Leider nutzen einige Apps die Idee dahinter aber nicht voll aus: So ist der Kalender nie mehr als eine Karte. Es ist beispielsweise nicht möglich, Termine oder andere Kalender separat zu öffnen. Man muss HP aber die vorbildliche Zusammenfassung von Kalendern verschiedener Dienste, wie Facebook, Google oder Exchange, zu Gute halten – das ist nicht einfach umzusetzen.

Die Foto-App des TouchPad ist eine weitere verpasste Chance für die Nutzung der Stacks auf dem Startbildschirm. Man könnte sich vorstellen, mehrere Fotos auf dem Startbildschirm auszubreiten oder relevante Bilder mit Präsentationen zu stapeln. Leider zeigt die Photo App aber nur eine Karte, die wie eine billige Imitation der Fotoanzeige des iPads daherkommt. Verwirrend ist zudem, dass die Haupansicht der Photo App Bilder zwar als Stapel anzeigt, dieser aber nicht die Möglichkeiten anderer Stacks bietet. Es ist also nicht möglich, einzelne Karten herauszuziehen und neu zu organisieren. Letztlich handelt es sich nur um einen optisch aufgerüsteten Ordner. Dies ist ein weiterer Punkt, der zeigt, dass es an Konsistenz fehlt.

Die Photo App hat aber auch einige positive Aspekte: Wie in der E-Mail- und der Kalender-App gibt es auch hier eine Integration von Inhalten aus anderen Quellen. In der Photo App sieht man beispielsweise Bilder aus Facebook, Photobucket und Snapfish. Sie werden heruntergeladen und auf dem Touchpad zwischengespeichert. Sogar die Kommentare zu Facebook-Fotos sind zu sehen. Einige der großen Namen im Fotobereich fehlen aber, etwa Picasa und Flickr. HP plant jedoch mit den Synergy Services die Einbindung weiterer Dienste, die Anwender aus dem App Store herunterladen sollen. Ob jemand die notwendigen Plugins entwickelt, muss sich aber erst noch zeigen. Aber die Tür steht zumindest offen.

Auch die Messaging App bietet von Haus aus Unterstützung für mehrere der populärsten Instant-Messaging-Services. Derzeit werden AIM, Google Talk, Skype und Yahoo unterstützt. Wenn man ein WebOS-Smartphone besitzt, kann man das Touchpad damit verbinden und über die App auf dem Tablet SMS senden und empfangen.

Ein Popup-Menü auf dem Homescreen bietet Zugang zu weiterer Software, etwa Bing Maps, eine HP-eigenen Facebook-Anwendung, Quickoffice, Kontakte, Memos, Amazon Kindle und andere. Über Tabs geht es zu den Geräteeinstellungen, einer anpassbaren Liste favorisierter Apps sowie zu einer Download-Sektion, die einen auch zum WebOS-Store führen.

Drittanwendungen

Das Touchpad kann Anwendungen aus dem HP App Catalog herunterladen. Ein weiteres Mal hat der Hersteller die Chance genutzt, sich vom iPad oder dem Android Market abzusetzen. Natürlich gibt es bei weitem nicht so viele Anwendungen wie für Android oder iOS, und wahrscheinlich kann HP auch niemals aufschließen. Allerdings hat HP eine Möglichkeit gefunden, qualitativ hochwertige Programme prominent zu platzieren: Wenn man den HP App Catalog öffnet, erscheint eine Art digitale Zeitung namens Pivot, die als Shopping-Guide für den App Catalog fungiert. Die Inhalte wechseln einmal im Monat und jede Seite zeigt eine App oder ein Genre. Beispielsweise beschreibt eine Seite die Vorteile von Internet-Radio und enthält Links zu drei ausgesuchten Apps, die User gleich herunterladen oder für die spätere Betrachtung bookmarken können.

Eine Reihe von Tabs unter dem Pivot ermöglicht es, schnell zum App Catalog zu kommen und ihn entweder per Kategorien oder Keyword-Suche zu durchforsten. Der Katalog enthält sowohl Apps für das Touchpad als auch für WebOS-Smartphones. Angaben zur Kompatibilität sind in der Beschreibung zu finden. Die meisten Smartphone-Apps laufen auf dem Touchpad, aber nur in der fürs Smarphone optimierten Originalauflösung – also nicht bildschirmfüllend.

Performance

In Sachen Performance sollte man das TouchPad am ehesten mit dem Blackberry Playbook vergleichen. Schließlich versuchen beide, sich auf dem Tablet-Markt zu positionieren.

Zwar gab es am Playbook einige Kritik, aber Blackberry hat angesichts der Flash-Unterstützung und einer leistungsfähigen Umsatzung von Multitasking gut vorgelegt. Auch die HD-Videoaufnahme sowie HDMI-Output haben überzeugt. Vor diesem Hintergrund kann das Touchpad nicht ganz mithalten. Zwar bietet es auch Flash-Kompatibilität, es wird aber sehr zäh, wenn mehrere Seiten mit Flash-Inhalten geöffnet sind. Auch beim Starten von Apps wirkt es etwas träge – zumindest im Vergleich zum iPad oder Galaxy Tab 10.1. Ein Kaltstart dauert 1 Minute und 8 Sekunden. Das Touchpad ist zwar nicht die langsamste Maschine, sticht bei der Performance aber nicht heraus.

Gleiches gilt für das Display: Sowohl bei der Helligkeit als auch bei den Schwarzwerten erreicht es keine Spitzenposition. HP verspricht für das Touchpad mit einer Akkuladung 8 Stunden Websurfen und 1 Stunde Videowiedergabe. Die Tests laufen noch.

Fazit

Das Touchpad ist ein wichtiges Tablet – für HP und die Anwender. Denn damit haben sie neben Apple und Google eine weitere Option. Ob sie diese nutzen, ist allerdings eine andere Frage. Denn unter dem Strich handelt es sich beim Touchpad um einen gut gemachten Konkurrenten zum ersten iPad, aber nicht um die zukunftsweisende Alternative, auf die alle gehofft haben.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu HP TouchPad im Test: iPad-Killer mit einer Handvoll Apps und WebOS?

  • Am 2. Juli 2011 um 08:16 von Kennyks

    Multitasking
    Multitasking könnte besser sein?
    Sorry, aber webOS ist das System in dem Multitasking so sauber implementiert ist. Gerade dies ist eine der größten stärken von diesem System wofür webos weltweit gelobt wird, nur bei euch nicht, wieso auch immer. Da können sich Android und iOS ne Scheibe von abschneiden. Seid ihr sicher, dass ihr wirklich nen touchpad in der Hand hattet?

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