Kompakte Systemkameras im Vergleich: welche EVIL-Kamera ist die beste?

Bei den Displays, ganz gleich, ob sie auf der Rückseite der Kamera oder hinter dem Sucherokular stecken, gilt: je mehr Auflösung, desto besser. 480 mal 320 Pixel, also 460.000 Subpixel, sind in Ordnung. Eine deutlich schärfere Darstellung gibt es allerdings bei Anzeigen, die 640 mal 480 Bildpunkte (920.000 Subpixel) oder mehr auflösen. Welche Kamera integrierte Sucher mitbringt, wie hoch die Displayauflösungen bei den diversen Modellen sind und ob optionale Aufstecksucher zur Verfügung stehen, verrät die Tabelle am Ende dieses Artikels. Die folgende Übersicht zeigt die erhältlichen Aufstecksucher von den unterschiedlichen Herstellern.

Hersteller Olympus Olympus Olympus Panasonic Pentax Samsung Sony
Modell VF-1 VF-2 VF-3 DMW-LVF1 k. A. ED-EVF10 FDA-SV1
Preis 70 Euro 175 Euro 160 Euro 160 Euro k. A. 160 Euro 140 Euro
Technik optisch elektronisch elektronisch elektronisch optisch elektronisch optisch
Auflösung k. A. 1.440.000 Pixel 922.000 Pixel 202.000 Pixel k. A. 230.000 Pixel k. A.
Sucherbild-
feld
100 % 100 % 100 % 100 % k. A. 98 % k. A.
Vergrößerung 0,47 x 1,15 x 1,0 x 1,04 x k. A. 0,83 x k. A.
Dioptrien-
korrektur
nein -3,0 bis +1,0 -3,0 bis +1,0 -4,0 bis +4,0 k. A. -4,0 bis +1,0 nein
Besonder-
heiten
für 17mm F2,8 kippbar für 8,5mm F1,9 für 16mm F2,8

Bildstabilisator

Wenn die Sonne untergeht und immer weniger Licht vorhanden ist, bleiben dem Fotografen drei Möglichkeiten, um weiterhin helle Fotos zu schießen: Blende öffnen, ISO-Empfindlichkeit erhöhen und Verschlusszeit verlängern. Damit Bilder bei längeren Verschlusszeiten nicht verwackeln, greifen Bildstabilisator dem Fotografen unter die Arme. Hier gibt es zwei verschiedene Ansätze. Mechanische Bildstabilisatoren bewegen den Bildsensor, um Verwacklungen zu verhindern. Bei optischen Bildstabilisatoren dagegen gleichen beweglich aufgehängte Linsenelemente zittrige Fotografenhände aus. Bei den EVIL-Kameras finden beide Ansätze Verwendung – und bringen unterschiedliche Vor- und Nachteile mit.

Mechanische Bildstabilisatoren schützen vor Verwacklungen, ganz gleich, welches Objektiv gerade montiert ist. Das ist insbesondere beim Fotografieren mit Festbrennweiten oder exotischen und alten Optiken von Vorteil – denn diese Linsen gibt es in der Regel nicht mit integriertem Verwacklungsschutz. Außerdem sind Objektive ohne Bildstabilisator günstiger als mit. Der Nachteil ist, dass die Kameragehäuse dicker werden. Schließlich will die Mechanik, die den Sensor verschiebt, ja auch irgendwo ihren Platz finden.

Bei optischen Bildstabilisatoren sitzt der komplette Verwacklungsschutz im Objektiv. So muss er in jedem Objektiv aufs neue bezahlt werden und ist unter Umständen bei manchen Objektivtypen gar nicht erhältlich.

Sonys NEX-Kameras, Panasonics Micro-Four-Thirds-Modelle und die NX-Reihe von Samsung setzen ausschließlich auf Bildstabilisatoren im Objektiv. Bei Pentax und Olympus hingegen ist der Stabilisator im Gehäuse verbaut und unabhängig von der verwendeten Optik einsatzbereit.

Extras

Neben den grundsätzlichen Features, die wir bislang aufgeführt haben, hat jeder Hersteller eine Reihe von einzigartigen Features, die das eigene Kamerasystem oder zumindest einige Modelle für einen bestimmten Käuferkreis interessant machen. Panasonic tut sich beispielsweise mit dem Videomodus hervor – insbesondere bei den beiden Digicams Lumix DMC-GH1 und DMC-GH2, die sich bei Independent-Filmern großer Beliebtheit erfreuen. Außerdem ist Panasonic der einzige EVIL-Kamera-Hersteller, der ein 3D-Objektiv im Programm hat.

Olympus dagegen bringt in seinen Kameras die sogenannten Art Filter unter. Dabei handelt es sich um eine Sammlung von sehr ausgeklügelten Bildeffekten, die unterschiedlichen Kameras, Objektiven oder Filmentwicklungs- und Bildbearbeitungsmethoden nachempfunden sind. Bei den neueren Olympus-EVIL-Digicams ist es möglich, die Filter miteinander zu kombinieren und in der Intensität zu variieren.

Der Art Filter "Modellbau" lässt insbesondere weitläufige und von oben fotografierte Szenen wie Spielzeug wirken.
Der Art Filter „Modellbau“ lässt insbesondere weitläufige und von oben fotografierte Szenen wie Spielzeug wirken.

Wer außergewöhnliche Features liebt, ist bei Sony an der richtigen Adresse – hier gibt es beispielsweise eine Schwenkpanorama-Funktion, einen 3D-Foto-Modus, eine HDR-Automatik – und so weiter. Außerdem sind die Digicams der NEX-Serie sehr einsteigerfreundlich aufgebaut. Anspruchsvolle Fotografen könnte das bunte und sehr menülastige Interface allerdings schnell frustrieren. Sehr gelungen ist bei Sony auch die Peaking-Funktion, die beim manuellen Fokussieren auf dem Sucherbild anzeigt, welche Motivteile gerade scharf sind.

Samsungs neuere NX-Kameras und -Objektive bieten ein interessantes Bedienkonzept. Dabei kann der Fotograf mit einer i-Function genannten Taste am Objektiv auf diverse Aufnahmeparameter zugreifen und diese anschließend am Schärfering einstellen. Wie das funktioniert, zeigt dieses Video zur Samsung NX100. Gerade für Einsteiger in die Welt der anspruchsvollen Kameras könnte diese Funktion einen Anreiz darstellen.

Pentax‘ Q-System ist kompakter als die Konkurrenz – bringt dafür aber auch die Nachteile eines kleineren Bildsensors mit. Kreatives Spiel mit der Tiefenschärfe gibt’s nur per Digital-Effekt, und bei wenig Licht beziehungsweise höheren ISO-Werten ist extremes Bildrauschen vorprogrammiert. Mit den „Spielzeug-Objektiven“ könnte das System jedoch auf Lomografie-Anhänger einen gewissen Reiz ausüben. Wäre da nur nicht der unglaublich hohe Preis.

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