Samsung Galaxy Note Prototyp im Test: übergroßes Smartphone oder Mini-Tablet mit Android und Stift

von Daniel Schraeder und Luke Westaway am , 18:20 Uhr

Auf der IFA 2011 zeigt Samsung das Galaxy Note – und damit ein übergroßes Android-Handy. Oder ein zu klein geratenes Tablet, oder eine Mischung aus beidem. Es ist mit einem gestochen scharfen 5,3-Zoll-Super-AMOLED-Display ausgestattet, telefoniert und surft und ermöglicht wie das HTC Flyer eine Handschrifteneingabe mit integriertem Stift.

Okay – wir wissen, was ein Smartphone [1] ist. Und wir wissen auch, was ein Tablet ist. Aber das hier – das ist eigentlich weder das eine noch das andere. Das Samsung [2] Galaxy Note ist irgendwo dazwischen, ein „neues Ding“, vielleicht der Erstling einer Kategorie, die noch keinen Namne trägt. Wir haben uns das 5,3 Zoll große Smartphone, äh, Tablet, auf der IFA ausführlich angesehen und herausgefunden, was es kann und was verbaut ist.

Eigentlich handelt es sich bei diesem Gerät einfach nur um ein besonders kleines Android [3]-Tablet – oder um ein besonders großes Android-Smartphone, je nachdem, von welcher Seite aus man es betrachtet. Dell hat soetwas ähnliches bereits mit dem Streak ausprobiert, aber dieses „Teil“ war nicht besonders erfolgreich.

Aber vielleicht schaffen es ja die Koreaner, diese Klasse in den Markt einzuführen. Immerhin ist der Hersteller sowohl in der Lage, erstklassige Smartphones wie das Galaxy S2 zu bauen, als auch Android-Tablets – die zwar im Moment nicht verkauft werden dürfen, aber das steht auf einem anderen Blatt. creen device a go, because in the past it’s produced some praiseworthy Android tablets, and the Samsung Galaxy S2 smart phone, which might be the best Android mobile in town.

Design und Ausstattung

Das Highlight ist das 5,3 Zoll große, berührungsempflindliche Super-AMOLED-Display, das wie gewohnt mit nahezu perfekten Blickwinkeln, einem gigantischen Kontrast und knalligen Farben glänzt. Mit einer Bauhöhe von 9,7 Millimetern ist das Gerät minimal dicker als das iPad 2, und damit immer noch angenehm schlank. Das Gerät passt noch relativ problemlos in eine Jackentasche, aber schon nicht mehr ganz so gut in eine Hosentasche – und vor allem nicht in eine enge Jeans. Damit wird es schon schwierig, das Note wie ein Handy wirklich überall mit hinzunehmen. Wie wir das in der Praxis handhaben werden, müssen wir allerdings noch in Ruhe herausfinden.

Auf der Rückseite trägt das Gerät eine geriffelte Kunststoff-Schale, die uns vom Look-and-Feel her an das Galaxy S2 erinnert. Außerdem trägt das Handy-Tablet hier die Linse seiner Kamera inklusive Foto-LED. Die technischen Daten verspechen einiges: 8-Megapixel-Fotos und 1080p-Video mit 30 fps. Klingt gut, in der Praxis muss uns ein serienreifes Galaxy Note aber erst noch überzeugen. Für ordentlich Power sorgt ein flotter 1,4-GHz-Prozessor. Das sollte problemlos für flotte Spiele, Full-HD-Videos und flotte Reaktionen auf Nutzereingaben ausreichen.

Mit dem Note kann man nicht nur im Internet surfen, sondern auch Telefonieren. Mikrofon und Lautsprecher sind am gewohnten Platz, wir können es also wie ein ganz normales Handy ans Ohr halten. In der Praxis fühlt sich das aufgrund der großen Abmessungen allerdings etwas merkwürdig an – aber vor fünf Jahren hätten wir auch nicht damit gerechnet, dass irgendwann einmal Smartphones mit Displaydiagonalen von weit über 4 Zoll auf den Markt kommen. Vielleicht finden wir 5,3 Zoll ja auch irgendwann ganz normal.

Das Samsung soll in zwei Varianten mit 16 und 32 GByte internem Speicher auf den Markt kommen. Beide Modelle verfügen über einen zusätzlichen microSD-Speicherkartenslot.

Android Gingerbread

Samsung packt die Handy-Version von Googles Android-Betriebssystem auf das Note: Der Prototyp läuft mit der Version 2.3 alias Gingerbread. Damit ist ganz klar, das hier ist primär ein Handy – und nicht primär ein Tablet. Auch der Grund dafür ist einfach herzuleiten: Die 3.0-Version alias Honeycomb bringt keine Telefonie-Funktionen mit.

Dafür müssen Käufer aber auch auf das an die größeren Bilddiagonalen von Tablets angepassten Annehmlichkeiten der Oberfläche verzichten. Beispielsweise auf die Browser-Tabs, die ein komfortables Wechseln zwischen mehreren Webseiten anbieten. Oder die hübsche Youtube-App mit den vielen, bunten Vorschaubildern. Immerhin: Sowohl Flash-Unterstützung als auch Zugang zum offiziellen Android Market ist gegeben.

Fairerweise ist Honeycomb aber ohnehin für deutlich größere Displays optimiert – sprich: 10 Zoll. Erst die neue Version 3.2 läuft auch auf kleineren Tablets mit 7-Zoll-Displays, und die Oberfläche könnte auf dem noch kleineren 5,3-Zoll-Monitor des Note schnell gedrängt wirken.

Stift-Attacke

Neben dem knalligen Super-AMOLED-Display dürfte der mitgelierferte, unten im Gehäuse eingesteckte Stift das größte Kaufargument darstellen. Ja genau, ein Stift. Und nein, hier kommt kein zähes, uncooles, resistiv arbeitendes Touchscreen-Panel zum Einsatz, sondern die anständige und multitouchfähige kapazitive Technik. Der Stift ist also etwas besonderes – und nicht einfach nur eine Plastikspitze. Samsung nennt ihn S Pen.

Im Gegensatz zum HTC [4] Flyer kann der Stift beim Samsung auch zur Bedienung verwendet werden. Wir können mit ihm über das Display wischen und Symbole antippen. Und, die richtige Anwendung vorausgesetzt, auch handschriftlich Notizen hinterlassen oder coole Zeichnungen aufs virtuelle Blatt Papier kritzeln. Die vorinstallierte App nennt sich S Memo. Neben Zeichnungen und Handschrift nimmt sie auch Sprache auf. In der Praxis funktioniert das erfreulich akkurat, flott und genau.

Der einzige Haken an der Sache: Vor allem die Tatsache, dass der Stylus an der Unterseite des Note angebracht ist, macht ihn zu einem potentiellen Verlustobjekt. Und da man auf dem Note nicht einfach mit jeder Kunststoffspitze Kritzeln kann, könnte Ersatz teuer werden.

Wer braucht’s?

Und der Haken am ganzen Note ist, dass es irgendwie zwischen zwei Stühlen sitzt. Es ist zu groß, um wirklich portabel zu sein, aber zu klein, um ohne Einschränkungen im Web zu surfen oder wirklich volles Video-Vergnügen zu versprechen.

Die Stifteingabe könnte vor allem im beruflichen Umfeld ihre Freunde finden, aber zur Präsentation ist die Anzeige zu klein. Und Studenten würden sich sicherlich über so ein Gerät freuen, aber vor allem das Super-AMOLED-Display treibt den Preis in die Höhe – unterm Strich gehen wir davon aus, dass das Note signifikant teurer ist als ein iPad.

Vorläufiges Fazit

Das Samsung Galaxy Note ist sicherlich ein cooles, leistungsfähiges Android-Tablet-Handy mit hervorragender Ausstattung und wird seine Fans finden. Die Masse der Käufer wird sich aber wohl entweder für ein kleineres und portables Handy interessieren – oder für ein größeres Tablet. Oder für beides. Dennoch warten wir gespannt auf das finale Testgerät – vielleicht überzeugt es uns im Praxiseinsatz ja mehr.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/

[2] Samsung: http://www.cnet.de/unternehmen/samsung/

[3] Android: http://www.cnet.de/themen/android/

[4] HTC: http://www.cnet.de/unternehmen/htc/