Panasonic Lumix DMC-GF3 im Test: DSLR-Bildqualität im Kompaktkamera-Gehäuse

von Stefan Möllenhoff am , 20:07 Uhr

Pro
  • hervorragende Ausstattung
  • extrem klein
  • sehr schnell
  • gute Bildqualität
Con
  • kein Zubehörschuh
  • gewöhnungsbedürftige Bedienung
  • langweilige Effektfilter
Hersteller: Panasonic Listenpreis: 549 Euro (mit 14-42-mm-Objektiv)
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Die Panasonic Lumix DMC-GF3 überzeugt mit ordentlicher Bildqualität, hohem Tempo und superkompaktem Formfaktor. Allerdings bedeutet das Mini-Gehäuse auch, dass nicht besonders viele Tasten und Rädchen auf das die Kamera passen - wer sich mit dem Touchscreen gar nicht anfreunden kann, ist hier deshalb an der falschen Adresse.

Die Panasonic Lumix DMC-GF2 ist gerade einmal ein halbes Jahr alt, da steht mit der GF3 schon der Nachfolger in den Startlöchern. Die größte Neuerung betrifft das Gehäuse: Es ist deutlich kleiner geworden und spielt jetzt eher mit Kompakt- als mit Systemkameras in einer Liga. Wir hatten die Gelegenheit, den 12-Megapixel-Zwerg bereits ausführlich zu testen.

Die Panasonic Lumix DMC-GF3 wird in vier verschiedenen Kombinationen angeboten. Das Gehäuse alleine wechselt zur unverbindlichen Preisempfehlung von 469 Euro den Besitzer. Mit dem 14-bis-42-Millimeter-Zoomobjektiv veranschlagt der Hersteller 549 Euro. In Kombination mit der 14-Millimeter-Pancake-Linse kostet die Kamera 599 Euro. Wer den Body und beide Objektive kaufen möchte, muss für das Doppel-Objektiv-Paket 699 Euro auf den Tisch blättern. Die Digicam ist in den Farben Schwarz, Weiß, Rot und Braun erhältlich.

Design

Und klein ist sie, diese Kamera. Extrem klein. Das 3,25 Zentimeter dicke Gehäuse muss sich in der Mitte etwas nach oben strecken, damit der Hersteller das Bajonett überhaupt auf die Front der Kamera bringt. Mit 6,7 Zentimetern ist sie beispielsweise gerade einmal sieben Millimeter höher als das ohnehin recht schlanke 14-bis-42-Millimeter-Kitobjektiv. Ohne Linse passt das Gehäuse mühelos in die Hosentasche. Wie es mit der Portabilität in der Praxis aussieht, hängt dann aber natürlich massiv von der Linse ab – mit dem 14-Millimeter-Pancake findet die Knipse durchaus in der Jackentasche Platz. Mit 222 Gramm ohne Optik wiegt die GF3 in etwa so viel wie eine kompakte Superzoom-Digicam, etwa die Lumix DMC-TZ22 [1].

Auch wenn die Kitoptik nicht gerade groß ist, wirkt die winzige Panasonic Lumix DMC-GF3 doch wie ein kleines Anhängsel am Ende des Objektivs. [2]
Auch wenn die Kitoptik nicht gerade groß ist, wirkt die winzige Panasonic Lumix DMC-GF3 doch wie ein kleines Anhängsel am Ende des Objektivs.

Wo sich die Jackentaschen freuen, leidet allerdings die Haptik. Der Handgriff auf der rechten Seite fällt sehr klein aus. Bereits die 165 Gramm des montierten Kit-Zoomobjektivs sorgen für ein unsicheres Gefühl beim einhändigen Knipsen. Bei der gut 220 Gramm schweren 25-Millimeter-F1.4-Leica-Linse verstärkt sich der Eindruck noch – nicht zuletzt auch wegen der Anschaffungskosten von über 600 Euro für die Optik. Aber gut, man muss die Kamera eben wie im Lehrbuch halten [3], dann gibt’s keine Probleme.

Auf der Rückseite des Gehäuses dominiert das 3,0 Zoll große, berührungsempfindliche Display. Im Gegensatz zum Bildschirm der großen Schwester Lumix DMC-G3 ist es nicht beweglich aufgehängt, löst mit 480 mal 320 Pixeln (460.000 Subpixeln) aber genauso hoch auf. Für einen elektronischen Sucher wie bei der G3 gibt es am Gehäuse übrigens weder Platz noch einen Zubehörschuh. Oberhalb der Anzeige befindet sich eine mechanische Taste, die den integrierten Blitz nach oben schnellen lässt. Die GF3 synchronisiert den Blitz nur auf den ersten Verschlussvorhang, die G3 wahlweise auf den ersten oder zweiten. Mit einer Leitzahl [4] von 6,3 ist die Blitzröhre der GF3 nicht gerade ein Lichtwunder.

Auf dem Gehäuse der GF3 gibt es nicht besonders viele Tasten. Der gut reagierende Touchscreen übernimmt viele Funktionen. [5]
Auf dem Gehäuse der GF3 gibt es nicht besonders viele Tasten. Der gut reagierende Touchscreen übernimmt viele Funktionen.

Rechts neben dem Display befindet sich ein Vier-Wege-Pad mit umliegendem, fein klickendem Einstellrädchen, das zum schnellen Konfigurieren von diversen Parametern wie Blende und Belichtungszeit dient. Das Rädchen reagiert jedoch niemals bei der ersten leichten Drehung, sondern erst ab dem zweiten Klick. Das verhindert zwar versehentliche Fehlbedienungen recht effektiv, sorgt in der Praxis aber auch immer wieder für Missverständnisse und ist zumindest gewöhnungsbedürftig. In der Mitte des Pads sitzt eine Menu/Set-Taste, die das Hauptmenü auf den Bildschirm bringt.

Die vier Richtungstasten auf dem Pad rufen die Einstellungen zu Belichtungskorrektur, Weißabgleich, Fokusmessfeldern und Serienbildmodus/Selbstauslöser auf. Über dem Bedienelement sitzt ein Button zum Wechseln in den Wiedergabemodus. Darunter gibt es eine Taste, die zum Löschen von Bildern beziehungsweise zum Aufrufen eines konfigurierbaren Schnellmenüs mit bis zu zehn Slots dient. Wer möchte, kann dem Knopf auch andere Funktionen zuweisen, beispielsweise Belichtungsspeicher, Abblenden, Bildqualität, Fokusmodus, Messmethode, ISO-Empfindlichkeit und so weiter.

Rechts auf der Oberseite des Gehäuses sitzen Ein/Aus-Schieber, Auslöser, eine Taste zum Aktivieren der intelligenten Automatik und ein dedizierter Button zum Starten der Videofunktion. Ein Modusrädchen gibt es bei der GF3 nicht – darum und um zahlreiche weitere Features kümmert sich der Touchscreen. Aber dazu später mehr. Weiter links hebt sich – wie erwähnt – die Oberseite ein wenig nach oben, um dem Bajonett ausreichend Platz zu bieten. Daneben sitzt noch ein kleines Lautsprecherchen und ein Mono-Mikrofon. Eine Anschlussmöglichkeit für eine Kabelfernbedienung bietet die Kamera im Gegensatz zur G3 übrigens nicht.

Kleine Kamera mit Riesen-Objektiv: Das Gehäuse der Lumix DMC-GF3 ist gerade einmal 3,3 Zentimeter dick. [6]
Kleine Kamera mit Riesen-Objektiv: Das Gehäuse der Lumix DMC-GF3 ist gerade einmal 3,3 Zentimeter dick.

Auf der rechten Seite des Gehäuses befindet sich eine schwarze Plastikkappe, hinter der sich ein HDMI-Port und ein proprietärer AV/USB-Port befinden. USB- und AV-Kabel sind im Lieferumfang enthalten, eine HDMI-Strippe muss man bei Bedarf nachkaufen. Die Kappe ist etwas fummelig zu schließen, geht aber wenigstens nicht unbeabsichtigt auf.

Die Fächer für Akku und Speicherkarte verstecken sich hinter einer Klappe auf der Unterseite des Gehäuses. Ungünstig: Wenn die Kamera auf einer Stativplatte montiert ist, muss man diese erst entfernen, bevor man Stromspeicher oder SD-Karte wechseln kann. Der Stativanschluss ist aus Metall und macht einen sehr massiven Eindruck. Der Stromspeicher soll mit 940 mAh ausreichend Saft für bis zu 340 Aufnahmen am Stück bereithalten. Zum Vergleich: Der mit 1010 mAh etwas stärkere Akku der G3 schafft bei der großen Schwester nur maximal 270 Fotos.

Ausstattung

Die Panasonic Lumix DMC-GF3 bietet, wie es sich für eine Kamera in dieser Klasse gehört, volle manuelle Einstellungsmöglichkeiten zu Blende und Belichtungszeit. In den halbautomatischen Programmen Blenden- und Belichtungspriorität nimmt die Digicam dem Fotografen einen Teil der Arbeit ab – wahlweise die Verschlusszeit oder die Blendenöffnung. Die Programmautomatik schließlich regelt Blende und Belichtungszeit komplett. Durch die Aufnahmemodi wechselt der Fotograf wie gesagt nicht mittels Moduswahlschalter, sondern über den Touchscreen. Im linken oberen Eck des Displays wird stets das aktuelle Aufnahmeprogramm angezeigt. Ein Fingertipp auf die Schaltfläche bringt das virtuelle Modusrädchen aufs Display.

Kein Kunstwerk, aber es funktioniert: So sieht das virtuelle Modusrädchen der Panasonic Lumix DMC-GF3 aus. [7]
Kein Kunstwerk, aber es funktioniert: So sieht das virtuelle Modusrädchen der Panasonic Lumix DMC-GF3 aus.

Neben den obligatorischen PASM-Modi findet sich hier noch eine Custom-Auswahl, die drei Slots für benutzerspezifische Einstellungen bereithält. Außerdem gibt es einen Punkt mit den Motivprogrammen namens SCN. Hier warten keine großen Überraschungen, sondern lediglich die üblichen Verdächtigen wie Portrait, Landschaft, Sonnenuntergang, Nachtaufnahme, Party, Baby, Speisen und so weiter. Etwas verspielter wird’s im Kreativmodus, der ebenfalls einen eigenen Platz auf dem Moduswahlschalter bekommen hat. Hier gibt es die Effektfilter Expressiv, Retro, High Key, Sepia, Hohe Dynamik und Miniatureffekt. Die verschiedenen Effekte lassen sich leider weder anpassen noch nachträglich auf bereits geschossene Fotos anwenden.

Wer sich überhaupt nicht mit irgendwelchen Einstellungen herumschlagen möchte, findet bei der GF3 zwei verschiedene Automatiken: intelligente Automatik und intelligente Automatik Plus. Beide Aufnahmemodi funktionieren ähnlich: Sie analysieren das Motiv und wählen das dazu passendste Motivprogramm aus. In intelligente Automatik Plus hat der Fotograf lediglich noch die zusätzliche Möglichkeit, den Hintergrund unschärfer erscheinen zu lassen, also auf gut Deutsch: die Blende anzupassen. Das wurde hier bloß anfängerfreundlicher genannt. Alles in allem tippt es und klickt es sich recht gut durch die Menüs. Allerdings hat Panasonic den Dialogen an allen Ecken und Enden Animationen spendiert, die die Bedienung ein ganzes Stück ausbremsen und gelegentlich an den Nerven zerren. Ganz so flott wie die mit zahlreichen mechanischen Bedienelementen ausgestatteten Schwester G3 lässt sich die GF3 nicht bedienen. Aber dafür ist sie eben deutlich kleiner. Und: Während man bei der G3 weitgehend um das berührungsempfindliche Display herumkommt, ist das bei der GF3 kaum mehr möglich. Wer sich damit nicht anfreunden kann, sollte die Finger von der GF3 lassen. Wir haben jedoch bislang keine Kamera gesehen, bei der die Touchscreen-Bedienung so gut gelungen ist – wenn auch eben immer noch nicht perfekt.

Dieses Schnellmenü beinhaltet zehn Einstellungen, die sich auf zwei Bildschirme aufteilen. Welche Parameter die Kamera hier anzeigt, lässt sich im Hauptmenü einstellen. [8]
Dieses Schnellmenü beinhaltet zehn Einstellungen, die sich auf zwei Bildschirme aufteilen. Welche Parameter die Kamera hier anzeigt, lässt sich im Hauptmenü einstellen.

Ein Feature, das wir bei der GF3 schmerzlich vermissen, ist ein integrierter Lagesensor, der die Aufnahmen automatisch dreht, wenn wir im Hochformat fotografieren. Dafür entschädigt die Belichtungsreihenfunktion, die bis zu fünf Aufnahmen mit jeweils maximal 2/3 Blendenstufen Abstand einfängt. Im Videomodus fängt die Panasonic Lumix DMC-GF3 bis zu 1920 mal 1080 Pixel mit 50 Halbbildern pro Sekunde und im AVCHD-Format ein.

Beim Fokus hat sich Panasonic einiges einfallen lassen. Wer sich nicht ums scharfstellen kümmern möchte, findet einen kontinuierlichen und einen Einzel-Autofokus. Der Fokuspunkt lässt sich mit dem Finger auf dem Touchscreen verschieben – im Videomodus funktioniert das erfreulicherweise auch während der Aufnahme. Eine Schaltfläche auf dem Touchscreen-Display aktiviert beziehungsweise deaktiviert den sogenannten Touch-Auslöser. Ist dieser eingeschaltet, reicht ein Fingertipp aufs Display aus, um an die entsprechende Stelle zu fokussieren und gleich auch das Foto zu schießen. Wer den Autofokus zusätzlich beschleunigen möchte, kann den sogenannten Quick-AF aktivieren. Hier stellt die Kamera immer scharf, sobald sie ruhiggehalten wird. Das dürfte jedoch einiges an Akkulaufzeit kosten.

Ein Fingertipp auf das Icon rechts in der Mitte aktiviert den Touch-Auslöser. [9]
Ein Fingertipp auf das Icon rechts in der Mitte aktiviert den Touch-Auslöser.

Wer lieber manuell fokussiert, darf sich ebenfalls über etliche Features freuen. Dreht man mit gewähltem manuellen Fokus am Schärfering des Objektivs, so vergrößert die Kamera automatisch den Bildausschnitt. Hier stehen zwei verschiedene Zoomstufen zur Verfügung. Außerdem gibt es eine Bild-in-Bild-Funktion, bei der der vergrößerte Bereich nicht das ganze, sondern nur etwa ein Viertel des Displays einnimmt. Sehr schön: Der herangezoomte Bereich lässt sich mit der Fingerspitze beliebig auf dem Sucherbild verschieben.

Die folgende Tabelle zeigt die technischen Daten der Panasonic Lumix DMC-GF3 im Vergleich mit denen ihrer großen Schwester Lumix DMC-G3.

Hersteller Panasonic Panasonic
Modell Lumix DMC-G3 Lumix DMC-GF3
Preis (günstigstes Kit) 699 Euro (UVP) 549 Euro (UVP)
Bildsensor Live MOS (17,3 x 13,0 mm) Live MOS (17,3 x 13,0 mm)
Auflösung 16,0 Megapixel 12,1 Megapixel
Empfindlichkeiten ISO 100 – 6400 ISO 100 – 6400
Formatfaktor 2,0 2,0
Serienbildgeschwindigkeit 4,0 fps 3,8 fps
Sucher elektronisch nein
Autofokus Kontrast-AF mit 23 Messfeldern Kontrast-AF mit 23 Messfeldern
Belichtungsmessung 144 Zonen 144 Zonen
Verschlusszeiten 60 – 1/4000 Sekunde 60 – 1/4000 Sekunde
Blitz integriert integriert
Display 3 Zoll, beweglich, 460.000 Pixel 3 Zoll, fest, 460.000 Pixel
Touchscreen ja ja
Bildstabilisator optisch (via Objektiv) optisch (via Objektiv)
Videofunktion 1080i, AVCHD 1080i, AVCHD
Mikrofoneingang nein nein
Kopfhörerausgang nein nein
Max. Akkulaufzeit (CIPA) 260 Fotos 340 Fotos
Abmessungen 11,5 x 8,4 x 4,7 cm 10,8 x 6,7 x 3,3 cm
Gewicht 336 g 222 g

Leistung

Für eine Kamera mit Kontrast-Autofokus macht die Panasonic Lumix DMC-GF3 einen erfreulich flotten Eindruck. Dafür ist unter anderem der gegenüber der Vorgängerin beim Fokussieren von 60 auf 120 fps beschleunigte Bildsensor verantwortlich. Die höhere Bildrate gibt dem Prozessor mehr Feedback darüber, wie sich das Herumgedrehe am Objektiv auswirkt. Und damit wird der Fokuspunkt eben schneller gefunden.

Bis nach dem Betätigen des Ein-Schiebers das erste Foto im Kasten ist, vergehen mindestens 0,7 Sekunden. Zwischen jedem weiteren Foto genehmigt sich die Kamera eine Verschnaufpause von knapp 0,4 Sekunden. Im RAW-Modus sind es gut 0,4 Sekunden. Gelegentlich scheint sich die Digicam aber zu verschlucken, und wir müssen nach dem Knipsen eines Fotos ein bis zwei Sekunden warten, bis die GF3 das nächste Foto einfängt. Das passiert auch, wenn wir nicht unmittelbar vorher geknipst haben – volle Pufferspeicher sind also nicht Schuld. Mit zugeschaltetem Blitz verlängert sich die Zwangspause zwischen den Fotos auf durchschnittlich 1,5 Sekunden.

Um bei optimalen Lichtverhältnissen auf das Motiv scharfzustellen und das Foto einzufangen, braucht die Panasonic Lumix DMC-GF3 ausgezeichnete 0,3 Sekunden. Bei niedrigen Kontrasten steigt die Auslöseverzögerung auf lediglich 0,5 Sekunden. Der Serienbildmodus stemmt in der schnellsten Einstellung 4,1 Bilder pro Sekunde. Nach 13 JPEG-Aufnahmen laufen die Pufferspeicher voll, und die Kamera braucht eine Pause zum Schreiben der Fotos auf die Speicherkarte. Mit auf 2,4 fps gedrosseltem Tempo knipst sie unermüdlich durch die Gegend, bis die Speicherkarte voll ist.

Die Panasonic Lumix DMC-GF3 erkauft sich ihre kompakte Bauform durch den Verzicht auf den Spiegelkasten. Damit entfallen allerdings auch optischer Sucher und Phasenvergleichs-Autofokus. [10]
Die Panasonic Lumix DMC-GF3 erkauft sich ihre kompakte Bauform durch den Verzicht auf den Spiegelkasten. Damit entfallen allerdings auch optischer Sucher und Phasenvergleichs-Autofokus.

Mit ausgewachsenen DSLRs, die über einen Phasenvergleichssensor und einen optischen Sucher verfügen, kann die GF3 aber nicht mithalten. Dafür ist nicht unbedingt die reine Auslöseverzögerung verantwortlich, sondern auch einfach die leichte zeitliche Verzögerung des Sucherbilds auf dem Bildschirm und die Tatsache, dass das Display beim Knipsen immer wieder für einen Augenblick schwarz wird. Wer Sport fotografieren möchte, ist mit einer Einsteiger-DSLR oder einer Kamera wie der Sony [11] Alpha SLT-A55 immer noch besser beraten.

Bildqualität

Während die zuletzt vorgestellten Panasonic-Kameras G3 und GH2 auf 16-Megapixel-Bildsensoren setzen, verfügt die Lumix DMC-GF3 „nur“ über 12 Millionen Bildpunkte. Hinter dem lichtempfindlichen Chip verarbeitet allerdings ein neuer Bildprozessor namens Venus Engine VII HD die anfallenden Daten.

Die Panasonic Lumix DMC-GF3 bietet eine sehr ordentliche Bildqualität. Bei niedrigen Empfindlichkeiten weisen die Fotos nicht mehr die Artefakte auf, wie sie uns beispielsweise bei der GH2 das Leben schwer gemacht haben. Die JPEG-Aufnahmen sehen bis einschließlich ISO 400 sehr sauber und klar aus. Bei ISO 800 lassen die ersten feinen Details nach, aber wer sich nicht gerade die Nase am Bildschirm plattdrückt, dürfte davon kaum etwas mitbekommen. Ab ISO 1600 setzt die Rauschunterdrückung sichtbar ein und bügelt erste Feinheiten weg. Außerdem lassen die Farben leicht nach. Für Facebook & Co. sowie für kleine Abzüge eignen sich die Fotos aber selbst mit ISO 3200 immer noch recht gut. ISO 6400 schließlich können wir nur noch für Notfälle empfehlen.

In puncto Farbwiedergabe schlägt sich die GF3 gut und erfreut uns mit lebendigen, realistisch wirkenden Aufnahmen. Bei Tageslicht liefert der automatische Weißabgleich gelegentlich etwas zu kühle Ergebnisse, erfreut in der Regel aber mit schönen Farben. Die Belichtungsautomatik gibt keinen Anlass zu Kritik.

Leider unterstützt Adobe Camera RAW derzeit noch nicht die RAW-Fotos der GF3. Daher können wir noch keine genaue Aussage treffen, wie viel sich aus den RAW-Bildern herausholen lässt. Das von Panasonic mit der Kamera mitgelieferte SilkyPix kann jedenfalls keine Wunder bewirken. Weitere Details zur Bildqualität gibt es in der folgenden Fotostrecke.

Das Leica-Objektiv zeigt bei kleineren Blenden ab F2,8 immer stärker, dass es über eine Irisblende mit sieben Lamellen verfügt. Die runden Lichtpunkte werden zunehmend siebeneckig. Das macht aber nichts, denn die Linse hat auch bei Offenblende eine ausgezeichnete Bildschärfe zu bieten. Auch haptisch verlieben wir uns sofort in das Objektiv. Trotz seines recht geringen Gewichts fühlt es sich sehr solide an. Der Fokusring lässt sich butterweich drehen. Beim Festschrauben der Gegenlichtblende kommt dann die Enttäuschung: Sie sitzt nicht ganz fest und fühlt sich so leider billig und wackelig an. Auf die Fotos hat das keinerlei Auswirkungen, aber muss das bei einem über 600 Euro teuren Objektiv wirklich sein? Sehr schade.

Das Leica-Objektiv überzeugt in puncto Bildqualität und Haptik. Wäre da bloß nicht diese furchtbare Gegenlichtblende. [13]
Das Leica-Objektiv überzeugt in puncto Bildqualität und Haptik. Wäre da bloß nicht diese furchtbare Gegenlichtblende.

Fazit

Trotz ihres superkleinen Gehäuses gehört die Panasonic Lumix DMC-GF3 definitiv zu den „Großen“. Sie ist sehr flott unterwegs und überzeugt in Sachen Ausstattung und Bildqualität. Nur mit dem berührungsempfindlichen Display muss man sich anfreunden können. Dank eines gut reagierenden Touch-Panels und fingerfreundlich gestalteten Menüs sollten aber auch Touchscreen-Gegner der Digicam eine Chance geben – uns konnte das Interface überzeugen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41554575/panasonic-lumix-dmc-gf3-im-test-dslr-bildqualitaet-im-kompaktkamera-gehaeuse/

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[1] Lumix DMC-TZ22: https://www.cnet.de/tests/digicam/41549955/testbericht/panasonic_lumix_dmc_tz22_im_test_schneller_16_fach_superzoomer_mit_gps_und_touchscreen.htm

[2] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41554575/panasonic_lumix_dmc-gf3_oben.jpg

[3] wie im Lehrbuch halten: https://www.cnet.de/praxis/wochenend/41537907/page/4/dslr_fotokurs_grundlagen_von_spiegelreflexkameras_und_objektiven.htm

[4] Leitzahl: http://de.wikipedia.org/wiki/Leitzahl

[5] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41554575/panasonic_lumix_dmc-gf3_hinten.jpg

[6] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41554575/panasonic_lumix_dmc-gf3_seite.jpg

[7] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41554575/panasonic_lumix_dmc-gf3_moduswahlschalter.jpg

[8] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41554575/panasonic_lumix_dmc-gf3_quick_menu.jpg

[9] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41554575/panasonic_lumix_dmc-gf3_touch_sucher.jpg

[10] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41554575/panasonic_lumix_dmc-gf3_gehaeuse.jpg

[11] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[12] Beispielfotos: die Bildqualität der Panasonic Lumix DMC-GF3: https://www.cnet.de/41554577/beispielfotos-die-bildqualitaet-der-panasonic-lumix-dmc-gf3/?pid=1#sid=41554575

[13] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41554575/panasonic_lumix_dmc-gf3_leica.jpg