Skullcandy Roc Nation Aviator: Ausgewogener Kopfhörer im extravaganten Retro-Look

von Gerald Strömer und Justin Yu am , 17:18 Uhr

Pro
  • stilvolles, unverwechselbares Design
  • detaillierter, ausgewogener Sound
Con
  • etwas schwacher Bass
Hersteller: Skullcandy Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,3 von 10 Punkte
Fazit:

Der Kopfhörer Skullcandy Roc Nation Aviator kombiniert einzigartiges Design mit außergewöhnlich klarem Sound, der lediglich im Tieftonbereich etwas passiv wirkt.

Skullcandy will mit dem Roc Nation Aviator ein jugendliches Publikum erreichen. Dafür hat sich der Hersteller die Musik-Publishing- und Entertainment-Firma von Hip-Hop-Mogul Jay-Z als Verstärkung herangeholt – und einen der teuersten Kopfhörer seines Produktportfolios entwickelt. Unsere Kollegen von CNET.com haben den Roc Nation Aviator ausführlich getestet.

Wir haben zwar so unsere Zweifel, ob ein am Markt knapp 150 Euro teurer Kopfhörer wirklich effektiv eine jugendliche Zielgruppe adressiert. Aber wer das Geld locker machen kann, darf sich auf einen Kopfhörer im attraktiven Retro-Design freuen, der über eine Kabelfernbedienung mit integriertem Mikro verfügt und einen beeindruckenden Klang abliefert.

Design und Ausstattung

Der Skullcandy Roc Nation Aviator [1] ist der erste Kopfhörer des Herstellers, der eine subtile Ästhetik ausstrahlt, während man den Rest des Skullcandy-Angebots eher mit Adjektiven wie „klobig“ oder „aufmerksamkeitsheischend“ beschreiben kann. Aber der in den drei Farben Schwarz, Braun und Weiß erhältliche Aviator hat definitiv einen eleganten Retro-Look, der durch das Leder-Kopfband und die dezenten Logos auf den silberfarbenen Anschlüssen und im Inneren der Ohrmuscheln nur noch unterstrichen wird.

Die beiden Ohrmuscheln haben eine klassische Ei-Form, die spontan an die alten Fliegerbrillen und Piloten-Sonnenbrillen erinnert. Skullcandy peppt das klassische Kopfhörer-Design aber mit einer durchscheinenden äußeren Ohrmuschelschale, durch die man die 40-mm-Lautsprecher und Mylar-Treiber sehen kann.

Wie bei den meisten Kopfhörern kann man auch den Aviator an die Kopfform anpassen, indem man die Ohrmuscheln an den silberfarbenen Schienen verschiebt, die die äußere Form des Kopfbands definieren. Dieser Rahmen verfügt zudem über Scharniere knapp über den Ohrmuscheln, um selbige nach innen falten zu können. Das schützt zwar die Ohrmuscheln und spart Stauraum ein, aber wir haben so unsere Bedenken, wie sich häufiges Einfalten auf lange Sicht auf die strukturelle Integrität des Scharnierbereichs auswirkt.

Praktisch: Der Aviator kann für den Transport oder zum Verstauen eingefaltet werden. [2]
Praktisch: Der Aviator kann für den Transport oder zum Verstauen eingefaltet werden.

Davon abgesehen ist die Fertigungsqualität des Aviator hervorragend. So verstärkt Skullcandy beispielsweise die Kabelverbindung, die eine notorische Fehlerquelle für das Versagen von Kopfhörern darstellt, und setzt auf einen robusten Polykarbonat-Rahmen als schützendes Skelett für das Kopfband. Das an der linken Ohrmuschel befestigte Kabel selbst ist mit Nylon umflochten und angenehme 1,3 Meter lang. Wir hoffen, dass Skullcandy die Haltbarkeit künftiger Modelle durch das Verbauen von abnehmbaren Kabeln noch weiter steigern wird.

Die einseitige Kabelführung minimiert das Risiko verknoteter Kopfhörerkabel. Im Kabel ist eine leichte, aus Kunststoff bestehende Fernbedienung integriert, mit der man das Playback an einem Android [3]-Smartphone [4] oder iPhone steuern kann. Am Ende des Kabels befindet sich ein gerader, schmaler 3,5-mm-Klinke-Stecker, dank dem der Aviator an einer Vielzahl von Geräten genutzt werden kann.

Wir testen den Skullcandy Roc Nation Aviator für über eine Woche und können uns über Form und Sitz des Kopfhörers nicht beschweren. Das weiche Leder der Ohrmuscheln liegt sanft auf und sorgt für eine gute Soundisolierung. Gleichzeitig wird die Außenwelt aber nicht vollständig ausgeblendet, so dass man im Alltag beispielsweise nicht von einem wild klingelnden, aber scheinbar lautlos heranrasenden Radfahrer überrascht wird.

Der Kopfhörer selbst ist angesichts der Edelstahlakzente überraschend leicht und bietet in den eiförmigen Ohrmuscheln genügend Platz für fast jedes Hörorgan.

Performance

Die Mehrzahl der Skullcandy-Kopfhörer adressiert zwar eine jugendliche Zielgruppe, die Bässe allen anderen Klangbereichen vorzieht, aber der Roc Nation Aviator ist aus anderem Holz geschnitzt. Sein dem Klipsch Image One [5] vergleichbarer Klang priorisiert eher die Mitten und zeichnet sich durch spritzige, gut ausbalancierte Höhen aus.

Nach einer Testwoche, in der wir allen möglichen Musikformen ausprobiert haben, ist eines klar: Die offene Soundstage des Aviator ist am besten für Musikarten mit Saiteninstrumenten – beispielsweise Rock– geeignet. Der Image One bietet im Vergleich dazu eine vollere, reichere Tonbalance, die ihn eher für Hip-Hop und Techno empfiehlt.

Der Sound, der von den mit weichem Leder gesäumten, dezent mit dem Skullcandy-Logo verzierten und mit 40-mm-Mylar-Treiber bestückten Ohrmuscheln produziert wird, ist ausgewogen und detailreich. [6]
Der Sound, der von den mit weichem Leder gesäumten, dezent mit dem Skullcandy-Logo verzierten und mit 40-mm-Mylar-Treiber bestückten Ohrmuscheln produziert wird, ist ausgewogen und detailreich.

Das heißt aber nicht, dass der Roc Nation Aviator nicht mit Tracks klarkommen würde, in denen Drum-Computer und Synthesizer dominieren: Songs von Nicki Minajs Album Pink Friday klingen mit dem Aviator definierter als mit dem Klipsch Image One. Man kann die individuellen Harmonien leichter wahrnehmen und sich besser auf die klaren Stimmen fokussieren, wenn der Bass nicht alle anderen Frequenzen übertrumpft.

Wenn man aber dröhnende, hämmernde Bässe im Kopfhörer vorzieht, raten wir zum Monster Beats by Dr. Dre Studio [7] (engl.), der sich dank eines Extra-Boosts vom digitalen Verstärker besonders im Tieftonbereich heimisch fühlt, aber mit Marktpreisen ab 185 Euro noch einen Zacken teurer ist als der Aviator.

Fazit

Der Skullcandy Roc Nation Aviators ist ein überzeugender Kopfhörer für Anwender, die natürlichen Sound künstlich verstärktem Bass vorziehen. Die Kabelfernbedienung ein praktisches Plus für die Nutzung an mobilen Geräten und dank der moderaten Isolation eignet sich der Kopfhörer für Situationen, in denen man noch was von der Umwelt mitkriegen muss.

Man kann natürlich mehr Geld für echte Highend-Kopfhörer ausgeben oder ein solides, einfaches Modell für weniger Geld erwerben. Aber wenn man nur ein begrenztes Budget zur Verfügung hat und einen ausgewogenen Kopfhörer sucht, ist der stilvolle Skullcandy Roc Nation Aviator eine lohnende Investition.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41554504/skullcandy-roc-nation-aviator-ausgewogener-kopfhoerer-im-extravaganten-retro-look/

URLs in this post:

[1] Skullcandy Roc Nation Aviator: http://eu.skullcandy.com/aviator/

[2] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41554504/skullcandy_roc_nation_aviator_04.jpg

[3] Android: http://www.cnet.de/themen/android/

[4] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/

[5] Klipsch Image One: https://www.cnet.de/tests/peripherie/41549067/klipsch_image_one_preiswerter_kopfhoerer_mit_tollem_sound_und_starkem_bass.htm

[6] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41554504/skullcandy_roc_nation_aviator_05.jpg

[7] Monster Beats by Dr. Dre Studio: http://reviews.cnet.com/headphones/monster-beats-by-dr/4505-7877_7-33205806.html