Acer Liquid Mini: günstiges Android-2.2-Smartphone

von Damien McFerran und Gerald Strömer am , 16:37 Uhr

Pro
  • starke Android-2.2-Software
  • praktische Anpassungen des User Interface
  • kompaktes Design
Con
  • langsamer Prozessor
  • mäßiger Bildschirm
  • enttäuschende Akkulaufzeit
Hersteller: Acer Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,3 von 10 Punkte
Fazit:

Das Acer Liquid Mini ist zwar beileibe keine Katastrophe, aber dank seiner langweiligen Eckdaten kann es sich auch nicht von Rest der günstigen Android-Smartphones der Budget-Klasse abheben.

Das Acer Liquid Mini gesellt sich am preisgünstigen Ende des Smartphone-Preisbereichs zu Geräten wie dem HTC Wildfire S, dem LG Optimus One und dem Samsung Galaxy 3 i5800. Leider wird es aufgrund seiner doch arg beschränkten Hardware wohl kein großes Publikum finden.

Das Liquid Mini kann man am deutschen Markt zu Preisen von knapp unter 200 Euro ergattern. Zum Vergleich: Das HTC Wildfire S [1] gibt es ab knapp 210 Euro, das LG Optimus One [2] ab knapp 140 Euro und das Samsung Galaxy 3 i5800 [3] ab knapp 130 Euro. Was wieder mal beweist: Ein Android-Smartphone [4] muss nicht unbedingt 500 Euro kosten.

Design & Ausstattung

Das Liquid Mini sieht seinen großen Brüdern, dem Acer Liquid [5] und dem neueren Liquid E [6] mehr als nur ein bisschen ähnlich. Die Rundungen der Ober- und Unterseite verleihen dem Gerät einen unverkennbaren Look und sorgen für eine angenehme Lage in der Hand. Das Mini ist in einer ganzen Reihe von Farben – einschließlich Blau, Pink, Grün, Schwarz und Silber – erhältlich.

Das Gehäuse des Smartphones fühlt sich nach Billigplastik an, kann aber keineswegs als Schund beschrieben werden. Die Konstruktion ist robust und stabil, die Akkuabdeckung schließt schön eng mit dem Gehäuse ab – hier knarrt nichts. Die Abdeckung ist sogar fast schon zu fest drauf: Man braucht lange Nägel und starke Finger, um ihn zu lösen.

Das Liquid Mini hat einen markanten Lock Screen, der verpasste Anrufe und ungelesene Nachrichten anzeigt. [7]
Das Liquid Mini hat einen markanten Lock Screen, der verpasste Anrufe und ungelesene Nachrichten anzeigt.

Der Bildschirm des Liquid Mini dagegen kann seine Budget-Ursprünge nicht verleugnen. Mit einer Diagonale von 3,2 Zoll wirkt er im Vergleich zu einem Top-Gerät wie dem HTC [8] Desire HD regelrecht winzig und die Auflösung von 320 mal 480 Pixel ist nach heutigem Ermessen auch nicht der Bringer, aber in Anbetracht des Preises und der Diagonale noch okay. Im Vergleich zu teureren Geräten wirken Bilder und Webseiten eben etwas pixeliger. Das Tippen auf einem so kleinen Display ist auch eine ziemliche Umstellung, wenn man hochwertigere Geräte gewohnt ist.

Die Helligkeit und Klarheit des LC-Displays lässt ebenfalls zu wünschen übrig: Es wirkt selbst bei voll aufgedrehter Helligkeit trübe. Aber immerhin passt die Farb-Balance. Positiv ist dagegen, dass das Liquid Mini auf kapazitive Touchscreen-Technik setzt. Der Touchscreen ist reaktionsfreudig und man muss keinerlei Druck mit dem Finger ausüben.

In letzter Zeit haben wir bemerkt, dass viel Smartphone [9]-Hersteller zunehmend auf einen dedizierten Kameraauslöser verzichten. Das Mini folgt diesem Trend aber nicht – sehr schön. Wenn man den Knopf gedrückt hält, startet die Foto- und Videoaufnahme-Anwendung. Ein zweiter Knopfdruck löst dann die Aufnahme aus.

Die 5-Megapixel-Kamera des Mini reicht zwar für gelegentliche Schnappschüsse aus, kann im Videobereich aber nicht überzeugen. Die mit einer Auflösung von 720 mal 480 Pixel aufgenommen Videos sehen zwar auf dem Display des Liquid Mini ganz okay aus, aber wenn man sie am Rechner oder am Fernseher abspielt, stellen sie sich als ziemlich verschwommen heraus.

Das Smartphone kommt mit Android [10] 2.2 („Froyo“), so dass man Zugriff auf Unmengen Apps aus dem Android Market hat. Damit hat er zwar nicht die neueste Smartphone-Version von Googles mobilem Betriebssystem an Bord (das wäre Android 2.3.4 alias „Gingerbread“, aber den Unterschied werden in der Regel nur Experten bemerken. Die Mehrzahl aller Android-Anwendungen funktioniert unter Froyo völlig problemlos.

Performance

Acer [11] hat das normale Android-Interface mit einer eigenen Skin namens Breeze „verschlimmbessert“. Wer bereits seit längerem Android nutzt, wird sich hier definitiv erst einmal eingewöhnen müssen.

Mit dem History-Widget kann man schnell auf kürzlich genutzte Apps und Webseiten zugreifen. [12]
Mit dem History-Widget kann man schnell auf kürzlich genutzte Apps und Webseiten zugreifen.

Beispielsweise hat man anstelle der scrollenden Home Screens hier nur einen einzelnen Startbildschirm, bei dem einen kleine Sektion im unteren Bereich für App-Verknüfungen reserviert ist. Wenn man auf die fünf Home Screens zugreifen will, die mit Widgets und ähnlichem belegt werden können, muss man ein dediziertes Icon antippen. Das bedeutet einen zusätzlichen Schritt, wenn man seine Widgets sehen will. Neulinge kommen damit zwar wohl gut zurecht, erfahrene Android-Nutzer wird das aber massiv stören.

Andere Elemente des Breeze-Interfaces mögen wir dagegen. Das interessanteste ist das History-Widget, das einen raschen Zugriff auf kürzlich genutzte Anwendungen, Menüs, Webseiten und andere Dinge ermöglicht. Die erweiterte Benachrichtigungsleiste ist auch nett: Sie bietet mehr Optionen als die der Standardversion von Android und erleichtert so den Zugriff auf verschiedene Grundeinstellungen und -Funktionen des Handys.

Der 600-MHz-Prozessor des Liquid Mini hat öfters seine liebe Mühe, mit der Action auf dem Bildschirm Schritt zu halten: Zügelloses Multi-Tasking und anspruchsvolle Apps können das Smartphone ziemlich schnell zum Schneckentempo verdammen. Die 512 MByte RAM sind ebenfalls nur bedingt geeignet, dem Smartphone einen Geschwindigkeits-Boost zu verpassen.

Androids normale Benachrichtigungsleiste wurde überarbeitet und beinhaltet nun mehr Optionen. [13]
Androids normale Benachrichtigungsleiste wurde überarbeitet und beinhaltet nun mehr Optionen.

In Sachen Akkulaufzeit lässt das Mini ebenfalls zu wünschen übrig. Der 1.300-mAh-Akku ist schon auf dem Papier schwächer also die 1.500-mAh-Akkus der meisten anderen Android-Smartphones. Wer die Möglichkeitend es Geräts voll ausnutzen möchte, sollte sich schon mal darauf einrichten, spätestens alle 24 Stunden an die Steckdose zu müssen.

Fazit

Wir mögen das Design des Acer Liquid Mini und sein Android-2.2-Betriebssystem – aber das war es auch schon fast. Das Touchscreen-Display ist nicht der Brüller und der Prozessor ist für moderne Android-Apps und -Spiele mittlerweile zu schwach. Im direkten Vergleich – vor allen angesichts des praktisch identischen Preises – ist das HTC Wildfire S [1] das deutlich bessere Budget-Smartphone. Wer ein Fan der älteren Acer-Smartphones der Liquid-Reihe ist, wird sich nicht großartig umgewöhnen müssen – aber das beste Smartphone fürs Geld ist es definitiv nicht.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41554601/acer-liquid-mini-guenstiges-android-2-2-smartphone/

URLs in this post:

[1] HTC Wildfire S: https://www.cnet.de/tests/handy/41552942/android_smartphone_fuer_einsteiger_htc_wildfire_s_im_test.htm

[2] LG Optimus One: https://www.cnet.de/tests/handy/41546402/mittelklasse_android_handy_im_test_lg_optimus_one_p500.htm

[3] Samsung Galaxy 3 i5800: https://www.cnet.de/tests/handy/41535770/samsung_galaxy_3_i5800_android_smartphone_mit_multitouch_fuer_220_euro.htm

[4] Android-Smartphone: https://www.cnet.de/tests/handy/

[5] Acer Liquid: https://www.cnet.de/tests/handy/41523856/acer_liquid_vollgas_smartphone_mit_android_zum_kleinen_preis.htm

[6] Liquid E: https://www.cnet.de/tests/handy/41535150/multitouch_smartphone_mit_android_2_1_acer_liquid_e_im_test.htm

[7] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41554601/acer_liquid_mini_detail_01.jpg

[8] HTC: http://www.cnet.de/unternehmen/htc/

[9] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/

[10] Android: http://www.cnet.de/themen/android/

[11] Acer: http://www.cnet.de/unternehmen/acer/

[12] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41554601/acer_liquid_mini_detail_02.jpg

[13] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41554601/acer_liquid_mini_detail_03.jpg