Bildqualität

Die Sony NEX-5N überzeugt mit sehr schönen Fotos und bietet ein für diese Kameraklasse hervorragendes Rauschprofil. Die JPEG-Fotos sehen bis ISO 400 sauber und artefaktfrei aus. Bei ISO 800 sorgt die Rauschunterdrückung für ein leichtes Verschmieren von feinen Details. Aber auch bei ISO 1600 sind die fokussierten Bereiche noch erfreulich detailreich abgebildet. Artefakte sind nur in peripheren Bildbereichen zu sehen. Leider kann Adobe Camera RAW die Rohdatenfotos der NEX-5N derzeit noch nicht öffnen. Es wird jedoch interessant sein, ob sich hier dann noch etwas herausholen lässt.

Alles in allem ist die Bildqualität der der Sony NEX-C3 sehr ähnlich. Der einzige wirkliche Unterschied liegt darin, dass die Programmautomatik die Fotos scheinbar eine Drittelblende dunkler belichtet, aber das war es dann auch schon. In Sachen Dynamikbereich liefert die Sony NEX-5N eindrucksvolle Ergebnisse. Wir sind beispielsweise in der Lage, aus einem mit Blitz total überstrahlten Gesicht noch Details zu ziehen und das an sich misslungene Foto in eine brauchbare Aufnahme zu verwandeln.

Die Farbwiedergabe ist gut. Die Fotos sehen realitätsnah und ansehnlich, aber nicht übersättigt aus. Auch bei sehr satten Farben hat die Sony NEX-5N keine Probleme. Hier bleiben im jeweiligen Farbkanal erfreulich viele Details erhalten.

Aber leider liefert die NEX-5N nicht ganz die Bildschärfe, die wir uns wünschen würden. Hier ist das 18-bis-55-Millimeter-Kitobjektiv nicht ganz unschuldig, dass möglicherweise eine bessere Vergütung vertragen könnte, damit die Fotos klarer aussehen. Wir haben die Kamera auch mit der 18-bis-200-Millimeter-Linse ausprobiert, und bessere Ergebnisse erhalten.

Die Videos der NEX-5N sehen sehr gut aus und überzeugen mit hellen und gesättigten Farben sowie einer relativ guten Kantenschärfe. Außerdem treten keine Rolling-Shutter- oder Moiré-Effekte auf. Die 60p-Bildrate sorgt dafür, dass bewegte Szenen ruckelfrei wiedergegeben werden. Bei sehr chaotischen Motiven, etwa bei einer Wasserfontäne, sind ein paar Kompressionsartefakte zu sehen, die auf dem Fernseher nicht weiter auffallen, aber bei der anspruchsvolleren Videobearbeitung stören könnten. Dynamikbereich und Detailwiedergabe sind besser als bei vielen Sony-Camcordern im gleichen Preisbereich. Der Autofokus arbeitet beim Filmen flott und leise.

Allerdings hat die Sony NEX-5N derzeit einen Bug, der die Videofreude etwas trübt: Auf den Filmchen ist bei niedrigem Umgebungslärm ein seltsames Klicken zu hören. Das ist nicht nur bei unserem Testgerät, sondern offensichtlich bei allen Kameras der Fall, wenn man sich so durch diverse Foren liest. Sony hat das Problem inzwischen bestätigt, aber noch keine weiteren Informationen oder einen Lösungsvorschlag bekanntgegeben. Mit drastischen Überhitzungsproblemen hat die Sony NEX-5N jedenfalls nicht zu kämpfen – nach knapp 30 Minuten ununterbrochener Aufnahme war die Kamera zwar recht warm, hat sich allerdings nicht zum Selbstschutz abgeschaltet. Im Death Valley bei 50 Grad im Schatten könnte das allerdings anders aussehen.

Fazit

Die NEX-5 war bereits eine ansprechende Kamera, und beim Nachfolger hat Sony ein paar Schwächen ausgemerzt. Allerdings hat die NEX-5N inzwischen mit härteren Konkurrenten zu kämpfen. Insbesondere die Panasonic Lumix DMC-GF3 bietet ein stringenteres Interface und reagiert schneller. Die Sony-Kamera steht dafür in Sachen Bildrauschen bei hohen ISO-Empfindlichkeiten besser da.

Alles in allem ist die Sony NEX-5N eine solide Kamera mit – abgesehen von dem Klick-Problem – extrem guter Videoqualität und interessanter Ausstattung. Wer nicht regelmäßig Sportszenen ablichtet, dürfte außerdem auch am Autofokus nichts auszusetzen haben. Allerdings sollte man die Digicam vor dem Kauf definitiv einmal im Laden ausprobieren. Denn das Interface und die Haptik sind Geschmackssache, und beim Fotografieren sollte man sich ja schließlich mit seiner Ausrüstung wohlfühlen, sonst liefert auch die beste Kamera keine schönen Bilder.

Neueste Kommentare 

4 Kommentare zu Sony NEX-5N im Test: superkompakte Systemkamera für Videofreaks

  • Am 16. Oktober 2011 um 22:04 von marc

    -Display im Sonnenlicht nicht gut ablesbar
    Schon mal dranne gedacht auf "Sonnig" zu stellen bei Display Helligkeit ?!

  • Am 13. November 2011 um 20:33 von Sebastian

    Datenblatt
    Die Tabelle hat einen Fehler. Die 5N hat einen Touchscreen! Bin mir grad bei der Nex-7 nicht ganz sicher

    • Am 14. November 2011 um 11:43 von Stefan Möllenhoff

      AW: Datenblatt
      Hallo Sebastian,

      vielen Dank für den Hinweis. Ich habe den Fehler in der Tabelle korrigiert. Die Sony NEX-7 hat keinen Touchscreen.

      Beste Grüße,
      Stefan Möllenhoff, CNET.de

  • Am 21. April 2012 um 19:05 von roland

    User-Testurteil
    a:4:{s:5:“STARS“;i:4;s:3:“PRO“;s:28:“überragende aufnahmequalität“;s:6:“CONTRA“;s:46:“umstellen der aufnahmeparameter zu umständlich“;s:5:“FAZIT“;s:862:“was mir nicht gefällt, ist, dass folgemenüs teilweise von vorhergehenden einstellungen abhängig sind. ein lapidares "diese möglichkeit ist derzeit deaktiviert" ist zu lesen. hier müsste noch ergänzt werden, warum der aktuelle menupunkt deaktiviert wurde und wo?? da kannst du dann stundenlang suchen, warum der aufhellblitz z.b. derzeit deaktiviert ist. selber bekommst du das nur heraus, wenn du echt ewig lange durchprobierst. das ist schon nervig.
    auch der fehlende sucher wie ihn das modell 7 hat, müsste schon sein. ich erwische mich manchmal beim ans auge-reissen der cam. was ich mir zugelegt habe ist eine display schutzklappe, bei der auch seitlich federgetriebene klappen zum lichtschutz ausklappen. wenn jetzt da noch eine passende lupe aus(schon wieder)klappen würde, dann wäre das ideal. da muss ich wohl meine bastelkiste mal auspacken…“;}

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *