Ausstattung

Okay, die Optik ist wichtig – aber letztlich nützt sie nichts, wenn der Rest des Produkts nichts taugt. Also werfen wir mal einen Blick auf die Hardware. Unter der Haube werkelt ein Dual-Core-Prozessor vom Typ APQ8060 von Qualcomm mit einer Taktfrequenz von 1,2 GHz. Ihm steht 1 GByte Arbeitsspeicher zur Verfügung. Der Nutzerspeicher beträgt, je nach Modell, 16 oder 32 GByte. Einen microSD-Speicherkartenslot zur Erweiterung gibt es nicht.

Das Display auf der Oberseite misst 9,7 Zoll in der Diagonalen und hat eine Auflösung von 1024 mal 768 Pixeln – beide Werte entsprechen denen des iPads. Der Touchscreen arbeitet nach der berührungsempfindlichen kapazitiven Technik und unterstützt Mehrfingereingaben. GPS ist nicht an Bord – dementsprechend kann die Positionierung nur über WLAN (nach 802.11n) erfolgen. In der Praxis dürfte das aber ausreichen, da man kaum mit dem Tablet als Navigationssystem in der Hand durch fremde Innenstädte laufen wird.

Und als Spiegelreflex-Ersatz werden wir das TouchPad wohl auch nicht benutzen. Nicht nur, weil es ähnlich unpraktisch ist wie der Einsatz als Navi, sondern schlicht und ergreifend auch deswegen, weil es auf der Rückseite keine Kamera gibt. Dementsprechend können wir das Fehlen der Linse verzeihen. Nur die Tatsache, dass ähnlich teure Konkurrenten besser ausgestattet sind, hinterlässt einen leicht faden Beigeschmack.

Die für Videotelefonie ohnehin viel wichtigere Frontkamera ist aber an Bord. Nur: Im Moment nützt sie nicht viel. Denn die vorinstallierte Messaging-App ermöglicht zwar den Kontakt ins Skype-Netzwerk, aber einen Video-Anruf konnten wir damit nicht starten. Auch das Anfertigen von Selbstporträts müssen wir zunächst verschieben, denn eine entsprechende App ist nicht von Haus aus auf dem Tablet.

Software

Im Dock des Homescreens sind die fünf wohl wichtigsten Anwendungen eingeklingt, also Webbrowser, E-Mail-Client, Messenger, Foto-Album und Kalender. Der Webbrowser ist übersichtlich und funktioniert gut. Wie der iPad- und der Androidbrowser auch basiert er auf der WebKit-Engine, und im Gegensatz zu Apple-Produkten unterstützt er Flash. Damit laufen Youtube-Videos direkt auf der Webseite, ohne, dass eine zusätzliche App nötig ist. Allerdings wirkt der Browser selbst etwas zäh. Vor allem die Flash-Integration gefällt uns beispielsweise beim PlayBook von Blackberry besser. Die üblichen Einstellungen zu Pop-Up-Blocker, Cookies oder JavaScript finden sich in intuitiven und übersichtlichen Pull-Down-Menüs. Was uns allerdings fehlt, sind Ordner für die Favoriten, ein Privat-Modus und das Synchronisieren von Bookmarks.

Der E-Mail-Client gehört zu den herausragenden Funktionen des TouchPad. Während der Einrichtung fragt das Gerät geduldig nach allen Postfächern, die sein Besitzer so haben könnte, darunter Googlemail, Exchange und Yahoo. Danach gibt es ein dreispaltiges Layout zu sehen, das die verschiedenen Postfächer, die Liste der Nachrichten und die Vorschau einer ausgewählten E-Mail auf einen Blick darstellt. Wer eine Nachricht beantworten möchte, sieht, wie sich die entsprechende Mail wie ein Pop-Up aus der Ansicht herauslöst und über die E-Mail-App legt, Dort kann man sie sofort bearbeiten oder wie einen Merkzettel hinter den Posteingang schieben, um später darauf zurück zu kommen. Das ist ein anderer Ansatz, als wir ihn vom iPad her kennen – und zwar einer, der sich mehr an der Arbeitsweise eines Desktop-Computers als an der eines Handys anlehnt. Uns gefällt das bestens.

Das passt auch zur Art und Weise, wie WebOS mit Multitasking umgeht. Während bei einem PC jede Anwendung und jedes Dokument in einem separaten Fenster angezeigt wird, bedient sich WebOS stattdessen so genannter Karten, die in Stapeln – den sogenannten Stacks – zusammengefasst werden. Sie bilden eine bestimmte Aufgabe ab. So tauchen beispielsweise Websites, zu denen man durch den Klick auf einen Link in einer Mail navigiert, im selben Stapel wie die eigentliche E-Mail auf. Das stellt eine Verbindung zwischen Fenstern her und bietet eine völlig neue Art von Multitasking.

Zumindest in der Theorie, denn manchmal funktioniert diese Logik eben nicht: Öffnet man aus der E-Mail heraus weitere Fenster, ohne das erste zu schließen, werden sie nicht im selben, sondern in einem anderen Stack angezeigt. Das wirkt schlicht nicht ganz konsistent.

Erfreulicherweise erlaubt WebOS die volle manuelle Kontrolle über die Organisation der Stacks: So kann man beispielsweise eine E-Mail-Antwort aus einem Stack herausziehen und sie als separate Aufgabe betrachten. Auch ein in Quickoffice erstelltes Dokument lässt sich in einem beliebigen, anderen Stapel unterbringen. Anwender, die ihr Leben in kleinen Stapeln organisieren, werden sich in WebOS heimisch fühlen.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu HP TouchPad im Test: iPad-Killer mit einer Handvoll Apps und WebOS?

  • Am 2. Juli 2011 um 08:16 von Kennyks

    Multitasking
    Multitasking könnte besser sein?
    Sorry, aber webOS ist das System in dem Multitasking so sauber implementiert ist. Gerade dies ist eine der größten stärken von diesem System wofür webos weltweit gelobt wird, nur bei euch nicht, wieso auch immer. Da können sich Android und iOS ne Scheibe von abschneiden. Seid ihr sicher, dass ihr wirklich nen touchpad in der Hand hattet?

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *