizierte Aufnahmetaste. Darunter folgen die bereits erwähnte Daumenablage, eine Taste zum Wechseln in den Wiedergabemodus, ein drehbares Vier-Wege-Pad mit mittiger Ok-Taste sowie zwei Buttons für Menü und Löschen. Das Pad dient neben der Navigation durch die Menüs auch zum Konfigurieren von Serienbildmodus, Selbstauslöser, Blitz und der auf dem Display dargestellten Informationen.

Die Menüs sind übersichtlich strukturiert. Sollte man bei einem der unzähligen Auswahlpunkte nicht wissen, wofür er gut ist, hilft das auf der Kamera gespeicherte Handbuch weiter. Wer schonmal mit einer Digicam fotografiert hat, wird zwar auch mit der HX9V auf Anhieb Fotos schießen können. Aber wer nicht gerade eines der direkten Vorgängermodelle von Sony besitzt, muss entweder einen hohen Spieltrieb mitbringen oder für die spezielleren Aufnahmemodi das Handbuch bemühen. Bis man die ganzen Features der Kamera durchschaut hat, dauert es ein bisschen.

Am Design haben wir zwei Kleinigkeiten auszusetzen. Der Popup-Blitz auf der Oberseite sitzt ganz links und schießt nur bei Bedarf nach oben. Wer die Kamera dann zum falschen Zeitpunkt ungünstig hält, verhindert das Aufklappen. Nachdem der Blitz scheinbar motorgetrieben ist, machen wir uns in erster Linie nicht um misslungene Fotos, sondern um einen defekten Motor Sorgen. Hinter dem Blitz gibt es nicht besonders viel Platz für die Finger, um die Kamera zu halten.

Die dedizierte Taste für den Videomodus ist leider etwas schwer zu betätigen. [3]
Die dedizierte Taste für den Videomodus ist leider etwas schwer zu betätigen.

Die andere Kleinigkeit betrifft die dedizierte Taste für den Videomodus. Sie ist sehr klein und befindet sich oberhalb der Daumenablage, was sie etwas schwer zu drücken macht. Außerdem dauert es nach dem Betätigen des Buttons gerne einmal ein paar Sekunden, bis die Videoaufnahme startet. Wir dachten im Test öfters, wir haben den Knopf nicht richtig gedrückt und ihn ein zweites Mal betätigt – womit wir die Videoaufnahme nach Sekundenbruchteilen wieder abgebrochen haben. Design- und Bedienfehler treffen aufeinander – und zerren an unseren Nerven.

Im Lieferumfang mit der HX9V befindet sich jetzt nicht mehr ein externes Ladegerät für den Akku. Stattdessen lässt sich der Stromspeicher in der Kamera selbst betanken, und im Karton liegt ein entsprechendes USB-Kabel mitsamt Netzadapter. Nachdem Sony hier auf einen proprietären Stecker setzt, muss man die Strippe nach Verlust wohl oder übel neu kaufen. Im Akkubenchmark der CIPA [4] schafft die Digicam 300 Fotos. Wer viele Videos aufnimmt, die Displayhelligkeit nach oben schraubt und die Mehrfachaufnahme-Modi kräftig ausnutzt, muss jedoch mit einer deutlich kürzeren Reichweite rechnen. Hier empfiehlt sich ein zweiter Akku, den man mangels externem Ladegerät leider nicht aufladen kann, während man mit dem ersten Stromspeicher in der Kamera durch die Gegend knipst. Also kauft man am besten noch ein Ladegerät dazu – oder plant gut im Voraus.

Ausstattung

Die Sony Cyber-shot DSC-HX9V ist mit automatischen und manuellen Aufnahmemodi vollgestopft. Die meisten Freiheiten gibt es im manuellen Modus. Hier kann der Fotograf Blende und Belichtungszeit frei konfigurieren. Nachdem die Digicam anstatt einer Irisblende [5] einen Neutraldichtefilter [6] mitbringt, beschränken sich die Einstellungen für die Blende allerdings auf lediglich zwei Werte. Im 24-Millimeter-Weitwinkel sind das beispielsweise F3,3 und F8,0, bei maximaler Brennweite F5,9 und F14. Der ND-Filter hat nur einen Einfluss auf die Lichtmenge, die den Bildsensor erreicht. Die Schärfentiefe beeinflusst er im Gegensatz zu einer Irisblende nicht. Für die Verschlusszeit stehen Werte zwischen 1/1600 und 30 Sekunden zur Verfügung. Die Halbautomatiken Blenden- und Zeitvorwahl gibt es leider nicht.

Alles viel zu kompliziert? Kein Problem, die Programmautomatik kümmert sich um Verschlusszeit und Blende, während der Fotograf Farbmodi, Sättigung, Kontrast und Schärfe an seine Bedürfnisse anpasst. Wer hier die passenden Einstellungen gefunden hat, kann sie in einem von drei Speicherplätzen ablegen.

Auf der rechten Seite der Kamera befindet sich ein HDMI-Port. So kann man die Fotos ohne Umweg über den PC auf einem Fernseher wiedergeben. [7]
Auf der rechten Seite der Kamera befindet sich ein HDMI-Port. So kann man die Fotos ohne Umweg über den PC auf einem Fernseher wiedergeben.

Wer die Kamera am liebsten in der Automatik lässt, steht vor gleich drei verschiedenen Möglichkeiten: Easy, intelligente Automatik und überlegene Automatik. Der Easy-Modus streicht alle Einstellungsmöglichkeiten mit Ausnahme der Bildgröße und vergrößert die auf dem Bildschirm dargestellte Schrift. Die intelligente Automatik ordnet das Motiv einem von insgesamt zehn Motivprogrammen zu und aktiviert Bildstabilistator, Dynamikbereich-Optimierung und Gesichtserkennung. Bei der überlegenen Automatik kommen zu den zehn Motivprogrammen noch drei Mehrfachaufnahme-Modi hinzu: Hintergrundlicht-Korrektur HDR, Anti-Bewegungs-Unschärfe und Handheld Dämmerungsmodus. Sie kombinieren mehrere Fotos miteinander um wahlweise den Kontrast zu verbessern, Bewegungsunschärfe zu verhindern oder Bildrauschen zu reduzieren.

Warum sollte man die Kamera also nicht einfach in der überlegenen Automatik belassen und der modernen Technik die gesamte Arbeit zuschieben? Schließlich liefern die Mehrfachaufnahme-Modi tatsächlich erstaunlich gute Ergebnisse. Leider funktioniert das in den meisten Fällen aber nur bei unbewegten Motiven. Und außerdem nimmt die Verarbeitung der Einzelbilder jedes Mal ein paar Sekunden in Anspruch. Und damit verpasst man leider unter Umständen das eine oder andere Motiv. Wer sich nicht mit Einstellungen herumschlagen möchte, verwendet am besten die intelligente Automatik. Bei sehr schwierigen Aufnahmebedingungen wählt man dann am besten händisch den richtigen Multishot-Modus aus – das Trio versteckt sich zusammen mit zwölf weiteren Motivprogrammen hinter dem Punkt SCN auf dem Moduswahlschalter.

Wenn trotz 24 Millimeter Weitwinkel das Bergpanorama nicht aufs Bild passt, empfiehlt sich einer der vier Schwenkpanorama-Modi. Der Fotograf drückt den Auslöser, schwenkt die Kamera über das Motiv, und die Elektronik rechnet ein Ultrabreitbild zusammen. Neben dem Standard-Schwenkpanorama gibt es noch das Intelligente Schwenkpanorama, das Artefakte an bewegten Objekten verhindert und eine 3D-Schwenkpanorama-Funktion. Und wenn die Auflösung von 10 Megapixeln nicht ausreichen sollte, so fängt das Hochauflösende Schwenkpanorama Fotos mit 10.480 mal 4096 Pixeln ein – also 40 Megapixeln. Die Ergebnisse sehen besser aus, sind aber nicht mehr besonders handlich: Ein einziges Foto belegt circa 14 MByte Speicherplatz im JPEG-Format.

Der Videomodus der HX9V ist der beste, den wir jemals bei irgendeiner Kompaktkamera gesehen haben. Die Digicam fängt Full-HD-Videos mit 50 Bildern pro Sekunde ein. Die Datenrate liegt bei 28 MBit pro Sekunde. Wer Speicherplatz sparen möchte, kann wahlweise die Datenrate oder die Auflösung drosseln. Es gibt zwar einen dedizierten Videomodus auf dem Moduswahlschalter, doch ein Druck auf die dedizierte Videotaste beginnt jederzeit mit dem Filmen. Betätigt man während der Aufnahme den Fotoauslöser, so schießt die Kamera ein 3-Megapixel-Standbild. Auf der Webseite EOSHD gibt es übrigens einen netten Vergleich [8] zwischen der Videoqualität der Sony Cyber-shot DSC-HX9V und der Canon EOS 600D.

Dann gibt es noch drei verschiedene 3D-Modi. Die bereits erwähnte 3D-Schwenkpanorama-Funktion arbeitet genauso wie ihre 2D-Schwester, erzezugt aber zusätzlich zum zweidimensionalen Breitbild noch eines mit Tiefeninformationen, das sich beispielsweise auf einem 3D-Fernseher bewundern lässt. Während dem Schwenk erzeugt die Kamera Fotos fürs linke und fürs rechte Auge. Die Funktion Schwenkbare Mehrfach-Winkel funktioniert ähnlich, kombiniert die Einzelbilder des Schwenks jedoch nicht miteinander. Stattdessen lassen sich die einzelnen Aufnahmen später auf der Kamera ansehen, indem man das Gehäuse einfach hin und her kippt und so quasi durch ein virtuelles Panorama guckt. Zu guter Letzt gibt es noch einen 3D-Foto-Modus der zwei Bilder mit unterschiedlichen Fokuseinstellungen hintereinander schießt, anhand der scharfen und unscharfen Bildbereiche eine Tiefeninformation ermittelt und dann eine entsprechende 3D-Aufnahme auf die Speicherkarte schreibt. Die Ergebnisse sind ganz nett, bieten aber noch Raum für Verbesserungen. Wie bei den meisten anderen Mehrfachaufnahmemodi gilt auch hier: Bewegte Objekte sorgen für Störungen.

Zu guter Letzt gibt es noch eine Funktion, die inzwischen schon fast so selbstverständlich bei Highend-Kompaktkameras ist, dass sie Sony gar nicht mehr besonders hervorhebt: ein integrierter GPS-Receiver. Das Feature versteckt sich tief in den Menüs. Hat man die entsprechende Option endlich gefunden und aktiviert, beginnt die HX9V mit der Suche nach den Satelliten. Abhängig von der Sicht auf den Himmel dauert das 20 Sekunden bis mehrere Minuten – und funktioniert in geschlossenen Räumen gar nicht. Ganz so viele Einstellungen zum Taggen der Fotos wie bei der Panasonic Lumix DMC-TZ22 gibt es hier leider nicht. Aber immerhin: Die HX9V schreibt die Koordinaten in die EXIF-Daten der Fotos, und mit Software wie Google [9] Earth oder Picasa lassen sich die Bilder dann auf einer Landkarte nach Ort geordnet betrachten. Die folgende Tabelle zeigt noch einmal die wichtigsten technischen Daten der HX9V im direkten Vergleich mit zwei Konkurrentinnen.

Hersteller Canon Panasonic Sony
Modell PowerShot SX230 HS Lumix DMC-TZ22 Cyber-shot DSC-HX9V
Preis 240 Euro 290 Euro 330 Euro
Bildsensor 1/2,3-Zoll-BSI-CMOS 1/2,3-Zoll-CMOS 1/2,3-Zoll-BSI-CMOS
Auflösung 12 Megapixel 14 Megapixel 16 Megapixel
Optischer Zoom 14-fach 16-fach 16-fach
Brennweitenbereich 28 – 392 mm 24 – 384 mm 24 – 384 mm
Lichtstärke F3,1 – F5,9 F3,3 – F5,9 F3,3 – F5,9
Bildstabilisator optisch optisch optisch
Empfindlichkeiten ISO 100 – 3200 ISO 80 – 6400 ISO 100 – 3200
Max. Fotoauflösung 4000 x 3000 Pixel 4320 x 3240 Pixel 4608 x 3456 Pixel
Max. Videoauflösung 1920 x 1080 Pixel @ 24 fps 1920 x 1080 Pixel @ 50 fps 1920 x 1080 Pixel @ 50 fps
Manuelle Einstellungen P, A, S, M P, A, S, M P, M
GPS ja ja ja
Display 3,0 Zoll, 480 x 320 Pixel 3,0 Zoll, 480 x 320 Pixel, Touchscreen 3,0 Zoll, 640 x 480 Pixel
Sucher nein nein nein
Zubehörschuh nein nein nein
Speichermedien SD, SDHC, SDXC SD, SDHC, SDXC SD, SDHC, SDXC
Anschlüsse USB, AV, HDMI USB, AV, HDMI USB, AV, HDMI
Abmessungen 10,6 x 6,2 x 3,3 cm 10,5 x 5,8 x 3,3 cm 10,5 x 5,9 x 3,4 cm
Gewicht 223 g 219 g 245 g

Geschwindigkeit

Was die Geschwindigkeit angeht, spielt die HX9V in einer Liga mit den meisten anderen Superzoomern mit rückseitig belichteten CMOS-Sensoren. Bis nach dem Betätigen des Einschalters das erste Foto im Kasten ist, vergehen 1,6 Sekunden. Zwischen jedem weiteren Bild genehmigt sich die Kamera eine Verschnaufpause von 1,4 Sekunden. Mit aktiviertem Blitz verschlechtert sich der Wert auf vergleichsweise zähe 4,1 Sekunden.

Um auf das Motiv scharfzustellen und das Foto einzufangen, braucht die Kamera bei idealen Lichtverhältnissen 0,4 Sekunden. Im Zwielicht steigt die Auslöseverzögerung auf 0,8 Sekunden an. Im Serienbildmodus fängt die HX9V bis zu zehn Aufnahmen pro Sekunde mit voller Auflösung ein. In unserem Test stemmt sie im Schnitt 7,6 Bilder pro Sekunde, was immer noch hervorragend ist. Beim Foto-Dauerfeuer passt die Kamera Belichtung und Fokus nach dem ersten geschossenen Bild nicht mehr an. Verändern sich die Aufnahmebedingungen, misslingt unter Umständen ein Teil der Aufnahmen. Außerdem braucht die Kamera nach dem Serienbildgewitter eine Verschnaufpause zum Abspeichern der Aufnahmen – etwa eine oder zwei Sekunden pro Foto.

Bildqualität

Angesichts ihrer Größe und ihrer Anschaffungskosten liefert die Sony Cyber-shot DSC-HX9V eine exzellente Bildqualität. Oder genauer gesagt: Die Bildqualität kann exzellent sein, wenn man die Aufnahmemodi der Kamera voll ausschöpft. Die einzige wirkliche Enttäuschung ist, dass die Aufnahmen auch bei den niedrigsten ISO-Empfindlichkeiten einfach nicht wirklich scharf aussehen. Zwischen ISO 100 und 400 sind praktisch keine Unterschiede zwischen den Aufnahmen feststellbar. Bei ISO 800 setzt die Rauschunterdrückung ein, die erste Feinheiten vernichtet und die Farben etwas verblassen lässt.

Bei ISO 1600 und ISO 3200 nehmen Bildrauschen sowie Farb- und Detailverlust deutlich zu. Die Aufnahmen wirken hier fast wie gemalt. Wir können diese beiden Empfindlichkeiten nur für Notfälle empfehlen – etwa, wenn man unbedingt bei wenig Licht ohne Blitz fotografieren muss oder wenn man auf Teufel-komm-raus eine möglichst kurze Verschlusszeit benötigt und die Qualität der Ergebnisse nicht entscheidend ist.

Wenn das Motiv nicht durch die Gegend tobt, gibt es noch eine weitere Alternative: den Handheld Dämmerungsmodus, der eine Bilderserie schießt und die Einzelfotos miteinander kombiniert. Wie bei den anderen Mehrfach-Aufnahmemodi eignen sich die Ergebnisse zwar nicht für riesige Abzüge im Posterformat. Doch für eine Schnappschusskamera sind die Ergebnisse hervorragend und machen auf Facebook & Co. sowie in kleinen Druckformaten eine sehr gute Figur.

Was bringt denn eigentlich die auf 16 Megapixel gesteigerte Auflösung? Vermutlich gar nichts. Und vermutlich ist sie sogar dafür verantwortlich, dass die Aufnahmen bei allen ISO-Empfindlichkeiten etwas unscharf wirken. Die Bildqualität, wie sie eine 16-Megapixel-Spiegelreflexkamera auf die Fotos bringt, darf man hier beim besten Willen nicht rechnen. Doch wenn man die Aufnahmen in der Regel nicht größer als DIN A4 ausdruckt, sollte man mit der Bildqualität mehr als zufrieden sein.

Der ab Werk eingestellte Farbmodus Standard liefert helle und lebendige Farben, die allerdings nicht wirklich realistisch sind. Die meisten Hobby-Fotografen dürften sich daran allerdings nicht stören – schließlich sehen die Bilder sehr schön aus. Wer sich akkuratere Farben wünscht, findet einen Farbmodus namens Echt. Allerdings steht diese Einstellung nicht in allen Aufnahmemodi zur Verfügung.

Die Sony Cyber-shot DSC-HX9V liefert hervorragende Videos. Die 50 Vollbilder bei Full-HD-Auflösung sorgen für weiche Bewegungen und hohe Detailwiedergabe. Im Gegensatz zu den meisten Kompaktkameras sorgen schnell bewegte Objekte und flotte Schwenks nicht für Bildruckeln. Wer nach einer Digicam mit möglichst guter Videoqualität sucht, kommt an diesem Modell kaum vorbei. Einen Mikrofon-Eingang gibt es zwar nicht, doch das Stereo-Mikrofon auf der Oberseite der Kamera liefert einen guten Ton. Der optische Zoom funktioniert während der Videoaufnahme, ist bei leisen Szenen aber auf den Aufnahmen zu hören.

Fazit

Je mehr wir mit der Sony Cyber-shot DSC-HX9V fotografieren, desto mehr Spaß macht uns die Kamera. Daran sind sicherlich die unzähligen Modi und Einstellungen verantwortlich, die man erst nach und nach entdeckt. Zwar gibt es hier und da noch ein paar ungeschliffene Kanten, die dafür sorgen, dass auch die HX9V nicht die perfekte Megazoom-Kamera ist. Doch sie kommt dem näher als jedes andere Modell, dass wir dieses Jahr bislang getestet haben. Wer eine Digicam sucht, die bei Fotos und Videos gleichermaßen eine gute Figur macht und ein flexibles Objektiv in einem kompakten Gehäuse unterbringt, kommt an dieser Knipse kaum vorbei.

Aufnahmegeschwindigkeit (in Sekunden)
(kürzere Balken bedeuten bessere Leistung)

Zeit bis zur ersten Aufnahme   
Zeit zwischen zwei Aufnahmen   
Auslöse- verzögerung (Zwielicht)   
Auslöse- verzögerung (Tageslicht)   
Nikon Coolpix S9100 [11]

1.1 
1.2 
0.6 
0.3 
Panasonic Lumix DMC-TZ22 [12]

1.9 
1.1 
0.7 
0.4 
Sony Cyber-shot DSC-HX9V

1.1 
1.5 
0.8 
0.4 
Sony Cyber-shot DSC-HX5V [13]

1.8 
1.5 
0.8 
0.4 
Canon PowerShot SX230 HS [14]

1.6 
2.4 
0.8 
0.4 

Serienbildgeschwindigkeit (in Fotos pro Sekunde)
(längere Balken bedeuten bessere Leistung)
Sony Cyber-shot DSC-HX9V

10 

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[2] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41554280/sony_cyber-shot_dsc-hx9v_oben.jpg

[3] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41554280/sony_cyber-shot_dsc-hx9v_hinten.jpg

[4] CIPA: http://en.wikipedia.org/wiki/Camera_%26_Imaging_Products_Association

[5] Irisblende: http://de.wikipedia.org/wiki/Irisblende

[6] Neutraldichtefilter: http://de.wikipedia.org/wiki/Neutraldichtefilter

[7] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41554280/sony_cyber-shot_dsc-hx9v_seite.jpg

[8] Vergleich: http://www.eoshd.com/content/2930/sony-hx9v-vs-canon-600d-dslr-gets-beat-by-compact-in-video-mode

[9] Google: http://www.cnet.de/unternehmen/google-inc/

[10] Beispielfotos: die Bildqualität der Sony Cyber-shot DSC-HX9V: https://www.cnet.de/41554274/beispielfotos-die-bildqualitaet-der-sony-cyber-shot-dsc-hx9v/?pid=1#sid=41554280

[11] Nikon Coolpix S9100: https://www.cnet.de/tests/digicam/41552306/testbericht/nikon_coolpix_s9100_im_test_18_fach_megazoom_flunder_fuer_automatik_fotografen.htm

[12] Panasonic Lumix DMC-TZ22: https://www.cnet.de/tests/digicam/41549955/testbericht/panasonic_lumix_dmc_tz22_im_test_schneller_16_fach_superzoomer_mit_gps_und_touchscreen.htm

[13] Sony Cyber-shot DSC-HX5V: https://www.cnet.de/tests/digicam/41530823/testbericht/sony_cyber_shot_dsc_hx5v_im_test_umwerfende_ausstattung__maessige_bildqualitaet.htm

[14] Canon PowerShot SX230 HS: https://www.cnet.de/tests/digicam/41551277/testbericht/canon_powershot_sx230_hs_im_test_sehr_guter_superzoomer_mit_gps_und_bsi_sensor.htm