Panasonics PowerZoom-Objektiv angetestet: superflache 14-42mm-Optik für Micro-Four-Thirds

von Stefan Möllenhoff am , 17:50 Uhr

Die meisten Micro-Four-Thirds-Kameras machen ihrem Namen alle Ehre – und sind wirklich „mikro“. Bei den zugehörigen Zoom-Objektiven sieht das anders aus. Und mit Linse sind die Digicams dann auf einmal alles andere als kompakt. Panasonic will das jetzt ändern – mit einer Pancake-Zoomoptik mit der unhandlichen Bezeichnung Panasonic Lumix G X Vario PZ 14-42 mm F 3,5-5,6 beziehungsweise H-PS14042E. Wir hatten auf der IFA in Berlin die Gelegenheit, das Objektiv auszuprobieren.

Ein kompaktes Dreifach-Zoom-Objektiv für eine kleine Systemkamera zu bauen – das kann doch gar nicht so schwer sein, mag man meinen. Schließlich bringt man in Kompakt-Knipsen inzwischen schon einen 18-fachen optischen Zoom unter. Allerdings ist der Sensor der Micro-Four-Thirds-Kameras deutlich größer als die lichtempfindlichen Chips der gemeinen Digicams. Und damit wachsen auch die Objektive in die Größe. Panasonic scheint hier jetzt ein gewaltiger Schritt nach vorne gelungen zu sein.

Design & Ausstattung

Das Objektiv ist wirklich wahnsinnig klein – Pancake-Linsen ohne veränderlicher Brennweite sind kaum kompakter. Im Vergleich zur bisherigen Kit-Zoomoptik ist die Linse auf weniger als die Hälfte geschrumpft. 2,7 Zentimeter – das schafft nicht einmal Pentax‘ Q-System [1] mit dem deutlich kleineren Sensor.

Nachdem die Optik derart kompakt ist, gibt es keinen Platz für einen Zoom- oder Fokusring am Objektivtubus. Beide Funktionen steuert der Fotograf über zwei kleine Hebel. Oben befindet sich die Steuerung für den Zoom, darunter die für den Fokus. Die Hebel machen einen soliden Eindruck – ebenso wie auch der Rest des Objektivs. Zusammen mit der Linse passt Panasonics derzeit kompaktestes Modell, die Lumix DMC-GF3, relativ problemlos in die Hosentasche.

Allerdings gilt das nur im abgeschalteten Zustand. Sobald die Kamera eingeschaltet und die Linse mit Strom versorgt ist, verdoppelt sich die Länge der Optik in etwa. Das macht allerdings auch nichts – schließlich möchte man ja jetzt fotografieren und die Digicam nicht in die Hosentasche stecken. Das Ausfahren des Objektivs geht schnell vonstatten und dürfte in der Praxis kaum für verpasste Fotogelegenheiten sorgen.

Die folgende Tabelle zeigt noch einmal die wichtigsten technischen Daten des 14-bis-42-Millimeter-Objektivs und des ebenfalls neu vorgestellten Telezoom-Bruders aus der X-Serie mit 45 bis 175 Millimetern [3] auf einen Blick.

Hersteller Panasonic Panasonic
Produkt H-PS14042E H-PS45175E
Preis Deutschland: k. A., USA: 399 Dollar Deutschland: k. A., USA: 749 Dollar
Brennweitenbereich 14 – 42 mm 45 – 175 mm
Max. Öffnungsverhältnis F3,5 – F5,6 F4,0 – F5,6
Zusammensetzung 9 Elemente in 8 Gruppen 14 Elemente in 10 Gruppen
Iris 7 Lamellen 7 Lamellen
Kleinste Blende F22 k. A.
Bildstabilisator ja ja
Naheinstellgrenze ca. 20 cm ca. 90 cm
Filtergröße 37 mm 46 mm
Länge 2,7 cm 9,0 cm
Gewicht 95 g 210 g

Leistung

Mit dem Motor-Zoom fühlt es sich ein wenig an, als fotografiere man wieder mit einer Kompaktkamera. Was an sich nichts Schlechtes ist – im Gegenteil. Insbesondere im Videomodus bietet der motorisierte Fokus enorme Vorteile. So lassen sich schließlich Brennweitenveränderungen mit konstanter Geschwindigkeit und ohne Ruckeln durchführen. Beim Zoomhebel selbst gibt es nur eine Geschwindigkeit. Dafür wird Panasonic im Oktober ein Firmware-Update zur Verfügung stellen, dass diese Einstellung auf diverse Kameras bringt – der Fotograf kann also die Zoomgeschwindigkeit des Objektivs in den Einstellungen der Digicam festlegen.

Der Hebel für den Fokus bietet zwei verschiedene Einstellungen: sehr schnell und sehr langsam. Dazwischen gibt es nichts. Videografen brauchen trotzdem nicht enttäuscht zu sein: Der Übergang zwischen verschiedenen Fokusebenen lässt sich ja einfach per Fingertipp aufs Display bewerkstelligen. Das Tempo lässt sich hier allerdings nicht einstellen.

Das Firmware-Update wird für fast alle G-Serie-Kameras zur Verfügung stehen. Ausgenommen sind lediglich die ältesten Modelle Lumix DMC-G1, GF1, GH1 und G2. Die Optiken funktionieren aber natürlich trotzdem an den alten Kameras – man muss allerdings eben auf die zusätzlichen Optionen verzichten.

Das 14-bis-42-Millimeter-Objektiv macht einen sehr flotten Eindruck. Wir hatten die Gelegenheit, die Linse sowohl mit der G3 als auch mit der GF3 auszuprobieren – und sind begeistert. Beide Kameras fokussieren schnell und präzise.

Bildqualität

Im Weitwinkel bringt das 14-bis-42-Millimeter-Objektiv eine leichte tonnenförmige Verzeichnung auf die Fotos. Bei der von uns ausprobierten Optik fällt diese auf der rechten Seite ausgeprägter aus als links. Bei maximal geöffneter Blende von F3,5 stellen wir im Weitwinkel eine leichte Vignettierung fest. Wir schließen die Blende sukzessive und stellen ab F5,6 keine Veränderung bei der Randabschattung mehr fest.

Das Bokeh der Linse wirkt angenehm, allerdings fällt an Lichtpunkten auf, dass die Kamera eine Irisblende mit sieben Lamellen besitzt – sie sehen bei abgeblendetem Objektiv leicht heptagonal aus. Mit violetten Farbsäumen hat die Optik fast nicht zu kämpfen. Sie treten gelegentlich am Bildrand an Übergängen mit sehr hohen Kontrasten auf, beeinträchtigen die Fotos aber nicht nennenswert. Die Schärfe ist in der Mitte sehr gut und lässt zum Bildrand nur wenig nach.

In der folgenden Fotostrecke gibt es ein paar Testfotos von dem 14-bis-42-Millimeter-PowerZoom-Objektiv zu sehen.

Fazit

Gute Bildqualität, schneller Fokusmotor, Motorzoom für Videofreaks und vor allem: extrem klein – es gibt an Panasonics PowerZoom-Objektiv mit einem Brennweitenbereich von 14 bis 42 Millimetern einiges zu mögen. Allerdings muss man sich mit den beiden Hebeln für Zoom und Fokus anfreunden können, denn klassische Objektivringe gibt es hier nicht mehr. Und außerdem wird die PowerZoom-Linse teurer sein als das bisherige Kitobjektiv. Wir freuen uns darauf, die Optik demnächst ausführlich testen zu können.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41555790/panasonics-powerzoom-objektiv-angetestet-superflache-14-42mm-optik-fuer-micro-four-thirds/

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[1] Pentax‘ Q-System: https://www.cnet.de/tests/digicam/41554378/preview/digicam_winzling_mit_wechselobjektiven_das_kann_die_pentax_q_mit_kompaktkamera_sensor.htm

[2] Panasonics X-Objektive ausprobiert: Motorzooms fürs Micro-Four-Thirds-System: https://www.cnet.de/41555669/panasonics-x-objektive-ausprobiert-motorzooms-fuers-micro-four-thirds-system/?pid=1#sid=41555790

[3] X-Serie mit 45 bis 175 Millimetern: https://www.cnet.de/tests/peripherie/41555808/preview/panasonics_powerzoom_teleobjektiv_angetestet_45_175mm_linse_mit_motorzoom_fuer_video_fans.htm

[4] Testfotos: Panasonics neue PowerZoom-Objektive der X-Serie ausprobiert: https://www.cnet.de/41555796/testfotos-panasonics-neue-powerzoom-objektive-der-x-serie-ausprobiert/?pid=1#sid=41555790