Kino.to: Die umstrittene Streamingplattform ist wieder da

von Christoph Kurth und Martin Hensel am , 17:34 Uhr

Das bereits stillgelegte Filmportal kino.to meldet sich mit einer neuen Internetseite zurück. Auf der Startseite, die nun unter einer anderen URL läuft, wenden sich die Betreiber direkt an die GVU: „Denkt ihr wirklich ihr könnt uns stoppen nur weil ihr haufenweise Geld habt? Wie kann es …

kino.to meldet sich zurück

Das bereits stillgelegte Filmportal kino.to meldet sich mit einer neuen Internetseite zurück. Auf der Startseite, die nun unter einer anderen URL läuft, wenden sich die Betreiber direkt an die GVU: „Denkt ihr wirklich ihr könnt uns stoppen nur weil ihr haufenweise Geld habt? Wie kann es sein, dass harmlose Webseitenbetreiber auf eine Stufe mit Mördern und Vergewaltigern gestellt werden?“. Das Design der Webseite erinnert stark an das Original. Und wie zuvor werden auch auf dem neuen Portal aktuelle Filme, Dokumentationen und Serien als Stream angeboten. Ob die Betreiber der aktuellen Webseite tatsächlich in Verbindung mit den bereits festgenommenen kino.to-Machern stehen, ist noch unklar. Verschiedene Quellen behaupten allerdings, dass die Polizei nicht alle kino.to-Betreiber verhaften konnte.

Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) teilte in ihrem Blog [1] in diesem Zuge den Nutzern der Streamingseite mit: „Infolge des wochenlangen Medieninteresses an dem Fall kino.to kann davon ausgegangen werden, dass Nutzern die Illegalität solcher Angebote bewusst sein dürfte“. Ob diese Aussage zutrifft, wird unter Rechtsexperten immer noch eifrig diskutiert. Udo Vetter, Fachanwalt für Strafrecht und Medien-Experte, beruhigte ehemalige kino.to-Nutzer in einem Blogeintrag [2]: „Es ist keineswegs ausgemacht, dass das bloße Betrachten von Streams, wie sie kino.to angeboten hat, eine Urheberrechtsverletzung darstellt. Es fehlt nämlich an der notwendigen Vervielfältigung des Films, da auf dem Rechner des Nutzers keine Kopie gespeichert wird“.

Vergangenen Juni wurde die Internetseite kino.to abgeschaltet und ein Teil ihrer Betreiber von der Kriminalpolizei festgenommen. Der Grund für die Festnahmen: „Verdacht der Bildung einer kriminellen Vereinigung zur gewerbsmäßigen Begehung von Urheberrechtsverletzungen“. Die Fahnder kategorisierten die Plattform als „hochkriminelles und profitorientiertes System“. Allein durch Werbung hätten die Beschuldigten Umsätze in Millionenhöhe gemacht.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41554711/kino-to-die-umstrittene-streamingplattform-ist-wieder-da/

URLs in this post:

[1] Blog: http://www.gvu-blog.de

[2] Blogeintrag: http://www.lawblog.de/index.php/archives/2011/06/08/kino-to-offline/