Ausstattung

Von dem DSLR-ähnlichen Aussehen der Nikon Coolpix L120 sollte man sich nicht dazu verleiten lassen, eine ähnliche Flexibilität zu erwarten. Im Wesentlichen ist die L120 eine einfache Kompaktkamera, der man ein riesiges Objektiv vor den Latz geschnallt hat. Und dementsprechend gestalten sich auch die Aufnahmemodi. So gibt es zwei verschiedene Automatiken. Die erste hört auf den Namen Einfachautomatik und ist mit einer Kamera und einem kleinen Herzchen gekennzeichnet. Hier analysiert die L120 das Motiv und ordnet es einem von sechs Motivprogrammen zu. Wenn sich das Geschehen vor der Linse nicht einordnet lässt, wählt die Digicam die „normale“ Automatik.

Die „normale“ Automatik entspricht im wesentlichen dem, was bei anderen Kameras Programmmodus heißt. Der Fotograf kann ISO-Empfindlichkeit, Weißabgleich, Belichtungskorrektur, Farbe, Blitz und Serienbildmodus an seine Bedürfnisse anpassen. Eine Möglichkeit zum direkten Konfigurieren von Blende und Belichtungszeit gibt es hier oder in irgendeinem anderen Modus, den die L120 bietet, allerdings nicht. Die Belichtungsmessung ist fest auf Mehrfeld eingestellt, und der Fokusbereich in der Bildmitte festgenagelt.

Wer sich zutraut, einen Sonnenuntergang von seinem Haustier zu unterscheiden, kann auch händisch ein Szenenprogramm auswählen. Hier gibt es insgesamt 17 verschiedene Programme, die allesamt wenig Überraschungen zu bieten haben. Es sind die üblichen Verdächtigen von Portrait über Nahaufnahme bis hin zu Museum vertreten. Außerdem gibt es einen Panorama-Assistenten, der beim Ausrichten der Einzelfotos hilft. Das Zusammenschneiden der so geschossenen Aufnahmen bleibt allerdings beim Fotografen hängen und geschieht entweder mit der mitgelieferten Software oder einer der zahlreichen kostenlosen Panorama-Programme.

Links am Objektiv gibt es eine weitere Zoomwippe.
Links am Objektiv gibt es eine weitere Zoomwippe.

Nikons Smart-Porträt-System hat einen eigenen Punkt im Moduswahlmenü bekommen. Es kombiniert im Wesentlichen eine Reihe altbekannter Technologien miteinander, nämlich Blinzel- und Lächelerkennung, Rote-Augen-Korrektur und Gesichts-Autofokus. Das System funktioniert gut und leistet insbesondere bei Selbstportraits gute Dienste – man muss nicht einmal mehr den Auslöser drücken oder einen Selbstauslöser einstellen. Die Kamera löst automatisch aus, sobald man freundlich in die Linse lächelt.

Ebenfalls unter den Aufnahmeprogrammen findet sich eine Option namens Highspeed-Serienaufnahme. Hier schießt die Kamera insgesamt 20 Fotos mit einer Geschwindigkeit von etwa 15 fps. Um auf diese Geschwindigkeit zu kommen, wird allerdings die Auflösung auf 3 Megapixel heruntergefahren. Außerdem passt die L120 Fokus, Belichtung, Weißabgleich & Co. ab dem ersten Foto nicht mehr an. Verändern sich die Aufnahmebedingungen während des Dauerfeuers, so misslingt ein Teil der Aufnahmen. Für die Empfindlichkeit kommen Werte zwischen ISO 400 und 3200 zum Einsatz, um kurze Verschlusszeiten zu ermöglichen und Actionszenen so scharf abzubilden. Diese Limitierungen und Einstellungen sind für Bridgekameras nicht ungewöhnlich, was die Ergebnisse allerdings auch nicht besser macht. Immerhin: Man hat am Ende des Tages einen ganzen Haufen Fotos auf der Speicherkarte, von denen ein Bruchteil möglicherweise sogar das Motiv zum richtigen Zeitpunkt eingefangen hat. Aber für viel mehr als für winzige Abzüge oder Facebook & Co. eignen sich die Schnappschüsse nicht.

Fans von Makro-Fotos können sich über eine sehr niedrige Naheinstellgrenze von lediglich einem Zentimeter freuen. Um diese zu erreichen, muss man ein wenig ins Motiv hineinzoomen, was insgesamt für eine recht ordentliche Vergrößerung von winzigen Motiven sorgt. Ein kleiner Pfeil auf der Zoomleiste auf dem Bildschirm verrät, wann man an der optimalen Stelle angekommen ist. Erwähnenswert wäre noch, dass der integrierte Blitz beim Fotografieren von sehr nahe am Objektiv gelegenen Motiven einen auf dem Bild sichtbaren Schatten wirft.

Die folgende Tabelle zeigt noch einmal die wichtigsten technischen Daten der Nikon Coolpix L120 im direkten Vergleich mit denen ihrer Vorgängerin.

Hersteller Nikon Nikon
Modell Coolpix L110 Coolpix L120
Preis 200 Euro 200 Euro
Bildsensor 1/2,33-Zoll-CCD 1/2,33-Zoll-CCD
Auflösung 12 Megapixel 14 Megapixel
Optischer Zoom 15-fach 21-fach
Brennweitenbereich 28 – 420 mm 25 – 525 mm
Lichtstärke F3,5 – F5,4 F3,1 – F5,8
Bildstabilisator mechanisch mechanisch
Empfindlichkeiten ISO 80 – 6400 ISO 80 – 6400
Max. Fotoauflösung 4000 x 3000 Pixel 4320 x 3240 Pixel
Max. Videoauflösung 1280 x 720 Pixel @ 30 fps 1280 x 720 Pixel @ 30 fps
Dateiformate JPEG (Foto), H.264 (Video) JPEG (Foto), H.264 (Video)
Manuelle Einstellungen P P
Display 3,0 Zoll, 460.000 Pixel 3,0 Zoll, 920.000 Pixel
Sucher nein nein
Zubehörschuh nein nein
Speichermedien SD, SDHC SD, SDHC, SDXC
Stromversorgung AA-Batterien AA-Batterien
Anschlüsse USB, HDMI, AV USB, HDMI, AV
Abmessungen 10,9 x 7,8 x 7,4 cm 11,0 x 7,8 x 7,7 cm
Gewicht 406 g 431 g

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Nikon Coolpix L120 im Test: gute Superzoom-Kamera für Tageslicht-Fotografen

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *