Bildqualität

Für eine Kompaktkamera schießt die Nikon Coolpix P300 sehr gute Fotos. Die Aufnahmen eignen sich wunderbar für Abzüge im DIN-A4-Format oder für Facebook & Co. Betrachtet man die Aufnahmen allerdings stark vergrößert am Monitor, ist auch bei niedrigen Empfindlichkeiten ein Bildrauschen zu erkennen. Wer kleine Bildausschnitte auf Postergröße hochvergrößern möchte, sollte von der P300 absehen – dasselbe gilt allerdings für alle Kameras mit 1/2,3-Zoll-Bildsensoren.

Und wie die meisten Modelle aus dieser Klasse bietet die P300 bei Einstellungen unterhalb von ISO 400 die beste Bilduqalität, auch wenn der Empfindlichkeitsbereich der Nikon P300 von ISO 160 bis ISO 3200 reicht. Die beiden höchsten Empfindlichkeiten – ISO 1600 und 3200 – sollte man nur in Notfällen gebrauchen. Hier verschieben sich die Farben deutlich, und die aggressive Rauschunterdrückung sorgt für verschmiert wirkende Fotos. Auch das ist für eine Digicam mit 1/2,3-Zoll-Chip keine große Überraschung.

Die P300 bietet erfreulicherweise die Möglichkeit, den Wirkungsbereich der ISO-Automatik auf Werte zwischen ISO 160 und 400 beziehungsweise ISO 160 und 800 einzuschränken. Wer in der Automatik fotografieren und sich nicht mit weichen und verschmierten Fotos, wie sich oberhalb von ISO 800 entstehen, herumschlagen möchte, sollte von dem Feature Gebrauch machen.

An dieses Stelle kommt das Objektiv der Nikon Coolpix P300 ins Spiel. Mit einem größten Öffnungsverhältnis im Weitwinkel von F1,8 bietet die Kamera gegenüber dem bei vielen günstigeren Modellen üblichen Maximum von F3,5 zwei Blenden Vorsprung. Das bedeutet, dass die Kamera bei gleicher Helligkeit wahlweise mit einem Viertel der Belichtungszeit oder einem Viertel der ISO-Empfindlichkeit auskommt. Gegenüber besseren Kameras mit einem maximalen Öffnungsverhältnis von F2,4 beträgt der Vorteil immer noch fast eine ganze Blende.

Bis einschließlich ISO 800 liefert die P300 ansprechende und lebendige Farben. Die Belichtungsautomatik leistet zuverlässig gute Dienste. Bei kontrastreichen Motiven hilft das D-Lighting-Feature dabei, in dunklen Bildbereichen Details zu retten. Der Weißabgleich leistet im Großen und Ganzen gute Dienste, präziser gehts allerdings mit der manuellen Einstellung. Wie bei den meisten Kompaktkameras kommt es in kontrastreichen Szenen allerdings zu überbelichteten Bildteilen. Hier sorgt die HDR-Automatik für bessere Ergebnisse.

Der 1080p-Videomodus ist eines der Hauptverkaufsargumente der Kamera. Leider kann die Qualität der Filmchen nicht mit guten HD-Pocket-Camcordern mithalten. Fürs Web oder fürs gelegentliche Betrachten auf dem Fernseher reichen die Clips allerdings aus. Schnell bewegte Objekte oder rasante Kameraschwenks sorgen allerdings für Ruckeln und Geisterbilder. Außerdem genehmigt sich die Kamera eine etwa einsekündige Gedenkpause, bis nach dem Drücken der Videotaste die Aufnahme startet. Aber immerhin: Es gibt hier einen dedizerten Button. Außerdem bietet die Kamera eine Reihe von Highspeed-Videofunktionen mit reduzierter Auflösung für Zeitlupenaufnahmen an. Der optische Zoom funktioniert während der Videoaufnahme. Außerdem gibt es einen kontinuierlichen Autofokus. Dieser ist allerdings bei sehr leisten Szenen zu hören.

Fazit

Nikon-Fans, die nach einem direkten Wettbewerber zu Canons PowerShot S95 beziehungsweise S100 suchen, werden von der Coolpix P300 wohl etwas enttäuscht sein. Mit dem kleineren Sensor – und zugegebenermaßen auch deutlich niedrigeren Anschaffungskosten – spielt die Kamera eher in einer Liga mit der Canon Ixus 310 HS. Die 310 HS schlägt sich in Sachen Bildqualität etwas besser, ist der P300 aber in den anderen Disziplinen unterlegen. Wer eine lichtstarke Kompaktkamera mit manuellen Einstellungsmöglichkeiten sucht, sollte sich die Nikon Coolpix P300 definitiv einmal näher ansehen.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Nikon Coolpix P300 im Test: lichtstarke F1,8-Kompaktkamera mit schnellem BSI-Sensor

  • Am 21. September 2011 um 01:39 von Pezibär

    klingt interessant
    Die Cam klingt super, wenn sie wirklich hält, was sie verspricht. WErd mir demnächst wohl keine neue kaufen (hab mir vor nicht allzu langer Zeit erst ne Sigma Dp2x zugelegt…), aber wenn Canon das so weiter verfolgt, guck ich mal beim Nachfolgemodell.
    Als nächstes ist aber jetzt mal ne DSLR dran 😀

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