Leistung

In Sachen Geschwindigkeit schlägt sich die NEX-C3 ziemlich gut und bewegt sich fast auf einem Niveau mit der NEX-5. Die derzeitige Geschwindigkeitsköniging Panasonic Lumix DMC-GF3 erreicht sie aber nicht. Bis nach dem Betätigen des Einschalters das erste Foto im Kasten ist, vergehen knapp 0,7 Sekunden. Bei guten Lichtverhältnissen braucht die Kamera 0,4 Sekunden, um auf das Motiv scharfzustellen und das Foto einzufangen. Im Zwielicht verlängert sich die Auslöseverzögerung auf 0,8 Sekunden.

Zwischen zwei aufeinanderfolgenden Aufnahmen genehmigt sich die NEX-C3 eine Verschnaufpause von 0,8 Sekunde, egal, ob RAW- oder JPEG-Modus gewählt sind. Im Serienbildmodus mit kontinuierlichem Autofokus stemmt die NEX-5 nur 2,5 Bilder pro Sekunde. Wer sich mit ab dem ersten Foto unveränderlichen Aufnahmeeinstellungen zufriedengibt, darf sich über 5,5 Fotos pro Sekunde freuen. Aber wenn sich hier die Bedingungen ändern, misslingt eben ein Teil der Aufnahmen. Für Sportfotografen ist die Kamera zu langsam, zum Knipsen von Kindern und Haustieren dürfte sie – wenn die Motive nicht arg hyperaktiv unterwegs sind – durchaus ausreichen.

Auf der linken Seite der Kamera befinden sich USB- und HDMI-Anschluss.
Auf der linken Seite der Kamera befinden sich USB- und HDMI-Anschluss.

Bildqualität

Die Sony NEX-C3 steigert die Auflösung von 14 auf 16 Megapixel. Ob das in dieser Klasse Sinn ergibt oder nicht, darüber lässt sich streiten – schließlich dürften die meisten Anwender die Pixelzahl niemals voll ausnutzen. Außerdem hat ein mit mehr Pixeln bestückter Bildsensor für jeden einzelnen Bildpunkt weniger Platz übrig und muss daher mit einer höheren Empfindlichkeit ausgelesen werden, was wiederum in einer schlechteren Bildqualität resultiert. Aber 16 Megapixel klingen auf dem Datenblatt eben besser. Immerhin hat die Fotoqualität bei der NEX-3 nicht unter der Auflösungssteigerung gelitten. Der CMOS-Sensor ist übrigens nicht dergleiche, der in älteren Modellen wie der SLT-A55 und NEX-5 zum Einsatz kommt – die Ergebnisse sehen aber dennoch erstaunlich ähnlich aus.

Bis einschließlich ISO 400 ist das Rauschverhalten ziemlich gut. Auch bei ISO 800 sehen die Fotos noch sauber aus. Ein leichtes Einsetzen der Rauschunterdrückung ist hier aber bereits zu beobachten. Ab ISO 1600 schließlich lassen Details sichtbar nach, und die ersten Hotpixel tauchen auf. Bei ISO 3200 leistet die NEX-C3 immer noch solide Arbeit. Sauber sind die Fotos zwar nicht mehr, aber für anspruchslosere Aufgaben wie kleine Abzüge und Facebook & Co. aber immer noch sehr brauchbar.

Die Sony NEX-C3 liefert eine sehr schöne Tonwertverteilung und einen guten Dynamikfang direkt aus der Kamera. Selbst mit den Standard-Einstellungen sehen die Farben sehr gut, wenngleich einen Tick zu stark gesättigt aus. Eine wirklich neutrale Einstellung für die Farbwiedergabe gibt es leider nicht. Hervorzuheben gibt es noch, dass die Kamera bei Rottönen sehr gute Dienste leistet. Selbst bei sehr grellen und satten Fotos behält die C3 noch erstaunlich viele Details bei. Insbesondere bei Rottönen geraten viele Konkurentinnen ins Straucheln. Auch bei der Schärfe leistet die JPEG-Bildverarbeitung gute Dienste. Feine Details wirken nicht künstlich überschärft, aber dennoch sind die Fotos scharf genug, um direkt in den Druck gehen zu können.

Ein großer Kritikpunkt bleibt nach wie vor bestehen: Das 18-bis-55-Millimeter-Kitobjektiv bringt im Weitwinkel eine sehr starke tonnenförmige Verzeichnung auf die Fotos. Und zwar so stark, wie wir es bei irgendeinem Systemkamera-Objektiv seit langsam nicht mehr gesehen haben. Außerdem bringt die Optik an Übergängen mit hohen Helligkeitsunterschieden deutliche Farbsäume auf die Aufnahmen – auch bei weit geschlossener Blende. Auf der anderen Seite entschädigt die Kitlinse mit einem feinen, weichen Bokeh.

Die Videoauflösung schraubt Sony vom „Möchtegern-Full-HD“ mit 1440 mal 1080 Pixeln auf 1280 mal 720 Pixel herunter. Das stört uns nicht wirklich, denn die Qualität reicht fürs gelegentliche Filmen mehr als aus. Man muss eben damit rechnen, dass die 720p-Clips nach dem Hochskalieren auf einem Full-HD-Fernseher nicht mehr so bombastisch aussehen. Aber mangels manueller Einstellungsmöglichkeiten wird ohnehin kaum jemand die NEX-C3 für anspruchsvollere Filmprojekte benutzen. Rolling-Shutter-Artefakte treten erfreulicherweise nicht auf. Gelegentlich treten beim Filmen allerdings Fokusprobleme auf, insbesondere bei Außenaufnahmen in grellem Sonnenlicht.

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